Schon wieder ein Vergaserthema

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Bernd Bockwurst
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Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Bernd Bockwurst »

Hallo

ich habe heute versucht die AWO ordentlich zum Laufen zu bringen.
Vorgeschichte: Motor müßte eigentlich mechanisch in Ordnung sein. Der Vergaser wurde schon mal vor längerer Zeit ausgespindelt, mit einer filigranen Messingbuchse + Aluschieber versehen und hat eher zu wenig als zu viel Spiel. Der Schieberausschnitt zeigt nach hinten = Luftfilter .
Die letzte fahrt war ca. 200Km "am Stück" ohne Probleme. Dann stand die Höllenmaschine ca. 8 Woche und nahm bei der Wiederinbetriebnahme kein Gas mehr an.
Die Kerze war naß. Meine erste Idee war: "Schwimmer abgesoffen" --> ist er aber nicht (12g)
Zündung kontrolliert-->kein Problem gefunden
Im Stand läuft sie hervorragend, die Kerze ist nach der Probiererei immer naß.
Dann probierte ich: Nadel hoch, Nadel runter --> keine Verbesserung
Dann hab ich mit dem Kraftstoffniveau gespielt und hab es bei 30mm gelassen, so wie es hier im Forum auch berichtet wird. --> keine Verbesserung
Dann noch mal alles auseinander, gesucht, verglichen, gereinigt --> nix gefunden
Dann noch mal die Nadeln, Nadeldüsen, Sieber usw. verglichen -->nix gefunden
Nun gibt es hier auf dem Grundstück einen AWO-
motor, der nicht verschrottet wurde, weil er vor ca. 40 Jahren in einem Trecker eingebaut wurde. Also: den Trecker ausgeschlachtet und den ausgeleierten (Flachschieber) Vergaser an die AWO rangefummelt --> Kraftrad ist wieder fahrbar.
Gegentest: Motorradvergaser an den Trecker ran: Gasannahme besser als beim Kraftrad, aber trotzdem Sch....
Die Luftfilter hab ich auch gegeneinander getauscht--> genauso doof wie vorher.
Durch die Gegenproben bin ich zum Ergebnis gekommen, daß es wohl am Vergaser liegen wird, andere Ursachen wollen mir nicht einleuchten.
Was kann da noch falsch sein?
Wie würde man vorgehen, wenn man eine Schachtel Einzelteile zu einem guten Vergaser fügen wollte?
Sind die 30mm Kraftstoffniveau korrekt? (irgendwann wird die Tupferstange zu kurz :-) )
Colortune führte auch zu nix, da der Motor ausgeht, sobald ich Gas gebe.

Vielen Dank schon mal im Vorraus
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Jens425S
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Jens425S »

Du hast Dir ja schon viel Mühe gemacht und bist auch, nach Deiner Schilderung, logisch vorgegangen.
Soweit... nachvollziehbar.

Ich dachte zunächst, als ich beim Lesen Deiner Schilderung war, die Kerze ist gestorben.
Kommt vor, einige Kerzentypen vertragen das Ersaufen nicht.

Kann aber nicht sein, sonst würde sie ja nicht anspringen und Du schreibst, die Zündung geht.

Warum läuft sie im Leerlauf und nimmt dann kein Gas an?
- Schwimmer-Niveau sollte gehen.
- Aber wo hast Du die Teillastnadel hängen?

Das ist eigentlich der erste Kandidat, wenn der Motor nicht aus dem Leerlauf kommt.
Häng die zunächst mal, in die dritte Kerbe. Und such dann weiter.

Was bei Dir auf jeden Fall nicht stimmt, ist das Kraftstoff-Luftgemisch.
Mit dem Luftfilter, hast Du einen "heimlichen" Kandidaten benannt. Las den einfach mal weg. Das schadet nix bei der Fehlersuche.

- Wie gesagt, häng die Nadel mal in die Soll-Position.
- Schau nochmal nach dem Kraftstoff Niveau, im Schwimmergehäuse.
Und versuch es nochmal.
- Wenns nicht geht, häng die Nadel tiefer. Mach die Kerze trocken und versuch es wieder.
- Geht es immer noch nicht, häng die Nadel in die höchste Kerbe, also maximal nach unten.

Mich macht an Deiner ganzen Schilderung stutzig;
- Dass Du vor 8 Wochen, ohne Probleme 200 Km gefahren bist.

Führst Du Buch, über Deinen Kraftstoffverbrauch?

Ich mach das und merke dadurch, wenn Düsenstock und Nadel einlaufen.
D,h. wenn der Sprittverbrauch kontinuierlich steigt, hänge ich die Nadel tiefer. Dann ist meist erstmal alles wieder in Ordnung. Irgendwann reicht es nicht mehr und ich wechsle Düsenstock und Nadel.
Stand auch mal in einer alten BVF Wartungsanweisung, die Dinger nach 2000, oder 2500 Kilometern zu wechseln.
Das mach ich nicht, aber ich werte den Kraftstoffverbrauch stetig aus.

Ich hatte aber noch nie das Problem, dass der Motor beim Gas geben ersäuft.
(Noch nicht Mal, als mir die Hauptdüse heraus gefallen ist!!)
Ja, es hat schon Mal geraucht, als ich noch beim Üben war. Aber so fett, dass der Motor, beim Gas geben ersoffen ist, das hatte ich noch nicht.

Wenn Du weiter das Problem hast, Deine Schwimmerkammer aber nicht von allein über läuft, dann wechsle mal Düsenstock und Nadel.
In dem Bereich hast Du das Problem.
Viele Grüße
Jens

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Edeltuning
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Edeltuning »

Auf die Antwort bin ich jetzt gespannt. Bild
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Tekkx »

Ein Hoch! auf meine Impulskontrolle. ;-)

Es könnte(!) sein, dass die Nadel aus der Halterung in den Düsenstock gefallen ist. Unwahrscheinlich!

Bernd. Ich kenne Deine genaue Installation nicht und kann nicht sagen, was DEINE Maschine hat. Ich kann Dir (Euch) aber beschreiben, wie an meiner Maschine ein sehr ähnliches Problem auftauchte und ich es gelöst habe:
Die Maschine lief hunderte Kilometer ohne Störungen, um ein paar Tage später überraschend nicht mehr anspringen zu wollen. Und wenn, dann das Gas nicht mehr annehmen wollte bzw bei etwas zuviel Gas sofort aus ging. Und trotzdem war die Kerze feucht. Rätsel!

Ich hatte, da durchsichtige Benzinschläuche schnell hart wurden, auf schwarzen Gummischlauch umgerüstet. Da ich aber gerne sehen möchte, wie der Sprit - z.B. beim Tupfen - nachläuft, habe ich zusätzlich einen sehr schicken Benzinfilter aus Glas installiert.
Kurioserweise verhinderte diese Installation manchmal, dass genügend Benzin nachfloss. Ich will nicht sagen, dass der Filter allein die Ursache war, denn die Einzelteile der Konstruktion boten keinerlei Widerstand, d.h. es gab jedes Mal eine tüchtige Sauerei, wenn ich das System an beliebiger Stelle geöffnet habe.
Das gesamte Phänomen scheint mir immer noch unlogisch, aber irgendwie scheinen Luftblasen im Schlauch (oder Filter) den Weiterfluss verhindert zu haben. Und das, obwohl alles immer schön "bergab" geführt wurde.
Der Link in meiner Signatur führt zu einigen Fotos der Installation.

Die Nachflussprobleme waren beseitigt, nachdem ich einen einfachen Inline-Filter in die Kraftstoffleitung einbaute.

Ob meine Filterinstallation allein die Ursache war, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Auf meiner letzten Tour tauchte das Problem wieder auf - bzw die Maschine zeigte ein ganz vergleichbares Verhalten: Diesmal lief auch kein Sprit mehr nach. Es lag jedoch daran, dass der Tankdeckel aus anderem Grund keine Luft in den Tank nachströmen ließ. Das habe ich am Straßenrand "gelöst", indem ich erstmal ein Stöckchen unter die Dichtung klemmte.
Bernd Bockwurst
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Bernd Bockwurst »

Ich werde heute noch mal prüfen, ob es so sein kann.
Einen zusätzlichen Spritfilter hab ich in keinem Motorrad eingebaut, weil die im Allgemeinen mehr Problem machen als lösen.
Möglich wäre dein Vorschlag, da durch die Probiererei ja der Deckel auch mal geöffnet wurde. Zumindest läuft ein satter Strahl nach. Solches Fehlerbild würde auch zur Fehlinterpretation der "Tauschprobe" führen.
Ich bin ja nur froh, daß die AWO "nur" einen Zylinder hat. Weniger ist hier mehr :-)
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von d'r Matt'n »

Das Problem mit der Luft in der Leitung kann ich bestätigen.
Bei uns hat ein Kollege das Problem eines Lecks nicht durch eine Reparatur gelöst sondern durch ableiten des Wassers durch einen Schlauch ein Etage 2.5m tiefer in ein Fass.
Wenn nun der Schlauch die Wasseroberfläche im Fass berührt und zusätzlich Luft im Schlauch ist läuft das Wasser nicht mehr ab.
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Jens425S
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Jens425S »

Naja...
Er hat ja nun genau das gegenteilige Problem.

Ihm Säuft die Fuhre ab, wenn er Gas gibt.

Also wenn die Schwimmerkammer nicht über läuft, dann ist es die Nadel/der Düsenstock wo die Suche anfangen muss. Das Gemisch wird zu fett.

Das hat doch nichts mit Filtern, oder verstopften Tankbelüftungen zu tun.
Dann würde das Gemisch abmagern und nicht anreichern.
Viele Grüße
Jens

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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Edeltuning »

Genau darum gehts, wie es Jens bemerkte. :idea: ´
Da aber schon die Nadel hin- und her gesteckt wurde...wo soll aufeinmal der viele Sprit herkommen, wenn angeblich sogar der Schwimmerstand stimmt, somit auch das Ventil in Ordnung ist :?:
Von Standgas zu Teillast geht der Motor aus. Was passiert, wenn gleich Vollgas gegeben wird, also das angeblich defekte Teillast übergangen wird :?:
Oder die nasse Kerze ist ein Trugschluß und der Motor geht an Spritmangel aus :?: Also muß erst mal sicher gestellt werden, ob der Motor wirklich an Spritüberschuß oder an Spritmangel aus geht :!: :?:
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von d'r Matt'n »

Wenn nun aber das Gemisch so grenzwertig ist ,das der zu schwache Zündfunke es nicht mehr zündet ?
Anfang des Jahres hat meine Batterie den Geist aufgegeben. Da ging nach einer Woche plötzlich auch nichts mehr.
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Jens425S
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Re: Schon wieder ein Vergaserthema

Beitrag von Jens425S »

Edeltuning hat geschrieben: Mo 1. Nov 2021, 17:24 Genau darum gehts, wie es Jens bemerkte. :idea: ´
Da aber schon die Nadel hin- und her gesteckt wurde...wo soll aufeinmal der viele Sprit herkommen, wenn angeblich sogar der Schwimmerstand stimmt, somit auch das Ventil in Ordnung ist :?:
Von Standgas zu Teillast geht der Motor aus. Was passiert, wenn gleich Vollgas gegeben wird, also das angeblich defekte Teillast übergangen wird :?:
Oder die nasse Kerze ist ein Trugschluß und der Motor geht an Spritmangel aus :?: Also muß erst mal sicher gestellt werden, ob der Motor wirklich an Spritüberschuß oder an Spritmangel aus geht :!: :?:
Ich denke, hier hat Edel (mal wieder) Recht.
Man(n) meint, Überfettung beim Gas gegen ist das Problem. Aber es bleibt eine Ferndiagnose.
Wie kräftig das Gas "aufgerissen" wird, wissen wir nicht.

Das die Zündspannung zusammenbricht, würde ich bei einer VAPE als sehr unwahrscheinlich ansehen.
Bei einem guten Magneten auch.
Zündspulen steigen eigentlich unter Last meist auch nur aus, wenn sie heiß sind.
Aber es gab früher schon Kerzen, denen "das Licht" ausging, wenn sie unter Last arbeiten sollten. Das konnte man als Laie nie feststellen, aber mit einem Zündkerzenprüfgerät, hat man es sehen können.
Also ist das schon auch noch ein Thema.

Das sind viele Spekulationen:
- Stell mal den Motor ab, wenn er im Leerlauf ein/zwei Minuten gut läuft und bau die Kerze dann aus.
Ist sie dann nass, oder sehr dunkel?
Dunkel wird sie wahrscheinlich sein, weil sie nicht auf Betriebstemperatur kommt. Aber nicht total verrußt, sollte sie sein.
Auch nicht verölt! Dann das wäre schon wieder ein möglicher Lösungsansatz.

- Wenn die Kerze da soweit normal aussieht, gib mal ganz langsam Gas.
Wie ist das Verhalten dann?

- Ansonsten auch einfach mal Kerze und Stecker wechseln.
Ich will hier keine Werbung machen, aber eine NGK B6HS sollte für diese Tests, mit kaltem Motor gut geeignet sein.
Die verkraftet es (erfahrungsgemäß) sehr gut, wenn sie ab und zu ersäuft und der Wärmewert ist nicht zu hoch, dass sie sich auch bei niedrigen Temperaturen ganz gut frei brennen kann.
Die Alten-DDR Isolator Kerzen WW175 (mit geriffeltem Schaft), oder WW225 (mit glattem Schaft) konnten das auch. Falls Du so etwas noch hast.
Viele Grüße
Jens

"Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt!"
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