So, der April ist schon wieder eine ganze Ecke her und zwischenzeitlich ist viel passiert. Vielleicht möchte der eine oder andere wissen, wie die Geschichte weiter gegangen ist.
Nachdem ich die Zündeinstellung nochmal überprüft hatte, Kerzenstecker, Kerze und Zündkable auch in Ordnung waren, habe ich wieder mit der Fehlersuche am Vergaser begonnen. Dem Rat hier im Forum folgend, habe ich mir einen originalen Vergaser ausgeliehen. Das gute Stück stammte aus einer hinteren Ecke im Ersatzteilregal und sollte irgendwann mal regeneiert werden. Ich habe ihn dennoch versuchsweise eingebaut. Es war aber schnell klar, dass die AWO mit dem Teilespender schlechter lief als mit dem Dellorto. Also wieder ausgebaut und im Internet nach einer günstigen Alternative geforscht.
Da wurde ich auch schnell fündig und so habe ich einen umgebauten Jawa-Vergaser bei einem Online-Händler erstanden und eingebaut. Tja, was soll ich sagen: Mit dem Jawa-Vergaser war das Start- und Fahrverhalten identisch. Soll heißen, sie sprang sehr gut an, aber schneller als 50 km/h war nicht drin. Wieder der tiefe und dumpfe Motorklang, der sich nach Überfettung anfühlt.
Zwei unterschiedliche Vergaser und dasselbe Problem? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Somit habe ich den Vergaser als Fehlerquelle ausgeschlossen. Also wieder an der Zündung suchen, auch wenn das in mein Denkmuster überhaupt nicht reinpassen sollte.
Ich habe zuerst den Tank (das Zeug ist teilweise im Rahmendreieck verbaut) abgenommen und alle sichtbaren Kabel und Steckverbindungen geprüft. Da war alles in Ordnung. Im Elektrikgehäuse habe ich danach ebenfalls alle Kabel und Steckverbindungen geprüft. Allerding ohne die Stratoreinheit und den Rotor abzunehmen. Anschließend habe ich zum x-ten mal die Zündeinstellung überprüft.
Nachdem ich nichts Auffälliges entdecken konnte, wollte ich noch einen Fahrversuch durchführen. Irgendwie hatte ich gehofft, dass die AWO wie von Zauberhand nun laufen würde. Diese Hoffnung bzw. dieser naive Wunsch erfüllte sich natürlich nicht. Im Gegenteil, jetzt sprang sie nicht einmal mehr an. Ziemlich schnell war klar, dass die Zündung keinen Funken mehr produzierte. Kerze getauscht, Kerzenstecker getauscht, Motordeckel ab und Kabel sowie Steckverbindungen geprüft. Alles i.O. ☹ Ich habe dann beschlossen, die Vape auszubauen. Mit dem Rotor und der Stratoreinheit habe ich diesmal begonnen. Nachdem ich die Stratoreinheit in meinen Händen hielt, schielte mich der Draht vom weißen Kabel, welches die Stratoreinheit mit dem Sensor verbindet, an. Das Kable war an dieser Stelle zusammen gelötet worden. Die feste Lötstelle hatte sich durch die angebrachte Isolierung gearbeitet und war erneut gebrochen. Die Bruchstelle befand sich genau an der Stelle, an der das Kabel durch eine Engstelle im Gehäuse geführt wird. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich war, als ich das kaputte Kabel sah.
Und nun mach ich es kurz.
Das Kabel habe ich repariert und so verlegt, dass die Reparaturstelle nicht mehr am Gehäuse scheuern kann. Mit dem Jawa-Vergaser habe ich dann erneut eine
ERFOLGREICHE Probefahrt gemacht.
Die Ursache war also das Kabel für den Sensor. Ich vermute, dass anfangs die unisolierte Stelle Kontakt mit dem Motorgehäuse hatte und sich somit die Zündung ab einer bestimmten Drehzahl nicht korrekt verstellt hat. Durch die x-te Fummellei an den Kabeln ist diese Lötstelle dann endgültig gebrochen, sodass der Funke ausblieb.
Mein Problem ist / war gelöst, bis mir nach zwei herrlichen Ausfahrten erneut das Auslass-Ventil abbrach und den Kolben und Zylinderkopf in Jenseits beförderten.

Aber das ist eine andere Geschichte und hat mit dem ursprünglichen Problem nichts zu tun.