Wie jeder zur AWO kam...?

Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst ja doch nicht lebend raus.
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GreenMilk
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von GreenMilk »

Matthes hat geschrieben: So 30. Dez 2018, 13:50
Eisbär hat geschrieben: So 30. Dez 2018, 12:09 .. aber Gert`s Brille im Avatar schlägt Alles! ;;;;;;; ;;;;;;; ;;;;;;;
Das Avatar ist doch Adriano Celentano!
Nennt sich hier Gert und fährt ne AWO um inkognito den Groupies zu entfliehen :::::cb

Nee, ich tippe auf Stephan Remmler von Trio. 8-)
https://www.laut.de/Stephan-Remmler
beste Grüße
Steffen, AWO Touren 1959

Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter!
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GreenMilk
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von GreenMilk »

Wie ich zur Awo kam.
Ich war eigentlich schon immer von Mopeds und Motorrädern umgeben.
Mit 10 (das war um1991) hatte ich mit einem Kumpel einen SR2-club. Wir hatten 3 Stück, von denen der meines Opas als Einziger lief und bei uns im Garten gefahren wurde.
Mit 13 war Mutters Schwalbe dran und mit 15 meine eigene S51. Mehrere Mopeds kamen in den Jahren dazu und mussten wieder gehen. S50, Schwalbe, Krause Piccholo 7 (leider um 1995 verschrottet)
Mit 18 hatte ich eine sehr schöne 150er ETZ, die ich leider verkauft habe.
Um 2005 wollte mein Vater gerne wieder eine 350er Jawa haben, wie er sie als junger Mann gefahren hat. So wurden mehrere Restaurationobjekte beschafft. Leider haben wir nicht mehr geschafft, die Restauration abzuschließen. Er ist 2010 von uns gegangen.
In den 80ern hatten wir mal eine T, die hat mein Vater für 100 Ostmark und 1x Küche tapezieren, seinem Arbeitskollegen vermacht.
Komischerweise fand ich die Touren vom Aussehen immer besser als andere Mopeds. Irgendwann wurde mir klar dass es für mich das schönste Motorrad ist was ich mir vorstellen kann.
2013 fand ich eine in ebay Kleinanzeigen in unserer Nähe und fuhr kurzentschlossen hin. Ohne Ahnung kaufte ich die Gute. Nach einiger Arbeit konnte ich sie 2015 endlich anmelden und fahren. Traumhaft. Auch weitere Rückschläge bringen mich nicht von der Dame weg, Derzeit steht sie zwar mit Motor- und Getriebeproblemen, aber das kriegen wir auch noch hin. Ich kann mir bis heute kein besseres Motorrad vorstellen...
beste Grüße
Steffen, AWO Touren 1959

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Roadrunner
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Roadrunner »

Als Lehrling im VEB Kraftverkehr und mit einiger Erfahrung an Mopeds vom SR2 , der Vogelserie bis S51, hatte ich als begeisterter Motorradfahrer auf MZ ES150 schon ein Auge auf die Marke AWO geworfen. Leider war es im Berliner Raum recht teuer sich sowas von einem Lehrlingsgehalt zu kaufen. Einige Anläufe gab es , aber entweder zu teuer oder zu schlecht.Die sogenannten Scheunenfunde blieben mir verwehrt. Mehr Erfolg hatte ich bei ES und TS 250 sowie einer BK350. Erst kurz vor der Wende konnte ich eine Touren, nebst anderem, gegen ein von den Sowjets viel zu teuer gekauftes Russengespann eintauschen. Die Touren Bj.58 wurde vom Feinsten ,aber für DDR Zeiten unüblich, Original aufgebaut und lief hervorragend. Alles was nur im Umkreis an Awoteilen aufauchte und finanziell für mich tragbar war, wurde verhaftet. Dabei kam ich in Besitz von Teilen , die weder an meine Touren noch an eine Sport passten. Gerüchte besagten ,dass es da mal ne rote Awo gegeben hätte und die anders wäre . Gesehen hatte sie KEINER. Später erfuhr ich , dass dies Bj.50/51 gewesen sein musste. Nach der Wende, auf der Veterama in Mannheim sah ich ein Fahrgestell Bj.51 mit vielen Teilen , die ich SO noch nie gesehen hatte. Das Wrack kam aus der ehemaligen SU über Polen nach Deutschland. Für wenig Geld konnte ich das Projekt kaufen. Über 10 Jahre dauerte der Aufbau ,der total vermurksten Maschine und die Suche nach den passenden Teilen. Die 58er habe ich nach dem Kauf der 51er verkauft um das Projekt zu finanzieren, denn die frühen Teile waren kaum zu bekommen und nicht selten sau teuer. Die Maschine größtenteils auf 50er Bj. getrimmt , fuhr erstaunlich gut und zuverlässig. Touren bis nach Lunzenau und zurück Kein Problem . Die Aussagen einiger selbsternannter Experten , dass die erste Serie extrem störanfällig und fast unfahrbar war ist somit im Praxistest widersprochen !! ;-)

Platzprobleme , die Verlagerung meines Interesses auf frühe Vorkriegsmaschinen und andere Sachen führten aber dazu, dass ich meine 51er vor einigen Jahren in andere gute Hände gegeben habe.

Obwohl ich nun keine Awo mehr besitze, habe ich viele gute Bekannte und Freunde in der Awozene gefunden, mit denen ich gern plaudere,schraube und meine Freizeit verbringe. Somit bleibe ich der Awo verbunden.

Ralf
Zuletzt geändert von Roadrunner am Mo 7. Jan 2019, 10:57, insgesamt 2-mal geändert.
Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.
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clairenc
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von clairenc »

Meine Geschichte könnte sehr, sehr lang werden, da ich ja einer mit von den ältesten hier im Forum bin.
Aber ich versuche mich kurz zu fassen..................
Ich bin mit 16 heimlich mit der Sport Awo von meinem Cousin die Feldwege entlang gebrettert.
Während der Lehre machte ich die Fahrerlaubnis ( Kein Führerschein) auf einer grünen GST Awo.
Immer die Elbwiesen entlang, durch Stock und Stein.
2 Stadtfahrten und das wars dann.
Dann kaufte ich die Sport Awo (eine der letzten, Bj 61) meinem Cousin für 1000 DDR Mark ab und fuhr tagtäglich bei Wind und Wetter damit zur Arbeit. Hin und zurück ca. 25 km.
Da es das einzigste Fortbewegungsmittel war, kam mein kleiner Sohn immer zwischen uns, um im Sommer zum Baden zu fahren.
Im Laufe der Zeit habe ich 5 Kurbelwellen geschrottet. :::::n
Damals gab noch welche, neu und regeneriert.
Neu 120 Mark, reg. 85 Mark.
1980 war Schluss mit lustig.
Kurbelwelle mal wieder im A...... ;;;;
Ohne "Vitamin B" war keine mehr zu bekommen.
Da habe ich die Karre in die Ecke gestellt und mir ne HuFu gekauft.
Ich wollte ja nicht auf Bus und Bahn angewiesen sein, um zur Arbeit nach Magdeburg zu fahren.

Durch Zufall bekam ich eine gebrauchte Kurbelwelle, ruck zuck eingebaut, Annonce in die Zeitung gesetzt und das Ding für 400 Mark verscherbelt. :cry:

Meine HuFu tat noch bis 1990 treu ihren Dienst, dann, mit der feindlichen Übernahme 1990, :::::n verschenkte ich sie einem Motorradsammler hier bei mir im Ort.

Dann war erstmal Überlebenskampf angesagt, man hat uns ja die Lebensweise und die Gesetze der BRD einfach übergestülpt, keiner wußte so recht wo es lang ging.
Ich hatte bald wieder Arbeit und meine Frau hatte fließenden Übergang als Staatsdiener.
Wir hatte aber recht hohen Nachholebedarf in Sachen Haussanierung, jede Mark wurde ins Haus gesteckt.
2005-2006 kribbelte es in meinen Fingern nach einem Motorrad.

Ich war Fan von Kawasaki, speziell Ninja.
Eines Tages fuhr ich zum Kawa Händler und kam leihweise für eine Woche mit einer 1000er Ninja nach Hause.
Oh Gott, das Gezetere..... das könnt ihr euch nicht vorstellen.... :::::ll
Entweder ich , oder die Ninja...
Na gut, SIE hat gewonnen.
Trotzdem habe ich sie überzeugen können mal ne Runde mit zufahren.
Kreidebleich stieg sie von dem Renner......................... :::::cb :::::cb
Ich habe mich dann für eine Kawasaki Chopper VN 800 entschieden, die ich heute auch noch fahre.

Zufälligerweise stieß ich 2011 beim Stöbern im Net dann auf eine Awo die zu verkaufen war.
Äußerlich sah sie noch ganz gut aus und ich wollte mich wieder in meine Jugend zurück versetzen.
Ich kaufte sie aus Dresden von einem Händler, den es heute noch gibt.
Das er nur Schrott verkauft, wußte ich damals nicht. :shock:
Also Hänger hinter und los, für 1200 € war die Awo meine.
Dann fing ich an, das Ding zu zerlegen und mein Gesicht wurde immer länger...... :a:::
Die Awo kam von den Russen , oder Rumänen, oder was weiß ich.
Mehr muss ich nicht zu schreiben....
Überall geschweißt, selbst das Kardan Gehäuse.....
Meine Laune war NULL!!!!! ;;;;
Aber wie der Zufall es so will, bekam ich einen Tipp , das jemand aus meinem Ort noch eine Awo im Schuppen zu stehen hat, die sogar noch läuft.
Ich sofort los , was willste denn dafür haben ???
Was willste ausgeben??
600 € ?????
OK, hol sie ab !!!! ;;;;;

Nun hatte ich zwei Awos für 1800 € und konnte mir die besten Teile raussuchen.
2012 war sie dann fertig, dank der Hilfe hier im Forum.
Da ich ja nun noch diverse Rest Teile zu liegen hatte, kam dann die Idee, mir daraus einen Chopper aufzubauen.
Den Werdegang habe ich ja hier im Forum dokumentiert.

Mittlerweile kam noch die "Blaue Elise" dazu und damit alles komplett ist , noch eine Marone Touren Awo (Kalenderblatt Februar 2019).
Als krönender Abschluss kaufte ich mir 2018 noch einen Stoye 1 für die Touren Awo.
Der ist jetzt beim Lackierer.
Jetzt ist aber entgültig Schluss.
Auch mit meinem, doch recht lang geratenen, Beitrag.
Gruß Clairenc
Dummköpfe und Fanatiker haben keinen Humor! Talleyrand (1754-1838)
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von benno »

Clairenc ich gehe jetzt nicht auf zitieren !

Sehr schöner Beitrag. Geschichten die das Leben schreibt. Oder wie aus dem wahren Leben. Kommt auf´s gleiche raus.
Sehr, sehr schön...

Gruß benno
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Jens69
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Jens69 »

Nabend,

ich, Baujahr 69, hatte als erstes Motorrad ne TS 150, später mir 18 ne ETZ 250. Aber der Klang der AWO hat mir schon immer gefallen. Bei uns im Dorf kam immer mal jemand aus nem Nachbarort mit seiner AWO zu Besuch.

Meine erste Sport hatte ich bei ebay erstanden. Das muss so um 2002 gewesen sein. Kostenpunkt 750 Euro mit einem Haufen Ersatzteile. Nachdem ich sie wieder hübsch gemacht hatte kam leider die erste Scheidung und damit musste ich auch kurze Zeit später Abschied von der AWO nehmen. Aber der Virus war da...

2010 machte ich mich auf die Suche nach einer Touren und wurde übers Forum in Bad Oldesloe fündig. Sie war im Grunde so, wie sie auch heute noch dasteht: Baujahr 53 und schön original. Nachdem ich sie technisch mit Hilfe auch hier aus dem Forum wieder hinbekommen hatte, spule ich jetzt jährlich etwa 2.000 Kilometer ab...ohne große Probleme.

Gruß Jens
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Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.
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Tourenrob
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Tourenrob »

Hallo,
dementgegen meine sehr kurze Geschichte.......
1978 LKW und Motorradführerschein zusammen gemacht (LKW war ohne jahrelange Wartezeit). Sofort zu meinem Onkel gefahren und für nen Zwanziger seine Touren übernommen. Diese nach Hause gefahren [T stand mehrere Jahre in der Garage, startete schlecht (Zündmagnet, alter Sprit) brachte mich dann aber problemlos die 120 Km heim]. Dort steht sie bei gelegentlichem Bewegen heute noch.
Sie lief die ersten Jahre und über einige tausend Kilometer ohne Beanstandung, bis ich aus Übermut dem Rat eines Freundes folgte und eine Motorspülung ausführte!
Die AWO-Geschichte danach, würde einige Seiten füllen.....

Beste Grüße,
Eckhard
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von benno »

Meine Geschichte beginnt auch im VEB Kraftverkehr. Über einen Kontakt meines Vaters 1983 den Haufen für sage und schreibe 100 Mark der DDR gekauft. Dem Verkäufer sei Dank. Er verband eine lange Geschichte mit seiner AWO. Der Mangel an Ersatzteilen und nicht vorhandene Zeit, nötigten ihn zu dieser Entscheidung. Mit den Möglichkeiten eines VEB´s im Rücken und den erlernten Fähigkeiten der KFZ Branche erschuf ich einen nach West Vorlagen gepimpten Softchopper. Ich hänge mal ein Bild aus alten Zeiten an. Vielleicht erkennt ja einer die Sport, der Typ ist nicht relevant. Es ist das einzigste Foto welches ich noch besitze. Ich hatte sie bis Mitte 88zig. Danach verkauft aus persönlichen Gründen in den Raum Dresden, Riesa, Meißen. Damals noch mit einem Inserat in der überregionalen Zeitung an den Mann gebracht. Kein Telefon, kein nix. Alles lief über den heute nicht mehr denkbaren Briefwechsel. Zwei schöne Touren mit meiner Freundin, heute Frau, nach Rügen und Usedom ( Glowe, Zinnowitz) - ich füge mal ein Bild von einem Malör ein, welsches mir auf der Autobahn passiert ist. Mal sehen ob es einer errät was das ist. Ich habe dieses Teil heute immer noch - und die alltäglichen Fahrten zur Arbeit, natürlich nur im Sommer, ich genoß den Luxus mit 18 Jahren schon einen S100 zu besitzen, prägten die Jugend mit dieser Maschine. Ortsveränderung und Familie ließen keine Zeit um an die neuen, schönen und schnellen Motorräder zu denken. Geschweige denn an AWO. Bis dato war der Abschnitt abgehakt. Es muss um 2008 /2009 gewesen sein, als seltsame Sinneswandelungen einsetzten. Ich suchte in einem anderen Forum meine alte Sport. Später, als ich dieses Forum hier entdeckte, auch hier. Leider vergebens. Keine Resonanz. Heute besitze ich zwei Stück. Sport, so wie früher. Gekauft für 500 und 750€ wie es zu dieser Zeit noch üblich war. Und es waren wieder Schrotthaufen. So sollte es auch sein, ich habe noch nie etwas neues oder fertiges bessen. Seit dem gibt es in diesem Zusammenhang immer etwas zu tun. Schönste Tour seit der Restaurierung war Österreich 2015 Grossglockner. Unvergeßlich. So, genug erzählt. Nun geht es zum Bilderrätsel...

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Preise gibt es leider keine.
Guten Rutsch - Gruß benno
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von steckkruemmer »

Alles wirklich sehr schöne und interessante Geschichten rund um die AWO. Wußte nicht, was ich hier lostrete!
Ist aber auch letztlich ein Stück Geschichte von uns selbst - verschlinge die Berichte von euch förmlich. Danke euch allen.

Grüße Tobias
"The difference between men and boys is the size of their toys"
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von steckkruemmer »

Sieht aus wie ein Geldstück aus Ostzeiten.

Grüße Tobias
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