Mit der AWO zum Nordkap.
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Wow, echt schöne Bilder und super geschrieben, könnt am liebsten gleich losfahren, naja vielleicht klappts ja irgendwann mal 


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Bin ständig auf der Suche nach 52er Awo-Teilen.
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Immer wieder schöön! Tolle Bilder! Bin auf den weiteren Verlauf Deiner Reise gespannt.
Gruß Gert
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And if you don't like Hank Williams, honey, you can kiss my ass...
Kris Kristofferson
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 11: Saltstraumen - Lofoten 264km

Der Vortag war so angenehm von der kurzen Fahrzeit und die Nacht, dank meiner tollen Matratze so erholsam dass ich Taten strotzend aufgestanden bin und mir erst einmal einen ordentlichen Mokka gekocht habe.
Der Abbau des Lagers ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, am meisten Zeit hat das Verstauen des ganzen Kleinkrams in Anspruch genommen.
Niklas und ich haben uns am Vorabend noch verabschiedet, er wollte Fliegenfischen gehen und ich weiter nach Norden, irgendwie schade, aber so ist das nunmal. Dank Facebook konnten wir aber in Kontakt bleiben und er mir seine Fischfänge und ich meine weiteren Orte präsentieren. So hörte ich nur noch sehr, sehr früh sein Motorrad starten und weg war er.
Mich fragten viele warum ich so oft auf Campingplätzen war, es gibt doch das “Jedermannsrecht” in Norwegen, was es einem erlaubt fast überall zu zelten.
Die Antwort war recht einfach: “Nach einem mehrstündigem Fahrtag ist es ein extrem schönes Gefühl gewisse Bedürfnisse problemlos zu befriedigen”. Dazu zählen nicht nur eine erholsame Nacht, meist bedingt durch einen vernünftigen Camping Untergrund, sondern auch Dinge wie, warmes Duschwasser, eine saubere Toilette genauso aber auch warmes Wasser zum abwaschen des Geschirrs. Wer schon einmal versucht hat sich bzw. sein Geschirr bei unter 10 Grad Wassertemperatur zu waschen weiß was ich meine.
Beim einchecken am Vortag lag eine Liste mit den Fährzeiten aus, ich wählte die 13:30 Fähre, was es mir erlaubte den Tag sehr entspannt anzugehen.
Da ich kein Bargeld, das Waschmittel für die AWO leer war und ich meine 10er Nuss verloren habe, wollte ich die Zeit in Bodö nutzen um diesen Missstand zu beseitigen.
Bodö liegt so sehr weit im Norden das man eine so “normale” Stadt einfach nicht erwartet. Immer wieder frage ich mich wie es hier wohl im Winter ist? Kein Tageslicht für mehrere Monate, eine Gegend fest in den Fesseln von Schnee und Eis, einfach nur unvorstellbar!
Wo ich gerade beim Wetter bin, die letzten 3000 Kilometer habe ich keinen einzigen Tropfen Regen während der Fahrt abbekommen, welch ein Glück. So präsentierte sich heute Bodö bei 20 Grad im prächtigen Sonnenschein.
Am Fährhafen angekommen, konnte ich auf keinem Schild lesen wo man sich anstellen muss, um zu den Lofoten zu kommen. Ich fuhr zu einem Hafenmitarbeiter der mir den Weg erklärte, ich erwähne kaum mehr wie ich von den Leuten auf die AWO angesprochen werde. Es ist mittlerweile so normal geworden das man es kaum mehr für etwas besonderes hält, es freut mich aber dennoch immer wieder.
So habe ich diesem Herrn auch eine kurze Geschichte zur AWO erzählt bevor ich mich zur Fähre aufmachte.
Am Pier angekommen habe ich einen dieser Einweiser, erkennbar an ihren Warnwesten und dem wilden umhergefuchtel gefragt, wo ich mich denn anstellen darf. Die Einweiser sehen aus der Ferne aus wie Dirigenten, nur das sie keine Musik erzeugen, sondern für einen reibungslosen Ablauf vor und in dem Schiff.
Mit der AWO im Schneckentempo immer weiter nach vorne fahrend, fragte ich den nächsten Mitarbeiter, dieser war etwas erregt und hat mich weiter nach vorne durchgewunken, dort stand ein weiterer den ich fragte wo ich denn Stellung beziehen darf. Dieser gab mir zu verstehen, dass er jetzt keine Zeit habe.
Nach 15 Minuten Wartezeit, die ich mit anderen Motorradfahrern verbrachte, hat er uns dann ins Schiff gewunken, AWO festgeschnallt und ich wartete auf den Kassierer. Es kam aber keiner, da hat es Klick gemacht! Dadurch das ich mit der AWO kreuz und quer nach vorne fuhr, hat wohl jeder der Dirigenten gedacht, der wurde schon “bedient”.
“Jetzt bist du bist ein blinder Passagier”! dachte ich mir.
Ich wusste nicht ob ich mich freuen sollte, weil ich 40€ “gespart” habe, oder ein schlechtes Gewissen haben muss.
Noch ein letzter Blick über Bodös Skyline, Lofoten wir kommen.
Die Überfahrt war unspektakulär, ruhiger Seegang, tolles Wetter, wenn da dieses Gefühl nicht wäre das mich vielleicht doch noch jemand erwischt. So habe ich mich unter die Leute gemischt und bin im Kopf die Szenarien durchgegangen wie die Fahrt wohl enden könnte.
Langsam präsentierten sich die Lofoten mit geringer werdender Distanz, diese Silhouette, der absolute Wahnsinn! Die Passagiere versammelten sich zunehmend auf dem Vorschiff um Fotos zu machen.
Nach circa 4 Stunden Überfahrt, sogar hier gab es immer 4G Netz, machte ich mich zur AWO um sie aus ihren Fesseln zu befreien, ein kurzer Prüfblick nach einer Ölpfütze, nichts da, super!
Zündung an, Tupfer betätigen, antreten wruuummm….tuck tuck tuck dieses Geräusch des Einzylinders, ich liebe es.
Ein letztes Mal hat sich mein Puls erhöht wegen meines fehlenden Fährtickets. Still und leise, wie eine Ratte, verließ ich das Schiff und freute mich das nichts passiert ist.
Die Landschaft der Lofoten war von Beginn an so Atemberaubend, dass mein Puls noch eine ganze Weile erhöht blieb, meine Fitnessuhr dachte ich treibe Sport und fragte ständig was ich mache.
Es fällt mir echt schwer die Inselgruppe zu beschreiben. Das Wasser türkisblau, karibische Farben, weiße Sandstrände, Berge so spitz und steil das man fast meinen könnte, dies ist ein weltfremder Ort.
Ich fuhr die Hauptstraße entlang und war gefühlt am Zenit meiner Reise angekommen, “Was soll das denn jetzt noch toppen", dachte ich mir?
Campingplätze gibt es auch hier zu genüge, so das ich mir einen wählte der nicht so voll war.
Zelt aufbauen, AWO waschen, duschen, essen und ein Telefonat mit meiner Freundin ließen den Tag vollkommen werden.
Heute Nacht sollte aber der letzte erholsame Tag auf meiner so hoch gelobten Matratze werden.
Bis Morgen...schlaft Gut!
Technisches: AWO gewaschen, Ölwanne ist weiterhin trocken, Ölstand Motor i.O.



















Der Vortag war so angenehm von der kurzen Fahrzeit und die Nacht, dank meiner tollen Matratze so erholsam dass ich Taten strotzend aufgestanden bin und mir erst einmal einen ordentlichen Mokka gekocht habe.
Der Abbau des Lagers ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, am meisten Zeit hat das Verstauen des ganzen Kleinkrams in Anspruch genommen.
Niklas und ich haben uns am Vorabend noch verabschiedet, er wollte Fliegenfischen gehen und ich weiter nach Norden, irgendwie schade, aber so ist das nunmal. Dank Facebook konnten wir aber in Kontakt bleiben und er mir seine Fischfänge und ich meine weiteren Orte präsentieren. So hörte ich nur noch sehr, sehr früh sein Motorrad starten und weg war er.
Mich fragten viele warum ich so oft auf Campingplätzen war, es gibt doch das “Jedermannsrecht” in Norwegen, was es einem erlaubt fast überall zu zelten.
Die Antwort war recht einfach: “Nach einem mehrstündigem Fahrtag ist es ein extrem schönes Gefühl gewisse Bedürfnisse problemlos zu befriedigen”. Dazu zählen nicht nur eine erholsame Nacht, meist bedingt durch einen vernünftigen Camping Untergrund, sondern auch Dinge wie, warmes Duschwasser, eine saubere Toilette genauso aber auch warmes Wasser zum abwaschen des Geschirrs. Wer schon einmal versucht hat sich bzw. sein Geschirr bei unter 10 Grad Wassertemperatur zu waschen weiß was ich meine.
Beim einchecken am Vortag lag eine Liste mit den Fährzeiten aus, ich wählte die 13:30 Fähre, was es mir erlaubte den Tag sehr entspannt anzugehen.
Da ich kein Bargeld, das Waschmittel für die AWO leer war und ich meine 10er Nuss verloren habe, wollte ich die Zeit in Bodö nutzen um diesen Missstand zu beseitigen.
Bodö liegt so sehr weit im Norden das man eine so “normale” Stadt einfach nicht erwartet. Immer wieder frage ich mich wie es hier wohl im Winter ist? Kein Tageslicht für mehrere Monate, eine Gegend fest in den Fesseln von Schnee und Eis, einfach nur unvorstellbar!
Wo ich gerade beim Wetter bin, die letzten 3000 Kilometer habe ich keinen einzigen Tropfen Regen während der Fahrt abbekommen, welch ein Glück. So präsentierte sich heute Bodö bei 20 Grad im prächtigen Sonnenschein.
Am Fährhafen angekommen, konnte ich auf keinem Schild lesen wo man sich anstellen muss, um zu den Lofoten zu kommen. Ich fuhr zu einem Hafenmitarbeiter der mir den Weg erklärte, ich erwähne kaum mehr wie ich von den Leuten auf die AWO angesprochen werde. Es ist mittlerweile so normal geworden das man es kaum mehr für etwas besonderes hält, es freut mich aber dennoch immer wieder.
So habe ich diesem Herrn auch eine kurze Geschichte zur AWO erzählt bevor ich mich zur Fähre aufmachte.
Am Pier angekommen habe ich einen dieser Einweiser, erkennbar an ihren Warnwesten und dem wilden umhergefuchtel gefragt, wo ich mich denn anstellen darf. Die Einweiser sehen aus der Ferne aus wie Dirigenten, nur das sie keine Musik erzeugen, sondern für einen reibungslosen Ablauf vor und in dem Schiff.
Mit der AWO im Schneckentempo immer weiter nach vorne fahrend, fragte ich den nächsten Mitarbeiter, dieser war etwas erregt und hat mich weiter nach vorne durchgewunken, dort stand ein weiterer den ich fragte wo ich denn Stellung beziehen darf. Dieser gab mir zu verstehen, dass er jetzt keine Zeit habe.
Nach 15 Minuten Wartezeit, die ich mit anderen Motorradfahrern verbrachte, hat er uns dann ins Schiff gewunken, AWO festgeschnallt und ich wartete auf den Kassierer. Es kam aber keiner, da hat es Klick gemacht! Dadurch das ich mit der AWO kreuz und quer nach vorne fuhr, hat wohl jeder der Dirigenten gedacht, der wurde schon “bedient”.
“Jetzt bist du bist ein blinder Passagier”! dachte ich mir.
Ich wusste nicht ob ich mich freuen sollte, weil ich 40€ “gespart” habe, oder ein schlechtes Gewissen haben muss.
Noch ein letzter Blick über Bodös Skyline, Lofoten wir kommen.
Die Überfahrt war unspektakulär, ruhiger Seegang, tolles Wetter, wenn da dieses Gefühl nicht wäre das mich vielleicht doch noch jemand erwischt. So habe ich mich unter die Leute gemischt und bin im Kopf die Szenarien durchgegangen wie die Fahrt wohl enden könnte.
Langsam präsentierten sich die Lofoten mit geringer werdender Distanz, diese Silhouette, der absolute Wahnsinn! Die Passagiere versammelten sich zunehmend auf dem Vorschiff um Fotos zu machen.
Nach circa 4 Stunden Überfahrt, sogar hier gab es immer 4G Netz, machte ich mich zur AWO um sie aus ihren Fesseln zu befreien, ein kurzer Prüfblick nach einer Ölpfütze, nichts da, super!
Zündung an, Tupfer betätigen, antreten wruuummm….tuck tuck tuck dieses Geräusch des Einzylinders, ich liebe es.
Ein letztes Mal hat sich mein Puls erhöht wegen meines fehlenden Fährtickets. Still und leise, wie eine Ratte, verließ ich das Schiff und freute mich das nichts passiert ist.
Die Landschaft der Lofoten war von Beginn an so Atemberaubend, dass mein Puls noch eine ganze Weile erhöht blieb, meine Fitnessuhr dachte ich treibe Sport und fragte ständig was ich mache.
Es fällt mir echt schwer die Inselgruppe zu beschreiben. Das Wasser türkisblau, karibische Farben, weiße Sandstrände, Berge so spitz und steil das man fast meinen könnte, dies ist ein weltfremder Ort.
Ich fuhr die Hauptstraße entlang und war gefühlt am Zenit meiner Reise angekommen, “Was soll das denn jetzt noch toppen", dachte ich mir?
Campingplätze gibt es auch hier zu genüge, so das ich mir einen wählte der nicht so voll war.
Zelt aufbauen, AWO waschen, duschen, essen und ein Telefonat mit meiner Freundin ließen den Tag vollkommen werden.
Heute Nacht sollte aber der letzte erholsame Tag auf meiner so hoch gelobten Matratze werden.
Bis Morgen...schlaft Gut!
Technisches: AWO gewaschen, Ölwanne ist weiterhin trocken, Ölstand Motor i.O.


















- GreenMilk
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Das Foto mit dem Tacho könnte ich mir im nächsten Kalender gut vorstellen. 
beste Grüße
Steffen, AWO Touren 1959
Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter!
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Danke für den schönen Bericht und die Bilder,bin gespannt auf den Rest.
Markus
Nutze den Tag.
Es sei denn er ist scheiße.
Dann nutze den nächsten!
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- Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 12: Lofoten - Hatteng 355 km Fahrzeit 8:06h

Der heutige Morgen war anders, ich fühle mich wie gerädert, mein Rücken schmerzte und meine Schultern auch. Was war passiert? Die Luft war aus meiner Matratze so gut wie raus. “Das darf doch nicht wahr sein”, dachte ich mir. Ein Loch in der Matratze schloss ich aus, sie wurde immer sorgfältig behandelt und lag nie außerhalb vom Zelt wo spitze Gegenstände sind. “Vielleicht hast du das Ventil nicht richtig geschlossen” dachte ich mir. So bin mit der Matratze zum Wasser gegangen und habe sie partiell unter Wasser getaucht um Löcher zu suchen. Keine Luftblasen zu sehen, okay dann war es vielleicht doch nur das Ventil was nicht richtig geschlossen war, Glück gehabt!
So verschwand die Matratze halb nass in der Orthlieb Rolle.
Heute war auch der Tag an dem ich meine Entscheidung zum Nordkap zu fahren endgültig beschloss. Auf die Frage wie weit ich nach Norden fahren möchte war meine Antwort jedes Mal gleich: “Solange das Wetter gut ist, geht es weiter Richtung Norden”. Da das Wetter am Kap sehr wechselhaft ist, habe ich deshalb den Entschluss relativ spät gefällt.
Die Wetterapp sagte aber 17 Grad und Sonnenschein für 3 ganze Tage voraus, Wahnsinn! Also auf zum Nordkap.
Ich setzte meine Reise auf der “E10” fort und habe noch sehr viele schöne Fotomotive entdeckt. Man kann aber nicht überall anhalten und Bilder machen, das senkt die machbare Strecke um ein vielfaches. Zumal es auch nicht so einfach ist wie im Auto, Handschuhe aus, Regenkombi öffnen, Helm ab, Handy oder Kamera rausholen, meist noch Motorrad ausmachen wegen der Vibrationen oder Ton, Motorrad antreten usw. nehmen doch einiges an Zeit in Anspruch.
Die letzten Ausläufer der Lofoten sind geprägt von Traumstränden wie man sie auch in der Karibik antrifft, der einzige Unterschied sind die 20 Grad Wassertemperatur, nicht selten sieht man aber Einheimische am Strand liegen oder im Wasser baden.
Kurz vor Narvik habe ich mir noch einen Fleece Pullover gekauft weil meiner jetzt nicht mehr ausreichte. Meine Zwiebelschalenprinzip bestand jetzt aus: T-Shirt, Merino Wollpullover, Fleece Pullover, Inlet für Motorradjacke, Leder Motorradjacke und Regenkombi. Da die Bewegungsfreiheit mit jeder Schicht abnimmt, glichen meine Bewegungen eher einem Cyborg als die eines lässigem Biker, egal, hauptsache warm.
Bei Bjerkvik bog ich auf die “E6” ab um weiter Richtung Nordkap zu gelangen, das Thermometer sank auf 8 Grad.
Bernde hatte mir noch den Tip gegeben Lenkerstulpen mitzunehmen. Heute war ihr großer Einsatz, in diesen Dingern bleiben die Hände so mollig warm das man ewig so fahren könnte, danke nochmal dafür.
Das Mittagessen bestand aus einem Burger und Kaffee. Die Tankstellen in Norwegen sehen oft aus wie kleine Restaurants. Für umgerechnet 10€ bekommt man auch ein recht leckeren Burger.
Im Fjord bei Narvik gab es im 2. Weltkrieg eine große Schlacht. Daher findet man viele Gedenktafeln oder sogar Schiffswracks aus dieser Zeit in dieser Region. Beim lesen der Gedenktafeln dachte ich mir oft: “Unvorstellbar was sich hier einmal abgespielt hat!” Es war so interessant für mich, dass ich mir Abends noch viele Berichte im Internet durchgelesen habe.
Nach 355 wunderschönen Kilometern kam ich an einem Rastplatz an wo schon einige Wohnmobile standen. Heute war auch der erste von fünf Tagen die ich “wild” Campen sollte.
Von der Kälte leicht durchgefroren, noch auf der AWO sitzend, fragte mich ein Mann ob ich nicht mit seiner Familie Abendbrot essen möchte. Ich war so überrascht, dass ich spontan “Ja” sagte. Da es recht kühl war und die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, hatte ich auch wenig Ambitionen den Benzinkocher anzuschmeißen. Es gab scharfe Bratwürste, Brot und Salat. Die 5 Köpfige Familie aus Österreich war sehr gastfreundlich, wir haben uns lange unterhalten und gegenseitig Tipps gegeben. Sie kamen aus der Richtung wo ich hinwollte und sie wollten dort hin wo ich herkam. Die AWO füllte natürlich auch einen großen Anteil am Themenabend.
Von einer wildfremden Familie eingeladen zu werden und innerhalb von 5 Minuten in ihrem Kreise zu sitzen ist eine Situation die neu für mich war. So etwas erlebt man nicht oft, auch deshalb bin ich froh alleine gereist zu sein. Es sind eben diese Erlebnisse die die Reise zu dem gemacht haben was sie ist. Es sollte auch nicht die letzte besondere Situation gewesen sein.
Auf dem Rastplatz gab es im Toilettenhäuschen warmes Wasser, mit dem ich erst meine AWO gewaschen habe und später mich selbst.
Jetzt noch schnell das Lager aufschlagen und sich auf die Nacht gefreut.
Diesmal habe ich auch darauf geachtet, dass ich das Ventil der Matratze vernünftig geschlossen habe. Ausziehen, ab in den Schlafsack gekrochen, Augenbinde auf die Augen gute Nacht.
Kaum zur Ruhe gekommen merkte ich wie die Matratze schwammiger wurde. Das darf doch nicht wahr sein! Also doch ein Loch! Mist!
Augenbinde weg, Schlafsack auf, anziehen, Zelt auf, Rucksack auf und Reifenflickzeug gesucht. Mit einem Stift in der Hand bewaffnet, habe ich mich auf die Suche gemacht. Mit der Hand gefühlt...nichts...mit dem Ohr über die Matratze...nichts! Pfff….was war das? Ich konnte das zischen weder hören noch mit der Hand fühlen. Ich spürte aber mit dem Gesicht einen Luftstrahl. Die Haut im Gesicht ist viel empfindlicher was es mir dann ermöglichte die Löcher zu fühlen.
Insgesamt habe ich 8 winzig kleine “Schleicher” gefunden markiert und repariert. Da ich keine weiteren Flicken mehr hatte musste ich mich damit zufrieden geben.
Wissend das die kommende Nacht wieder schrecklich werden wird bin ich dann irgendwann eingeschlafen.
Technisches: AWO gewaschen, 200ml Öl aufgefüllt, Ölstände kontrolliert













Der heutige Morgen war anders, ich fühle mich wie gerädert, mein Rücken schmerzte und meine Schultern auch. Was war passiert? Die Luft war aus meiner Matratze so gut wie raus. “Das darf doch nicht wahr sein”, dachte ich mir. Ein Loch in der Matratze schloss ich aus, sie wurde immer sorgfältig behandelt und lag nie außerhalb vom Zelt wo spitze Gegenstände sind. “Vielleicht hast du das Ventil nicht richtig geschlossen” dachte ich mir. So bin mit der Matratze zum Wasser gegangen und habe sie partiell unter Wasser getaucht um Löcher zu suchen. Keine Luftblasen zu sehen, okay dann war es vielleicht doch nur das Ventil was nicht richtig geschlossen war, Glück gehabt!
So verschwand die Matratze halb nass in der Orthlieb Rolle.
Heute war auch der Tag an dem ich meine Entscheidung zum Nordkap zu fahren endgültig beschloss. Auf die Frage wie weit ich nach Norden fahren möchte war meine Antwort jedes Mal gleich: “Solange das Wetter gut ist, geht es weiter Richtung Norden”. Da das Wetter am Kap sehr wechselhaft ist, habe ich deshalb den Entschluss relativ spät gefällt.
Die Wetterapp sagte aber 17 Grad und Sonnenschein für 3 ganze Tage voraus, Wahnsinn! Also auf zum Nordkap.
Ich setzte meine Reise auf der “E10” fort und habe noch sehr viele schöne Fotomotive entdeckt. Man kann aber nicht überall anhalten und Bilder machen, das senkt die machbare Strecke um ein vielfaches. Zumal es auch nicht so einfach ist wie im Auto, Handschuhe aus, Regenkombi öffnen, Helm ab, Handy oder Kamera rausholen, meist noch Motorrad ausmachen wegen der Vibrationen oder Ton, Motorrad antreten usw. nehmen doch einiges an Zeit in Anspruch.
Die letzten Ausläufer der Lofoten sind geprägt von Traumstränden wie man sie auch in der Karibik antrifft, der einzige Unterschied sind die 20 Grad Wassertemperatur, nicht selten sieht man aber Einheimische am Strand liegen oder im Wasser baden.
Kurz vor Narvik habe ich mir noch einen Fleece Pullover gekauft weil meiner jetzt nicht mehr ausreichte. Meine Zwiebelschalenprinzip bestand jetzt aus: T-Shirt, Merino Wollpullover, Fleece Pullover, Inlet für Motorradjacke, Leder Motorradjacke und Regenkombi. Da die Bewegungsfreiheit mit jeder Schicht abnimmt, glichen meine Bewegungen eher einem Cyborg als die eines lässigem Biker, egal, hauptsache warm.
Bei Bjerkvik bog ich auf die “E6” ab um weiter Richtung Nordkap zu gelangen, das Thermometer sank auf 8 Grad.
Bernde hatte mir noch den Tip gegeben Lenkerstulpen mitzunehmen. Heute war ihr großer Einsatz, in diesen Dingern bleiben die Hände so mollig warm das man ewig so fahren könnte, danke nochmal dafür.
Das Mittagessen bestand aus einem Burger und Kaffee. Die Tankstellen in Norwegen sehen oft aus wie kleine Restaurants. Für umgerechnet 10€ bekommt man auch ein recht leckeren Burger.
Im Fjord bei Narvik gab es im 2. Weltkrieg eine große Schlacht. Daher findet man viele Gedenktafeln oder sogar Schiffswracks aus dieser Zeit in dieser Region. Beim lesen der Gedenktafeln dachte ich mir oft: “Unvorstellbar was sich hier einmal abgespielt hat!” Es war so interessant für mich, dass ich mir Abends noch viele Berichte im Internet durchgelesen habe.
Nach 355 wunderschönen Kilometern kam ich an einem Rastplatz an wo schon einige Wohnmobile standen. Heute war auch der erste von fünf Tagen die ich “wild” Campen sollte.
Von der Kälte leicht durchgefroren, noch auf der AWO sitzend, fragte mich ein Mann ob ich nicht mit seiner Familie Abendbrot essen möchte. Ich war so überrascht, dass ich spontan “Ja” sagte. Da es recht kühl war und die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, hatte ich auch wenig Ambitionen den Benzinkocher anzuschmeißen. Es gab scharfe Bratwürste, Brot und Salat. Die 5 Köpfige Familie aus Österreich war sehr gastfreundlich, wir haben uns lange unterhalten und gegenseitig Tipps gegeben. Sie kamen aus der Richtung wo ich hinwollte und sie wollten dort hin wo ich herkam. Die AWO füllte natürlich auch einen großen Anteil am Themenabend.
Von einer wildfremden Familie eingeladen zu werden und innerhalb von 5 Minuten in ihrem Kreise zu sitzen ist eine Situation die neu für mich war. So etwas erlebt man nicht oft, auch deshalb bin ich froh alleine gereist zu sein. Es sind eben diese Erlebnisse die die Reise zu dem gemacht haben was sie ist. Es sollte auch nicht die letzte besondere Situation gewesen sein.
Auf dem Rastplatz gab es im Toilettenhäuschen warmes Wasser, mit dem ich erst meine AWO gewaschen habe und später mich selbst.
Jetzt noch schnell das Lager aufschlagen und sich auf die Nacht gefreut.
Diesmal habe ich auch darauf geachtet, dass ich das Ventil der Matratze vernünftig geschlossen habe. Ausziehen, ab in den Schlafsack gekrochen, Augenbinde auf die Augen gute Nacht.
Kaum zur Ruhe gekommen merkte ich wie die Matratze schwammiger wurde. Das darf doch nicht wahr sein! Also doch ein Loch! Mist!
Augenbinde weg, Schlafsack auf, anziehen, Zelt auf, Rucksack auf und Reifenflickzeug gesucht. Mit einem Stift in der Hand bewaffnet, habe ich mich auf die Suche gemacht. Mit der Hand gefühlt...nichts...mit dem Ohr über die Matratze...nichts! Pfff….was war das? Ich konnte das zischen weder hören noch mit der Hand fühlen. Ich spürte aber mit dem Gesicht einen Luftstrahl. Die Haut im Gesicht ist viel empfindlicher was es mir dann ermöglichte die Löcher zu fühlen.
Insgesamt habe ich 8 winzig kleine “Schleicher” gefunden markiert und repariert. Da ich keine weiteren Flicken mehr hatte musste ich mich damit zufrieden geben.
Wissend das die kommende Nacht wieder schrecklich werden wird bin ich dann irgendwann eingeschlafen.
Technisches: AWO gewaschen, 200ml Öl aufgefüllt, Ölstände kontrolliert












- Awokram
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Einfach toll geschrieben
Danke weiter so bin schon neugierig
Gruss Marko
Danke weiter so bin schon neugierig
Gruss Marko
- ilo
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Ein wirklich ganz toller Bericht von einer ganz tollen Reise. Da bekommt man richtig Fernweh.
Liebe GrüßeI
Ilo
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Ilo
- Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Vielen Dank für eure netten Kommentare! "Übermorgen sind wir am Kap"
Vielleicht sieht man ja den einen oder anderen in Buckow am Ende des Monats.
Vielleicht sieht man ja den einen oder anderen in Buckow am Ende des Monats.
-
Slowrider
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Ich verfolge den Bericht auch mit Genuss und es werden Erinnerungen wach. Das alleine Fahren hat seinen Reiz und so wie Du es schreibst, lernt man dadurch viele Leute kennen und hat Begegnungen, die man sonst sicher nicht hätte. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.
Du hattest ja anscheinend richtig Glück mit dem Wetter. Von dieser Tour wirst Du lange zehren und immer wieder mal davon reden. Auch der Bericht hier im Forum ist absolut Spitze und wird Dir helfen hin und wieder die Erinnerungen aufzufrischen.
Meinen Respekt für die Tour, tolle Leistung. Man sieht sich in Buckow. Gruß Rolf
Du hattest ja anscheinend richtig Glück mit dem Wetter. Von dieser Tour wirst Du lange zehren und immer wieder mal davon reden. Auch der Bericht hier im Forum ist absolut Spitze und wird Dir helfen hin und wieder die Erinnerungen aufzufrischen.
Meinen Respekt für die Tour, tolle Leistung. Man sieht sich in Buckow. Gruß Rolf
Wenn man rechts dreht wird die Landschaft schneller 

