Mein 382cm³ Projekt

Zylinderkopf, Kolben & Zylinder, Kurbelwelle, Nockenwelle, Steuerräder, Motorblock, Lager & Wellendichtring, Dichtungen, Kupplung, Ölpumpe, Ölwanne, Vergaser & Luftfilter, Zündkerze
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ICWiener
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Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

Hallo allerseits!
Ich will euch mal mein Projekt vorstellen, Ideen dazu seit ca. 15 Jahren, jetzt wirds endlich mal real.

Basis Sport gummigelagert, wäre ja sonst zu einfach. Und weil das Fahrzeug dazu ne gummigelagerte Sport ist...

In erster Linie wollte ich die maximale Bohrung ausloten mit Sportkopf und ohne Versetzung der Stehbolzen, ich denke 78mm sind machbar. Dazu einen möglichst modernen (Serien) Kolben, der wenig wiegt und schön schmale Kolbenringe hat. Ich habe dazu immer mal wieder Kolben in der Bucht gekauft, weil es ist fast unmöglich, genaue Maße online herauszufinden. In den Katalogen von Mahle und Kolbenschmidt hatte ich nichts gefunden was mir gefiel. Bei Wössner passte ganz gut ein Kolben für Renault R5 GT Turbo, Maße ideal, sogar die Kompressionshöhe passte, leider gibt Wössner das Gewicht ohne Bolzen an, brutto waren es 500g. Merke: Schmiedekolben für Turbo-Automotoren sind vermutlich IMMER sauschwer. Im Ergebnis 100,- umsonst ausgegeben...

Jetzt habe ich den für mich perfekten Kolben gefunden:

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Aprilia RSV4 1000, wiegt 245g (!!!) komplett mit 17er Bolzen, Kompressionshöhe 24mm, die Ventiltaschen ignoriere ich erstmal. Die fehlenden 11mm Kompressionshöhe müssen natürlich irgendwie ausgeglichen werden, der Zylinder soll seine Originalhöhe halbwegs behalten. Bei einem früheren Projekt hatte ich den Zylinder um 10mm gekürzt, das will ich nicht mehr machen. Längeres Pleuel wäre ideal, Honda CR500, Kawa KX500 und Yamaha XT500 kommen da infrage, gibts alle billig vom Chinamann, wird bestimmt später mal ne Option. Da ich sie bereits seit 10 Jahren liegen hatte und sie genau diese 11mm mehr hat, will ich diesmal eine Kurbelwelle der Honda XL500 modifizieren.


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Die ist als Ausgangsbasis garnicht so schlecht, die Stümpfe ähneln denen der Awo, 80er Hub, Pleuel 141mm lang. Leider etwas groß und schwer, Aussendurchmesser größer als das Loch im Awo Block. Also fix die Flex angeschmissen und die Welle der Awo ähnlich gemacht, dabei auch den Hubzapfen gekürzt und erstmal ohne Anlaufscheiben montiert. Gewicht jetzt ca. 300g über der Awo Welle, Wuchtung haut mit dem leichten Kolben bei 58% genau hin. Dies ist nur die Mock-Up Welle zum Testen, eine weitere zum sauber befräsen liegt schon bereit.


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Passt jetzt "fast" ins Gehäuse. Am Gehäuse hab ich die Ausbuchtung etwas erweitert, reicht leider noch nicht ganz, muss wohl noch etwas mehr weg. Ich will das Gehäuse so wenig wie möglich schwächen. Ins 14PS Gehäuse mit entferntem hinteren Lager passt sie locker rein, aber ich will ja die Gummilagerung.

Von der Japaner Kurbelwelle erhoffe ich mir ewige Haltbarkeit. Die Wellen gibts reichlich für um die 100,- in der Bucht, auch neue Pleuelsätze sind kein Problem. Der hintere Konus ist sogar der gleiche wie Awo, leider nur etwas zu weit draussen, muss also bearbeitet werden. Der vordere Stumpf hat fast die gleiche Länge, Durchmesser am Hauptlager vorn 35mm statt 30 ich werde da wohl ein Lager 6007 nehmen, die etwas geringere Traglast sollte ausreichen. Das scheint mir sinnvoller als die Welle zu schwächen. Leider ist der Durchmesser an der Passung zum Steuerrad zu klein, vermutlich werde ich da Laser Auftragschweissen machen lassen, ist eine heikle Stelle, Buchsen wird da wohl weniger gut sein.
Zuletzt geändert von ICWiener am Mi 22. Feb 2023, 21:36, insgesamt 2-mal geändert.
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ICWiener
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

Der Zylinder ist auch schon seit längerer Zeit quasi fertig, ich habe eine Schleudergussbuchse vom Auto eingeschrumpft, Außendurchmesser 81mm, das sollte bei den Stehbolzen im Block noch genug Fleisch lassen.

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Kopfdichtung wird wohl eine aus Metall werden, bei den Löchern für die Zuganker bleiben am Ende noch 2mm, etwas eng wirds.

Kopf wird wohl ein 14PS, beim Quetschkopf wird die Verdichtung tatsächlich schon zu hoch, komme da auf ca. 12:1. Restliche Details wie Ventile und Kanalgröße kommen später...
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von Djog »

Hallo und danke fürs zeigen deines Projektes. Ist immer eine interessante Sache, bin gespannt, wie es weiter geht.
Wie hast du bei der Kurbelwelle schon ein Wuchtverhältniss bestimmen können? Bei der KW muss ja noch kg an Material weg. Im Idealfall wird jede Wange mit halben Gewicht gewuchtet.
Gruß Jörg
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von AWO Scheune »

So einen Ähnlichen Kolben, fahre ich in meinem 350er auch, habe ihn damals bei Wahl nach Muster eines 350er KTM Kolbens mit 10mm längeren Kolbenhemden fertigen lassen, er läuft soweit gut würde ich aber heute nicht wieder machen, lieber als Schaftkolben.
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

Djog hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 15:58 Wuchtverhältniss
Na ich kenne doch alle Beteiligten und kann alles auswiegen. Hab mein Meistergewicht bestimmt mit ich glaube 140g und einfach drangehängt (Handvoll Unterlegscheiben am Drahthaken), Kurbelwelle bleibt in jeder Position stehen. Ich musste dazu allerdings den Hubzapfen aufbohren auf 26mm, hab zum Glück eine riesengroße Bohrmaschine (700kg, 2kW Antrieb, MK3) und Bohrer mit HM Spitzen, sonst wäre das schwierig geworden..

Wangen einzelnd wuchten kommt natürlich noch, erstmal gings um die grobe Richtung.

Leider habe ich (noch) keine Drehmaschine, auch ne schöne Fräse wäre hilfreich, aber zum Glück kennt man ja Leute.
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

So weiter gehts:

Die Aussparung im Motorgehäuse für das Pleuel habe ich weiter bearbeitet, jetzt geht die Kurbelwelle leicht rein und raus. Ich habe möglichst wenig weggenommen, will ja das Gehäuse nicht mehr als nötig schwächen.

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Dann musste im unteren Bereich noch etwas Platz gemacht werden, der eine Anguss mit dem Gewinde für die Ölpumpe und auch diese selbst mussten etwas beschliffen werden, jetzt geht der Pleuelfuss und die Welle selbst knapp dran vorbei.

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Als Letztes stört jetzt noch die 4-Kant-Hülse der Ölpumpe. Da ich letztere nicht versetzen will, muss ich diese Hülse ca. 1cm tiefer setzen, dazu die Eingangswelle der Ölpumpe kürzen, 4-Kant nacharbeiten, und eine längere Antriebswelle anfertigen, sollte halb so wild sein. Die Antriebswelle selbst stört bei meiner Kurbelwelle nicht.
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

Gleichzeitig will ich noch ein Ölfiltersystem einbauen, das hatte ich vor einigen Jahren bei einem Jens-Uwe aus Weimar gekauft. Die Platte ist 8mm dick und offenbar nicht für Gummigelagerte gedacht, musste etwas wegschleifen. Jetzt passt es ganz gut, nur die Ölwanne geht nicht ganz drauf. Ich will die originale Sport Wanne verwenden, die gefrästen Racing Wannen sind mir zu teuer und optisch nicht ansprechend und klauen bei meiner Enduro Bodenfreiheit. Ich habe die Wanne etwas beschliffen aber das reicht noch nicht ganz, entweder muss da ein Zwischenring rein oder ich muss die Wanne weiter modifizieren.

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Als nächstes muss jetzt die finale Kurbelwelle gebaut werden, dazu muss ich rausfinden, ob das mit dem Laser-Auftrags-Schweissen funktioniert oder sich die Welle dabei zu stark verzieht. Ich hatte alternativ überlegt, aus einer Awo Welle den vorderen Stumpf herauszudrehen, also die Wange runterzudrehen, in die Honda-Welle eine entsprechende Bohrung und den Awo Stumpf dann da rein, aber laut meinem Kurbelwellenspezi müssten beide Seiten vergütet werden damit beim Pressen sich nichts kaputt drückt. Am Hubzapfen ist die Situation ja die Gleiche und da ist alles vergütet, zumindest bei der Honda. Außerdem ist es nicht ganz leicht, die Teile so exakt zu bearbeiten, dass die Kurbelwelle am Ende auch sauber läuft. Weiterhin besteht ja die bekannte Problematik mit den untermaßigen Awo Lagersitzen, das würde ich gern umgehen, ich würde lieber den Honda-Stumpf drinlassen, ist ja eh einteilig und hat perfekte Stabilität.
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von AWO Scheune »

Bei dem riesigen Aufwand den du mit der Honda Welle umarbeiten/Anpassen hast, wäre es da noch effizienter gewesen neue zu fertigen, fräsen, Erodieren?
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von ICWiener »

Eine gute Frage, es kommt aber immer auf die individuellen Fähigkeiten an. Ich habe leider keine Möglichkeit, eine Welle komplett neu zu bauen. Weiterhin vertraue ich auf die unbedingte Haltbarkeit der Hondawelle. Diese zu modifizieren scheint mir eher realisierbar zu sein. Und soo groß war der Aufwand bisher nicht. Ok die etwas komplizierteren Operationen stehen jetzt an.
Außerdem gibts ja noch die Kostenfrage, ich hoffe nach wie vor, deutlich unter den Preisen für Hardy´s Wellen zu bleiben, die sicherlich top sind, aber auch ein heftiges, wenn bestimmt auch angemessenes, Preisschild haben.

Und letztlich ist motivierend für mich, mal eine Alternative zu den bereits bekannten Lösungen hier zu finden.
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Re: Mein 382cm³ Projekt

Beitrag von AWO Scheune »

Finde deinen Ansatz gut, neue Wege einzuschlagen.
Aber unter dem Strich wirfst du dir ja an manchen Stellen selber Knübbel in die Beine.
Die Hubscheiben nachträglich noch Mal härten lassen, damit du die AWO Zapfen einpressen kannst, ist Kritisch.
Gelaufenes Material werden immer nur ungern noch Mal gehärtet, da meißt die gewünschte Härte nicht kommt.
Ich habe damals bei meiner 80er die Hubscheiben in Solidworks Konstruiert und diese Daten dann zum Erodieren zusammen mit dem Material woraus sie gefertigt werden sollten gegeben, das Geld dafür Bezahlt und war Happy.
Dann die Zapfen gedreht und alles zusammen zum Härten gegeben.
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