bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Wieder mal eine geile Strecke gefunden oder gut untergekommen? Und du willst es nicht für dich behalten? Dann hier rein damit!
Omi K. Rdan

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Omi K. Rdan »

Und wieder haste ein dickes Grinsen ins Gesicht gezaubert... :P

DANKE Bernde!
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Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

Und wieder einer. Übrigens DANKE. Erst dachte ich es würde schwierig das alles in Worte zu fassen und den richtigen Ton zu finden, aber auch dank eurem Zuspruch mache ich gerade die Reise im Kopf und auf digitalem Papier ein drittes Mal (1. beim Karten erstellen und Route planen. 2. in ECHT. 3. Reiseaufzeichnungen in Worte fassen)

Hier nun also...

Tag 7

05.06.12 (423 km) Start 6:00 Vistdal, Eidsvag, Molde, Elnesvagen, Bud, Kristiansund, Halsa, Trondheim, Vikhammer


Nach einer regnerischen ( draußen ) und himmlischen ( drinnen, schlafend ) Nacht präsentiert sich der Langfjord als Spiegel über dem jemand Watte aufgehangen hat. Meine Gutste war schön zugedeckt und es ist nix naß geworden. Packen und los. Ab 6:00 sind wir in Richtung Eidsvag unterwegs. Ein Blick zurück in Dankbarkeit für die schöne Bekanntschaft und das trockene Plätzchen. Schon nach den ersten 5 km merke ich hier wäre mir eine tolle Strecke entgangen ( wahrscheinlich wie an sovielen anderen Stellen in diesem Lande, aber man kann nicht alles schaffen ). Andreas kommt mir früh schon mit seinem Bus entgegen und wir winken nochmal wie wild .Nach ca. einer halben Stunde Fahrt läuft mir ein Dachs über den Weg und ich werde langsamer. Der läßt sich gar nicht stören. 100m weiter: ein Elch ( übrigens der einzige auf der ganzen Reise ) kreuzt sehr kurz vor mir die Straße. Ganz schön Verkehr hier und gut, daß ich wegen dem Dachs gebremst hab. Mit Elchen verhällt es sich so, daß man trotz der vielen Schilder „Store Elgfare“, „Große Gefahr vor Elchen“ entweder nie einen zu Gesicht bekommt oder man direkt in einen rein fährt. Ich hatte Glück und durfte nur zusehen, wie er gemächlich meinen Weg kreuzte. Seit gestern mache ich mir Gedanken über meine Bilder. Da ich, was plötzlichen Datenverlust auf den neuen Speichermedien angeht ein gebranntes Kind bin, bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit alles nochmal zu sichern. In Elnesvagen an einer Shell – Tanke gerate ich in ein sehr nettes Gespräch mit der Verkaufsdame. Während sie mir Polse mit Bacon, einen heißen Kakao und „Aunt Mabels“ Muffins mit Schokostückchen zurecht macht, ist ruckzuck wieder ne halbe Stunde verplaudert und sie gibt mir den Tip, mal in der Bücherei nach nem Rechenkasten zu fragen, wo man die Bilder sicher überspielt bekommt. Nach der Stärkung verabschieden wir uns lachend und ich fahre zur Bücherei, gleich neben der Schule. Die hat aber noch zu und so nehme ich die nächste Tür, wo ABC draufsteht. Der Nachhilferaum. Ein verdutzter Blick des nachzuhelfenden und eine kurze Erklärung der Lehrerin leiten mich zum Nebengebäude. Die Schule. Ich spreche vorsichtig die erste Schülerin an, die ich im Foyer sitzen sehe. Sie findet mein Begehr wohl lustig und bringt mich zum Sekretariat, wo ich abermals Rede und Antwort stehe. Eine Lehrerin nimmt mich interessiert ins Schlepptau durchs Gängelabyrinth der sehr künstlerisch gestalteten, innen bunten Schule. In einem kleinen Raum voller kaputter PCs wird mir geholfen. Ein junger Kerl nimmt meine Karten an sich und packt alles schön auf die leere Karte. Während der Rechner meine Bilder sichert reden wir über deutsche Autos . Verwundert ist er, als ich auf seine Frage meines deutschen Lieblingsautos mit „ 81´er Ford Taunus Kombi“ antworte. Er mag Audi am meisten hält aber weniger von Opel. So, alle Bilder sind nun doppelt vorhanden und nichts ist verloren gegangen. Ich freue mich, er sich auch. Nach einem Händedruck (was dort nicht so üblich ist ist, wie bei uns und ich als Kompliment auffasse )und „ guter Reise“ finde ich mich aus der Schule wieder heraus und fahre erleichter weiter. Es geht straff Richtung Atlantik. Ah, Meer liegt in der Luft. Ab dem kleinen Örtchen Bud schlänget sich die Straße mehr oder weniger direkt am Atlantik entlang. Highlight hier für mich ein Aussichtspunkt, der nur durch „Ford – Country“, einen schrottplatzartigen Autofriedhof für verschiedensten Ford – Modelle von alten Ami´s über Taunus – Badewanne, Weltkugel – Taunus, Granada und einen mattschwarzen Vorkriegs - BMW – Hotrod -Pickupumbau mit Sheriffstern zu erreichen ist. Natürlich zieht mich das Meer an, wie die Mücken das Licht. Es ist sagenhaft. Diese Stille. Wiedermal keine Leute, nur Meer, AWO , frische Luft. Bei dem klaren Wetter kann man zig Kilometer gucken. Bist du in den Bergen und endlich oben, siehst du wieder nur Berge. Meer ist. halt …........ , aber weiter....... . Eines der wohl am meisten geknipsten Bauwerke Norwegens ist wohl diese, auf dem Atlanterhavsveien befindliche, imposant geschwungene Brücke, die sich wie eine große Welle förmlich aus dem Wasser hebt. Auch ich mache meine Bilder. Eigentlich bewegt sich die Strasse ab hier brückenförmig hüpfend von einem Inselchen zum nächsten fort. Kann man irgendwie nicht anders beschreiben. Die See ist ruhig. Was wird wohl hier los sein, wenn die Wellen ein paar Meter hoch durch die Brücken und an die Straße kommen? Vor einem der tiefsten Tunnel der Welt ( es geht 250 m unter dem Meer durch und verdammt steil runter und auch wieder rauf; im 3. Gang mit Hängen und Würgen ) halte ich nochmal an einem Kreisverkehrähnlichen Parkplatz an. Dort sind ein Haufen Kiddies unterwegs. Es dauert nicht lange und ein vielleicht 12 jähriger spricht mich an. Erst norwegisch , dann in recht gutem englisch. Nach einer weiteren Minute ist die ganze Klasse um mich rum und wir unterhalten uns 4 sprachig, deutsch, englisch, norwegisch und mit Händen und Füßen. Ich hab die Idee, ein Bild zu machen und ein Mädel kommandiert in zackigem norwegisch innerhalb von Sekunden die gesamte Klasse samt Fahrrädern rechts und links neben mein(e) Gefährt(in). Das Bild wird schön. Ein kurzes Gespräch mit der rasch herbeigezerrten Lehrerin und wir machen aus, daß ich das Bild via email an die Klasse schicke. Dann knattere ich, wie bisher immer nach nur einmal kicken ( bin begeistert ) los. Die Tunnelmaut, die dort im Gegensatz zu Deutschland oftmals nur so lange erhoben wird, bis das Teil bezahlt ist, nimmt mir ein freundlicher Glatzkopf mit einem herrlichen Kaiser – Wilhelm – Bart ab. In Kristiansund ( Kristiansünn gesprochen ) tanke ich mal wieder. Schätze ich werde so bei um die 5 bis 6 l/100km rauskommen. Ein holländisches Ehepaar spricht mich an und freut sich über das Gespann und daß ich exakt den selben Weg in anderer Richtung fahre wie sie. Nach der Freifjorddurchquerung, Maut zahlen und falsch über die schöne Brücke fahren kehre ich wieder um, über die Bücke zurück und hätte müßen nochmal zahlen, aber der Herr winkt mich nach ein zwei erklärenden Worten, den richtigen Weg betreffend kostenlos durch. Ein Hinweisschild, an dem ich kurz halte um einem Afrikaner Feuer für seine Zigarette zu borgen sagt mir E39 Richtung Trondheim links. Auf dieser Straße werde ich bis kurz vor Trondheim bleiben. Auf einer kurzen Fährüberfahrt erfahre ich von einem jungen Norweger, der für die Ölindustrie arbeitet einige interressante Sachen, z.B. daß die allermeisten Norweger vor lauter Scham wegen Breivik am liebsten im Boden versinken würden, daß seine Heimatstadt vor vielen Jahren fast vollständig abgebrannt ist und durch Hilfslieferungen, die Kaiser Wilhelm veranlasste, komplett im Jugendstil wieder aufgebaut wurde und daß die Nazizeit die eine der dunkelsten Zeiten in der Weltgeschichte
war und viele,besonders ältere Norwegen sehr still, werden und nicht darüber sprechen wollen. Ich kann ihm nur uneingeschränkt Recht geben und in dieser Beziehung meine Scham ausdrücken. Und JA verdammt, es kommt auch heute noch gut an sich für den schlimmsten weißen Abschaum deutscher Herkunft zu entschuldigen auch, wenns für manche schon ach so lang her ist !!!!!!!!
Er ist trotz seines jungen Alters sichtlich überrascht und erfreut. Umso herzlicher mit Händedruck ist die Verabschiedung. Es folgt eine Fahrt entlang am Vinjefjord. Am Omnfjell fahre ich rechts vorbei. Ein wenig Müdigkeit schleicht herbei, springt auf ( bei 60 Sachen kein Problem ) und läßt erst wieder bei einem Halt an einer sehr schönen Raststätte mit Dachbegrünung und Currywurst mit heißem Kakao von mir ab. Inzwischen habe ich meine, bis Kristiansund mindestens 5 mal an und wieder aus gezogenen Regensachen angbehalten, Ich empfinde es als schön, daß sich das Wetter endlich mal entscheiden konnte. Zwar für leichten Niesel aber DAS stört keinen großen Geist. Mich auch nicht. Ab Trondheim werde ich dann wieder mit eitel Sonnenschein belohnt. Achtung der Sonnenbrannt schlägt hier schnell zu! In Vikhammer, etwas hinter Trondheim am Strindfjord miete ich bei eine Dame mit Bonny Tyler – Stimme Hytta Nummer 15 für 450 NOK. Mit tollem Blick auf den Fjord. Meine Hüttennachbarn sind Fahrradfahrer aus Leipzsch. Sie schaffen am Tag 80-100km... HIER..... Wahnsinn und Hut ab. Noch den täglichen Service an der AWO, lecker Fencheltee und SkinkeOst aus der „Zahnpastatube“. Viel brauche ich nicht. Als Tagesabschluß gibt’s eine 15 – minütige 4 – Minuten Dusche, weil der Chipautomat mich wohl nett findet und einfach nicht abschalten mag. Mein Fazit bei einem Bildbandreifen Sonnenuntergang lautet: müßte ich jetzt wegen irgendeinem Defekt oder so heim, wäre ich nicht enttäuscht, denn knapp 3000 der schönsten Kilometer meines Lebens sind gefahren und die bis jetzt gemachten Eindrücken bringen meinen Kopf schier zum überlaufen!

Technisches:
Zündung kontrolliert und etwas nachgestellt ( von kurz vor OT in Richtung erster ZP Marke )
Lichtmaschinenschraube ( die mit dem Linksgewinde) war locker … festgezogen
rote Leitung von Lichtmaschine hat irgendwo gescheuert und hatte kurz Masse, Ladekontrolle ging an … Kabel repariert und sorgfältiger verlegt
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der Baer

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von der Baer »

Ich denke, als Botschafter würdest Du auch ne gute Figur abgeben. ;-)
Als "alter" Dänemarkfahrer weiß ich, dass die Leute da oben alle samt freundlich sind, zumindest habe ich noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Man sollte sich aber immer bewusst machen, dass man Gast ist und aus welchem Land man kommt. Hut ab Bernde

der Steve
Andreas1
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Andreas1 »

Die "Erntehelfer", die dem Bernde die "Traumreise" ermöglicht haben, müssen jetzt wohl trotzdem alleine weiterschindern, wenn der "Verreiste" nur noch am Schreiben ist und die Berichte täglich länger werden? ;-)
Grüße von Andreas1
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Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

hallo Baer: ich glaube die paar Worte (oder das was für mich an Sinn dahinter steckt)hier waren die wichtigsten des Tages

.... Auf einer kurzen Fährüberfahrt erfahre ich von einem jungen Norweger, der für die Ölindustrie arbeitet einige interressante Sachen, z.B. daß die allermeisten Norweger vor lauter Scham wegen Breivik am liebsten im Boden versinken würden, daß seine Heimatstadt vor vielen Jahren fast vollständig abgebrannt ist und durch Hilfslieferungen, die Kaiser Wilhelm veranlasste, komplett im Jugendstil wieder aufgebaut wurde und daß die Nazizeit die eine der dunkelsten Zeiten in der Weltgeschichte
war und viele,besonders ältere Norwegen sehr still, werden und nicht darüber sprechen wollen. Ich kann ihm nur uneingeschränkt Recht geben und in dieser Beziehung meine Scham ausdrücken. Und JA verdammt, es kommt auch heute noch gut an sich für den schlimmsten weißen Abschaum deutscher Herkunft zu entschuldigen auch, wenns für manche schon ach so lang her ist !!!!!!!!
Er ist trotz seines jungen Alters sichtlich überrascht und erfreut. Umso herzlicher mit Händedruck ist die Verabschiedung....


ich verstehe ums verrecken nicht warum die nazis einerseits soviel leid über die leute gebracht haben, andererseits das nordische aussehen und teile der kultur ( wenn auch aufs perverseste verdreht) als einzigen "wahren " weg zu einer perfekten deutschen rasse stilisiert haben. das muß irgendeine krankheit sein.

by the way.............


hallo andreas: leider ist nix mit ernte, derzeit vereiteln starke regenschauer irgendwelche aktivitäten auf dem Acker :evil:

Euer Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

regentag :evil: = schreibetag also bitte :D

Tag 8

06.06.12 (449km) Start 6:00 Vikhammer, Steinkjer, Grong, Mosjoen, Leira


Der Tag beginnt, wie der vorige ausklang, nämlich mit herrlichem Sonnenschein. Auf dem Campingplatz schlafen alle noch und verpassen, wie die Natur erwacht. Ich schlage die große Richtung Narvik ein. Hier ist die Gegend weniger rau. Viel Landwirtschaft, was mich natürlich interessiert. Auch die Vegatation ist anders hier als bei uns. Da es ein halbes Jahr nicht richtig hell wird muß sich die Natur in dem restlichen halben Jahr umso mehr beeilen. So hat das Gras eben nur die halbe Zeit wie bei uns zum wachsen, dafür geht’s durch die hellen „Nächte“ aber doppelt so schnell. Noch vor Steinkjer hab ich den 1. Kontakt mit der Polizei. Die fährt bestimmt 15 km hinter mir her. Hoffentlich ist das Licht an und ich fahre vorschriftsmäßig. Weil die sich so lange Zeit nehmen, kriege ich Bedenken. Dann fahren sie langsam neben mich. Jetzt winken sie mich raus, denke ich noch, aber nein, die beiden lächeln freundlich und winken mir zu. Also keine Angst :-)
Lange Zeit zieht sich die E6 an einem See entlang. Heute hab ich mal wieder Mukke im Ohr. Ein hörenswertes potpourrie aus Guano Apes, Manowar, Tarja Turunen, Ramones und Anne Clark läßt die Kilometer schrumpfen. In Grong tanke ich. Wenn man den Schildern glauben darf, ist hier ein guter Platz zum Lachs angeln. Aus der Tanke kommt ein Typ mit nem Softeis und obwohl mir nicht gerade mollig ist, leckerts mich unheimlich. Ich zahle das Benzin, nehme noch zwei Äpfel (40NOK) und bestelle so ein Eis. DAS war das leckerste Eis, das ich während der ganzen Reise gegessen hab! Fast hätte ich mir noch eins geholt, aber das trägt ja auch nicht gerade zum innerlichen warm werden bei. Die einheimischen Laufen hier trotzdem kurzärmelig rum. Unterwegs sehe ich eine Herde Rentiere, die erst neugierig gucken, mir dann langsam den Hintern zu drehen und im Gebüsch verschwinden. Mein Foto „Rentierherde mit AWO“ hab ich im Kasten. An der nächsten Tankstelle bracuht nicht die AWO schon wieder Kraftstoff, sondern ich. Einen Redbull bitte. Tusen takk! Dort spricht mich ein Trucker an. Es folgt ein sehr netter Small Talk mit dem wichrigen Hinweis, ich solle unbedingt die RV17 Richtung Bodö nehmen. Im nachhinen war das einer der besten Tipps ! In Mosjoen tanke ich bei strömendem Regen an einer unüberdachten Tanke, biege anschließen falsch ab und fahre fast bis Aufles in die falsche Richtung. Egal, Wetter ist tolles schottisches ( der Regen fällt fast lotrecht ; passendes Zitat aus Braveheart ), also machen die paar Kilometer mehr auch nichts. Wieder in die richtige Richtung unterwegs biege ich in Kulstad auf die RV 78 ab, Ein braunes Schild macht mich schlauer. Helgeland Kystvegen steht da zu lesen. Und der Name kommt nicht von ungefähr. Es ist wirklich toll zu fahren, kurvenreich, absolut unlangweilige Aussichten und die ab und zu durchblinzelnde Sonne bringt ein faszinierendes Lichtspiel auf dem Vefsnfjord so daß meine Müdigkeit wieder verfliegt. Irgendwo zwischen Remnes und Leira liegt „Kvitnesset Camping“. Es hängen zwei Schilder am Weg. Eines sagt „frei“ das zweite sagt „belegt“. Ich glaube dem ersten und fahre auf den Platz, wo die Hytten stehen. Es glaub ich nach 8:00 abends und keiner ist zu sehen. Eigentlich möchte ich hier bleiben. Da kommen vier Schweden vom Wasser herauf und wir kommen sehr schnell in ein sehr lustiges Gespräch. Sie haben heute gut gefischt und das hebt die Stimmung. Einer erklärt, daß alle Hyttas belegt sind, ruft aber gleich den Besitzer Reidar Eriksen an. Er kommt! Es stellt sich heraus, daß auch er Landwirt ist und wir die gleichen Traktoren (John Deere und MF ) haben. Mein heimlicher Wunsch sich mal mit einheimischen Landwirten austauschen zu können wird doch noch erfüllt und wir vergessen die Frage der Unterkunft und widmen uns den Fachfragen. Nach eine ganzen Weile sagt er er hat für mich bei seinem Kumpel 20km weg beim nächsten Campingplatz eine Hytta reservieren lassen. Ich meine nur ich könne nicht mehr so weit fahren und vielleicht gibt’s noch ne andere Lösung. Er lacht und meint zum Scherz ich könne ja in der BBQ – Hütte schlafen. Dafür kann er selbstverständlich kein Geld verlangen und ich wäre der erste der dort schläft. Gerne nehme ich das Angebot an und wir verständigen uns auf nen kleinen Obolus fürs duschen. Die Hütte ist cool, mit Strom, Grill in der Mitte und Panoramablick auf den Fjord und die Hinterteile der „sieben Schwestern“ (eine Bergkette) ,wie er erklärt. Die Schweden sind am Wasser in einem kleinen Raum und filetieren dort den heutigen Fang. Dorsch. „Aah de tyske motorsykkelist“ , werde ich begrüßt, als ich mal neugierig bin. Von Rechts wegen darf jeder 15 kg mit heim nehmen. Aber dieses Jahr war der Fang „etwas“ reichhaltiger, sagt einer mir zuzwinkernd. Als ich mich zurückziehen will werde ich unverhofft noch zum Fisch essen eingeladen. Fangfrisch zubereitet mit Salz und Pfeffer, Kartoffeln, gebratenen Zwiebeln, heller Soße und Rotwein, sowie, was nie fehlen darf, Knäckebrot, Butter und Wasser. Wir essen und trinken zusammen, es geht von einem Thema ( alles in englisch) ins andere und die Stunden fliegen dahin. Als Delikatesse zum Nachtisch darf ich zwei Scheiben eines wie von selbst auf der Zunge zergehenden, sehr aromatischen Stückes gefräucherten Fleisches probieren. Das Herz eines selbst erlegten Elchs, erklärt mir einer. Wirklich delikat. Wann kriegt man als gewöhnlicher „Außerirdischer“ schonmal sowas angeboten. Die Zeit: es ist gefühlt nachmittags halb 6, tatsächlich bewegen wir uns straff auf 0:00 zu. Ich verabschiede mich unter vielen Danke und zurückgegebenen Glückwünschen in meine Grillhütte. Keinen Bock mehr, den Schlafsack rauszuwühlen. Heute tuts auch das Schaffell und die ersten 3 Akkorde vom Album Machina the mashines of god von den Smashing Pumpkins. Guts Nächtle !

Technisches:
Zündung wieder etwas später gestellt, da die Vibrationen vom Motor härter wurden
sämtliche Ölstände geprüft … ok
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Deleted User 141

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Deleted User 141 »

Es gibt die
"Wanderungen durch die Mark Brandenburg" von Theodor Fontane
und die
"Reise über den Nordkap nach Sachsen" von Bernde.
BEIDES ist faszinierend und literarisch sehr wertvoll. ;;;;;;; ;;;;;;; ;;;;;;;

Matthes
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

Oha Matthes, das ist zuviel des Lobes. Zur "Strafe" wirst du mich bei der Idee, die mir bei deinen Worten gerade eingefallen ist, begleiten müßen............

Wenn ich mal groß bin, zettele ich eine AWO - Tour nach Fontanes Reiseaufzeichnungen an. Ich weiß schon jetzt, wer Pfeife rauchend aus dem Buch vorliest, wenn wir rasten. ;,;
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Omi K. Rdan

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Omi K. Rdan »

Ik freu mir einfach nur wieder! Ach is das schön!
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

und romy, du kommst auch auf unsere Fontane- Gedenktour mit. Funktion: bester gleichmäßigkeitsvorausfahrer :D
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