Fertig!
Ungeachtet der Unkenrufe habe ich es nun hin bekommen. Die Federbeine dämpfen und federn wieder wie neu.
Es waren tatsächlich die kleinen Bohrungen im Kolben. Die waren teilweise verstopft.
Ich kenne die Vorgeschichte der Maschine nicht. Und die 35 Jahre in diversen Kellerräumen haben eben auch zum unbestimmten Zustand der einzelnen Teile meiner Sport beigetragen.
Zum Glück habe ich - auf Anraten meines Zahnarztes (Danke, Jörn!) - ein Sortiment dieser kleinen Interdentalbürsten im Haus. Die eignen sich ganz hervorragend auch für Dämpfer (nun aber wohl nicht mehr für Zähne).
Von der Existenz dieser 8 kleinen und so wichtigen Bohrungen erfuhr ich allerdings erst, als ich den mutigen (oder soll ich sagen: leichtfertigen?) Schritt unternahm, die Stellmuttern am Kolben nebst der 3 Federscheiben zu entfernen. Das wollte ich eigentlich vermeiden, wegen ... usw...
Wie die Mühle mit den nun "neuen" Federbeinen fährt, werde ich wohl erst im kommenden Frühjahr erfahren. So lange werde ich für den übrigen Kram wohl noch brauchen.
Aber: Das ist kein Problem, denn nun weiß ich, wie es funktioniert und kann die Einstellung der Dämpfer (als Bauteil der Federbeine) mit wenigen Handgriffen verändern. Das Einstellen ist allerdings ziemlich frickelig, da klitzekleine Bewegungen (Drehung von wenigen Grad) an der Stellmutter heftige Änderungen des Verhaltens mit sich bringen. Das Blöde an der Sache ist, dass die Dämpferelemente immer komplett zusammengebaut werden müssen, um den Effekt der Veränderung feststellen zu können.
Ich überlege, ob die Einstellerei mit etwas dickerem Öl, z.B. SAE 10W - wie ich es zuerst eingefüllt hatte, etwas einfacher wäre.
Tipp an Nachahmer: Seht zu, dass Euer Ölvorrat groß genug ist. Bei jeder Demontage gehen ca. 20 bis 50 ml verloren (je langsamer man den Kolben aus dem Dämpfungszylinder zieht, um so weniger geht verloren). Aus Sicherheitsgründen (irgendwelche Späne können immer auftreten - besonders am Gewindering) habe ich den Ölverlust immer mit jungfräulichem Öl aus der Flasche kompensiert.
Mal sehen. Auf jeden Fall werde ich meine Spannvorrichtung gut zugänglich einlagern. Nächstes Jahr werde ich dann zur Unterhaltung meiner Nachbarn ("Na, Du fährst eigentlich gar nicht so gerne. Du bastelst doch viel lieber.") die Federbeine (eventuell sogar mehrmals) nochmal abbauen um die Fahrwerksabstimmung zu optimieren.
Und was ich noch loswerden möchte bevor(!) das Gemecker wieder los geht:
Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass gewisse Leute nervös im Kreis rennen, wenn sich herausstellt, dass sich Expertenwissen relativ leicht durch Amateurerfahrung ersetzen lässt.

Ich nehme das auch nicht persönlich!
PS für Leute, die keine Ironie verstehen: Der letzte Absatz war definitiv nicht ironisch gemeint.