Flach- oder Nasenkolben?
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burkhardt
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
Ich finde schön, wenn Menschen über alles reden können. Mit Rede und Gegenrede zur Weisheit gelangen…
Verständnis habe ich auch für jene, die sich in der Vergangenheit den Mund fusslig geredet haben und keinen Bock mehr haben, sich ständig zu wiederholen. Die Menschheit will ständig Fehler wiederholen und ist zu höherem scheinbar nicht berufen.
Mich begeistern unkonventionelle Lösungen, wenn sich Leute Lösungen selbst erarbeiten und sich nicht in Abhängigkeit wohlfühlen. So staune ich gelegentlich, wie vor allem im Ausland unabhängige Enthusiasten ihre Fahrzeuge selbst restaurieren. Wenn sie handelsübliche Dinge verwenden, um die Teile galvanisch zu veredeln, bin ich beeindruckt. Sie dokumentieren leider nicht, wie sie die Reagenzien anschließend neutralisieren.
Mir wäre lieb, wenn die einen weiter hemmungslos ihre Gedanken und Taten veröffentlichen und die anderen ihre Erfahrungen und Bedenken ebenso mitteilen. Schlußendlich wollen wir das Leben der Moppeds verlängern und dabei selbst Spaß dran haben.
Verständnis habe ich auch für jene, die sich in der Vergangenheit den Mund fusslig geredet haben und keinen Bock mehr haben, sich ständig zu wiederholen. Die Menschheit will ständig Fehler wiederholen und ist zu höherem scheinbar nicht berufen.
Mich begeistern unkonventionelle Lösungen, wenn sich Leute Lösungen selbst erarbeiten und sich nicht in Abhängigkeit wohlfühlen. So staune ich gelegentlich, wie vor allem im Ausland unabhängige Enthusiasten ihre Fahrzeuge selbst restaurieren. Wenn sie handelsübliche Dinge verwenden, um die Teile galvanisch zu veredeln, bin ich beeindruckt. Sie dokumentieren leider nicht, wie sie die Reagenzien anschließend neutralisieren.
Mir wäre lieb, wenn die einen weiter hemmungslos ihre Gedanken und Taten veröffentlichen und die anderen ihre Erfahrungen und Bedenken ebenso mitteilen. Schlußendlich wollen wir das Leben der Moppeds verlängern und dabei selbst Spaß dran haben.
Beste Grüße
Carsten
Carsten
- Tekkx
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
So. Heute erste kleine Probefahrt (eigentlich gestern schon, aber das zählt nicht, da der Vergaser noch total vermurkst war). Der Fakt, dass ich zum Schrauben jedesmal ca 10 km auf's Land fahren musste und die BuGa aktuell die relevante Ausfallstraße blockiert, hat den Fortschritt und die Freude an der Arbeit ein klein wenig gebremst. Aber nun ist es fast vollbracht.Kai Hawaii hat geschrieben: Di 22. Jun 2021, 21:01 Na dann Gute Fahrt !! Sag doch mal bitte Bescheid, ob der Buckelkolben besser geht, als der Flachkolben.
Erster Eindruck: Erste Sahne! Natürlich sind Kolben und Kolbenringe brandneu, müssen noch vorsichtig eingefahren werden und ich kann zwecks Leistung noch keine endgültige Aussage machen.
Was ich aber sagen kann: Es fühlt sich verdammt gut an!
Natürlich musste ich nun, wie bereits angenommen, meine mühsam erarbeitete Vergasereinstellung komplett von vorn anfangen. Die ersten Schritte waren jedoch relativ schnell erledigt. Sie springt prima an, reagiert gut auf den Gashahn und tuckert im Standgas friedlich vor sich hin.
Hier werde ich aber noch reichlich mit Feintuning zu tun haben.
Die Kompression ist so heftig, dass ich zum Einstellen des Ventilspiels de Zündkerze herausnehmen muss. Mit Kerze ist es unmöglich, den Kolben in OT zu bringen. De Kurbelwelle "schnippt" einfach eine geschätzte halbe Umdrehung weiter.
Als Fazit würde ich sagen: Operation gelungen! Der Patient kann entlassen werden. Ambulante Nachsorge ist angesagt (Vergaser einstellen, Ölwechsel nach 250 km und nochmal nach dem Ventilspiel sehen).
Ich danke allen, die mir mit Rat und Karma zur Seite standen und grüße alljene, die kopfschüttelnd zugeschaut haben mit einem herzlichen "Gut Holz!" und "Hals- und Beinbruch!" (in der Oldtimer-Szene wäre wahrscheinlich "Kurbel- und Nockenwellenbruch!" angesagt)
- Jens425S
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
Na dann gute Fahrt, Tekkx!
Eine Bemerkung zum Ölwechsel:
Dabei will ich aber nur eine Empfehlung weiter geben, die ich selbst von einem der hier aktiven Profis bekommen habe:
- Wechsel das Öl nach 100km - gerade, wenn Du keinen Ölfilter hast - sonst jagst Du den Abrieb sinnlos lange im Kreis.
Eine Bemerkung zum Ölwechsel:
Dabei will ich aber nur eine Empfehlung weiter geben, die ich selbst von einem der hier aktiven Profis bekommen habe:
- Wechsel das Öl nach 100km - gerade, wenn Du keinen Ölfilter hast - sonst jagst Du den Abrieb sinnlos lange im Kreis.
Viele Grüße
Jens
"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"
Jens
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- Tekkx
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
OK. Vielen Dank, Jens.
Ich dachte bis eben, dass 250 km schon reichlich früh wären.
Aber ja! Den Rat werde ich gerne beherzigen.
Und: Ganz vergessen, in der Liste der Nachbereitung aufzuzählen: Kopf (Zuganker) nachziehen!!!! Das passt gut zu den 100 km.
Achso: Um Kais Frage definitiv zu beantworten: Der Buckelkolben (Handelsbezeichnung Nasenkolben) passt eindeutig besser zu "meinem" Kopf. Dass da ein Flachkolben drin war, hat sehr wahrscheinlich den Grund, dass es damals gerade mal (ausnahmsweise, natürlich) nicht anderes gab.
Ich dachte bis eben, dass 250 km schon reichlich früh wären.
Aber ja! Den Rat werde ich gerne beherzigen.
Und: Ganz vergessen, in der Liste der Nachbereitung aufzuzählen: Kopf (Zuganker) nachziehen!!!! Das passt gut zu den 100 km.
Achso: Um Kais Frage definitiv zu beantworten: Der Buckelkolben (Handelsbezeichnung Nasenkolben) passt eindeutig besser zu "meinem" Kopf. Dass da ein Flachkolben drin war, hat sehr wahrscheinlich den Grund, dass es damals gerade mal (ausnahmsweise, natürlich) nicht anderes gab.
- peter-gl
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
Hallo Tekkx,
ich will dir wegen deiner nun neu eingebauten Ventilführungen keine Angst machen. Aber etwas mutig war das schon. In den Sechzigern passten neue Führungen immer! In den warmen Kopf gingen sie mit beherzten Schlägen eines nicht leichten Hammers immer rein, und die Ventilschäfte hatten dann auch das gehörige Spiel. Heute sind die Führungen leider übermaßig. Es muss außen was weg. Und wenn die Bohrungen im Kopf nicht absolut sauber und glatt sind, wird das schnell zu viel, und die Wärmeabführung wird schlecht. Und innen? Muss auch was weg. Die 8-er Reibahle ist eben nur 8, wie kommst du da auf etwa 8,1? Ich hatte das Glück, aus der Werkzeugkiste meines Vaters aus den 30er Jahren einen knapp 8,1-er Bohrer zu fischen, der war für den Auslass gerade richtig, trotzdem habe ich den ganzen Kanal sauber nachgeprüft und -geschliffen. (Einlass kann meistens in Ruhe gelassen werden). - Ich würde jedenfalls einige 100 km nun sehr, sehr vorsichtig mit niedrigen Drehzahlen fahren (so bis 70 km/h) oder prüfen lassen, ob die Spiele ausreichend sind.
Ich schreibe das hier auch, weil weiter oben gesagt wurde, auch die, die mit Hammer, Zange und Universalabzieher auskommen müssen und was hinkriegen, sollten gehört werden. So habe ich das jedenfalls verstanden.
Peter.
ich will dir wegen deiner nun neu eingebauten Ventilführungen keine Angst machen. Aber etwas mutig war das schon. In den Sechzigern passten neue Führungen immer! In den warmen Kopf gingen sie mit beherzten Schlägen eines nicht leichten Hammers immer rein, und die Ventilschäfte hatten dann auch das gehörige Spiel. Heute sind die Führungen leider übermaßig. Es muss außen was weg. Und wenn die Bohrungen im Kopf nicht absolut sauber und glatt sind, wird das schnell zu viel, und die Wärmeabführung wird schlecht. Und innen? Muss auch was weg. Die 8-er Reibahle ist eben nur 8, wie kommst du da auf etwa 8,1? Ich hatte das Glück, aus der Werkzeugkiste meines Vaters aus den 30er Jahren einen knapp 8,1-er Bohrer zu fischen, der war für den Auslass gerade richtig, trotzdem habe ich den ganzen Kanal sauber nachgeprüft und -geschliffen. (Einlass kann meistens in Ruhe gelassen werden). - Ich würde jedenfalls einige 100 km nun sehr, sehr vorsichtig mit niedrigen Drehzahlen fahren (so bis 70 km/h) oder prüfen lassen, ob die Spiele ausreichend sind.
Ich schreibe das hier auch, weil weiter oben gesagt wurde, auch die, die mit Hammer, Zange und Universalabzieher auskommen müssen und was hinkriegen, sollten gehört werden. So habe ich das jedenfalls verstanden.
Peter.
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d'r Matt'n
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
https://www.ms-motorservice.de/technipe ... uehrungen/
Hier kann man jede Menge über Ventilführungen nachlesen,
Die Bohrung der Führung hat eine H Passung das Spiel wird über die Abmaße der Ventilschäfte erreicht.
In einschlägigen Fachbüchern steht das die Führung nach dem einpressen nach zu reiben ist.
Heutzutage wird auch gehont.
Gruß d'r Matt'n
Hier kann man jede Menge über Ventilführungen nachlesen,
Die Bohrung der Führung hat eine H Passung das Spiel wird über die Abmaße der Ventilschäfte erreicht.
In einschlägigen Fachbüchern steht das die Führung nach dem einpressen nach zu reiben ist.
Heutzutage wird auch gehont.
Gruß d'r Matt'n
- S538
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
Guten Morgen Tekkx,
ich freue mich davon zu lesen, dass Du die ersten Kilometer schon absolviert hast!
Morgen mit dieser Reparatur bis zum Nordkap zu fahren hast Du ganz gewiss nicht vor - von daher, genieße den Sommer! Das eine 'sorgenlose/im Sinne Zuverlässigkeit' Reparatur anders aussieht, dies weißt Du auch selbst. Es kann auch alles gutgehen und dies wünsche ich Dir!
Grüße
ich freue mich davon zu lesen, dass Du die ersten Kilometer schon absolviert hast!
Morgen mit dieser Reparatur bis zum Nordkap zu fahren hast Du ganz gewiss nicht vor - von daher, genieße den Sommer! Das eine 'sorgenlose/im Sinne Zuverlässigkeit' Reparatur anders aussieht, dies weißt Du auch selbst. Es kann auch alles gutgehen und dies wünsche ich Dir!
Grüße
- Tekkx
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Re: Flach- oder Nasenkolben?
Glück gehört eben immer dazu!peter-gl hat geschrieben: Do 24. Jun 2021, 22:40 Hallo Tekkx,
ich will dir wegen deiner nun neu eingebauten Ventilführungen keine Angst machen. Aber etwas mutig war das schon. In den Sechzigern passten neue Führungen immer! In den warmen Kopf gingen sie mit beherzten Schlägen eines nicht leichten Hammers immer rein, und die Ventilschäfte hatten dann auch das gehörige Spiel. Heute sind die Führungen leider übermaßig. Es muss außen was weg. Und wenn die Bohrungen im Kopf nicht absolut sauber und glatt sind, wird das schnell zu viel, und die Wärmeabführung wird schlecht. Und innen? Muss auch was weg. Die 8-er Reibahle ist eben nur 8, wie kommst du da auf etwa 8,1?
(...)
Es hat mich etwas Mühe gekostet, passende Führungen zu bekommen. 14,3 mm gibt es wie Sand am Meer. Die hätten aber nicht gepasst. Ich habe 14,1 mm besorgt und die ließen sich problemlos in den gut vorgewärmten Kopf einschlagen. Einlass, weil kürzer, natürlich noch besser als Auslass.
Doch wenn ich die Ahle nicht gehabt hätte, wäre die Reparatur wohl gescheitert oder stark ausgebremst worden. Zum Glück(!) passten die neuen Ventile schon nach wenigen Arbeitsgängen mit der besagten Ahle. Sonst hätte ich alt ausgesehen.
Danke für den Link.d'r Matt'n hat geschrieben: Fr 25. Jun 2021, 06:25 https://www.ms-motorservice.de/technipe ... uehrungen/
Hier kann man jede Menge über Ventilführungen nachlesen,
Die Bohrung der Führung hat eine H Passung das Spiel wird über die Abmaße der Ventilschäfte erreicht.
In einschlägigen Fachbüchern steht das die Führung nach dem einpressen nach zu reiben ist.
(...)
Der Text deckt sich 1zu1 mit meinen Erfahrungen. Da steht, dass ich eigentlich alles fast richtig gemacht habe.
Vor dem Einschlagen der neuen Führungen passten die Ventile zu den Führungen. Hinterher nicht mehr.
Es wird im Text von "Einschnürung" geschrieben. Genau!
Und dann gab es noch eine Verformung durch das Einschlagen. Obwohl ich einen passenden Dorn und einen handlichen 500er verwendete, ließ sich das nicht vermeiden. Das ließ sich mit einem Kegelsenker beheben und den Rest erledigte dann die Ahle. Schön vorsichtig und immer mit viel Schneidöl.
Ein Laien-Problem bleibt natürlich bestehen: Ich habe keinerlei Messmittel zur Hand, mit denen ich das Spiel ermitteln könnte. Was ich weiß: Die Ventile haben in den alten Führungen leicht "geklappert". Das Spiel fühlt sich nach dem Einbau der Führungen wieder so an, wie vor dem Einbau. Ich meine natürlich das neue Set.
Ich habe noch einen alten Tourenkopf, den ich zum Zweck der Informationsgewinnung teilweise zerlegt habe.
Hierbei machte ich eine interessante, überraschende Entdeckung: Der Ventilteller das Auslassventils war auch hier irgendwann einmal abgerissen und das Ventil wurde repariert! Es ist deutlich eine geschliffene Schweißstelle zu sehen. Der Patina nach zu urteilen, ist eine Maschine mit diesem Kopf eine ganze Weile gelaufen.
Und dies wiederum lässt mich wieder an den alten Merksatz glauben: "Es wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird!".
Ich werde wohl noch eine ganze Weile das Geräusch des im Brennraum herumfliegenden Ventiltellers im Ohr behalten. Das wird mir automatisch übereilte Sprints verbieten!S538 hat geschrieben: Fr 25. Jun 2021, 06:29 Guten Morgen Tekkx,
ich freue mich davon zu lesen, dass Du die ersten Kilometer schon absolviert hast!
Morgen mit dieser Reparatur bis zum Nordkap zu fahren hast Du ganz gewiss nicht vor - von daher, genieße den Sommer! Das eine 'sorgenlose/im Sinne Zuverlässigkeit' Reparatur anders aussieht, dies weißt Du auch selbst. Es kann auch alles gutgehen und dies wünsche ich Dir!
Grüße
Und als Tribut an meine (Ich habe ja nie gesagt, dass es anders sei! Ich bezeichne mich ja selbst als Wohnzimmerschrauber.) laienhafte Reparatur werde ich zum Ende der Saison eine Revision des Zylinderkopfes ansetzen.
Fazit: Das in der Überschrift ursprünglich angedeutete Problem wäre mit zwei Zeilen abgehandelt gewesen. Seht Euch an, was nun daraus geworden ist!
Ordentlich was gelernt und die Erfahrungskiste weiter befüllt.
Vielen Dank an Euch!

