ich brauche Euren Rat bzw. Ideen bei der Fehlersuche. Vielen Dank also schon mal im Voraus.
Bevor ich versuche die Symptome zu beschreiben muss ich aber noch ein paar Worte über die Ausgangssituation verlieren. Möglicherweise hilft das bei der Ursachenbestimmung.
Nachdem ich letztes Jahr mit meiner AWO Touren einen Motorschaden aufgrund eines abgerissenen Auslassventils hatte, habe ich mir bei MMM einen regenerierten Zylinderkopf bestellt und diesen auch verbauen lassen. Den Motor habe ich in diesem Zuge ebenfalls "machen" lassen. Kurbelwelle und Kolben neu, Zylinder geschliffen. Eine VAPE war schon beim Kauf verbaut. Gekauft habe ich die AWO damals mit einem MZ Vergaser, den ich nicht mehr benutzen werde. Meine Wahl fiel dann auf einen Dellorto mit Flansch und Bedüsung für die AWO Touren als Komplettpaket direkt vom Händler.
- Modell: PHBL 24 AD
- LLD: 50
- HD: 110
- Schwimmer: weiß 9,5 g (selbstverständlich war der Schwimmer undicht, sodass ich mir einen neuen besorgen musste)
- Zerstäuber: K 268
- Nadelstellung: 3. Kerbe von oben (Grundeinstellung???)
An allen folgenden Fahrtagen stellt sich die Situation nun wie folgt dar:
Der Motor springt kalt und warm sehr gut an.
Solange der Motor noch nicht vollständig warm gefahren ist, nimmt er bereitwillig Gas an und läuft sehr gut.
Nach ca. 10 km Fahrweg ist die Motorleistung ab ca. 50km/h so schlecht, dass sie nicht mehr beschleunigt. Der Motorklang ist tief und dumpf. Nehme ich Gas weg, sodass sich die Geschwindigkeit auf 40 - 45 km/h verringert, läuft sie wieder "normal", d.h. der Motor läuft gefühlt rund - bis ich wieder ca. 50 km/h erreicht habe. Halte ich an, mache den Motor aus und wieder an, dann klappt das wie immer problemlos. Ich bin also bisher auch immer wieder nach Hause gekommen. 5 Minuten am Straßenrand warten und den Motor kurz abkühlen lassen, bringt nichts. Ist der Motor komplett abgekühlt, dann läuft sie wieder gut auf den ersten Kilometern.
Was habe ich bisher gemacht:
- Kerze (Isolator 225) gewechselt - keine Änderung - Die Kerze ist immer schwarz verrußt. Egal welche Einstellungen ich gewählt habe!
- Nadelstellung hoch und runter - keine Änderung - derzeit zweite Kerbe von oben
- HD auf 105 und 115 ausprobiert - keine Änderung (ja, dass sollte bei dieser Geschwindigkeit keinen Effekt haben) - jetzt wieder auf 110 geändert
- LLD jetzt auf 55 geändert - keine Änderung
Mir ist bisher (von Anfang an) nicht gelungen das Standgas einzustellen. Ich bekomme mit der Leerlaufschraube nicht ausreichend Drehzahlen hin, sodass sie bei geschlossenem Gas von allein läuft. Somit kann ich an der Luftregulierungsschraube die höchste Drehzahl nicht einstellen. Ich muss also immer selbst Gas geben sodass sich der Schieber etwas weiter öffnet. Manchmal patscht sie, wenn ich nicht genug Gas gebe im Stand. Anschließend geht sie dann aus.
Einen zweiten Vergaser habe ich nicht, sodass ich austauschen könnte.
Nach mittlerweile 250 km frustrierenden Testfahrten habe ich die Zugankermuttern nachgezogen und das Ventilspiel geprüft. Auslassventil mit 0,1 i.O. Das Einlassventil hatte dagegen gar kein Spiel mehr. Das wurde auf 0.1 wieder korrigiert. Geändert hat das allerdings auch nichts am oben beschriebenen Verhalten im warmen Zustand. Den Zylinderkopf habe ich bisher nicht abgenommen, um nach weiteren Unregelmäßigkeiten zu schauen.
Ich habe also möglicherweise zwei Baustellen:
1. Der nicht einstellbare Leerlauf.
2. Die vermutete Überfettung im warmen Zustand ab ca. 50 km/h
Kann mir mal bitte einer erklären, wo oder was ich noch prüfen soll. Ist es überhaupt der Vergaser? Oder doch der Motor / Zylinderkopf ???
Viele Grüße
Charly

