Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

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goerbi
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Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von goerbi »

Hallo liebes AWO-Forum,

ich habe jetzt lange und viel gelesen, aber nicht so richtig fündig geworden.
Ich habe mich im Mai 2022 im Forum angemeldet und kurz vorgestellt. Seitdem habe ich beim Aufbau meiner Touren-AWO immer mal wieder das Forum bemüht und Antworten viele meiner Fragen gefunden.

Es ist bei mir soweit, dass ich die Abhnahme beim TÜV erfolgreich bestanden habe und die Zulassung ist auch erfolgreich verlaufen. Die Spannung war groß und ich habe mich an die erste Ausfahrt gewagt. AWO sprang super an und dann erstmal zum Tanken. Springt danach wieder auf den ersten Kick an. Dann weiter zu einem Kumpel (vielleicht 10 km Fahrt) und erstmal einen Kaffee trinken. Weiterfahrt nach dem Kaffee war auch kein Problem. Weiter ging die Tour. Nach weiteren 20 km kam die AWO ins stolpern. Gasannahme nur beschränkt, aber im Stabdgas tuckerte sie ganz entspannt, als wenn nicht wäre. Konnte mich dann noch weitere 8-10 km mit bescheidener Gasannahme vorwärts bewegen, bis nichts mehr ging. Siegessicher, wie ich vorher war, hatte ich auch kein Werkzeug dabei, so dass ich mir erstmal Werkzeug bringen lassen musste. Mein Tipp war der Vergaser. Also ausbauen, sauber machen und Startversuche. "Springt nicht an. Im Vergaser war tatsächlich ein wenig Dreck zu finden. Dann Kerze angeschaut. Die war schwarz. Nach ein paar weiteren Versuchen kam die AWO dann doch. Also ab nach Hause und auf die Bühne.
Bei meinem notgedrungenen Zwischenstopp haben sich noch zwei Lecks gezeigt. Der Kardan tropft im warmen Zustand und aus dem Druckstück von der Kupplung verliert die Gute auch etwas Öl.

Zurück zur Zündkerze. Wir haben den Motor machen lassen und derjenige hat eine Kerze M14-260 verbaut. Habe mich dann dazu entschieden, die M14-225 zu probieren. Zu Hause sprang die AWO auch wieder gut an und ein paar kleine Runden um die Dörfer (6-8 km) waren super. Nach der Tour über die Dörfer habe ich den Vergaser nochmal (nach Anleitung aus dem Buch) eingestellt
Dann habe ich mir gestern eine größere Ausfahrt vorgenommen. Die lief auch ziemlich gut. Die AWO mag das volle Aufdrehen vom Gas irgendwie nicht und kommt dabei ins stottern, aber da wir in der Einfahrphase sind, ist das zumindest aktuell erträglich.
Nach 30 km bekam ich wieder die gleichen Probleme, wie bei meiner ersten Tour. Im Standgas tuckerte die AWO, aber an eine Gasannahme ist nicht zu denken gewesen. Irgendwie bin ich damit nach Hause gekommen. Zu Hause abgestellt und erstmal einen Kaffee getrunken.
Danach einen erfolglosen Startversuch unternommen und die Kerze angeschaut. Die ist zumindest nicht schwarz, aber auch nicht rehbraun, sonder ziemlich hell.

Zusätzlich habe ich das Gefühl, dass das Standgas wieder höher ist, als es sein sollte.

Für folgende Baustellen/Probleme muss ich irgendwie (hoffentlich gemeinsam mit euch) Lösungen finden:

1. Standgas erhöht sich gefühlt selbstständig bzw. sie dreht höher, als eingestellt

2. Kardan leckt (Kriege ich in den Griff. Werde die Dichtung nochmal neu machen und zusätzlich ein bisschen dauerelastisches Dichtmittel verwenden)

3. Ausfall nach längerer Tour>30km (keine Gasannahme und wenn sie aus ist, ist kein Starten mehr möglich)

4. Leck am Druckstück (Werde ich neu machen bzw. neue Dichtungen bestellen)

5. Problem mit der Kupplung. --> Ich habe das Spiel des Kupplungshebels so eingestellt, dass dieser 2-3 mm Spiel hat. Beim Fahren erhöht sich das Spiel selbstständig soweit, dass ich das der Kupplungshebel nur noch 1-2 cm vom Lenker entfernt ist und ich nur noch diese 1-2 cm zum Trennen der Kupplung habe. Wenn sie kalt ist, geht das Spiel wieder ein wenig zurück. Gibts da eine Idee zu?


Was habe ich:
AWO T Baujahr 1955
Verbaut ist ein Rundschieber (mit Kunststoffschwimmer)

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt.
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akkon
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von akkon »

Moin

ist aus der Ferne ja immer schwer Diagnosen zu stellen.
Aber ich versuche mich mal.

Du schreibst du hast eine Kerze mit 225er Wärmewert. Ich hoffe keine neue Isolator. Die sind ......
Wenn du mit Magnet fährst kann ich dir die NGK B6HS empfehlen. Dazu einen Kerzenstecker ohne Widerstand oder mit maximal 1KOhm.

Zum Ölleck am Getriebe: Welches Getriebe hast du drin? Hacker oder neues Getriebe mit Außen-/Innenanschlag? Leckt das Getriebe wirklich am Druckstück oder eventuell an der Spannbuchse für die Kickerfeder? Beide Gummis sollten neu gemacht werden. Zusätzlich die Halteschraube für die Spannbuchse mit Dichtmittel "einkleben".
Beim neuen Getriebe fülle bitte max 1 l öL ein. Ja in der Betriebsanleitung steht 1,1l, aber das ist zuviel.

Schreibe uns noch welche Zündung du hast, welche Kerze genau und welches Getriebe.
Viel Erfolg

Gruß Ekki
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AWO Scheune
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von AWO Scheune »

Ekki bei Bj 55, sollte es das neue S3 sein.
Ein Originaler Rundschieber Vergaser mit Plastikschwimmer?
Wo gibt es die?
Zum Thema Standgas, die meisten Motoren mit Originalem Vergaser haben kalt kein Standgas.

Hast du den Motor richtig warm gefahren zum Vergaser einstellen?
Auch etwas längeres "tuckern" im Standgas verfälscht das Kerzengesicht.
Was für eine Zündung hast du verbaut?
-Magnetzünder?
-Regenerierter Magnetzünder?
-Vape?
-Batteriezündung?
-Rollerzündung?

Wie Ekki schon schreibt, kann ich auch nur die NGK B6HS oder auch die 7HS empfehlen
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von goerbi »

Hallo Ekki und AWO Scheune,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich habe tatsächlich die Isolator gewählt. :roll:

Getriebe ist ein neues mit Außenanschlag für den Kickstarter sein
- Das Ölleck ist wirklich am Druckstück. Vielleicht liegt es da tatsächlich auch am Ölstand. Das beobachte ich noch einmal.

Die Zündung ist noch die Magnetzündung.

Den Motor habe ich vor dem Einstellen mit einer "Dorfrunde" von 6-8 km warm gefahren.

Der Vergaser ist nicht der originale. Derjenige, der den Motor regeneiert hat, hat den Flachschieber, der noch dran war, ausgetauscht

Habe die Lady erstmal wieder auf der Hebebühne platziert

Viele Grüße
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mwunko
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von mwunko »

Bei diesem Vergaser sollte das Kraftstoffniveou etwas angepasst werden.
Eventuell etwas höher .
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Jens425S
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von Jens425S »

Hallo goerbi,
Ferndiagnose ist immer schwierig, bei solchen Baustellen.

Wenn der Motor selbstständig im Leerlauf höher dreht, ist (fast) immer der Schieberanschlag zu hoch gestellt und das eigentliche Leerlauf Gemisch nicht richtig eingestellt.
Es ist meist wirklich nur eine Haaresbreite!
Man kann bei diesem Vergasertype nicht mit dem Leerlaufanschlag, des Schiebers, eine schlecht eingestellte Leerlauf Gemischbildung kompensieren.

Dein Kraftstoffschlauch, vom Benzinhahn, zum Vergaser ist absolut suboptimal verlegt.
Der Kraftstoff sollte auf kurzem Wege, ohne Schlaufen, direkt von oben nach unten, in den Vergaser fließen können. Bei Deiner Verlegung kann schon eine Luftblase, die nicht aufsteigen kann, für Behinderung sorgen.

Wie sieht denn die Kerze aus, wenn der Motor nach 30 Kilometern nicht mehr starten will?
Hast Du dann überhaupt noch einen Funken?
Ältere Magnete neigen dazu, dass sie ausfallen, wenn sie warm werden. Kalt gehen sie dann oft wieder. Kondensatoren zeigen solche schlechten Angewohnheiten auch.

Zündkerzen sind auch so ein gern genommenes Thema.
Originale DDR Isolator Kerzen halten ewig! Beru Isolator nicht! Denen reicht mitunter schon einmal, beim Start absaufen und sie sind für immer hin.
Keine Ahnung warum, aber so ist es eben.
NGK Kerzen, Made in Japan halten ebenso ewig. Drei Stück, Made in France, haben mich mal fast verzweifeln lassen. Mir sind drei Stück kurz nacheinander ausgefallen. Nach Hause, bin ich mit einer uralten original Isolator Kerze gekommen. Ohne Probleme!!
Mit dem Wärmewert musst Du experimentieren, denn das hängt stark von den Einsatzbedingungen ab. Aber Ekki hat Recht, mit B6HS habe ich auch sehr gute Erfahrungen gemacht.

Viel Erfolg bei der Fehlersuche...!
Viele Grüße
Jens

"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"
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AWO Scheune
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von AWO Scheune »

Eventuell kannst du dir ja bei jemanden aus deiner Ecke einen Regenerierten Magnetzünder borgen und schauen ob es an deinem liegt.
Ich mag die Nachbau SUM lieber als diese an deinem Motor.
Von dem wie bei dir verbauten hört mann regelmäßig das sie schlecht laufen, wenn sie nicht penibel eingestellt sind.
Allerdings wenn sie dann einmal ordentlich laufen, sind dessen Besitzer sehr zufrieden damit.
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von schmerztablette »

Moin,
Das mit den China Isolator Kerzen kann ich bestätigen. Ebenso den falschen Schwimmerstand.
Irgendwie kommt mir das wie bei meiner vor.
Zu fett, zu mager und alles aus heiterem Himmel incl. Totalverweigerung des Zündfunkens.
Es muß einfach alles stimmen sonst wirst Du nicht glücklich.
Was Du nicht kannst, lass es professionell machen.
LG Andre
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von goerbi »

Vielen Dank für die Rückmeldungen. Dann werde ich erstmal damit starten, andere Zündkerzen zu verbauen.

Hat jemand eine Idee für mein Problem mit der Kupplung oder selbiges Phänomen schon erlebt?

Je länger ich fahre, desto mehr Spiel hat der Kupplungshebel bzw. der Bowdenzug. Da muss sich irgendwas ausdehnen
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Charly
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Re: Startschwierigkeiten nach 70 Jahren

Beitrag von Charly »

Hallo,
zu deinem Vergaser habe ich vor einiger Zeit einen kleinen Erfahrungsbericht geschrieben. Vielleicht hilft das ja. Wobei jeder Vergaser individuell auf den Motor eingestellt werden muss. Klappt aber auch nicht immer ....

Hinzu kommen noch weitere Unterschiede im Detail. Ich hatte einen 4 mm Isolierflansch zwischen Vergaser und Zylinderkopf verbaut. Das ist bei dir nicht der Fall. Sowas kann sich eventuell auf die Einstellung auswirken.

Für die Verlegung des Benzinschlauch findest du in dem Beitrag jedenfalls (m)eine Variante als Idee.

viewtopic.php?t=20176

Grüße
Charly
Antworten