Nockenwelle erkennen

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altmeister
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Nockenwelle erkennen

Beitrag von altmeister »

Hallo in die Runde,
ich habe im Forum geschaut, habe aber nichts Eindeutiges gefunden. Vielleicht habe ich es auch überlesen?
Momentan suche ich einige Teile für meinen Sportmotor zusammen, der gummigelagert ist und nicht ganz vollständig.
Im Forum wurde geschrieben, dass es eine Nockenwelle für die Sport und zwei Nockenwellen für die Touren (Unterschiede) geben soll.
Frage: Wie erkenne ich eine Nockenwelle (optisch) von einer Sport Awo?
Lt. Stempelung und Prägung bin ich da Laie. Zumal nicht alle Nockenwellen Prägungen haben.
Welche würdet ihr empfehlen falls es Unterschiede gibt. Ich fahre kein Tuning, sondern Standart Quetschkopf, Flachkolben 15,5 PS. Habe mir lediglich einen Schmiedekolben von der Fa. Wahl zugelegt.
Nur bei der ,,richtigen'' Nockenwelle komme ich nicht weiter.
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AWO Scheune
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von AWO Scheune »

Es gibt ein paar verschiedene Nockenwellen für den AWO Motor.
Eine Falsche gibt es nicht, denn laufen wird er mit allen.
Bau eine mit intakten Lagersitzen und noch wichtiger mit guten Stößel Laufflächen ein.

Da du kein Tunig betreiben willst, brauchst du ja keine mit mehr Hub oder eine 40/80er.
Da ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, das du eine erwischst.
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scania2008
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von scania2008 »

Ja genau es gibt 3 verschiedene Nockenwellen . In den ersten Motoren der Touren gab es welche mit einer spitzeren Nockenform,die laufen aber wesentlich lauter. Dann gab es die normalen Tourenwellen die baugleich mit der im 14PS Sportmotor sind. Als 3. Nockenwelle gibt es noch die für den 15,5 Ps Sportmotor,sie erkennt man das der Einlassnocken etwas mehr gegen 11 Uhr steht gegenüber der 14PS (von der Keilnut aus geschaut).
Eine Kennzeichnung haben die Wellen meines Erachtens nicht. Man kann bloß vergleichen

Gruß Jens
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Edeltuning
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von Edeltuning »

Und im Fahrverhalten ist kein Unterschied erkennbar. Da haben geringfügig veränderte Einstellungen an Vergaser und Zündung mehr Auswirkungen. :idea:
Den Tip der helfen soll, gibt Dir der Minol Pirol.
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altmeister
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von altmeister »

Okay, zusammenfassend kann ich also feststellen, dass eine Nockenwelle für die 15,5 PS AWO erkennbar ist im Vergleich aber auch eine 14 PS Nockenwelle zu verwenden wäre. Die alte Nockenwelle (7 mm) eher ungeeignet ist.
Rätselhaft finde ich nur die teilweise unterschiedlichen Prägungen an verschiedenen Nockenwellen wie z.B. eine 12 oder eine 6. Manchmal eben aber auch nichts.
Danke aber schon einmal für die schnellen Antworten und die Unterstützung.
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krachbumm425
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von krachbumm425 »

Die NW sind mit Buchstaben von A bis D gestempelt.
Wahre Freiheit findet sich nur in der Gemeinschaft ehrenhafter Menschen, die, auch wenn sie keine Zuneigung zueinander haben, sich dennoch in den Handlungen des täglichen Lebens vertrauen. Nur Menschen niederster Gesinnung verstoßen gegen diesen ungeschriebenen Ehrenkodex.
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Edeltuning
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von Edeltuning »

Die Intelligenz weiß scheinbar doch noch mehr, was hier noch nie zur Sprache kam. :shock: >>>

Motortyp: M 425 T
Nockenwelle: „Touren-Nockenwelle“ (sanftere Steuerzeiten)
Diese Nockenwelle ist für gleichmäßigen Leerlauf, gutes Drehmoment und ruhigen Lauf ausgelegt.
10-50-50-10
Einlass öffnet: 10° vor OT
Einlass schließt: 50° nach UT
Auslass öffnet: 50° vor UT
Auslass schließt: 10° nach OT

Motortyp: M 425 S
Nockenwelle: „Sport-Nockenwelle“ (scharfere Steuerzeiten)
Diese Version erlaubt höhere Drehzahlen und mehr Leistung (ca. 14 PS statt 12 PS), auf Kosten von Leerlaufruhe und niedrigdrehmomentiger Fahrbarkeit.
20-60-60-20
Einlass öffnet: 20° vor OT
Einlass schließt: 60° nach UT
Auslass öffnet: 60° vor UT
Auslass schließt: 20° nach OT

Sonder- und Renn-Nockenwellen:
Für Werks- und Amateur-Rennmaschinen (z. B. AWO RS) gab es noch weiter geänderte Steuerzeiten.
Diese Nockenwellen wurden handgefertigt oder von Tunerbetrieben (z. B. Eisenach, Zschopau) angepasst.
30-70-70-30
Einlass öffnet: ca. 30–35° vor OT
Einlass schließt: ca. 70–75° nach UT
Auslass öffnet: ca. 70° vor UT
Auslass schließt: ca. 30° nach OT

Die Angabe 40–80–80–40 ist tatsächlich eine weitere bekannte Variante der AWO-Nockenwelle, und du hast völlig recht:
Das sind die Steuerzeiten in Grad Kurbelwinkel für eine schärfere (Renn- oder Sport-) Nockenwelle, wie sie z. B. in getunten AWO-Motoren oder Werks-Sportmodellen verwendet wurde.

Interpretation:
Diese 40–80–80–40-Nockenwelle ist deutlich schärfer:
Längere Öffnungszeiten → mehr Füllung bei hohen Drehzahlen
Große Überschneidung (80°) → gute Zylinder­spülung, aber unruhiger Leerlauf
Ideal für Renn- oder stark getunte AWO-Motoren, weniger für den Alltagsbetrieb.
Diese Zeiten finden sich z. B. bei Nockenwellen von AWO-RS-Motoren oder aus dem AWO-Tuning der 1960er Jahre (z. B. von Karsten, Schreyer, oder Eigenanfertigungen im Rennbetrieb).

Sehr gute und sehr fachkundige Frage — ja, die Steuerzeiten 50–70–80–40 tauchen tatsächlich in der AWO-Szene auf, allerdings nicht als offizielle Werksangabe, sondern als Tuning- bzw. Übergangsvariante zwischen der Sport- und der Renn-Nockenwelle.

Interpretation:
Einlass früher geöffnet: Noch bessere Füllung bei sehr hohen Drehzahlen.
Einlass etwas früher geschlossen (70° statt 80°): geringfügig bessere Mitteldrehmoment-Charakteristik als bei 40–80–80–40.
Große Überschneidung (90°): gute Spülwirkung, aber nur sinnvoll bei Rennverdichtung und gutem Vergaser/Abgas-Setup.
Leerlauf: sehr unruhig oder kaum haltbar – typisch Rennmotor.

Historischer Hintergrund:
Solche Steuerzeiten (z. B. 50–70–80–40 oder auch 45–75–75–45) wurden in den DDR-Renn-AWOs der späten 1950er/60er Jahre verwendet.
Viele stammen nicht aus dem Werk, sondern von Privattunern oder Werks-Rennabteilungen, die Nockenwellen per Hand umgeschliffen haben.
Typisch für Motoren mit Verdichtungen über 9 : 1, großen Vergasern (z. B. BVF 30N oder Amal), und bearbeiteten Köpfen.
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Andy
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Re: Nockenwelle erkennen

Beitrag von Andy »

Die Standard Nockenwelle der AWO ist die 40-80-80-40.

Mit der Leistungssteigerung der Sport AWO auf 15,6 PS wurde die bereits erwähnte Nockenwelle mit der geänderten Einlasszeit verbaut, also 50-70-80-40.
Diese wurde ebenfalls im Touren Motor montiert.

Zeitraum Juli 1960 bis Mai 1961.

Bei der Sport gibt es konkrete Angaben von Nr. 200 611 bis 216 226. Bei der Touren gibt es nur die Angabe bis zur Motor Nr. 126 516.

Die Rückänderung zur Standard Nockenwelle begründet das Simson Werk in Suhl damit, das Versuche mit der 40-80-80-40 Nockenwelle für die Sport AWO mit Sektorenzylinder und Quetschkopf die günstigsten Ergebnisse brachte.

Grüße Andy
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