Probleme Einbau Vorderrad

Felgen, Speichen, Bremsbeläge, Bremsankerplatten, Reifen & Schläuche, Steckachsen, Bremstrommel, Radlager
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peter-gl
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von peter-gl »

Hallo,
der Auswuchtbock eignet sich nur für das statische Auswuchten, der Bock ist für das Vorderrad überflüssig. Das Hinterrad müsste man auf der Steckachse entsprechend lagern. Aber die "seitliche" Unwucht ist nicht zu vernachlässigen (am Hinterrad schon). Eiert der Lenker bei Kurvenfahrt bei "guter" Auswuchtung, dann stimmt was nicht. Meistens ist es wohl eine verformte Felge. Das kann man mit entsprechendem Anziehen der Speichen -nicht!!- vollständig ausgleichen, Speichenbruchgefahr! Vielleicht hilft dann, das Blei (oder Lötzinn) auf den gegenüber liegenden Speichen zu plazieren. Vielleicht. Mein Vorderrad habe ich trotz langen Probierens nicht richtig hingekriegt. Usache: die Felge. Aber für Stürze reicht es nicht. Erlaubter Schlag vorn: 1 mm seitlich und 1 mm im Durchmesser, so sagt es die Werkstatt. Stimmts?
Peter.
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Jens425S
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von Jens425S »

Nein Peter,
der Auswuchtbock eignet sich hervorragend zum Zentrieren und Spannen der Felge.

Man kann wunderbar vermitteln!
Den Seiten- und den den Höhenschlag messen und schön vorsichtig ohne Verspannen die Speichen anziehen.

Ob die Felge verformt ist, lässt sich ebenso gut feststellen.
Leicht verzogene Felgen kann man gut, durch entsprechend differenziertes Spannen ausgleichen. Eine Felge die einen richtigen Schlag hat, lässt sich so natürlich nicht "reparieren". Das ist richtig.
Ehe aber eine neue Speiche, bei zu kräftigem Versuch, des Ausgleiches bricht, verzieht man eher die Nabe.

Also, der einzige vernünftige Weg ist, bei nur leicht angezogenen Steichen, so lange zu vermitteln, bis es passt.
Und erst dann die Speichen gleichmäßig spannen.

Eine grobe Unwucht, lässt sich statisch auch gut feststellen.
Denn so statisch, muss man einen Auswuchtbock gar nicht benutzen.
Und es ist echt angenehm so zu arbeiten.

Ich habe inzwischen sogar schon einen unrunden Bremsring, mit tiefen Riefen, schön rund gekommen.
Dazu habe ich eine (neuwertig) scharfe Feile, so auf den Auswuchtbock gespannt, dass die Feile mit der scharfen Kante gerade eben auf dem Bremsring, auf der höchsten Stelle aufliegt.
Dann das Rad (von Hand) fest gedreht, bis sich Späne abgehoben haben. Anschließend die Feile immer wieder weiter nachgestellt, bis die Unwucht heraus war.
Wenn man das ein bisschen geübt hat, trägt die Feile flächig Späne ab. Fast wie beim Ausdrehen, auf der Drehbank, aber mit der ganzen Fläche der Feilenkante.
Am Längsten dauert dabei das genaue rechtwinklige Ausrichten der Feile.

Wenn man das Ausrichten hin bekommt, erreicht man (auch in der Hobbygarage) ohne Drehbank, ordentliche Ergebnisse.
Viele Grüße
Jens

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peter-gl
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von peter-gl »

Hallo Jens! Eben gerade kam die Antwort rein.
Ich bin ja nicht gegen den Bock. Aber wenn man nur ein Motorrad hat, braucht man auch nur einmal den Bock. Und dann steht er rum.- Aber mir ging es eigentlich um die Möglichkeit des dynamischen Auswuchtens, also auch um das Erkennen der unsichtbaren seitlichen Unwucht. Und die gibt es wohl nicht (?)- Die immer einseitig und nach innen verzogene Felge bringt den Reifen zum "Eiern" und erzeugt die seitliche Unwucht. Davon habe ich mittlerweile 4 Stück. Ursache ist da wohl das ungleichmäßige Speichenspannen vor 50-60 Jahren. Die Folge dieser Untat sind auch lange zirkuläre Einrisse an den Speichenlöchern der Naben. Ich wollte eine schon wegschmeißen, aber Bausoldat sagte: nein, die kann man wieder schweißen. Und eine weitere Folge, wie du sagtest, das Verziehen der Nabe samt Bremsring. Schönes Geratter beim Bremsen! Da habe ich erst das Rad mit Achse im Schraubstock eingespannt, gedreht und mit Lichtspaltprüfung (z. B. Zollstock dem Bremsring nähern) die unrunden Stellen markiert, dann eine Bremsbacke mit mittelgrobem Schleifpapier beklebt und so lange gerieben, bis alles wirklich schön gleichmäßig war. Material-, Zeit- und Geduldverbrauch waren erheblich. Aber das Ausdrehenlassen irgendwo und das Beschaffen dann passender Bremsbacken sind auch nicht ohne. (Übrigens hatte ich das mit dem falschen Speicheneinziehen gleich gesehen, aber das schöne Rad! Und dann die Montiereisen dran usw., da habe ich lieber gewartet, bis sich einer meldet. Wenn nicht, hätte ich schon angeklopft.)
Peter.
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Jens425S
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von Jens425S »

Hallo Peter,
wir sind uns schon nicht ganz uneins.

Ich habe meinen Auswuchtbock jetzt ca. 2 Jahre und ich habe bisher nicht bereut, ihn gekauft zu haben.
Ich habe auch eine Menge gelernt, weil ich mich selbst mit den Rädern beschäftigen kann. Mich nicht ärgern muss, dass billige Speichen, auch noch falsch herum eingebaut wurden usw.

Ich fahre aber auch Gespann.
Und ich fahre nicht gerade zaghaft, gern hier rings um in den Gebirgen, mit vielen Serpentinen.
Da fliegt einem alles was nichts taugt direkt um die Ohren.

Also habe ich, bis vor ca. 1,5 Jahren mächtig oft gebrochene Speichen, vor allem am Hinterrad gehabt.
Seit ich nun weiß, dass es gute und schlechte Speichen gibt und all die anderen Macken, an den Rädern kennen gelernt habe, habe ich meine Räder alle mehrfach schon auf dem Bock gehabt.
Weil auch der Reifenverschleiß, bei den vielen harten Kurven hoch ist, habe ich Reserve Räder angeschafft und mein Auswuchtbock hat noch nie lange gestanden.
Die 70,-€, die der Bock gekostet hat, habe ich schon längst mehrfach eingespart, weil ich meine Räder nun selbst einspeichen kann.

Ich kaue eigentlich auch nur so lange auf dem Thema herum, weil ich denke, viele haben Angst vor dem Einspeichen.
Das ist aber völlig unnötig!
Mit etwas Geduld und dem richtigen Material, kann das jeder, der nicht 2 linke Hände hat.
Viele Grüße
Jens

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peter-gl
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von peter-gl »

Hallo Jens,
danke für die schöne Antwort. Aber du machst ja viel mit dem Bock. Dann ist der ja richtig. Aber ich mit dem Motorrad, das immerhin 20 Jahre jünger ist als ich? Diese Böcke stehen wohl in jeder Werkstatt, meistens auf der Fensterbank. Aber zu den Speichen: wirklich so viel Brüche, das verstehe ich nicht, ich hatte keinen einzigen, und die Straßen waren damals bestimmt nicht besser. Und selber eingespeicht hatte ich auch bald. Schließlich musste ja alles verchromt werden, obwohl das im Nachhinein keine so gute Idee war: Viel gefahren, schlechtes Wetter = Rost. (((( Brüche - doch ungleichmäßig und zu stark gespannt?? Ich kann mir das einfach nicht erklären!)))). - Aber nun die Erklärung zu den Felgenverformungen (aus meiner Sicht): Die Speichennippel sitzen nahe der Mitte der Felgenbreite. Wird da zu stark gezogen (natürlich dann auch an der Nabe), dann ist das so, als wenn ich eine geöffnete Tür versuche, sie durch Druck dicht an ihrer Einhängung zu schließen, die Bewegung ist da gering, aber am Schloss wohl schon mehr, denn ich will die Tür ja zukriegen! Und dann kommt der äußere Druck durchs Fahren dazu. Und dann auch noch die Zeit. - Das fiel mir eben so ein, und ich habe es selbst auch verstanden.
Es grüßt
Peter.
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Jens425S
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von Jens425S »

;-)

;;;;;;
Viele Grüße
Jens

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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von peter-gl »

Wohl doch schlecht erklärt?
Wollte sagen: wenig Verformung der Felge am Speichennippel (nicht sofort!) bedingt viel Verformung am Felgenhorn. Unfälle scheiden aus, das würde ich wissen. Was also sonst? Nun ist Schluss! Aber gibt es jemand, der die Felgen wieder richten kann?
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Bier schon intus.
P.
Crimson Head
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von Crimson Head »

Hallo liebe AWO Gemeinde,

ich muss diesen Beitrag mal kapern, da ich gerade an der gleichen Stelle wie Frank bin und zwei Fragen zum Verständniss habe.

Die Vorderradnabe habe ich montiert, ging alles soweit reibungslos.
Beim Einbau in die Gabel sind mir zwei Dinge aufgefallen:

1. Solange die Steckachse noch nicht angezogen ist dreht sich die Nabe frei auf der Achse. Wenn ich die Achse anziehe dreht sich die Nabe auch noch aber nicht mehr so frei und etwas straffer. Es schleift und klemmt nichts, es geht nur ein wenig straffer. Ich vermute mal die lager werden beim anziehen ein wenig verspannt, evtl. weil das Distanzrohr nicht merhr ganz taufrisch ist oder die Lagersitze in der Nabe nicht mehr 100%tig sind.

Kann man das tolerieren oder sollte sich die Nabe auch im gespannten Zustand absolut frei drehen?

2. die Bremsplatte steht im gespannten Zustand wie auch bei Frank etwas schräg, steht unten ab und oben ist sie fast bündig dran, schleift aber nicht .
Bild
ist das im Rahmen?
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psilie
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von psilie »

Kannst du dir die Fragen nicht selbst schon mit gesundem Menschenverstand beantworten?

Wenn du die Lager verspannst hast du auch mehr Reibung. Reibung erzeugt Wärme. Und zwar soviel, das da sogar die Lager blau anlaufen können. Dann läuft auch noch das Schmierfett raus und sie laufen trocken. Den Rest kannst dir sicher selber ausmalen.
Ich würd auch nicht mit ner verspannten Bremsankerplatte rumfahren.

Aber vlt. seh ich das alles auch nur zu verbissen und wenn die Awo eh mehr steht als fährt ist es auch völlig Wurscht ob sich und wie sich das Rad dreht. :-D
Gruß psilie.

www.rhythm-n-bikes.de

Aphorismensammlung! Such dir doch was aus!

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Jens425S
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Re: Probleme Einbau Vorderrad

Beitrag von Jens425S »

Nur mal so als kleine Randbemerkung;

Psille hat natürlich Recht!

Aber das merkst Du doch, ob Du die Lager verspannst!
- Beim Anziehen, der Achse, einfach die Nabe drehen.
- Dann merkst Du wenn es schwerer, oder zu schwer geht!
Und ich bin ziemlich sicher, wenn das der Fall wäre, würde das Abdeckblech (Teile Nr. 40665), mit dem äußeren Ring, an der Nabe schleifen. Denn das dreht sich nicht, aber die Nabe.

Das sich die Nabe, ohne dass die Achse angezogen ist, leichter dreht ist klar.
Denn die Lager (-Innensitze) drehen sich wirklich auf der Achse, so lange sie lose ist. Das geht auch nicht anders, sonst könntest Du die Achse gar nicht so leicht einbauen.
Oder???
Viele Grüße
Jens

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