Ventilfedern wechseln

Zylinderkopf, Kolben & Zylinder, Kurbelwelle, Nockenwelle, Steuerräder, Motorblock, Lager & Wellendichtring, Dichtungen, Kupplung, Ölpumpe, Ölwanne, Vergaser & Luftfilter, Zündkerze
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Ventilfedern wechseln

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Ich habe ja meinen Motor nun selbst komplett überholt,
der Zylinderkopf war schon voriges Jahr dran. Motor macht einen guten Eindruck nach bisher 5 km....

Damals waren bei meinem bevorzugten Lieferanten die Ventilfedern nicht lieferbar. Hab das jetzt vergessen. :::::n

Ich hab also die alten drin gelassen. Die waren auch von möglicherweise früheren Arbeiten etwas zerkratzt und angeschlagen.

Nachdem ich das Thema mit dem Ventilabriss gelesen habe, meinte ich, mal darüber nachzudenken, die Federn noch zu erneuern.
Jetzt sind die auch wieder bestellbar.

Frage 1:
Die Ventilfedern sind ja wohl mit die Lebensversicherung für den Motor.
Sind die bei allen Händlern aus der gleichen Produktion, oder gibt es da Qualitätsunterschiede?

Frage 2:
Da ich ja den Motor schon getestet habe, und alles so schön dicht ist:
Aus dem PKW-Bereich kenne ich, wenn man da die Ventilfedern ausbaut, lässt man den Zylinderkopf drauf, und gibt mit einem Adapter Druckluft durch das Zündkerzenloch. Damit die Ventile oben bleiben. So einen Adapter habe ich.

Wenn ich mir noch mein selbstgebautes Ventildrückwerkzeug etwas umbaue, sollte das doch funktionieren?
Oder übersehe ich da etwas?

Viele Grüße, Steffen!
Benutzeravatar
mopedprinz
Moderator
Beiträge: 937
Registriert: Sa 14. Mär 2009, 00:08
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: JA
Wohnort: 08141 Reinsdorf
Danksagung erhalten: 73 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von mopedprinz »

Ein schönes Arbeiten ist das nicht wirklich...was spricht denn dagegen den Kopf mal fix abzubauen?
Ich kann dir auch mal die Federspannung deiner alten Federn messen und habe bestimmt bei Bedarf den passenden Ersatz.

Gruß Renè
Wäre Fantasie realistisch, wäre Realität fantastisch.

http://www.mopedprinz.de
Benutzeravatar
Ruppert-Tuning
AWO 425 Member
Beiträge: 477
Registriert: Mo 15. Jun 2009, 13:12
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Löbnitz
Hat sich bedankt: 27 Mal
Danksagung erhalten: 113 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Ruppert-Tuning »

Wenn du neue Federn einbaust solltest du die Federkonstante wissen. Nur so lässt sich eine korrekte Vorspannung und die sich damit ergebende Maximalkraft ermitteln.
Alles andere ist nur Schätzen, Glück oder Pech...

Grüße
Matthias
Ja- man kann ohne AWO leben- aber es lohnt nicht...;-)
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------->>>http://www.AWO425.eu
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Ihr macht mich wirklich ratlos... also Federn mit verschiedenen Federkennlinien.
Also das müsst ihr mir bitte mal erklären. :shock:

Ich hab ja gesehen, dass es Federn für die Touren und für die Sport gibt. Und dass die auch verschiedene Kennlinien haben.

Wie das mit den Federkräften, Drehzahlen und Gewichten des Ventiltriebes grundsätzlich funktioniert, ist mir halbwegs bekannt.

Aber mein Motor, das war ein zu DDR-Zeiten zusammengebastelter Haufen Müll, anders kann ich es leider nicht beschreiben.
Jetzt ist es ein ganz normaler 14-PS-Motor, und das wird auch so bleiben.
Ob man da noch irgendwas verlässliches messen kann, noch dazu bei 50 Jahre alten Federn, die wohl kaum original in dem Motor waren, na ich weiss nicht.

Schreibt mal bitte was dazu.
Gab es denn da ab Werk verschiedene Federn, die individuell an den Motor angepasst wurden?
Oder messt ihr irgend was anderes?

Natürlich kann ich auch den Kopf nochmal abbauen,
und zum Rene bringen, ich arbeite ja täglich fast daneben. Das wäre auch ganz nett.
Benutzeravatar
Ruppert-Tuning
AWO 425 Member
Beiträge: 477
Registriert: Mo 15. Jun 2009, 13:12
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Löbnitz
Hat sich bedankt: 27 Mal
Danksagung erhalten: 113 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Ruppert-Tuning »

Moin.
Mir ist nicht bekannt wie und ob sich die originalen Federn zwischen Sport und Touren unterscheiden. Geometrisch schon- ob von den Federkräften her???
Was aber sicher ist das die Feder über die Jahre mäppe werden und das die Nachbaufedern wieder anders sind.
Ich persönlich verwende keine Haarnadelfedern sondern ausschließlich welche aus dem Automotive Bereich. Die gibt es in guter Qualität neu und zu den meisten gibt es Datenblätter. Alternativ muss auch hier die Federkonstante ermittelt werden und diese fließt dann ja in die Berechnung der Federvorspannung ein.
Diese ergibt sich aus der Beschleunigung der Nocke, der auf das Ventil reduzierten Massen und eben der Federkonstante.

Grüße
Matthias
Ja- man kann ohne AWO leben- aber es lohnt nicht...;-)
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------->>>http://www.AWO425.eu
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Gestern hab ich die Federn bekommen, und heute in den Kopf eingebaut.
Und ja, ich hab den Kopf abgenommen, das war so schon anstrengend genug, die Federn reinzubekommen.

Der Kopf kommt morgen wieder drauf.

Aufgefallen ist mir, dass die Zuganker doch relativ locker waren, ich hab die ja eigentlich ordentlich angezogen, und einmal nachgezogen. 60 km bin ich bisher gefahren.

Wie oft muss man die denn nachziehen?
Benutzeravatar
flar
AWO 425 Member
Beiträge: 1897
Registriert: Mo 25. Apr 2011, 23:45
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: bei Würzburg
Danksagung erhalten: 193 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von flar »

Edelherb hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 19:38 hab die ja eigentlich ordentlich angezogen
und das waren wie viele Newtonmeter ?

ralf
AWO-T BJ 56 & KR51/2L BJ 82
Benutzeravatar
Anke
Moderator
Beiträge: 1178
Registriert: Di 16. Feb 2016, 09:06
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 258 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Anke »

Ein guter Mensch sagte vor nicht allzu langer Zeit zu mir: ".... nicht mehr als 40 Nm... im kalten Zustand, dann drehste ne Runde und ziehst nochmal nach (40 Nm)..."
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Edelherb »

flar hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 22:21
Edelherb hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 19:38 hab die ja eigentlich ordentlich angezogen
und das waren wie viele Newtonmeter ?

ralf
Na so 45 denke ich.
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Ventilfedern wechseln

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Ich brauch nochmal eure Unterstützung, so richtig klappt das bei mir nicht.

Also als erstes, ich habe einen Drehmomentschlüssel, auch einen teuren, mit Eichzertifikat, der ist aber nun auch schon paar Jahre alt, und wurde bisher nie kalibriert.
Bei der ersten Montage hat mir der passende Steckschlüsseleinsatz gefehlt, daher hab ich das mit dem Ringschlüssel nach Handgefühl angezogen.
Bei 35 Nm hab ich heute einfach aufgehört, ich höre da lieber auf meinen Kopf und mein Gefühl. Wir haben ja auch ein Feingewinde mit 1 mm Steigung!
Die alte Kopfdichtung hab ich gelassen, die war ja schon schön vorgepresst und auf dem Zylinder festgeklebt.

Sorgen macht mir ehr folgendes:
Welche Feder kommt auf welche Seite:
Im Werner-Buch steht nichts dazu, aber auf einem Bild in dem Buch hab ich gesehen, dass die Feder mit dem breiten Bügel auf der Zündkerzenseite ist .

So hab ich das heute eingebaut.
Ich hab aber gesehen, dass es mit den Federn an der Kipphebelbrücke verdammt eng zugeht, die Federn könnten das bewegliche Teil der Kipphebelbrücke sogar berühren.

Wenn ich überlege, die Federn nochmal andersrum einzubauen, bin ich mir aber nicht sicher, ob ich da mehr Platz habe.

Weiterhin hab ich gesehen, dass die Haarnadelfedern in den Windungen ineinander reiben.
Das gefällt mir auch weniger, weil es bei den original-Federn scheinbar nicht so war.
Und ich hab sogar Federn gekauft, die als Original-Ersatzteil bezeichnet werden....

Das einzig positive, was ich berichten kann, ist, dass das Ventiltickern komischerweise verschwunden ist. Natürlich hab ich die Ventile richtig eingestellt.

Was sollte ich jetzt tun?

Ich sag mal, das bewegliche Teil der Kipphebelbrücke wird wohl eine kleine Abmagerungskur verkraften, damit die Ventilfeder dort nicht schleift.
Vielleicht git es auch andere Möglichkeiten.
Ich bin für jeden sachlichen Vorschlag dankbar. Auch wenn ich noch mal Geld ausgeben muss.
Antworten