Guten Morgen ihr lieben. So nu isses soweit.
Ihr habt es geschafft. Genug geschrieben
Es folgt der letzte Tag meines Abenteuers.
Danke , daß wir zusammen nochmal die Strecke bewältigt haben.
Es war mir eine große Freude, meine Erlebnisse mit Euch teilen zu dürfen.
Ich bin schon ein wenig stolz, es wirklich geschafft zu haben und danke auch nochmals allen für den Zuspruch !!!
Betrachtet bitte diesen Reisebericht als meinen Beitrag zur AWO - Community.
Nachahmungen sind absolut und unbedingt erwünscht. Und ich gebe den Rat weiter. Macht es! Fahrt AWO! Erlebt was! Berichtet darüber!!!
Vielen Dank fürs zuhören/ mitlesen
Euer Bernde
Tag 25
23.06.2012 Danewitz, Zoblitz
Nach einem Stündchen Schlaf werde ich sanft von den Erzählungen der Danewitzer „Wurstschnibbeler“ geweckt. Raus aus den Federn! Langsam kommt Leben auf den Platz. Bei einem solchen Wetter werden heute sicher viele Gäste und Tagesbesucher mit ihren AWOs und EMWs kommen. Nach dem verregneten vorigen Jahr wünsche ich es dem Organisationsteam, das sich immer mit soviel Herzblut in der Sache engagiert und so eine tolle Feier auf die Beine stellt. Lecker Frühstück gibts von der Danewitzer Feuerwehr die ( bis auf die Gurken :-) ) preiswert und sehr freundlich zu uns sind. Der Tag ist erfüllt von Motorräder gucken, erzählen , ausruhen, Benzingespräche, wieder ausruhen und einfach mit netten bekannten und neu kennengelernten Leuten ungezwungen Spaß haben. Ab und zu kommt einer zu mir fragt mich aus und drückt seine Hochachtung vor „unserer Leistung“ aus. Ich bin freudig überrascht und gerührt, wieviele Leute doch mitgefiebert haben, daß die Reise gut geht. Nachmittag findet die Ausfahrt statt. Bis zum Highlight des Tages, dem „GS – Spezial“ auf einer Crossstrecke in der Nähe fahre ich mit. Und das lohnt sich echt. Heiko, Rene´ und ein paar andere zeigen eindrucksvoll, wie man eine AWO im Gelände bewegen kann. Unsere zwei „rennverrückten“ AWO-treiber , die sonst immer den Platz unsicher machen

(sorry, wenn ich eure Namen vergessen hab) fahren mit Serien-AWOs mit und das echt nicht schlecht. Einer muß das Rennen vorzeitig beenden, weil die Hupe nicht mehr aus geht. Für Fahrer und Zuschauer ist die Veranstaltung ein voller Erfolg, wie man deutlich auf den Gesichtern sehen kann.
Trotz aller Zerstreuung drängt nun das Heimweh immer mehr in den Vordergrund. Auf dem Heimweg von der Crossstrecke tanken Micha und ich und genehmigen uns noch ein Eis. Nachmittag gibts Bikerspiele und Geschicklichkeitsfahren. Wir chillen auf der Wiese und lassen noch bissl die Seele baumeln. Es gibt auch wieder Pokale zu verteilen. Dieses Mal fällt es schwer den besten Umbau zu küren. Einige sehr super gemachte Unikate präsentieren sich von ihrer schönsten Seite.
Diesmal darf sich Ralles knallrote „Johnnie Walker“ - AWO mit Musikbox im Anhänger mit dem Pokal „schönster Umbau“ schmücken. Der Pokal für den „größten Haufen“ geht an die Kamenzer. Auch meine Strecke wird mit 9070 km als „längste Anreise“ anerkannt und ich knie nieder, nachdem ich den Pokal überreicht bekomme. Für mich ein toller Moment, der micht sehr rührt. Noch ein paar letze Stunden ausruhen und quatschen mit Nick und Romy, Awonewbie und seinem Bruder, Rene´, Wroebe, Ekki und dann .... ich muß los ... halb acht packe ich meine Sache zusammen und viertel neun verabschieden wir uns. Mir wird ganz schön mulmig, weil alle so herzlich zu mir sind und die Worte fallen etwas schwer, nicht nur mir...
DENN ... das Ziel gilt es noch zu erreichen! UND LOS! Ein letzter Winker und die letzte Etappe beginnt. Wir lassen es wieder ruhig mit 60 bis 70 km/h angehen. Kurz vor Schluß soll doch nicht noch was kaputt gehen. Es folgt die schwierigste Etappe der Fahrt. Die Gedanken über die vergangenen 3 Wochen kreiseln wie verrückt im Kopf und dazu kommt eine Bettschwere, wie ich die ganze Reise über kaum mal hatte. Gefühlt muß ich alle 20 km anhalten und Liegestütze machen . Wie oft es wirklich war ... keinen Schimmer. In Roggosen verlasse ich die Autobahn und ab Rietschen bin ich wieder putzmunter. Die Vorfreude steigt in mir hoch und ich singe vor mich hin. Niesky: noch 15 km. Ich möchte Vollgas fahren, reiße mich aber zusammen. Es riecht verdammt gut nach Heimat. Kleinradmeritz: noch 5 km. Wir fahren an dem ersten Feldstück vorbei, wo ich dieses Jahr Wintergerste angebaut habe. Der Dachs, der auf dem Feld seit Jahren seinen Bau hat, läuft wackelnd vor mir auf der Straße und verwschwindet zwischen den Halmen. In der nächsten Kurve wird der Klang plötzlich kerniger und ich realisiere, daß sich 2 km vor zu Hause noch das Innenleben meines Auspuffs verabschiedet hat. Gut, dann hören mich wenigstens alle, wenn ich ankomme. Sonntagmorgen halb zwei biegen wir in die kleine Straße ein, die zum Hof führt. Langsam, aber total aufgeregt. Ich sehe Elis unseren lieben Schäferhund verschlafen und ohne zu bellen durchs Tor binzeln. Sie erkennt mich, legt sich vor mir hin und fordert rückwirkend drei Wochen Streicheleinheiten am Stück ein. Ich stelle meine treue Reisegefährtin unter die großen Kastanien. Ein sanfter Klaps auf den Tank, ein leises „DANKE !“. Dann nehme ich das Rentierfell und den schmiedeeisernen Kerzenständer an mich und schleiche hinauf. Keiner entdeckt mich, bis ich direkt vor Anjas Bett stehe. Sie bemerkt mich nach einer Weile. Ich falle auf die Knie und ... für Minuten sind keine Worte nötig ... .
Danke für dein abermaliges „JA“ !
Dein Bernd