In meinem aller ersten Beitrag war der AWO Motor mein Berufsschulprojekt. Nun muss ich ehrlich dazu sagen, der war mir nach ca 1000km um die Ohren geflogen. Er jaulte. Also habe ich ihn revidiert und jetzt nach 5000km macht er wieder die gleichen Geräusche.
Das war in beiden Fällen Gespannbetrieb und ich bin auch nicht zimperlich am Gas.
Mittlerweile habe ich das Problem lokalisiert. Die Dichtung zwischen Motorblock und Steuerräderdeckel ist zu dünn und hat dazu geführt, dass sich dieses Lager verabschiedet, da es Druck bekommt, wenn sich alles ausdehnt bei Wärme.
Dabei habe ich viel bei diesem Mann abgeschaut und entsprechend auf die AWO adaptiert. Das aber erst in den letzten 2 Jahren. https://www.youtube.com/@IsettaClub1977
Ist zwar Isetta / BMW aber erstaunlich viel gleich.
Zur AWO gibt es leider dahingehend keinen Content.
Ja, Asche auf mein Haupt, ich zähle eher zu der Generation, die sich eher ein Video anschaut, als Literatur zu lesen. Welche in dem Bereich meiner Meinung nach auch eher Mangelware ist.
Dazu kommt, dass ich die letzten 2 Jahre an meiner BK geschraubt habe und das der Awo trotzdem noch vorziehe.
Wer dazu mehr lesen möchte: http://forum.bk350.de/viewtopic.php?f=5&t=3565
(Ich weiß nicht, ob es ohne Anmeldung klappt)
So lange stand die AWO jetzt auch. Dazu kam noch ein Riss im Rahmen, den ich entdeckt hatte. Darum soll es aber hier nicht gehen, da habe ich einen sehr erfahrenen Schweißer an der Hand.
Die AWO möchte ich jetzt wieder auf Vordermann bringen mit einem neuen Motor.
Ausgangslage ist ein gummigelagerter AWO Sport Motor, den ich vom Teilemarkt von der Augustusburg habe.
14PS. Der Motor war noch nie offen und ist ohne Nummer, mit Getriebe. Für 120 Euro konnte ich da nicht nein sagen und habe den Motor zum Auto geschleppt.
Den Motor habe ich vollständig zerlegt und gereinigt.
Die Kurbelwelle habe ich zum Krüger nach Reichenbach geschafft. Sonst hatte ich in dem Motor eine Nachbauwelle verbaut. Ergebnis war ein Schüttelmotor, bei dem sich kein Standgas einstellen lässt, da sogar das Benzin schäumt...
Er hatte mir den "Krügerumbau" angeboten. Längeres Pleul und neuer angefertigter Kolben mit asymmetrischen Kolbenbolzen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht was sich dahingehend ändert, ich vermute deutlich mehr Drehmoment. Ich hatte damals einfach Ja gesagt
Seine Aussage war "Mit dem Umbau kannst du mit Solokardan den Beiwagen bewegen."
Mir würde es reichen, wenn ich mit Beiwagen nicht mehr zwischen 3 und 4 hin und her schalten muss bei winzigen Bergen oder Wind. Ich denke das sollte auf jeden Fall erreicht werden.
Kurbelwelle waren glaube ich 600 Euro und Spezialkolben mit Zylinder schleifen ca 400 Euro.
Die Kurbelwelle ist gewuchtet auf das Kolbengewicht. Also hoffentlich kein Schüttelmotor mehr.
Der Kolben wurde bei Motoren Frech in Limbach O. angefertigt. Da sollte ich vom Krüger sagen "Krügerumbau" und die wusste was getan werden muss.
Da ich dort mal schlechte Erfahrung mit einem S50 Zylinder gemacht hatte, habe ich den Zylinder und Kolben noch von meinem Kumpel (hat eigene Zylinderschleiferei) vermessen lassen. Er meinte ist in Ordnung.
Ja, ich gebe Firmen eine zweite Chance, zumal ich denke, dass die nicht immer Mopedzylinder machen und mehr 4T Zeugs und deswegen mehr Erfahrung dabei haben.
Die Schwungscheibe habe ich in meiner Firma von 3 Federn auf 6 Federn umgebaut. Damit kann ich mehr Drehmoment übertragen und die Kraft der Federn ist besser verteilt. Außerdem habe ich die originalen Stifte entfernt und durch Passstifte mit M6 Gewinde ersetzt. Die hatten gegenüber den originalen keine ganz so gute Presspassung, also werden die von hinten mit einem Schweißpunkt gehalten.
Als ich den ersten AWO Motor gemacht hatte (der in der AWO drin war), hatte ich Stifte mit M6 Außengewinde. Ich wollte die letzte Mutter anziehen und dann hatte es ein Außengewinde nach dem anderen abgescheert / abgeschossen... da durfte ich damals alles nochmal zerlegen. Dem habe ich so nun hoffentlich lösungsorientiert vorgegriffen.
Leider habe ich Trottel mal einem Kleinanzeigenkäufer der vorbei, kam meine Kipphebelbrücke verkauft, nun habe ich von jemand anderen eine gute gebrauchte gekauft.
Ich habe diesmal auch die Buchse für die Ölpumpenwelle gewechselt und die Stößelführungsbuchsen ausgebaut. Für beides habe ich extra Werkzeug angefertigt, das ging dann auch relativ problemlos.
Die Buchse für die Ölpumpenwelle muss ich noch aufreiben. Dafür habe ich eine verstellbare Reibahle gekauft.
Für das Einpressen der Stößelführungsbuchsen kaufe ich mir eine 20t Werkstattpresse. (Kann ich ja auch für andere Sachen gebrauchen)
Meine Frage wäre, wie treffe ich das Maß, damit das Halteblech dann genau passt?
Erfahrungsgemäß ist es bei solchen Presspassungen so, dass solche Buchsen nicht gleiten, sondern ruckartig Stück für Stück reinrutschen.
Und so schwer wie die Buchsen rausgingen, kann ich mir nicht vorstellen mit genug Hitze die Buchsen bis zu dem Maß "reinfallen" zu lassen wie Kugellager.
Ich möchte hier ein wenig den Motorneuaufbau dokumentieren. Ich bitte darum zu viel Sarkasmus sein zu lassen
Ich bin auch dankbar für Tipps
MfG Steven

