Awo 425 Sport - Awo 425 Touren Reparaturanleitungen, Tipps und Tricks zum Simson AWO Motorrad. Auch zum Thema AWO 425 Gespann, Farbcodes, Vergaser Probleme, Zündkerzen, Motor und Getriebe bei der AWO Touren und Sport.
Edeltuning hat geschrieben: Di 8. Feb 2022, 17:55
Warum haben die Leute eigentlich alle Garagen
Wäre es nicht patinagerechter, die Karren mit täglicher Bewässerung, alle im Freien zu lagern
Würde ich gern machen, nur habe ich Bedenken, dass mir böse Mitmenschen ihren Motorradschrott dazu stellen.
Gruß Gert
Moin Peter und Gert,
kann ich Peters Aussage nicht bestätigen. Da hilft auch ein Jahr bei Wind und Wetter draußen nicht.
Nein ich habe es nicht selbst probiert, da ich ja schon genug Patina habe und meine AWO auch. Hat eine Bekannte aber getestet.
Gert: Ich glaube das klappt noch nicht mal auf dem Hinterland ohne Verluste wertvollen Volksgutes. Jedenfalls nicht mehr seit 1991.
Gruß Ekki
Awo T Gespann BJ 60, AWO T mit MT16 Motor BJ55, Shikra BJ 98
Awofahrerrinnen und Awofahrer sind immer willkommen bei mir in Schönbrunn
Was man(n) heute draus macht, ist Geschmackssache.
Mir gefallen die "besser als neu" Restaurierungen nicht. Obwohl ich immer beeindruckt bin, wie viel Mühe sich manche machen.
Egal ob an Motorrädern, oder Autos.
Ich finde, so ein Oldtimer darf zeigen, dass er Geschichte (Geschichten) erlebt hat. Aber klar, es gibt viele Teile, die man nicht ohne neuen Lack aufbauen kann.
Wenn man original und neu lackiert mischt, wird es schwierig.
Aus eigener Erfahrung, die beste Beratung bekommt man bei Lackierern, die auf Oldtimer spezialisiert sind!
Die Fragen, bei einer Oldtimer Teil Lackierung auch nicht, welcher Lack, auf die Teile gehört. Die nehmen den Lack, der zu der übrigen Lackierung gehört. Ganz egal ob Nitro-, Acryl-, oder wie seit den späten 80ern Wasser- Lacke. Was sie auch beherrschen, ist das Angleichen, damit der Neulack keine Unterschiede, zum verwitterten Lack zeigt. Das "Nach-Patinieren" geht auch bei der Linierung.
Ob man diesen Aufwand, bei einer AWO treiben möchte, muss jeder für sich entscheiden. Wirtschaftlich ist es sicher nicht.
Aber es geht, denn Restauriert, darf noch immer mit den original Lacken werden. Viele wissen das nur nicht.
In den 50ern wurde meist noch Nitro Lack verwendet. Der glänzt im Neuzustand!
Als Nitro Lack aufkam, war u.a. das ein großer Fortschritt, gegenüber den vorher verwendeten Klavierlacken, die aufwändig poliert werden mussten, damit sie Glanz erreicht haben.
D.h. wenn Dein Tank, an den geschützten Stellen noch glänzt, ist das erstmal normal.
Stupf sind die alten Lacke, durch Gebrauch und Witterung geworden.
Ordentlicher Nitro-Lack ist nicht schlecht, glänzt und ist sehr hart, wenn er durchgehärtet ist. Die Anwendung ist nur nicht ohne. Denn er trocknet sehr schnell und verläuft weniger gut, als Acryl-Lack. Die Lösungsmittel sind ein weiteres Problem. Gesund sind die sicher nicht!
Ich mache mir das insofern einfach, dass ich versuche, möglichst viel Substanz zu erhalten.
Originallack, gibt es an meinem Gespann sowieso nicht mehr.
Für mich ist das dann Teil, der Geschichte, meiner Fahrzeuge, die alle im Alltag eingesetzt werden. Rost deaktiviere und konserviere ich aber immer. Ovatrol ist für mich keine Alternative. Ich konserviere mit Lack-Versiegelung. Im Winter (Salz) Einsatz, schütze ich viele Bereiche zusätzlich mit Mike Sanders Fett.
Das ist ein ziemlicher Aufwand, geht aber prima.
Aber wie gesagt, ich finde auch, hier muss jeder selbst entscheiden.
Manche mögen die (NUR bei schönem Wetter) rollenden Museen, andere mögen original und nehmen auch Rost in Kauf... jeder wie er möchte.
Viele Grüße
Jens
"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"
Edeltuning hat geschrieben: Di 8. Feb 2022, 17:55
Warum haben die Leute eigentlich alle Garagen
Wäre es nicht patinagerechter, die Karren mit täglicher Bewässerung, alle im Freien zu lagern
Es besteht aber die Gefahr, nicht zwischen "Patina" und "Gammel" zu unterscheiden.
"In den 50ern wurde meist noch Nitro Lack verwendet. Der glänzt im Neuzustand!
Als Nitro Lack aufkam, war u.a. das ein großer Fortschritt, gegenüber den vorher verwendeten Klavierlacken, die aufwändig poliert werden mussten, damit sie Glanz erreicht haben..."
Dem möchte ich widersprechen. Bis Ende 30er Jahre wurden vornehmlich Nitrolacke verwendet. AWO's wurden schon mit Kunstharzlacken lackiert (hieß früher "Alkydharz"). Die zu lackierenden Teile wurden zuvor phosphatiert. Als "Reparaturlack" gabs dann Nitrolacke, weil die eben für Ottonormalverbraucher einfach zu verwenden waren. Auch die Geschichte mit "Einbrennlack" ist natürlich im wörtlichen Sinne übertrieben. Kunstharzlacke trocknen halt langsam. Daher wurde die Abbindezeit durch Erwärmung zur Erhöhung der Verdunstung von Lösemitteln verkürzt. Ich weiß z.B. daß zu DDR Zeiten Autos mit Alkydharzlack lackiert wurden, man das über Nacht etwas abbinden ließ und am nächsten Tag dann nochmal Waschbenzin draufgespritzt wurde. Das löste den Lack dann oberflächlig nochmal an, ohne daß er zu laufen begann und sorgte hernach für eine schöne glatte Oberfläche.
Wenn man Nitrolacke lackiert, und die sind sehr "dick", verwendet man grundsätzlich eine Pistole mit großer Düse. Ansonsten wird der Lack grob in der Oberfläche. Verdünnt man deshalb zu hoch (niemals mehr als 15%) ist dieser hernach sofort matt.
So, soll erstmal reichen. Wenn das jemand noch genauer wissen möchte, erkläre ich das auch noch mal.
Gruß Thomas
Die Basis ist das Fundament jeder Grundlage! (tiefschürfende Erkenntnis meines Kumpels Andreas)
Wer 4-Takter fährt, muß weiter als 3 zählen können...
OK, danke für die Erklärung, Thomas.
Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich mich mit einem Oldtimer-Lackierer, über die verschiedenen Lacke, deren Aufarbeitungen usw. unterhalten habe.
Kann daher gut sein, dass ich den "Alkydharz" Lack verwechselt habe.
Er hat mir so derart viel erklärt und gezeigt, dass ich schier von den Socken war, was man alles machen kann.
Viele Grüße
Jens
"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"