Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Getriebe, Hardyscheiben, Kardan, Kreuzgelenk, Kardanwelle
Benutzeravatar
Jens425S
Moderator
Beiträge: 1666
Registriert: Fr 28. Jul 2017, 17:16
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: bei Basel
Hat sich bedankt: 111 Mal
Danksagung erhalten: 315 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von Jens425S »

:?
ne spannende Frage, so lange die Niete (Reste von Setz- und Schließkopf) noch fest im Loch stecken, aber darunter schon abgeschert sind...
;-)
Viele Grüße
Jens

"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"
Benutzeravatar
Emanuel
Beiträge: 16
Registriert: Sa 13. Mär 2021, 14:12
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Dietersheim
Hat sich bedankt: 11 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von Emanuel »

Hallo in die Gemeinde,

ich zerlege gerade den ziemlich vergammelten Kardan für meine Sport.
Soweit so gut, ich konnte die Bremsbacken, Bremsnocken, Kardandeckel und sämtliche Schrauben und Bolzen mit viel Zeit (Kriechöl), Gewindeschneider und Heißluftgerät lösen ohne Schaden anzurichten. Gerade das Kreuzgelenk ist stark korrodiert.
Die Welle dreht sich aber wieder und Kegelrad etc. schauen eigentlich noch recht gut aus.
Nun will ich die komplette Antriebswelle aus dem Kardangehäuse entfernen. Erhitzen des Kardangehäusehalses hat bisher nichts gebracht.
Sollte ich auf das Spiralkegelrad schlagen und alles in Richtung Motor nach draußen befördern? Noch scheue ich vor stärkeren Schlägen zurück. Gibt es da eine elegantere Methode, oder muss ich hier noch irgendetwas lösen, bevor es weiter gehen kann.

Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen. Danke.

Grüße,
Emanuel
Bild

Bild

Bild

Bild
bisher alles Zweitakt ...nun 56er Sport
Benutzeravatar
AWO Scheune
Moderator
Beiträge: 1689
Registriert: Mo 2. Feb 2009, 17:28
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: 09600 Oberschöna
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 396 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von AWO Scheune »

Hast du den Kardanhals, mit deinem Heißluftföhn warm gemacht?
Das wird nicht funktionieren, da er das Alu zu langsam erhitzt, da wird das Lager mit Heiß.
Kardan senkrecht in einen Schraubstock spannen, und dann zügig wenigstens mit einem Probangasbrenner den Hals erwärmen und gleichzeitig ziehen, das hat bis jetzt immer Funktioniert.
AWO-T Bj54, AWO-T Bj 52, AWO-S Bj 61, AWO-S Bj 59, S50 Bj75,S50 Bj 78, Schwalbe, Zündapp DB 234 Norma Luxus Bj55, IFA-RT 125 Bj 55
Benutzeravatar
Ronny
AWO 425 Member
Beiträge: 367
Registriert: Di 31. Mär 2020, 19:40
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Hat sich bedankt: 254 Mal
Danksagung erhalten: 101 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von Ronny »

Hallo. Genau diese Erfahrung hab ich bei meinen 3 Versuchen auch gemacht. Heißluftpistole ist ungeeignet!

Wenn du doch mit Hammerschlägen irgendwo arbeiten musst dann schonendes Werkzeug (Schonhammer oder Alu-/Messing- Dorn) verwenden.

Solltest du aber ausgerechnet Pech haben und einer von den geteilten Aussenringen des/der QB 17 Lager verkanntet, heißt es viel Geduld und jeden Schritt gut überlegen.
Gruß.
AWO ist gut für die Seele.
Benutzeravatar
Emanuel
Beiträge: 16
Registriert: Sa 13. Mär 2021, 14:12
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Dietersheim
Hat sich bedankt: 11 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von Emanuel »

Alles klar, Danke euch für die schnellen Antworten. Ich werde berichten, wie es weiter geht ohne Heißluftfön, dafür mit Gasbrenner.

Danke! Schönen Abend euch!
bisher alles Zweitakt ...nun 56er Sport
Benutzeravatar
Emanuel
Beiträge: 16
Registriert: Sa 13. Mär 2021, 14:12
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Dietersheim
Hat sich bedankt: 11 Mal

Re: Kardan zerlegen (für mich unmöglich?)

Beitrag von Emanuel »

So, nun ein wenig weiter hier. Danke für den Hinweis mit dem Gasbrenner. Allerdings hatte sich da immer noch nichts bewegt.
Aus beruflichen Gründen komme ich gut an flüssigen Stickstoff ran ( ca. -190°C) und habe den Triebling ordentlich eingekühlt & mit dem Brenner den Gehäusehals erwärmt. Was allerdings alles am lösen gehindert hat, war der völlig fest gegammelte Deckel. Man sieht auf den Bildern die verrosteten Bolzen. Den musste ich mit Schlägen soweit es ging zum Kreuzgelenk befördert.
Erst dann kam der gesamt Antrieb gemütlich mit einem Ruck aus dem Gehäuse. Der Deckel war sowieso kaputt ( Bohrungen für Abdeckkappe) und soll ersetzt werden.

Danke noch mal für eure Hilfe.
Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
bisher alles Zweitakt ...nun 56er Sport
Antworten