Wie jeder zur AWO kam...?

Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst ja doch nicht lebend raus.
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Schoko
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Schoko »

Anke hat geschrieben: Di 19. Feb 2019, 09:37
tourist2 hat geschrieben: Sa 9. Feb 2019, 20:45P.S.: Der Gag wie Anke zur AWO kam, ist auch gut.
Ich mache niemals Scherze:

2006.jpg
Matthes, ich gebe zu, bei mir hat's auch erst relativ spät "Klick" gemacht und DAS BILD hat mir erst auf die Sprünge geholfen :::::n Mann muss da bissel um die Ecke denken. Eher feinsinniger Humor :lol:
Grüße aus Dresden
Schoko
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Katastrophen kündigen sich gerne an, man muss nur die Zeichen zu deuten wissen ;;;;;;;;
Griswold

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Griswold »

Bei mir war es über nicht ganz so krumme Umwege über eine S50 gekommen. Ich wollte unbedingt Simson fahren. Ich hatte vorher nie mit Fahrzeugen zu tun gehabt, aber irgendwann saß ich auf dem Balkon und hab einen S50 Motor vom Flohmarkt in der Hand gehabt. Nachdem mir beim Gehäusetrennen das Innenleben und einiges an Sand aus dem Kurbelgehäuse rausgerieselt ist, habe ich jedes Teil in die Hand genommen und alles analysiert, wie es wohl wieder zusammenkommt. Das fand (und finde ich immernoch) ich unglaublich anziehend etwas selbst zu erforschen. Ein paar Simmerringe, Kugellager und eine Kurbelwelle von ebay später und der Motor war tatsächlich einsatzbereit.

Auf dem Fachgymnasium gab es einen richtig originalen Dorfmopedtypen, der als Kind schon MZ gefahren ist und bei ihm habe ich inoffiziell Fahrschule gemacht. Hach, hab ich einen Verbrauch an Kurbelwellen gehabt :) Nicht, dass ich gerast bin. Aber am Anfang war ich manchmal etwas schusselig mit dem Mischen.Mein armer selbstgebauter Motor. Irgendwann hab aber auch ich das geschafft mit dem Aufpassen beim Mischen. Irgendwann wollte ich eine richtige Chopper bauen und er hatte ewig eine Touren AWO rumliegen, die er mir dann gegeben hat, als er mein Interesse gemerkt hat.

Da war es passiert. Während des Restaurierens bin ich aber ganz vom Easyriderfieber abgekommen, weil mir beim langen Umgang mit den alten Teilen die originale Optik mehr und mehr gefiel.

Zwangsweise musste ich mich von ihr trennen, habe aber gemerkt, dass es ohne nicht geht. Darum baue ich mir jetzt eine Sport-AWO auf. ;-)
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von steckkruemmer »

Schöne Geschichte, Griswold. Danke. Iberischrot, die Farbe deiner AWO???

Grüße Tobias
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von AWOler »

Hallo :mrgreen:

Ich habe zwar meine Begegnung mit der AWO im Vorstellbeitrag angerissen, aber natürlich gibt es nicht nur die Geschichte, wie ich zur AWO kam, sondern speziell die Geschichte hinter dieser AWO.

Vor ca 7 Jahren, als ich mittlerweile schon fast ein Jahr mit meiner jetztigen Frau zusammen war und der Zeitpunkt kam, die Großeltern kennenzulernen, fing meine Neugier und Begeisterung für die AWO an. Meine Frau (und deren Familie) stammt aus Siebenbürgen, heutiges Rumänien und so kam es schließlich, dass ich irgentwann in der Werkstatt ihres Großvaters, unter einer Plane versteckt, die kleine Schönheit entdeckte. Ich war hin und weg.

Später setzte ich mich mit ihrem Großvater auf ein paar Bierchen zusammen und er erzählte mir von seiner AWO. Damals, er ist 35' Bj., war er als Traktorist (Traktormechaniker) angestellt und da er einen sehr guten Ruf besaß und im Umland sehr gefragt war, beschloss sein Chef, ihm die AWO zu kaufen, damit er mit ihr schneller vor Ort auf dem Feld sein konnte, um die jeweiligen Traktoren zu Reparieren. Ein paar Jahre später (1958) kaufte der Chef meinem Schwiegeropa eine nagelneue AWO als Dank für seine hervorragende Arbeit und weil er merkte, dass er Freude an ihr hatte.

Und diese AWO t Bj. '58 stand jetzt seit mehr als 20 Jahren in seiner Werkstatt, eingestaubt und vom Zahn der Zeit angenagt.
Daraufhin meinte ich zu ihm, geb sie blos nie her, ich verspreche dir, irgendwann kümmern wir uns um sie und bringen sie wieder zum Laufen.

Nachdem ich nun Mitte letzten Jahres meinen Motorradführerschein gemacht habe, sind wir im Sommer wieder zu den Großeltern gefahren und ich habe mein Versprechen eingelöst. Nach stundenlangem hin- und herjustieren, Vergaser zurechtschleifen ( muss ich aber trotzdem ersetzten) und mehrfachen Fehlversuchen, gab es endlich ein Lebenszeichen. Anfangs noch sehr verhalten, bekam sie neue Kraft und so konnt ich wenig später sogar ein paar Proberunden auf der Straße drehen (interesiert in Rumänien keinem :lol: ) Opa wurde beim Anblick seiner fahrenden AWO ganz sentimental, sodass er sogar Tränen in den Augen hatte.

Auf meine Frage, ob er sich freut sein Motorrad wieder fahren zusehen, meinte er zu mir, dass ich nach mehr als 20 Jahren der Erste bin, der sie wieder hergerichtet und zum Laufen gebracht hat, deswegen ist sie jetzt Meine! :P

Und so bin ich nun zu "Meiner" AWO gekommen.
Dadurch, dass ich die Geschichte der AWO aus erster Hand kenne und sie seit ihrem Sprung vom Fließband im Familienbesitz ist,
ist es für mich noch ein größerer Ansporn, sie wieder herzurichten und mit ihr das zu tun, wofür sie bestimmt ist.

FAHREN!
Griswold

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Griswold »

Hallo Steckkrümmer,

Was meinst du mit Iberischrot? Meine wird Kohlrabenschwarz. Ich habe mich immer sehr schwer getan mit den bunten Farben, die es vom Werk bei der Sport gab. (Außnahme Marronrot. Aber möchte ich auch nicht an meiner haben)
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von steckkruemmer »

Griswold hat geschrieben: Sa 1. Feb 2020, 19:14 Hallo Steckkrümmer,

Was meinst du mit Iberischrot? Meine wird Kohlrabenschwarz. Ich habe mich immer sehr schwer getan mit den bunten Farben, die es vom Werk bei der Sport gab. (Außnahme Marronrot. Aber möchte ich auch nicht an meiner haben)
Entschuldige, muß da jetzt was verwechselt haben, sorry.

Grüße Tobias
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Griswold »

Ist nicht schlimm. Passiert. ;;;;;;;
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Bergmaus »

Schöner interessanter Thread...

Ich glaube, bei mir war die Schule Schuld, dass ich ein Faible für alte Motorräder habe. Die meisten hier mussten bestimmt auch das Buch „Käuzchenkuhle“ lesen. Darin kam diese alte Zündapp vor. Irgendwie haben mich die Stellen mit dem Motorrad total fasziniert. Meine Eltern hatten eine Trophy auf der ich als kleines Mädchen immer mitfahren durfte und als die Wende kam, stand ich oben am Torfhaus im Harz (großer Bikertreffpunkt) und hab mir sehnsüchtig die Motorräder angesehen. Die Jungs aus meinem Dorf schraubten immer an ihren Mopeds und erzählten nur noch von Choppern. Den Motorradführerschein zu machen, haben mir meine Eltern als einziges Kind, das sie hatten, verboten. Ich hab ihn dann heimlich gemacht und mir später eine Yamaha XV gekauft. Aber die Oldtimer haben mich nie losgelassen. Als Haus-und Hofstatiker für die Stiftung Kornhaus mit ihrem PS Speicher in Einbeck (kennen mit Sicherheit viele hier) hab ich auch immer mal wieder Zugang zu den Depots. Ein Traum was dort unter anderem an alten Motorrädern steht. Als sich dann ein Freund seine Touren AWO gekauft hatte und ich damit fahren durfte, hatten sie mich endgültig. Und dann lief mir kurz darauf meine Sport AWO bei Kleinanzeigen über den Weg. Ich hab sie angesehen, gehört, gefahren, verliebt 😍.
Und nach ein paar Zickereien der alten Diva sind wir jetzt echt ein Top Team.
Meine Geschichte dazu. 😊
Anke.
Tu leise das, wovon andere laut reden.
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Tourenrob »

Hallo Anke,
ja, die Stelle im "Käuzchenkuhle" ist mir immernoch präsent. Zylinderkopf zufällig auf dem Schrottplatz im Matsch gefunden und ein dicker Nagel im Zündschloss. Letzterer war ja dann auch der Grund für das Ende im Teich!
Vermutlich hat der Teil der Geschichte auch bei mir Grundlagen gelegt.

Beste Grüße,
Eckhard
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Linde »

schöne Geschichten hier, die man immer gerne liest:
Ich, Baujahr 62, hatte mit 18 die AWO von meinem Onkel gekauft, da er auf einen Trabant umgestiegen war. Sie war mit einem Stoye – Beiwagen ausgerüstet und sehr gepflegt. Mein Vater wollte mich aber immer davon überzeugen, sie schnell wieder zu verkaufen und meinte: „Es gibt nichts mehr dafür, keine Teile, alte Mühle … “! usw. Als Erstes flog erst mal der doofe Beiwagen in den Schrott, da ich ja Solo fahren wollte und es überhaupt uncool war. So fuhr ich eine Weile rum und alles war schick, ich hatte einen Viertakter und der Klang war sowieso geil ! Bei einem Besuch auf der Leipziger Messe sah dann die neue MZ TS 250/1 in saftgrün stehen und wollte das Gerät unbedingt haben. Da ich damals im Bergbau als Mechaniker/Metallbauer gut verdiente, sollte das mit Bergmannsgeld und Jahresendprämie kein großes Ding sein. Also verkaufte ich meine gute, alte AWO :::::n und … ging 18 Monate als Grundwehrdienst zur Armee… Mist ! Die TS 250/1 habe ich mir dann doch nie gekauft. :::::mm
Nach Jahren mit verschiedenen 150er MZ, kam ich bei einem Oldtimertreffen darauf und wollte auch wieder eine AWO haben, am Liebsten eine Sport ! Also begann ich, gezielt nach einer guten Basis zu suchen, bekam aber meist totalen Schrott oder völlig überteuerten und zusammengestoppelten Scheixx angeboten. Irgendwann stand dann meine heutige Sport-AWO zum Kauf, zerlegt, fast komplett, mit DDR-Brief und einigen Kisten mit Teilen dazu. Der Preis war einigermaßen ok und so habe ich schnell den Verkäufer kontaktiert, das Motorrad reservieren lassen und bin mit Geld und einem Kumpel losgefahren. Mein absoluter Vorteil war dabei, dass der Verkäufer unter großem Verkaufsdruck war, d.h. er MUSSTE schnell verkaufen, da er die noch vorhandene Unterstellmöglichkeit verloren hatte. Ich besichtigte also in Ruhe den ganzen Teilehaufen und konnte den Preis sogar noch etwas drücken, da er den hinteren Kotflügel inzwischen verkauft hatte und der Vordere von einer MZ ETS 250 war. Wir wurden uns handelseinig, er ging auf mein Angebot ein und ich hatte wieder eine Sport-AWO bzw. genügend Teile, woraus man wieder eine machen konnte ! Den ETS-Kotflügel verkaufte ich und ergatterte auf einem Teilemarkt ein passendes vorderes Original. Den hinteren Kotflügel bekam ich von einem AWO-Freund aus der Nachbarschaft. Trotzdem dauerte es noch einige Jahre, ehe ich dazu kam, die Sport nach meinem Geschmack neu aufzubauen.
Jetzt fahre sie seit einigen Jahren und es macht einen Riesenspaß !
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Gruß Linde ... Kaffee geht immer 🍵

"bloß gut, daß ich keinen Waffenschein habe ... " 8-)
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