Danke für die Blumen.
Gestern hab ich das erste mal vor meiner Verwandtschaft ein paar Bilder an die Wand geworfen und bissl erzählt. Es war nach 0:00 und keiner hat zwischendurch gepennt
Tag 4
02.06.2012 (277 km) Start 7:30 Vestby, Oslo, Honefoss, Noresund, Nesbyen, Gol, Al
Nach einer sehr ruhigen Nacht in einem sehr guten Bett mit netten polnischen Leuten im Nachbarzimmer, die wohl eine Knobi – Fete hatten trete ich bei ca. 7°C und herrlicher Sonne meinen Weg Richtung Oslo an. Der Schlüssel fürs Zimmer mitsamt einem Dankzettel für das gute Bett landet in einer Art Schlüsselrückgabebriefkasten des Vertrauens. Mein Tacho fängt an zu spinnen, doch nach kurzer Zeit mag er wieder richtig funktionieren. Oslo durchfahre ich bei Kaiserwetter, wenns auch etwas frisch erscheint. Nach einer Tunneldurchfahrt öffnet sich das Land und ich sehe, jetzt beginnt das richtige Norwegen. Und schon wird der 3. Gang etwas öfter gebraucht. Mich friert etwas bis zur Tankstelle. Dort gerate ich bei heißem Kakao und „Aunt Mabels“ Muffin mit Schokostückchen mit den beiden sehr netten Leuten an der Kasse gleich ins Gespräch und eine viertel Stunde gehe bin ich glücklich, munter, satt und warm zu meinem Gespann und nach einem Kick knattern wir weiter, Zwischendurch fällt mir auf, daß mein Beanie (Mütze) weg ist
und ich kaufe mir in Noresund nach der ersten Bedienung einer Minibank (Geldautomat) eine neue und ein paar Schlappen. Auch hier ist die Bedienung äußerst nett und fröhlich und freut sich über mein „tusen takk“. Beim nächsten Halt schmeiße ich mein viel zu wohlwollendes Thermometer ( zeigt bei 5°C 15°C an und ich frier mir mit unangemessenen Klamotten einen ab und denke was ich für ein Schlappi bin ) weg und kaufe mir ein norwegisches, das nachher auch noch in Deutschland richtig geht. Auch hier gibt’s sofort kostenlos nette Gespräche mit der Kassiererin die auch meint , es wäre bissl kühl zum Motorrad fahren, als ich erzähle, daß mein altes Thermometer mich belügt.
Alle sind so nett hier, egal wo !
In Gol Richtung Laerdal biege ich falsch ab und komme in den Genuß einer ganz tollen Aussicht beim befahren des Schleichweges zurück zur richtigen Strecke. Beim Halt an einer Kirche sehe ich Autos, die auch da halten und ganz eine ganz toll in Trachten gewandete Dame steigt aus. Das sieht nach Hochzeit aus, also schnell los, um nicht zu stören. In Al spricht mich Her Ludvig Lindemann an. Ein kurzer Plausch und er fragt mich, ich ihm helfen könne, etwas Holz abzuladen. Ich bejahe, er holt etwas zu essen im KIWI – Markt und dann folge ich ihm. Nach 2 min. geht es einen Schotterweg steil bergauf, den ich im 1. Gang nur mit Anlauf schaffe. Wir laden Holz von einem sehr alten Lufta ( Holzhaus ) ab und er läd mich in sein „Häuschen“ ein. Wir essen und trinken ( Wasser aus einer jahrhunderte alten Quelle die absolut keimfrei und zudem noch sehr schmackhaft sei )zusammen und er meinte, ich könne hier für eine Nacht oder so lange ich möchte bleiben. Das wichtigste wäre, den Wasserhahn ordentlich zuzudrehen. Nach einer Stunde verabschiedet er sich höflich mit vielen Wünschen und fährt zurück zu seiner Frau. Nun sitze ich hier allein mit 2 alten Holzhäusern auf der Veranda, genieße das Hallingdal von seiner schönsten Stelle aus und bin völlig Baff über soviel entgegengebrachtes Vertrauen und ungezwungene Freundlichkeit und mit der Garantie, wieder her kommen zu dürfen. „Mit meiner Braut“: wie er meint. Bei 8°C fallen ein paar Schneeflöckchen, die Quelle sprudelt, Schafe weiden unterhalb und auf der anderen Seite stürzt ein Wasserfall ins Tal, während ich Öl kontrolliere und den rechten Stoßdämpfer an der unteren Aufnahme repariere. Wahrscheinlich die Servicestation mit dem besten Ausblick im ganzen Hallingdal. Nach einer Dusche liege ich im Bett und höre Max Rabe bis nach 3 min. der Tiefschlaf einsetzt.
Cut – Was nützt das beste Handtelefon, wenn die SIM – Karte kaputt ist ? -
Technisches:
- Stoßdämpfer hinten rechts unteres Auge, Gummi repariert
- Ventilspiel geprüft ... ok
- Steuergehäusedeckel nachgezogen
- Öl