Als Lehrling im VEB Kraftverkehr und mit einiger Erfahrung an Mopeds vom SR2 , der Vogelserie bis S51, hatte ich als begeisterter Motorradfahrer auf MZ ES150 schon ein Auge auf die Marke AWO geworfen. Leider war es im Berliner Raum recht teuer sich sowas von einem Lehrlingsgehalt zu kaufen. Einige Anläufe gab es , aber entweder zu teuer oder zu schlecht.Die sogenannten Scheunenfunde blieben mir verwehrt. Mehr Erfolg hatte ich bei ES und TS 250 sowie einer BK350. Erst kurz vor der Wende konnte ich eine Touren, nebst anderem, gegen ein von den Sowjets viel zu teuer gekauftes Russengespann eintauschen. Die Touren Bj.58 wurde vom Feinsten ,aber für DDR Zeiten unüblich, Original aufgebaut und lief hervorragend. Alles was nur im Umkreis an Awoteilen aufauchte und finanziell für mich tragbar war, wurde verhaftet. Dabei kam ich in Besitz von Teilen , die weder an meine Touren noch an eine Sport passten. Gerüchte besagten ,dass es da mal ne rote Awo gegeben hätte und die anders wäre . Gesehen hatte sie KEINER. Später erfuhr ich , dass dies Bj.50/51 gewesen sein musste. Nach der Wende, auf der Veterama in Mannheim sah ich ein Fahrgestell Bj.51 mit vielen Teilen , die ich SO noch nie gesehen hatte. Das Wrack kam aus der ehemaligen SU über Polen nach Deutschland. Für wenig Geld konnte ich das Projekt kaufen. Über 10 Jahre dauerte der Aufbau ,der total vermurksten Maschine und die Suche nach den passenden Teilen. Die 58er habe ich nach dem Kauf der 51er verkauft um das Projekt zu finanzieren, denn die frühen Teile waren kaum zu bekommen und nicht selten sau teuer. Die Maschine größtenteils auf 50er Bj. getrimmt , fuhr erstaunlich gut und zuverlässig. Touren bis nach Lunzenau und zurück Kein Problem . Die Aussagen einiger selbsternannter Experten , dass die erste Serie extrem störanfällig und fast unfahrbar war ist somit im Praxistest widersprochen !!
Platzprobleme , die Verlagerung meines Interesses auf frühe Vorkriegsmaschinen und andere Sachen führten aber dazu, dass ich meine 51er vor einigen Jahren in andere gute Hände gegeben habe.
Obwohl ich nun keine Awo mehr besitze, habe ich viele gute Bekannte und Freunde in der Awozene gefunden, mit denen ich gern plaudere,schraube und meine Freizeit verbringe. Somit bleibe ich der Awo verbunden.
Ralf
Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.