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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Mi 18. Jul 2012, 20:35
von scania2008
Hi einfach genial was du erlebst und wie du das beschreibst.Meine Hochachtung,schon mal mit dem Gedanke gespielt, ein Buch zu schreiben?
Gruß Jens

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Do 19. Jul 2012, 22:48
von Bernde
Tag 9

07.06.12 (338km ohne die Fährstrecke ) Start 7:00 Remnes, Levang, Nesna. Kilboghamn, Jektvika, RV17 bis Bodö, Moskens, A

Ein verregneter Morgen. Nach einer kurzen, nicht all zu gemütlichen Nacht ( das Schaffell eignet sich doch besser zum sitzen als zum drauf schlafen) freue ich mich dennoch über den tollen Panoramablick aus meinem Hüttchen heraus und schmeiße erstmal den Benzinkocher an. 1l Wasser ist in 3 – 4 min am kochen. Mein Emailletippel für IMNU ist in ner knappen Minute heiß. Nebenbei ist die Hütte auch mit warm geworden. Das Bild meiner Family kriegt heute einen Ehrenplatz neben einer Kerze. Bevor heut die Reise wieder losgeht noch ein paar Gedanken an die „daheimgebliebenen“, ohne die ich jetzt auch nicht hier wäre.
Wenn ich auf die Karte schaue, wird mir klar, heute ist der Fährentag. Die erste erwartet mich schon 8:30 und irgendwie schaffe ich es ohne große Planspiele immer gerade richtig da zu sein. Nach 5 min schon öffnet der Kahn sein Maul und es wird eingestapelt.. Motorräder ( auch mit Beiwagen ) kommen in der Regel recht günstig mit, denn es geht nach Länge. Keine 20 Minuten und wir legen in Nesna wieder an. Die RV 17 zieht sich nahe der Küste um den Sorfjord herum. Auf dem Weg nach Norden sollte man, wenn man Zeit hat die RV17 der E6 unbedingt vorziehen, Es ist eine der schönsten in diesem Areal. Hätte ich den Tip eher bekommen, so wäre bereits in Grong abgebogen und eher der 17 gefolgt. So habe ich Bronnoysund knapp verfehlt. Dort gibt’s unter anderem den Torghatten, ein ungefähr 300m hoher Berg mit einem natürlichen Loch drin. Unterwegs an einer Tankstelle gibt’s wieder nen heißen Kakao und ein nettes Gespräch mit dem Kassierer, dem ich mein Leid wegen der noch nicht vorhandenen MMS – Funktion meines Handtelefons ( Sonim Outdoor ) klage. Er sieht es sich staunend an und meint, sowas hätte er noch nie gesehen. Gleich darauf nimmt er seinen Hörer in die Hand und ruft bei dem Anbieter an. Auf norwegisch erklärt er welches Gerät und was nicht geht und 5 min und einen Tastendruck später verrichtet mein Handy auch den MMS – Versand klaglos. Cool. Als ich gehe spricht mich ein älterer Herr auf deutsch mit schönem Schweizer Akzent an. Er und seine Frau sind auch unterwegs zum Nordkap. Sein Sohn hat Skandinavien schon oft auch mit dem Motorrad bereist und ist der „Reiseleiter“. Und nun möchte auch er noch einmal ans „Ende der Welt“. Nach einem netten Gespräch verabschieden wir uns mit „Auf Wiedersehen“, denn wir ahnen das war nicht das letzte Mal. In Kilboghamn ist die Fähre gerade abgelegt und zirka eine dreiviertel Stunde Wartezeit. Es gibt einen Kiosk und ein Klo. Beides suche ich auf und im Warteraum sitzen …. die Schweizer und spielen Karten. Als der Kiosk öffnet hole ich mir ein leckeres Daim – Eis mit Krokant und verwickle die wie sich herausstellt polnische Dame, die den Kiosk bedient in ein Gespräch. Als ich erzähle , daß ich aus dem Dreiländereck bei Görlitz und Zittau komme, horcht sie auf , denn sie wohnte auf polnischer Seite ebenfalls nicht sehr weit entfernt. So wird es eine recht lustige Plauderei. Zwischen Wetter, polnischen Dieben und verschiedenen Mentalitäten innerhalb Norwegens verfliegt die Wartezeit, während ich durchs Fenster immer einen Blick auf meine Gutste hab. Gerade eben interessiert sich ein deutsches Päärchen, die aus einem „MOL“ - beschilderten Ford aussteigen, für die AWO. Noch 5min Zeit auch dort ins Gespräch zu kommen. Die Fähre legt an und das Ent - und Beladen beginnt. Diesmal bekomme ich nen Gurt in die Hand gedrückt zum Maschine sichern. Die Überfahrt wird ca eine Stunde dauern und wir werden den Polarkreis überqueren. Vom Schiff aufs Festland zu schauen, ist teilweise noch atemberaubender als anders herum. Der Wind ist sehr frisch, aber die Sonne lugt ein wenig hervor. Ein Schwarm Gänse zieht in militärischer Ordnung dicht über dem Wasser am Schiff vorbei. Ich hole mir ein Sandwich und ein Eis. Als ich noch nen Kakao bestellen will, erinnert mich die freundliche Bedienung höflich, daß wir in Kürze anlegen werden. Die Zeit ist verrannt wie nix und ich habe zu tun, mein Eis runter zu schlingen. Schon ertönt die Aufforderung, sich zu den Fahrzeugen zu begeben. Sandwich und Klamotten geschnappt und unter Deck. So schnell wie alle anderen Autos und LKWs raus sind, bin ich nicht fertig und schmeiße schnell alles auf den Beiwagen. Der „Entladungsbeauftragte“ hat ein Einsehen mit mir und wartet geduldig mit einem Lächeln. Kaum wieder auf festem Grund, kommen 2 ältere deutsche Herren aus dem Ruhrpott auf mich zu und texten mich zu, ob ich schon beim Elefantentreffen war und dass der eine auch so ne ähnliche BMW hat. Ist ja ganz nett, aber ich bin noch voll mit dem entwirren und verstauen meiner eilig gerafften Sachen beschäftigt und höre so nur halb hin. Der kleine Ort wo die Fähre anlegt, ist umrahmt von hohen Bergen und die hindurchführende Straße entsprechend „schlangenartig“. Rechts der RV17 erstreckt sich der Svartisen NationalPark mit dem nach dem Jostedalsbreen zweitgrößten Inlandeis in Norwegen. Eine der Gletscherzungen reicht, was eher ungewöhnlich ist, direkt bis in den Fjord. Man kann diese vom Schiff aus der Nähe besichtigen. Ich begnüge mich mit dem „Cinemascope – Format“ aus der Ferne. Die Straße trägt mich weiter Richtung Bodö. Die engste Stelle zwischen Salt – und Skjerstadfjord überspannt eine elegant gebogene Brücke, unter welcher der „Saltstraumen“- Gezeitenstrom hindurch fließt. Dies ist der weltweit stärkste Gezeitenstrom. Hier spielt sich alle 6 Stunden ein besonderes Schauspiel ab, denn es fließen während einem einzigen Gezeitenwechsel bis zu 400 Millionen Kubikmeter Wasser hin und her. Es bilden sich richtige Strudel an den Rändern und das Wasser schießt mit bis zu 40 km/h da durch. Als ich die Brücke überquere, ist das Spektakel bereits abgeklungen und man sieht nur noch ganz leicht die Verwirbelungen. Bei Loding geht die RV17 in die 80 über und ich halte mich in Richtung Bodö. Das Fährterminal zu finden ist nicht schwierig, die Schilder eindeutig. Da ich ja etwas planlos bin, was den Fahrplan anbetrifft, bin ich umso erfreuter eine relativ große Ansammlung an Autos, LKWs und Bobilen ( norw. für Wohnmobil ) wartet bereits und ich treffe „alte“ Bekannte wieder. Das Päärchen aus dem brandenburgischen steht und wartet direkt vor mir. Abendbrot.. Wir teilen unsere paar „Habseeligkeiten“, Astronautenkaviar gegen ein Paar Wiener mit Ketchup. Bald hält ein Wohnmobil aus Rügen hinter uns und nach 5 minuten gibt’s die erste „größere“ deutschsprachige Zusammenkunft auf meiner Reise in Skandinavien. Die Kassiererin kommt vorbei um das Geld für die Überfahrt von uns abzuverlangen. So kriege ich live mit, wie das Päärchen nicht schlecht staunt, daß das Auto über 700NOK kosten soll. Der Bobilfahrer kippt bei über 2000NOK bald aus den Latschen und ich frohlocke bei einem zehntel des Preises für mich und meine „old Lady“. Zu allem Überfluss darf/ soll ich mich ganz vorne vor allen anderen anstellen. Einmal Pole position für die AWO. Auf der Fähre ganz vorne rechts schnalle ich meine Gafährtin wieder fest. Und ab aufs Sonnendeck. Während der Überfahrt darf keiner auf dem Fahrzeugdeck sein. Jetzt hatte ich 4 Stunden chillen und ne Mütze voll Schlaf geplant. Es gibt aber viel zu viel zu erzählen mit den wiedergetroffenen Schweizer Leuten und dem MOL – Päärchen. Während des ablegens aus dem Hafen stehen wir am Heck und schauen zu, wie sich das Festlad langsam entfernt. Noch eine Kurve und dann geht’s los. Für Umweltfschutzfanatiker müßen die schwarzen Abgaswolken, die beim hochdrehen der Maschinen aus beiden Schloten stoßen eher nicht das Highlight der Reise sein. Man spürt förmlich die unheimliche Kraft die das große Schiff immer schneller durch die ruhige See schiebt. Für mich Gänsekombi – Feeling. Bald sind wir auf offener See und recht schnell unterwegs. Ich hab mich in der Mitte hingesetzt und beobachte wie das Schiff leicht von Backbord nach Steuerbord hin und her rollt. Die meisten Menschen schauen kurz und verschwinden schnell wieder in der warmen Lounge. Das Festland und die Erhebungen an der Küste entlang, deren Spitzen durch eine tief hängende Wolkendecke verhüllt sind, werden kleiner. Ab und an schafft es ein Sonnenstrahl hindurch und gibt ein Schlaglicht auf einen der wie Wächter aufgereihten Berge. Ich bin gleichzeitig aufgekratzt, geschafft durch die über 320 km , die heute hinter mir liegen und tiefenentspannt durch den sonoren Klang der Maschinen und … DAS NORDMEER... Gut, daß ich die Motorradklamotten an behalten hab. So halte ich es eine ganze Weile alleine an Deck aus und keiner behelligt mich mit meinen Gedanken. Als die Inselkette der Lofoten in Sicht kommt, füllt scih das Deck trotz eisigen Windes wieder. Kein Wunder. Was mir dazu einfällt: FAHRT SELBER DORTHIN UND MACHT DIE AUGEN AUF. Man ist eben einfach überwältigt. Die Mitternachtssonne ( die erste, die ich überhaupt in meinem Leben erblicke )trägt ihren Teil zu diesem Spiel aus Wolken, Meer, Licht und Felsen bei. Grandios! Sorry an der Stelle, wenn ich mal bissl zu sehr ins schwärmen gerate, aber ich hab das echt so empfunden. Das Entladen dagegen ist wieder durch geschäftiges Fuchteln und rangieren geprägt. Ich fahre als letzter raus, habe so diesmal genüg Zeit um mich anzuziehen und ein Einweiser verabschiedet mich noch mit für diese Uhrzeit sehr nettem (das galt mir ) und anerkennenden ( das galt der AWO )Lächeln und einer Hand zum Gruß. Es ist zwischen halb und um 12 nachts. Es ist trotz Wolken so hell, daß man ohne Probleme ohne Blitz fotografieren kann. 2 Jungs, die vorbei kommen frage ich nach einer Unterkunft. Sie überlegen kurz, der eine holt ein Telefon raus und gibt mir eine Nummer von ihrem Kumpel, der im Restaurant Brygge in A, dem Ort mit nur einem Buchstaben arbeitet. Der ist tatsächlich um 0:00 noch zu erreichen und so bekomme ich für 600NOK ( Lofoten – Touri – Sonderkondition ) eine sehr schöne , saubere Unterkunft im westlichsten Ort ( gut, die vorgelagerten Inseln Mosken, Vaeroy, Rost und Storfjellet gehören auch noch dazu ) der Lofoten in einem der dort typischen, Rorbu genannten , auf Pfählen stehenden Häusern. Die AWO darf direkt davor auf den Planken stehen. Vom Zimmer mit lichtundurchlässigen Gardinen und malerischer Aussicht auf den Bootshafen beobachte ich noch kurz, wie die Jungs, die mir bei der Zimmerfindung behilflich waren Fische sortieren und ausnehmen. Übrigens hatte ich hier das beste Bett der Reise. Hatte ich das irgendwo schonmal geschrieben? Kann sein und kann auch nochmal vorkommen, da ich diesen Titel mehrmals hätte vergeben können! Da eigentlich ja schon Tag 10 angebrochen ist, verschiebe ich den Service am Motorrad auf den Morgen und schlafe nach einer warmen Dusche, einem Schluck Wasser und ein paar Bissen Brot seelig ein. Hätte nicht gedacht heute schon bis hierher zu kommen

Technisches:
leichtes klingeln beim Vollgas geben ( z.B. an Steigungen) … 98er Sprit und es hört sich besser an
Ventilspiel geprüft … ok
Motoröl aufgefüllt ,,, das ist jeden Tag wichtig, nachzusehen bei der Dauerbelastung auf den Motor

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Fr 20. Jul 2012, 18:12
von Alex425
das geht ja Schlag auf Schlag hier! ;;;;;;;

Gibts schon Fortschritte mit den Bildern? :P

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Fr 20. Jul 2012, 22:42
von Omi K. Rdan
Tut mir ja Leid, wenn ich mich wiederhole, aber "einfach nur schööön"... mehr gibts zu Deinen Berichten nicht zu sagen und ich freu mich auf alle weiteren und auch auf die Bilder!

Schönes Wochenende an alle!
*romy*

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Mo 23. Jul 2012, 07:57
von Bernde
guten morgen. pünktlich zu wochenbeginn mal wieder was zum schmökern.als denn gute reise weiterhin ;-)

Tag 10

08.06.12 (327km) Start 10:00 A, Leknes, Svolvaer, Bogen

Guten Morgen. Und es ist ein schöner, sonniger und frischer Morgen. Am Haus gegenüber nisten viele Möven und das Gezeter ist nicht zu überhören. Die roten blauen, gelben und weißen Häuser mit meist weißen Fenster – und Türeinfassungen leuchten in der Sonne und heben sich wie bunte Farbkleckse von der Umgebung ab. Die Inselkette präsentiert sich heute von ihrem „sanften“ Seite. Ich mache den Service heute etwas auf dem Präsentierteller direkt vor dem Restaurant und dessen Insassen. Die gucken belustigt, als ich den Benzinkocher anmache und mein ImNu – Wasser erhitze, während ich Öl auffülle und Ventilspiel kontrolliere. Hier ist Obacht geboten, denn durch die Ritzen der Planken kann sich Werkzeug und Kleinteile schnell auf Nimmerwiedersehen nach unten verabschieden. Passend zum Gezeter der Möven gesellen sich die lauten Stimmen von deutschen Touri´s die nicht grüßen, die AWO aber „geil“ finden. Einer schalmeit seinen Freunden nach, sehr selbstsicher, auch mal was zu wissen: „Ey, das ist doch ne alte SIMMONS“. Aber wenigstens haben sie ihren Spaß ... „eat, sleep, go fishing“ …
Die Lofoten sind eine der Regionen in denen man, beonders bei Kaiserwetter, mit der AWO besonders schwierig voran kommt. Einfach weil man überall anhalten MUSS!!! Es gibt einfach um jede Ecke eine neue „schönste Aussicht“. Nicht ohne Grund wollen hier alle hin. Vielleicht mehr wegen der fantastischen Landschaft als wegen dem Geruch. Überall hängen Fische zu hunderten zum trocknen an hölzernen Gestellen. Torfisk. Manch ein zartes Näschen wird sich wohl dran stören, ich finds passend, Heute im Einkaufsladen hab ich mir mal eine Packung zum probieren geholt. Schmeckt nicht übel und ist sehr gesund. Nur das essen ist etwas schwierig, weils hart ist. Unterwegs mache ich halt an einer Bucht mit richtig weißem Sandstrand. Zum Baden lädt die kalte Luft zwar nicht ein, aber für ein Foto reichts. Ich hatte mich auch in letzter Zeit über ein geringes kippeln des Beiwagens gewundert. Heute sehe ich die Ursache: der obere Befestigungspunkt des Beiwagens ist locker. Ein kurzer Halt an einem Bauernhof mit Milchvieh und dem größten Schlepper, den ich auf den Lofoten sehen konnte ( ein John Deere 6930 ähnlich meinem eigenen). Werkzeug raus, Auge festgezogen, Werkzeug rein, Foto machen, weiter. In einem größeren Ort ( bin nicht mehr sicher ob Leknes oder Svolvaer ) hole ich mir in einem expert – Elektroladen einen Speicherstick und lasse mir gleich wieder alle Bilder sichern. Auf meine Frage was ich schuldig bin für die Datensicherung lächelt er und meint „this service is for free“. Dafür war der stick ja teuer genug. Auf dem Parkplatz dann die erste Fehlzündung in Skandinavien. Zwei Frauen, die zufällig hinter mir entlang liefen; Schock. Zwei Männer, bei der Mittagspause, die am Eingang vor mir standen; Freude und Daumen hoch. Ein kurzes „sorry“ zu den Damen und ich fahre los. Unterwegs mache heute mal ein kleines Mittagsschläfchen an einer Haltebucht zu Füßen des Moysalen Nationalparks. Ruck zuck bin ich weggenickt. Als die Sonne hinter einer Wolke verschwindet, wird’s etwas frischer um die Nase und ich werde munter. Eine halbe Stunde reicht und frisch geht’s weiter. Es fährt sich gut heute, aber die Eindrücke der Lofoten, welche ich nun fast hinter mir lasse tun das ihre und so ist die Müdigkeit bald wieder da. In Bogen, einem kleinen direkt an der E10, und schön an einem Ausläufer des Ofotfjords gelegenen Örtchen fahre ich zunächst vorbei, weil ich keine Lust auf Hotel hab. Etwas weiter sehe ich dann ein im Umbau begriffenes ehemaliges Wirtshaus, an dem „Rom“ und „Hostel“ steht. Das passt mir gut. Vor dem Haus auf einer Bank sitzen 2 Männer und diskutieren angeregt. Einer gibt sich schmunzelnd als Besitzer zu erkennen um mir gleich einen Platz anzubieten. Ein paar Minuten später bin ich voll ins Gespräch integriert und meine Unterkunft ist zweitrangig, da er sowieso was frei hat. Es geht um norwegische Wasserkraft, deutschen Atomstrom, die verlogene Politik und was wäre, wenn alles zusammenbricht.. Nebenbei zeigt er mir stolz seinen alten rostigen Bolinder – Munktell Traktor und berichtet, der Präsident vom „Rolling Anarchy“ - Motorradklub aus Moskau und seine Kumpels die hier einmal übernachtethaben, hätten den Trekker toll gefunden. Da aber kein Logo mehr auf der Motorhaube war, haben sie einen Klubaufkleber an der Stelle draufgeklebt, als Erinnerung. Eine Stunde später ( gefühlte 10 min ) liegen meine Klamotten immernoch so rum wie, wo ich angekommen bin. Nun aber fix, ehe der Einkaufsladen zu macht, etwas zu essen holen und Bargeld von der Minibank. Er nimmt mich mit, wir einigen uns auf 350NOK und ich hole ihm das bare. Ich hole Torfisk zum probieren und 2 Flaschen Wasser . Er findet gut, daß ich den getrockneten Fisch genommen hab, lacht aber beim Wasser und meint, daß in Norwegen nur Touristen Wasser kaufen würden. Wieder zurück, bekomme ich mein Zimmer zugewiesen. Ein wirklich gemütliches kleines Räumchen mit Bett, knuffigem Ledersessel und Panoramablick ( Schon wieder? JA! Schön! ) auf den Fjord. Wenn man hier nicht die Seele baumeln lassen kann, wo dann. Beim Abendbrot mit Torfisk, Kaviar, Kartoffelbrot, Tee und Butterkeksen bringt der Herr des Hauses die nächsten Gäste. Tschechen, hier Angelurlaub machen wollen aber fälschlicherweise im „HOTEL Bogen“ Einlaß begehrten. Dort wurden sie abgelehnt , ohne in Kenntnis gesetzt zu werden, daß es ja auch noch das „HOSTEL Bogen gibt“. Ich höre wie der Mann seinen Gäste erzählt, daß es auch hier im Fjord reiche Fischschwärme gäbe. Ein deutscher Tourist hätte eben erst gestern nahe der kleinen Insel Delphine gesehen und daß wäre ein sicheres Zeichen für guten Fisch. Die Tschechen sind sichtlich begeistert und machen gleich aus, auf dem Heimweg wieder vorbei und noch ein zwei Tage länger zu bleiben und hier zu fischen. Die Ruhe ist zwar durch meine glaube ich feiernden tschechischen Nachbarn nicht mehr ganz so durchdringend, aber dennoch schlafe ich nach wenigen Takten „Schiller“ ein.

Technisches:
oberes Befestigungsauge beim Beiwagen locker … festgezogen
Reifen hinten nimmt beachtlich schnell ab … weiterfahren und beobachten
eine Speiche vorn gebrochen, nur durch Ausfall des digitalen Tachos bemerkt, da ausgerechnet dort der Gebermagnet dran war … gewechselt ( eine von Bastis Speichen aus Danewitz 2011. Danke Basti )
Öl

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Mo 23. Jul 2012, 08:00
von Bernde
und hier mal nen ganz kleiner vorgeschmack. mit den bildern hab ich mir was ausgedacht, das dauert aber noch bissl. also wird hier nur ganz sporadisch was zu sehen sein. sorry dafür ( ERSTMAL ) ;-)
hier bin ich in ängelholm, wo ich gleich am strand schlafen werde....... Ein Tag am Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeer......

lg euer bernde

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Mo 23. Jul 2012, 18:37
von schraubaudi
Einfach nur geil

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Mo 23. Jul 2012, 18:43
von Rossi
hammer Foto, falls du mal welche bearbeitet haben möchtest, meld dich einfach :)

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Di 24. Jul 2012, 00:13
von Hampton
....sensationell deine Berichterstattung und dein Foto...

Du schreibst so bildhaft, dass man sich direkt in die Reise und in deine Eindrücke etwas hineinversetzen kann. Ich sehe beim Lesen die unterschiedlich farbigen Häuser und spüre die Stille am Meer. Wenn ich mir dazu noch den Sound der AWO denke, war es wirklich eine perfekte Zeit. Es ist toll wenn man etwas allein nur für sich macht und es nicht direkt mit jemanden teilen kann, du lässt deshalb alle anderen an diesen Erlebnissen teilhaben. Dafür vielen Dank...

Denke bitte an unseren Kalender, da ist doch bestimmt das eine oder andre Motiv drin oder?

Gute und sichere Weiterreise..wohin sie auch das nächste mal gehen soll... :D

Grüsse Andre

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Verfasst: Di 24. Jul 2012, 10:31
von Bernde
schnell noch eins vom aurlandsvegen ( auch "eisweg" )
und danke für eure netten worte
so können doch einige die reise wenigstens im kopf mit fahren
lg bernde