danke uwe für die blumen. freut mich , daß es gefällt!
Tag 16
14.06.12 (349km) Start 6:30 Aavasaksa, Haparanda, Jävre
Aufwachen! Die Sonne lacht. Halb 5 pelle ich mich aus dem Bett. Es bricht ein herrlicher Tag an. Kein Wölkchen, ein blau, daß es fast weh tut und sehr angenehme Temperaturen warten nur darauf, den Tag zu einem wunderbaren Reisetag werden zu lassen. Ein Katzensprung bis zur schwedischen Grenze und über einen mächtigen, ruhig dahinströmenden Fluß. Der Tana ist der Grenzfluß zwischen Schweden und Finnland. Ihm folge ich in südlicher Richtung auf der schwedischen Seite. Trotz der Unaufgeregtheit mit der die Wassermassen an uns vorbeiströmen, hat man den Eindruck, daß unheimliche Kraft unter der Oberfläche steckt. Wie auf dem Fluß lasse ich mich auf der E99 in Richtung Haparanda treiben. Die Gemütlichkeit wird aber jäh unterbrochen, als ein Baustellenschild auftaucht und sowas wie „schlechte Straße“ verkündet. Schotterpiste wäre wohl das bessere Wort. 2 mal für jeweils 10km hoppelts nicht nur mehr sondern ich werde auch noch von unten naß. Damits nicht so staubt, haben die da irgenwelches Zeugs gesprüht, daß aber auch nicht wieder trocknet, die ganze Karre ist binnen weniger Minuten so verdreckt, wie die ganze Fahrt bisher nicht und ich auch. In Haparanda tanke ich und kaufe Zahnpasta. Die andere liegt sicher in Finnland in der ersten Hütte. Es sprechen mich gleich mehrere Leute an. Einer hat grad gestern den Motorradführerschein bestanden und findet jetzt wahrscheinlich jedes Bike toll. Er ruft gleich die gerade aussteigenden Polizisten herbei, ob sie sowas schonmal gesehen hätten. Während ich mein leckeres Daim –Pistatieneis ( he, warum gibts das eigentlich nicht bei uns ) esse und mich mit den Polizeiern unterhalte ist gleich wieder ne halbe Stunde verquatscht. Verhaftet werde ich auch nicht. Hab ja den neuen Reifen drauf und Licht geht auch. Wieder halte ich mich an der E4 in Richtung Umea. In Ranea mache ich nochmal einen „Schlenker“und fahre eine Route an einem Fluß entlang. Von weitem sieht dieser ja ganz gemächlich aus, aber als ich auf der Brücke stehe, sehe ich, daß die Strömung sehr groß ist. Es geht durch den Wald eine Schotterpiste entlang, Diese ist aber topfeben und fährt sich fast wie eine Asphaltstraße. Über Boden in Richtung Lulea halte ich schließlich wieder auf die E4 zu. Die Straße fährt sich gut und ist nicht so eintönig wie ich befürchtet habe. Die Sonne bringt wieder Farbe ins Spiel. Hier tut sich grün und gelb vor dem blau des Himmel besonders hervor. Da die Straßenführung sagen wir mal nicht so „schwierig“ ist, wie in Norwegen werde ich schneller müdiglich. Daher wähle ich meine Musik etwas „straffer“. Green Day, Bullet for my Valentine und die geliebten Guanos müßen wieder ran. Dann übermannt es mich doch und es gibt einen 15 minutigen 5 Minuten – Schlaf auf einer Wiese. Los hoch! AWO fahren! Sagt jemand ... Klar gerne, nur die Augen müßen noch auf gehen. Ein paar mal sehe ich etwa mir unbekannte,taubengroße Vögel mit langen gebogenen Schnäbeln und braunem Gefieder am Straßenrand, die vom geknatter hochschrecken. In Jävre schließlich suche ich mir eine Bleibe. An der Shell tanke direkt an der E4 ist auch gleichzeitig die Rezeption eines Hüttendorfes, Einer netten Frau mit flotter blonder Kurzhaarfrisur (ich glaube DAS könnte die typische Durchschnittsschwedin aus dem Fernsehen sein, wenn man auf solche Typisierung steht :-\ ) lege ich meinen „Hüttenwunsch“ dar und daß ich nur noch Dusche und Bett brauch. Sie hat ein Einsehen

und nachdem 600SEK den Besitzer gewechselt haben fahren wir zu dem Platz rund 300m von derTankstelle entfernt. Mich erwartet eine sehr saubere Anlage mit neuwertigen Hütten und einem tadellosen Interieur samt Balkon, Dusche und Küche. Noch ein kurzer Plausch und sie fährt wieder zurück. Da ich heute etwas eher „ Schluß“ gemacht habe, bleibt bei bestem Wetter genug Zeit um dieses eklige salzig, klebrige Gelumpe von dieser Baustelle von AWO und Klamotten abzuwaschen. Bin ja nicht so der Putzfanatiker, aber das Zeug mußte runter. Wer weiß, sonst hätte das Aluminium vom Beiwagen vielleicht ein Loch gehabt, wenn ich zu Hause angekommen wäre.
Ja, was ist noch so passiert? Achso, die norwegische Telefonkarte ist runter, aufladen geht hier in Schweden nicht ohne weiteres und selbst der Aufladeservice geht nicht mehr anzurufen. Könnte ich gleich in die Ecke schmeißen.... ABER wir haben ja Urlaub und alle Ziet der Welt was neues zu besorgen. Nu noch schnell unter die Dusche gesprungen und dann ist Feierabend. Ein Zitronenmelisse - Teechen mache ich mir noch, haue mich hin und gucke den Kultfilm von den Wachowsky Brüdern. Animatrix. Laßt mal noch 50 Jahre vergehen und auch dieser „Science fiction“ - Anime wird so nahe an der Wirklichkeit sein, daß einem jetzt schon bei dem Gedanken daran die Gänsehaut den Nacken hochkriecht. Denn eigentlich wissen wir alle, der Mensch ist kein Säugetier. Seinem Verhalten nach verhält er sich eher wie ein Virus. Er zieht in ( oder besetzt eine )bestimmte Region, verändert sie zu seinem ( und nur seinem ) Vorteil, beutet sie aus und wenn nix mehr zu holen ist, zieht er weiter.
CUT
Es tut mir leid, bin abgeschweift. Zähle ja auch dazu und muß nichtden Apostel spielen, sondern selber an der Nase ziehen.
Technisches:
Kerze geprüft
Dreck abgewaschen
mechanisch lauter werdender Motor (Beobachtung von gestern) ist unverändert. Tippe mit meiner wenigen Erfahrung darauf, daß der Kloben vielleicht etwas kippelt