Mit der AWO zum Nordkap.
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Perfekter Bericht und schön bebildert, Danke!
Grüße Tobias
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"The difference between men and boys is the size of their toys"
C.Shelby
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 6. Kaupanger - Lom - Geiranger Fjord 262km Fahrzeit 6:52h

Da ich am Vortag frisches Obst und Gemüse einkaufen war, gabe es diesen sonnigen Morgen Bananen und Äpfel zum Frühstück. Der doppelte Mokka dürfte natürlich auch nicht fehlen, der gab mir den nötigen Kick um in Fahrt zu kommen. Die Nächte auf meiner tollen Matratze sind einfach zu erholsam und bequem geworden.
Trotz des wunderschönen Zeltplatz stand heute Großes auf dem Plan, der weltberühmte Geiranger Fjord. Von Bildern her kenne ich ihn ja schon, na mal sehen ob er wirklich so schön ist.
Lager abgebaut, Sachen verpackt, Helm auf, Vergaser geflutet, ein beherzter Tritt auf den Kickstarter bei leichtem Gasgeben ließ die AWO nach einem Startversuch tuckern. Ich habe es wirklich jeden Tag genossen wie zuverlässig sie ansprang. Um 10:00 Uhr rollten wir dann auch endlich los. Die Route wählte ich erst der “5” dann der “55” folgend bis nach Lom. Es ging zuerst dem Lustrafjord entlang, welcher sich bei herrlichem Sonnenschein in seinen prächtigsten Farben präsentierte. Kurz vor dem kleinen Ort Fortun gab es eine Tankstelle an der ich die AWO einen vollen Tank und mir eine dieser norwegischen Hot Dogs spendierte. Danach sollte es für eine ganze Weile nur noch steil Bergauf gehen in den Jotunheimen Nationalpark. Die AWO musste oft in den 3 Gang geschaltet, die Berge bei schonenden 50 km/h erklimmen.
Obwohl es bereits Juli ist, haben wir nach kurzer Zeit die Schneegrenze erreicht. Es ist wirklich surreal bei 22 Grad loszufahren und 2 Stunden später neben einem Schneebrett zu stehen. In dem Nationalpark sind einige der höchsten Berge Nordeuropas, was der Szenerie einen besonderen Ausdruck erscheinen lässt.
Wenn man sich einen “Den letzten Außenposten der Menschheit” vorstellt ist man in Lom genau richtig. Die Kleinstadt liegt weit weg von jeglicher Zivilisation in den Bergen. Dort scheint es aber alles zu geben, Einkaufen, Tanken, Polizei, Kirche, Restaurants, sogar ein Geldautomat! Nachdem ich getankt habe musste ich mir endlich Bargeld abheben. Am Geldautomaten kam ein freundlicher Tourist aus England auf mich zu und wollte alles zu der AWO wissen. Unser nettes Gespräch wurde von lauten Rufen unterbrochen. Es war seine Frau die nach 20 Minuten wohl keine Nerven mehr hatte auf ihren Mann zu warten. Wahrscheinlich hat er zu ihr gesagt das er nur schnell mal Geld holen ist. Er ließ sich aber nicht aus die Ruhe bringen und wartete geduldig bis ich die AWO angetreten habe.Ich fuhr an seiner tobenden Frau vorbei und winkte ihr freundlich zu was ihre Gesichtszüge auch gleich etwas weicher erschienen ließ.
Nachdem Lom hinter mir lag ging es fast nur noch Bergab, immer der “15” folgen, man kann sich nicht verfahren. Der Geiranger Fjord ist zudem auch super ausgeschildert. Die letzten Kilometer muss man auf der “63” fahren. Die Serpentinen wurden steiler und die Kurven enger.
Was mich aber dann erwartet hat ließ meinen Atem stocken! Es gab eine super ausgebaute Aussichtsplattform von der man einen unvorstellbaren tollen Blick in den Geiranger Fjord hat. Es waren sehr viele Touristen da, mit der AWO bin ich einfach bis ganz nach vorne gefahren. Was ich nicht bedacht habe, für nicht wenige Touristen waren jetzt gleich zwei Attraktionen an einem Ort, der Geiranger und die AWO. Niemals hätte ich mir erträumen lassen welche Wirkung dieses Motorrad auf die Menschen hat! Ich hatte aber jetzt keine Lust die ganzen Fragen zu beantworten, weil ich ja jetzt mein Tagesziel erreicht hatte und es auch genießen wollte.
Alle Bilder die man im Netz sieht oder auf Fotos können es nicht mal ansatzweise rüberbringen was Mutter Natur uns da hingezaubert hat!
Der kleine Ort Geiranger war dann auch nicht mehr allzu weit. Einem Tip eines Touristen folgend bin ich nicht gleich auf den ersten großen Campingplatz, sondern auf einem etwas abgelegenen.
Dort habe ich mir einen Kaffee und einen Brownie mit Vanillesauce gegönnt. Den Blick auf den Fjord gerichtet, der AWO dankend, dachte ich mir: “Du hast alles gesehen, alles was jetzt kommt ist Bonus”.
Da die Sonne einem viel mehr Zeit ließ, bin ich den Abend in aller Ruhe angegangen.
Der Abend wurde von einem Pärchen begleitet die in der Schwedischen Luftwaffe als Soldaten arbeiten, Olle und Selma. Er ist Kampfjetpilot einer Saab Gripen und sie Luftraum Observer, da wir ja im selben Berufsfeld tätig sind, gab es sehr viel Gesprächsstoff. Olle gab mir ein Schwedisches MRE, was zur Abwechslung echt nicht schlecht schmeckte, Hähnchen mit irgendwas. Nach einem Bier wollte ich mir die Vorderbremse der AWO mal genauer anschauen, da sie nicht mehr so gut wirkte wie zum Anfang.
Ich habe das Rad ausgebaut und die Beläge mit etwas Schleifpapier abgezogen und die Trommel mit etwas Scotch Brite gereinigt. Es war überflüssig, aber irgendwie beruhigt es mich wenn ich der AWO etwas Gutes tue. Haltet mich bitte nicht für verrückt, aber ich baue eine Art Beziehung zu meiner AWO auf.
Als es spürbar kühler wurde war es Zeit für mich ins Zelt zu gehen. Morgen werden wir die Adlerstraße bestreiten und Trollstigen sehen.
Oberste Priorität heute Nacht: Alles gesehene im "diu terminus memoria" abspeichern!!!
Gute Nacht du wunderschöne Welt!
PS: Das Beil habe ich mir nur ausgeliehen, da die Radachse überhaupt nicht raus ging, der Schonhammer hatte nicht mehr gereicht. Meine Vermutung das sich die Achse an den inneren Lagerflächen der Kugellager festgefressen hatte, hat sich durch zwei rostigen "Ringe" auf der Achse bestätigt.
Technisches: AWO gewaschen, Motoröl aufgefüllt, Vorderbremse gereinigt (unnötig)










Da ich am Vortag frisches Obst und Gemüse einkaufen war, gabe es diesen sonnigen Morgen Bananen und Äpfel zum Frühstück. Der doppelte Mokka dürfte natürlich auch nicht fehlen, der gab mir den nötigen Kick um in Fahrt zu kommen. Die Nächte auf meiner tollen Matratze sind einfach zu erholsam und bequem geworden.
Trotz des wunderschönen Zeltplatz stand heute Großes auf dem Plan, der weltberühmte Geiranger Fjord. Von Bildern her kenne ich ihn ja schon, na mal sehen ob er wirklich so schön ist.
Lager abgebaut, Sachen verpackt, Helm auf, Vergaser geflutet, ein beherzter Tritt auf den Kickstarter bei leichtem Gasgeben ließ die AWO nach einem Startversuch tuckern. Ich habe es wirklich jeden Tag genossen wie zuverlässig sie ansprang. Um 10:00 Uhr rollten wir dann auch endlich los. Die Route wählte ich erst der “5” dann der “55” folgend bis nach Lom. Es ging zuerst dem Lustrafjord entlang, welcher sich bei herrlichem Sonnenschein in seinen prächtigsten Farben präsentierte. Kurz vor dem kleinen Ort Fortun gab es eine Tankstelle an der ich die AWO einen vollen Tank und mir eine dieser norwegischen Hot Dogs spendierte. Danach sollte es für eine ganze Weile nur noch steil Bergauf gehen in den Jotunheimen Nationalpark. Die AWO musste oft in den 3 Gang geschaltet, die Berge bei schonenden 50 km/h erklimmen.
Obwohl es bereits Juli ist, haben wir nach kurzer Zeit die Schneegrenze erreicht. Es ist wirklich surreal bei 22 Grad loszufahren und 2 Stunden später neben einem Schneebrett zu stehen. In dem Nationalpark sind einige der höchsten Berge Nordeuropas, was der Szenerie einen besonderen Ausdruck erscheinen lässt.
Wenn man sich einen “Den letzten Außenposten der Menschheit” vorstellt ist man in Lom genau richtig. Die Kleinstadt liegt weit weg von jeglicher Zivilisation in den Bergen. Dort scheint es aber alles zu geben, Einkaufen, Tanken, Polizei, Kirche, Restaurants, sogar ein Geldautomat! Nachdem ich getankt habe musste ich mir endlich Bargeld abheben. Am Geldautomaten kam ein freundlicher Tourist aus England auf mich zu und wollte alles zu der AWO wissen. Unser nettes Gespräch wurde von lauten Rufen unterbrochen. Es war seine Frau die nach 20 Minuten wohl keine Nerven mehr hatte auf ihren Mann zu warten. Wahrscheinlich hat er zu ihr gesagt das er nur schnell mal Geld holen ist. Er ließ sich aber nicht aus die Ruhe bringen und wartete geduldig bis ich die AWO angetreten habe.Ich fuhr an seiner tobenden Frau vorbei und winkte ihr freundlich zu was ihre Gesichtszüge auch gleich etwas weicher erschienen ließ.
Nachdem Lom hinter mir lag ging es fast nur noch Bergab, immer der “15” folgen, man kann sich nicht verfahren. Der Geiranger Fjord ist zudem auch super ausgeschildert. Die letzten Kilometer muss man auf der “63” fahren. Die Serpentinen wurden steiler und die Kurven enger.
Was mich aber dann erwartet hat ließ meinen Atem stocken! Es gab eine super ausgebaute Aussichtsplattform von der man einen unvorstellbaren tollen Blick in den Geiranger Fjord hat. Es waren sehr viele Touristen da, mit der AWO bin ich einfach bis ganz nach vorne gefahren. Was ich nicht bedacht habe, für nicht wenige Touristen waren jetzt gleich zwei Attraktionen an einem Ort, der Geiranger und die AWO. Niemals hätte ich mir erträumen lassen welche Wirkung dieses Motorrad auf die Menschen hat! Ich hatte aber jetzt keine Lust die ganzen Fragen zu beantworten, weil ich ja jetzt mein Tagesziel erreicht hatte und es auch genießen wollte.
Alle Bilder die man im Netz sieht oder auf Fotos können es nicht mal ansatzweise rüberbringen was Mutter Natur uns da hingezaubert hat!
Der kleine Ort Geiranger war dann auch nicht mehr allzu weit. Einem Tip eines Touristen folgend bin ich nicht gleich auf den ersten großen Campingplatz, sondern auf einem etwas abgelegenen.
Dort habe ich mir einen Kaffee und einen Brownie mit Vanillesauce gegönnt. Den Blick auf den Fjord gerichtet, der AWO dankend, dachte ich mir: “Du hast alles gesehen, alles was jetzt kommt ist Bonus”.
Da die Sonne einem viel mehr Zeit ließ, bin ich den Abend in aller Ruhe angegangen.
Der Abend wurde von einem Pärchen begleitet die in der Schwedischen Luftwaffe als Soldaten arbeiten, Olle und Selma. Er ist Kampfjetpilot einer Saab Gripen und sie Luftraum Observer, da wir ja im selben Berufsfeld tätig sind, gab es sehr viel Gesprächsstoff. Olle gab mir ein Schwedisches MRE, was zur Abwechslung echt nicht schlecht schmeckte, Hähnchen mit irgendwas. Nach einem Bier wollte ich mir die Vorderbremse der AWO mal genauer anschauen, da sie nicht mehr so gut wirkte wie zum Anfang.
Ich habe das Rad ausgebaut und die Beläge mit etwas Schleifpapier abgezogen und die Trommel mit etwas Scotch Brite gereinigt. Es war überflüssig, aber irgendwie beruhigt es mich wenn ich der AWO etwas Gutes tue. Haltet mich bitte nicht für verrückt, aber ich baue eine Art Beziehung zu meiner AWO auf.
Als es spürbar kühler wurde war es Zeit für mich ins Zelt zu gehen. Morgen werden wir die Adlerstraße bestreiten und Trollstigen sehen.
Oberste Priorität heute Nacht: Alles gesehene im "diu terminus memoria" abspeichern!!!
Gute Nacht du wunderschöne Welt!
PS: Das Beil habe ich mir nur ausgeliehen, da die Radachse überhaupt nicht raus ging, der Schonhammer hatte nicht mehr gereicht. Meine Vermutung das sich die Achse an den inneren Lagerflächen der Kugellager festgefressen hatte, hat sich durch zwei rostigen "Ringe" auf der Achse bestätigt.
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- df2ap
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Toller Bericht, freue mich schon auf die Fortsetzung
.
Da sehe ich schon mehrere schöne Motive für den nächsten AWO-Kalender.
Da sehe ich schon mehrere schöne Motive für den nächsten AWO-Kalender.
AWO Sport Bj. 1959 im Besitz seit 1987, abgemeldet 1997, wieder angemeldet am 29.04.2015 und sie läuft...
- Meki
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Moin mein Gutster,
sehr geiler Bericht.
Das ist schon eine Herrausforderung mit der AWo - so eine Strecke.
Die Vorbereitung und dann die Tour.
Schön, das alles gut gegangen ist.
Aber da ja der Triebsatz ordentlich gemacht wurde, habe ich auch nichts anderes erwartet.
Vorbereitung ist alles. Ging mir auch so.
Ich bin auf die nächsten Fotos gespannt.
Gruß Meki
sehr geiler Bericht.
Das ist schon eine Herrausforderung mit der AWo - so eine Strecke.
Die Vorbereitung und dann die Tour.
Schön, das alles gut gegangen ist.
Aber da ja der Triebsatz ordentlich gemacht wurde, habe ich auch nichts anderes erwartet.
Vorbereitung ist alles. Ging mir auch so.
Ich bin auf die nächsten Fotos gespannt.
Gruß Meki
Wahre Freunde zeigen sich in der Not.
Touren-AWO `53
Sport-AWO `58
HD `89
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- Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 8: Kristiansund - Brekkvasselv 463km Fahrzeit 10:12h

Der Tag begann heute sehr spät, gegen halb zehn trieb mich die Sonne wieder aus den Schlafsack. Irgendwie gefiel es mir hier sehr gut, ich wollte noch gar wirklich los. Zudem wusste ich auch gar nicht so richtig was mein heutiges Ziel sein sollte. Bevor es aber los ging durfte ich 3 Jungen Männern aus Schweden die AWO bis ins letzte Detail vorstellen. Diesmal sprang auch ein Kaffee für mich raus. Oft wurde die Plakette als “AWD” identifiziert, okay zugegeben kann man als Laie das “O” als “D” deuten. Sie bewunderten zudem den sehr guten Zustand der AWO, was mich innerlich natürlich sehr freute zu hören.
Gegen 12:00 Uhr bin ich dann aber auch endlich losgefahren, erst auf der “E39” und bei Leinstrand auf die “707” um mit einer Fähre auf der anderen Uferseite der “715” kurz folgend weiterzufahren. Wenn man der Hauptstraße weiter folgt wird die “715” zur “755”, welche sich sehr Ufernah am Trondheimfjord, entlang schlängelt. Nach einigen hundert Kilometern sank das Thermometer auch deutlich “Logo, ich komme der Arktis ja auch immer näher” dachte ich mir.
Irgendwann ging es doch noch auf die “E6”, man fährt eine ganze Weile am See Snåsavatnet entlang und irgendwann folgt man zwangsläufig einem sehr langen Fluss. Die Landschaft ist deutlich geprägt von kleineren Bäumen und Gestrüpp, das muss wohl an den längeren Wintern liegen.
Irgendwann checkte ich auf der Strecke wo ich denn heute wirklich hin möchte, so steuerte ich einen Campingplatz an der mir aber überhaupt nicht zusagte. Also weiter, es verging wieder eine Stunde, mein Rücken fing an zu schmerzen. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Schonhaltungen man alles so einnehmen kann. Eine sehr effektive aber bestimmt auch am affigsten aussehende ist die “Windhundhaltung”. Man muss sich das so vorstellen: Den Oberkörper sehr weit nach unten gebeugt, Ellenbogen auf die Oberschenkel abgestützt und den Lenker nur noch mit den Fingerspitzen berühren. Das entlastet den Rücken aber muss für die anderen Verkehrsteilnehmer sehr belustigend gewesen sein. Ich kenne die Haltung aus meinen Simmi “S51” Zeiten, da war eine windschnittige Haltung obligatorisch um seinen “Gegner” überholen zu können.
Nach über 10 Stunden hatte ich aber die Faxen dicke, “Die nächste Tanke ist deine”. Gedacht getan, während des tankens sah ich ein Hinweisschild “Camping”, das war meine Rettung für heute. Nachdem ich den Campingplatz ansteuert habe und mein Lager stand, sah ich einen alten LKW Anhänger mit Holzlatten drin. Solch eine Holzlatte macht sich perfekt um die AWO etwas höher aufzubocken.
Keine Sekunde Später wurde die Entscheidung gefällt heute noch einen Motor-Getriebe Ölservice zu machen. Um das Tageslicht brauchte ich mir keine Gedanken mehr zu machen, denn es blieb ja zum Glück hell.
Da ich ja seit Beginn der Tour immer wieder Ölflecken unter der AWO hatte, der Lappen mittlerweile vollgesaugt war, Steffen und Bernde damit ziemlich auf den Zeiger ging, habe ich mir den Ölwannendeckel und die Dichtung als Ursache für das Problem mal genauer angeschaut.
Ich hatte die Ölwanne immer mal wieder etwas nachgezogen, weil ich dachte das es besser abdichten könnte. Das hatte aber den Effekt das die Dichtung sich immer weiter heraus schob und dadurch das Öl vorbei kriechen konnte.
Die Dichtung habe ich mit Benzin so gut es ging Ölfrei gemacht und mit einer anderen Dichtmasse neu eingebaut und bis zum nächsten Morgen trocknen lassen.
Das Getriebeöl wurde auch getauscht und den neuen Kupferdichtring habe ich mit dem Russen-Benzinkocher gleich mal ordentlich ausgeglüht. Das hat wirklich geholfen, der Ölverlust hat sich deutlich gebessert.
Wenn man jeden Tag im Schnitt 300 km fährt, merkt man recht schnell ob sich ein Effekt einstellt oder eben nicht.
Nur wohin mit dem Restöl dachte ich mir und wieder einmal habe ich Glück gehabt und ein altes Ölfass stand auf dem Gelände rum wo ich frecherweise meins dazu gekippt habe. Den Campingplatz Besitzer fragte ich wohin ich die leeren Ölflaschen tun kann: “Wir trennen hier nicht, da drüben steht eine große Tonne”, war seine Antwort. Das hätte ich nicht erwartet, aber löste mein kleines Umweltproblem.
Ein netter Norwegischer Camper hat mir noch einige Tips für den weiteren Streckenverlauf gegeben, als “Gegenleistung” hat er alle Informationen über die AWO bekommen, fairer Deal!
Die Dusche am Abend hat mein gepeinigten Rücken mit einer wohlwollenden Hingabe angenommen, ich bin unter dem Wasserstrahl stehen geblieben, bis meine Haut stellenweise wie eine Rosine aussah. Heute war auch das erste von zwei Mal, dass ich mein Handtuch im Zelt liegen lassen habe, “uncool” ist noch nett ausgedrückt.
Obwohl es nicht mehr dunkel wurde, spürt man doch einen ordentlichen Kälteeinbruch wenn die Sonne keine wärmenden strahlen mehr verschickt.
Aufgrund der Tatsache und meiner Erschöpfung, fiel das Abendbrot heute leicht aus, es wurde nichts gekocht, etwas Knäckebrot und Büchsenfisch musste reichen.
Die AWO noch in Ketten gelegt und einen letzten stolzen Blick auf sie geworfen habe ich mich dann auf meine wirklich lieb gewonnene Matratze gelegt und bin eingeschlafen. Neben mir hätten sie die AWO mit einem Druckluftschrauber zerlegen können...Marco schlief wie ein Stein.
Technisches: AWO gewaschen, Motor und Getriebeöl gewechselt, Ölwannendichtung neu eingeklebt, Kupferdichtring vom Getriebe ausgeglüht und gewechselt














Der Tag begann heute sehr spät, gegen halb zehn trieb mich die Sonne wieder aus den Schlafsack. Irgendwie gefiel es mir hier sehr gut, ich wollte noch gar wirklich los. Zudem wusste ich auch gar nicht so richtig was mein heutiges Ziel sein sollte. Bevor es aber los ging durfte ich 3 Jungen Männern aus Schweden die AWO bis ins letzte Detail vorstellen. Diesmal sprang auch ein Kaffee für mich raus. Oft wurde die Plakette als “AWD” identifiziert, okay zugegeben kann man als Laie das “O” als “D” deuten. Sie bewunderten zudem den sehr guten Zustand der AWO, was mich innerlich natürlich sehr freute zu hören.
Gegen 12:00 Uhr bin ich dann aber auch endlich losgefahren, erst auf der “E39” und bei Leinstrand auf die “707” um mit einer Fähre auf der anderen Uferseite der “715” kurz folgend weiterzufahren. Wenn man der Hauptstraße weiter folgt wird die “715” zur “755”, welche sich sehr Ufernah am Trondheimfjord, entlang schlängelt. Nach einigen hundert Kilometern sank das Thermometer auch deutlich “Logo, ich komme der Arktis ja auch immer näher” dachte ich mir.
Irgendwann ging es doch noch auf die “E6”, man fährt eine ganze Weile am See Snåsavatnet entlang und irgendwann folgt man zwangsläufig einem sehr langen Fluss. Die Landschaft ist deutlich geprägt von kleineren Bäumen und Gestrüpp, das muss wohl an den längeren Wintern liegen.
Irgendwann checkte ich auf der Strecke wo ich denn heute wirklich hin möchte, so steuerte ich einen Campingplatz an der mir aber überhaupt nicht zusagte. Also weiter, es verging wieder eine Stunde, mein Rücken fing an zu schmerzen. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Schonhaltungen man alles so einnehmen kann. Eine sehr effektive aber bestimmt auch am affigsten aussehende ist die “Windhundhaltung”. Man muss sich das so vorstellen: Den Oberkörper sehr weit nach unten gebeugt, Ellenbogen auf die Oberschenkel abgestützt und den Lenker nur noch mit den Fingerspitzen berühren. Das entlastet den Rücken aber muss für die anderen Verkehrsteilnehmer sehr belustigend gewesen sein. Ich kenne die Haltung aus meinen Simmi “S51” Zeiten, da war eine windschnittige Haltung obligatorisch um seinen “Gegner” überholen zu können.
Nach über 10 Stunden hatte ich aber die Faxen dicke, “Die nächste Tanke ist deine”. Gedacht getan, während des tankens sah ich ein Hinweisschild “Camping”, das war meine Rettung für heute. Nachdem ich den Campingplatz ansteuert habe und mein Lager stand, sah ich einen alten LKW Anhänger mit Holzlatten drin. Solch eine Holzlatte macht sich perfekt um die AWO etwas höher aufzubocken.
Keine Sekunde Später wurde die Entscheidung gefällt heute noch einen Motor-Getriebe Ölservice zu machen. Um das Tageslicht brauchte ich mir keine Gedanken mehr zu machen, denn es blieb ja zum Glück hell.
Da ich ja seit Beginn der Tour immer wieder Ölflecken unter der AWO hatte, der Lappen mittlerweile vollgesaugt war, Steffen und Bernde damit ziemlich auf den Zeiger ging, habe ich mir den Ölwannendeckel und die Dichtung als Ursache für das Problem mal genauer angeschaut.
Ich hatte die Ölwanne immer mal wieder etwas nachgezogen, weil ich dachte das es besser abdichten könnte. Das hatte aber den Effekt das die Dichtung sich immer weiter heraus schob und dadurch das Öl vorbei kriechen konnte.
Die Dichtung habe ich mit Benzin so gut es ging Ölfrei gemacht und mit einer anderen Dichtmasse neu eingebaut und bis zum nächsten Morgen trocknen lassen.
Das Getriebeöl wurde auch getauscht und den neuen Kupferdichtring habe ich mit dem Russen-Benzinkocher gleich mal ordentlich ausgeglüht. Das hat wirklich geholfen, der Ölverlust hat sich deutlich gebessert.
Wenn man jeden Tag im Schnitt 300 km fährt, merkt man recht schnell ob sich ein Effekt einstellt oder eben nicht.
Nur wohin mit dem Restöl dachte ich mir und wieder einmal habe ich Glück gehabt und ein altes Ölfass stand auf dem Gelände rum wo ich frecherweise meins dazu gekippt habe. Den Campingplatz Besitzer fragte ich wohin ich die leeren Ölflaschen tun kann: “Wir trennen hier nicht, da drüben steht eine große Tonne”, war seine Antwort. Das hätte ich nicht erwartet, aber löste mein kleines Umweltproblem.
Ein netter Norwegischer Camper hat mir noch einige Tips für den weiteren Streckenverlauf gegeben, als “Gegenleistung” hat er alle Informationen über die AWO bekommen, fairer Deal!
Die Dusche am Abend hat mein gepeinigten Rücken mit einer wohlwollenden Hingabe angenommen, ich bin unter dem Wasserstrahl stehen geblieben, bis meine Haut stellenweise wie eine Rosine aussah. Heute war auch das erste von zwei Mal, dass ich mein Handtuch im Zelt liegen lassen habe, “uncool” ist noch nett ausgedrückt.
Obwohl es nicht mehr dunkel wurde, spürt man doch einen ordentlichen Kälteeinbruch wenn die Sonne keine wärmenden strahlen mehr verschickt.
Aufgrund der Tatsache und meiner Erschöpfung, fiel das Abendbrot heute leicht aus, es wurde nichts gekocht, etwas Knäckebrot und Büchsenfisch musste reichen.
Die AWO noch in Ketten gelegt und einen letzten stolzen Blick auf sie geworfen habe ich mich dann auf meine wirklich lieb gewonnene Matratze gelegt und bin eingeschlafen. Neben mir hätten sie die AWO mit einem Druckluftschrauber zerlegen können...Marco schlief wie ein Stein.
Technisches: AWO gewaschen, Motor und Getriebeöl gewechselt, Ölwannendichtung neu eingeklebt, Kupferdichtring vom Getriebe ausgeglüht und gewechselt













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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 9: Brekkvasselv Camping - Polar Camp 284km Fahrzeit 5:48h

Heute fahren wir zum Polarkreis - auf zum Polar Camp! Nach einer kühlen und lauten Nacht neben “E6” bin ich diesen Morgen sehr träge aus dem Zelt gekrochen. Es sollten jetzt 2 Tage Wolken folgen, “Gut, solange es kein Regen ist”, dachte ich mir und fing an das Lager abzubauen.
Das neue Motoröl habe ich so provokant den Abend zuvor hingelegt, dass ich es nicht vergessen konnte Öl aufzufüllen. Man will sich gar nicht vorstellen wie peinlich und ärgerlich das gewesen wäre, aufgrund von solch einem Fehler die AWO zu verlieren.
Der Mokka fiel diesen Morgen auch aus und den Koffeinschub holte ich mir später an der nächsten Tankstelle in Form eines normalen Kaffees. Die Natur wurde zunehmend karger, was der Schönheit aber kein Abbruch tat.
Der Tag sah kühl aus, weshalb ich mich entschied in Regenkombi zu fahren.
Bei Halsoya verließ ich die “E6” und es ging ein paar wenige Kilometer auf der “78” weiter bis ich an einer Fähre ankam.
Diesmal sah ich keine Fähre und dachte mir “Jetzt musst du das erste Mal warten”. Die Pause kam aber gerade Recht, da ich mir hier mein Frühstück/Mittagessen in Form eines Burgers und Kaffees holte. Die Fähre kam dann auch recht zügig, sodass ich den Burger regelrecht runterschlingen musste.
Rauf auf die Fähre und nach 20 Minuten ging es auf der anderen Seite weiter.
Ein äußerst positiver Effekt hat sich jetzt schon bemerkbar gemacht. Normalerweise hat die AWO auf jeder Fähre, naja eigentlich überall, ihr Revier markiert. Das war jetzt vollkommen weg! Welche Freude, kleine Ursache große Wirkung.
In Nesna angekommen fuhren wir auf der “17” weiter. Es wurde auch wieder deutlich Bergiger, die tiefen Wolken haben versucht die Berge in ihrem Schleier zu verhüllen, aber der Wind ließ sie nicht lange verweilen.
Meine Unkenntnis was das “Polar Camp” anging hatte meine Fantasie deutlich beflügelt und ich malte mir bilder im Kopf wie es da wohl aussieht.
Warum Polar Camp, sind von hier die Expeditionen in das ewige Eis gestartet? Nach knapp 2 ½ Stunden Fahrt wurde ich dann endlich aufgeklärt, wir kamen an im “Polar Camp”.
Eine junge Dame an der Rezeption erklärte mir in einem perfekten Englisch, dass es einfach so heißt weil ein paar Kilometer weiter der Polarkreis bzw. die Arktis beginnt und es Werbewirksamer ist, so Platzen Träume und Fantasien.
Der Campingplatz ist wirklich schön gelegen, eingefasst von Bergen und einem Gewässer in dem das Angeln sehr gut sein muss. Viele Touristen kamen mir mit großen Fischen entgegen und an der Rezeption konnte man zudem Angelequipment ausleihen, Boote auch.
Da auch dieser Platz erstmal mit der AWO fahrend inspiziert wurde, hat es auch nicht lange gedauert bis die ersten Interessierten ankamen um ihren Wissensdurst zu stillen. Diesmal war es ein Deutscher aus Freiburg und ein Däne der sich in Norwegen niedergelassen hat. Auf der Reise habe ich mir eine Methodik angeeignet die es höchst effizient machte die AWO kurz und knapp vorzustellen. Den Interessenten habe ich die Plakette am Tank gezeigt und bin jeden Buchstaben, Zahl oder Wort durchgegangen. Das war meist so viel Input, dass es den meisten reichte.
Nach dem netten Gespräch ging ich in meinen Tagesablauf über, denn
heute war wieder Waschtag. Da ich aber diesmal im Besitz von Münzen war, konnte das Automatisch erfolgen, das Trocknen genauso.
Mein Zelt stellte ich Windgeschützt neben ein paar Hecken auf und kurze Zeit später gesellte sich Niklas zu mir. Niklas ist ein Schwede der mit einer BMW GS unterwegs war. Wir haben uns auf anhieb verstanden und er lud mich erstmal auf ein Whiskey ein. Aus seinen Alukoffern zauberte er eine Trilogie von Whiskey Flaschen wovon ich wählen durfte, herrlich.
Da die Fahrt heute sehr entspannt war, hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten. Ein deutscher Radfahrer, Marc, ließ unser Duo zum Trio werden. Die Themen waren so unterschiedlich wie unsere Gefährte, Marc mit dem Fahrrad, Niklas mit seiner BMW und ich mit der AWO. An dieser Stelle möchte ich vorweg greifen, dass solche Situationen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht entstanden wären, wenn ich zu zweit oder zu dritt unterwegs gewesen wäre.
Die AWO bekam auch heute wieder ihre Wäsche und ich checkte den Ölstand, auch vom Kardan. Alles i.O.
Wir gingen alle nach Mitternacht in unsere Behausungen und die Nacht war so schön ruhig und erholsam, das der zehnte Tag nicht lange auf sich warten ließ.
“Morgen bist du mit deiner AWO in der Arktis Marco, wow das klingt krass”, zufrieden schlief ich mit diesem Gedanken ein.
Technisches: AWO gewaschen, Motoröl gewechselt, alle Ölstände kontrolliert











Heute fahren wir zum Polarkreis - auf zum Polar Camp! Nach einer kühlen und lauten Nacht neben “E6” bin ich diesen Morgen sehr träge aus dem Zelt gekrochen. Es sollten jetzt 2 Tage Wolken folgen, “Gut, solange es kein Regen ist”, dachte ich mir und fing an das Lager abzubauen.
Das neue Motoröl habe ich so provokant den Abend zuvor hingelegt, dass ich es nicht vergessen konnte Öl aufzufüllen. Man will sich gar nicht vorstellen wie peinlich und ärgerlich das gewesen wäre, aufgrund von solch einem Fehler die AWO zu verlieren.
Der Mokka fiel diesen Morgen auch aus und den Koffeinschub holte ich mir später an der nächsten Tankstelle in Form eines normalen Kaffees. Die Natur wurde zunehmend karger, was der Schönheit aber kein Abbruch tat.
Der Tag sah kühl aus, weshalb ich mich entschied in Regenkombi zu fahren.
Bei Halsoya verließ ich die “E6” und es ging ein paar wenige Kilometer auf der “78” weiter bis ich an einer Fähre ankam.
Diesmal sah ich keine Fähre und dachte mir “Jetzt musst du das erste Mal warten”. Die Pause kam aber gerade Recht, da ich mir hier mein Frühstück/Mittagessen in Form eines Burgers und Kaffees holte. Die Fähre kam dann auch recht zügig, sodass ich den Burger regelrecht runterschlingen musste.
Rauf auf die Fähre und nach 20 Minuten ging es auf der anderen Seite weiter.
Ein äußerst positiver Effekt hat sich jetzt schon bemerkbar gemacht. Normalerweise hat die AWO auf jeder Fähre, naja eigentlich überall, ihr Revier markiert. Das war jetzt vollkommen weg! Welche Freude, kleine Ursache große Wirkung.
In Nesna angekommen fuhren wir auf der “17” weiter. Es wurde auch wieder deutlich Bergiger, die tiefen Wolken haben versucht die Berge in ihrem Schleier zu verhüllen, aber der Wind ließ sie nicht lange verweilen.
Meine Unkenntnis was das “Polar Camp” anging hatte meine Fantasie deutlich beflügelt und ich malte mir bilder im Kopf wie es da wohl aussieht.
Warum Polar Camp, sind von hier die Expeditionen in das ewige Eis gestartet? Nach knapp 2 ½ Stunden Fahrt wurde ich dann endlich aufgeklärt, wir kamen an im “Polar Camp”.
Eine junge Dame an der Rezeption erklärte mir in einem perfekten Englisch, dass es einfach so heißt weil ein paar Kilometer weiter der Polarkreis bzw. die Arktis beginnt und es Werbewirksamer ist, so Platzen Träume und Fantasien.
Der Campingplatz ist wirklich schön gelegen, eingefasst von Bergen und einem Gewässer in dem das Angeln sehr gut sein muss. Viele Touristen kamen mir mit großen Fischen entgegen und an der Rezeption konnte man zudem Angelequipment ausleihen, Boote auch.
Da auch dieser Platz erstmal mit der AWO fahrend inspiziert wurde, hat es auch nicht lange gedauert bis die ersten Interessierten ankamen um ihren Wissensdurst zu stillen. Diesmal war es ein Deutscher aus Freiburg und ein Däne der sich in Norwegen niedergelassen hat. Auf der Reise habe ich mir eine Methodik angeeignet die es höchst effizient machte die AWO kurz und knapp vorzustellen. Den Interessenten habe ich die Plakette am Tank gezeigt und bin jeden Buchstaben, Zahl oder Wort durchgegangen. Das war meist so viel Input, dass es den meisten reichte.
Nach dem netten Gespräch ging ich in meinen Tagesablauf über, denn
heute war wieder Waschtag. Da ich aber diesmal im Besitz von Münzen war, konnte das Automatisch erfolgen, das Trocknen genauso.
Mein Zelt stellte ich Windgeschützt neben ein paar Hecken auf und kurze Zeit später gesellte sich Niklas zu mir. Niklas ist ein Schwede der mit einer BMW GS unterwegs war. Wir haben uns auf anhieb verstanden und er lud mich erstmal auf ein Whiskey ein. Aus seinen Alukoffern zauberte er eine Trilogie von Whiskey Flaschen wovon ich wählen durfte, herrlich.
Da die Fahrt heute sehr entspannt war, hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten. Ein deutscher Radfahrer, Marc, ließ unser Duo zum Trio werden. Die Themen waren so unterschiedlich wie unsere Gefährte, Marc mit dem Fahrrad, Niklas mit seiner BMW und ich mit der AWO. An dieser Stelle möchte ich vorweg greifen, dass solche Situationen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht entstanden wären, wenn ich zu zweit oder zu dritt unterwegs gewesen wäre.
Die AWO bekam auch heute wieder ihre Wäsche und ich checkte den Ölstand, auch vom Kardan. Alles i.O.
Wir gingen alle nach Mitternacht in unsere Behausungen und die Nacht war so schön ruhig und erholsam, das der zehnte Tag nicht lange auf sich warten ließ.
“Morgen bist du mit deiner AWO in der Arktis Marco, wow das klingt krass”, zufrieden schlief ich mit diesem Gedanken ein.
Technisches: AWO gewaschen, Motoröl gewechselt, alle Ölstände kontrolliert










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minol_pirol74
Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Deinen Bericht hier finde ich klasse, richtig klasse..!!!
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung...
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung...
- MopedMessie
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen, große Klasse, danke dafür! Macht echt Lust auf eine eigene Tour!

- zweiradsteffen
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Moin zusammen,
nun kenne ich ja schon einige Streckenabschnitte und Erlebnisse deiner Reise. Ich durfte dich ja über die Freunde App verfolgen. Aber dein Text und die Bilder hauen mich ja vom Hocker. Spannend geschrieben und es wird nicht langweilig. Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht. Da ich zur Zeit in Hemsedal in der Hemsil zum Fliegenfischen bin und du genau hier auch vorbei gefahren bist, kann ich nachvollziehen, wie schön es wäre, hier mit dem Motorrad zu fahren. Das ist ein Erlebnis ganz oben an der Fahnenstange.
Gruß der Zweiradsteffen!
nun kenne ich ja schon einige Streckenabschnitte und Erlebnisse deiner Reise. Ich durfte dich ja über die Freunde App verfolgen. Aber dein Text und die Bilder hauen mich ja vom Hocker. Spannend geschrieben und es wird nicht langweilig. Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht. Da ich zur Zeit in Hemsedal in der Hemsil zum Fliegenfischen bin und du genau hier auch vorbei gefahren bist, kann ich nachvollziehen, wie schön es wäre, hier mit dem Motorrad zu fahren. Das ist ein Erlebnis ganz oben an der Fahnenstange.
Gruß der Zweiradsteffen!
Wissen ist das einzige Gut das sich vermehrt wenn man es teilt!
- Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.
Tag 10: Polar Camp - Saltstraumen 204 km Fahrzeit 3:03 h

Ein wolkiger Morgen 14 Grad und eine erholsame Nacht ließen mich gegen 8:00 Uhr aufstehen. Etwas Obst zum Frühstück musste reichen, bei der Kälte macht es mir keinen Spaß mich morgens um das Essen zu kümmern.
Wir Drei haben uns am Vorabend dazu entschieden zusammen die Fähre um 10:00 Uhr zu nehmen. Da der Kaffee im Polar Camp für Gäste inbegriffen ist, haben wir das Angebot dankend angenommen.
In Schweden gibt es einen BMW GS Club in dem Niklas Mitglied ist, er wollte über die AWO einen Artikel verfassen und hat noch einige Bilder gemacht bevor wir dann los sind. Die AWO wirkt so winzig zu diesen modernen Motorrädern, da sieht man wirklich die Entwicklung der letzten 60 Jahre. Was soll denn in den nächsten 60 kommen, fragt man sich da schnell?
Der Fährhafen ist nur 3 km vom Polar Camp entfernt und durch unsere geplante Ankunft ließ die Fähre nicht lange auf sich warten.
In der Fähre ist es echt gemütlich, die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Eine Lautsprecherdurchsage kündigt den kommenden Polarkreis an und eine Metallkugel am Ufer bestätigt dies.
“Jetzt bin ich mit der AWO echt in der Arktis” waren meine Gedanken. War irgendetwas anders? Nein! Wir Menschen ziehen Grenzen, machen Geografische Punkte aus oder benennen etwas nach ihrer Lage. Trotz der gedanklichen Ernüchterung war es ein tolles Gefühl!
In Jetvik angekommen ging es auf der “17” weiter Richtung Bodö. Wir verabschiedeten Marc der seine Tour zum Nordkap mit dem Fahrrad weiter fuhr, Respekt dafür!
Niklas und ich haben einen Zeltplatz ausgemacht an dem wir uns wieder treffen wollten. Sein Vorschlag zusammen zu fahren habe ich aber abgelehnt da es meiner Meinung nach keinen Sinn gemacht hätte.
Das Tolle war aber, dass wir uns unterwegs immer mal wieder begegnet sind, Niklas machte hier und da einen Halt und so konnte ich immer wieder aufholen.
Die Landschaft wurde wieder richtig grandios, hohe Berge, vorgelagerte Inseln und eine traumhafte Straße, was will man auf einer Motorradtour mehr?
Auf dem Weg nach Bodö kommt man dann auch zwangsläufig an einem Gletscher vorbei. Seine blaue Farbe machen ihn zu einem schönen Fotoobjekt.
Kurz vor dem Ziel, vor der Salstraumen Brücke ist Coop Prix, ein Einkaufsladen in dem ich mir etwas zu trinken holte. Wie der Zufall es so wollte kam Niklas in diesem Augenblick an und wir gingen nochmal hinein um für den kommenden Abend unser Abendbrot zu kaufen.
Es sollte Fisch mit Kartoffeln und Sauce Hollandais werden, eine willkommene Abwechslung zum MRE!
Wir fuhren dann direkt zum Zeltplatz der keine 5 Minuten entfernt war.
Eben erst angekommen haben uns ein paar sehr nette Damen frisch gemachte Fischbuletten als kleinen Snack gegeben. Niklas wechselte mit den Norwegerinnen ein paar Worte und ich fragte ihn ob er denn auch norwegisch sprechen kann. Er erklärte mir das norwegisch und schwedisch fast gleich seien.
Mein heutiger Plan sah vor, das Ventilspiel zu überprüfen, nach dem super Fisch mit Sauce Hollandaise habe ich mich der AWO gewidmet. Niklas war erstaunt wie simpel das alles war. Er meinte nur, wenn er ein Problem hat gibt es einen SOS Knopf am Lenker seiner BMW. Den kann er aktivieren und eine Stimme ertönt aus einem Lautsprecher um Hilfe anzubieten, das selbe passiert automatisiert wenn ein Unfall geschehen ist. Seit dem heutigen Tag, knapp 3000 km von zu Hause entfernt, hat die AWO mein 100 Prozentiges Vertrauen von mir bekommen. Sie sollte mich bis zum Schluss nicht enttäuschen.
Heute Nacht haben wir uns vorgenommen den Saltstraumen anzuschauen. Der Salstraumen ist ein ganz besonderer Ort, denn der Saltstraumen ist der stärkste Mahlstrom der Welt. Die Wassergeschwindigkeit wurde auf über 20 Knoten gemessen. Über 3000 m3 Wasser strömen pro Sekunde über die Fjordschwelle. Der Saltstraumen ist sehr fischreich und für große Fische bekannt. In diesem Strom wurde der weltweit größte Seelachs mit der Angel gefangen. Punkt 22:30 Uhr war bei Vollmond der stärkste Tidenhub, es ist unglaublich dieses Phänomen zu beobachten. Kleine Motorboote, besetzt mit Touristen, haben sich in die Strömung gestellt um denen ein ganz besonderes Erlebnis zu verschaffen.
Nach den gesammelten Eindrücken, einem Whiskey und vielen tollen Gesprächen war es an der Zeit die Nachtruhe einzuläuten, Schlafmaske auf, gute Nacht.
Technisches: AWO gewaschen, Ventilspiel geprüft i.O., Ölstände geprüft
















Ein wolkiger Morgen 14 Grad und eine erholsame Nacht ließen mich gegen 8:00 Uhr aufstehen. Etwas Obst zum Frühstück musste reichen, bei der Kälte macht es mir keinen Spaß mich morgens um das Essen zu kümmern.
Wir Drei haben uns am Vorabend dazu entschieden zusammen die Fähre um 10:00 Uhr zu nehmen. Da der Kaffee im Polar Camp für Gäste inbegriffen ist, haben wir das Angebot dankend angenommen.
In Schweden gibt es einen BMW GS Club in dem Niklas Mitglied ist, er wollte über die AWO einen Artikel verfassen und hat noch einige Bilder gemacht bevor wir dann los sind. Die AWO wirkt so winzig zu diesen modernen Motorrädern, da sieht man wirklich die Entwicklung der letzten 60 Jahre. Was soll denn in den nächsten 60 kommen, fragt man sich da schnell?
Der Fährhafen ist nur 3 km vom Polar Camp entfernt und durch unsere geplante Ankunft ließ die Fähre nicht lange auf sich warten.
In der Fähre ist es echt gemütlich, die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Eine Lautsprecherdurchsage kündigt den kommenden Polarkreis an und eine Metallkugel am Ufer bestätigt dies.
“Jetzt bin ich mit der AWO echt in der Arktis” waren meine Gedanken. War irgendetwas anders? Nein! Wir Menschen ziehen Grenzen, machen Geografische Punkte aus oder benennen etwas nach ihrer Lage. Trotz der gedanklichen Ernüchterung war es ein tolles Gefühl!
In Jetvik angekommen ging es auf der “17” weiter Richtung Bodö. Wir verabschiedeten Marc der seine Tour zum Nordkap mit dem Fahrrad weiter fuhr, Respekt dafür!
Niklas und ich haben einen Zeltplatz ausgemacht an dem wir uns wieder treffen wollten. Sein Vorschlag zusammen zu fahren habe ich aber abgelehnt da es meiner Meinung nach keinen Sinn gemacht hätte.
Das Tolle war aber, dass wir uns unterwegs immer mal wieder begegnet sind, Niklas machte hier und da einen Halt und so konnte ich immer wieder aufholen.
Die Landschaft wurde wieder richtig grandios, hohe Berge, vorgelagerte Inseln und eine traumhafte Straße, was will man auf einer Motorradtour mehr?
Auf dem Weg nach Bodö kommt man dann auch zwangsläufig an einem Gletscher vorbei. Seine blaue Farbe machen ihn zu einem schönen Fotoobjekt.
Kurz vor dem Ziel, vor der Salstraumen Brücke ist Coop Prix, ein Einkaufsladen in dem ich mir etwas zu trinken holte. Wie der Zufall es so wollte kam Niklas in diesem Augenblick an und wir gingen nochmal hinein um für den kommenden Abend unser Abendbrot zu kaufen.
Es sollte Fisch mit Kartoffeln und Sauce Hollandais werden, eine willkommene Abwechslung zum MRE!
Wir fuhren dann direkt zum Zeltplatz der keine 5 Minuten entfernt war.
Eben erst angekommen haben uns ein paar sehr nette Damen frisch gemachte Fischbuletten als kleinen Snack gegeben. Niklas wechselte mit den Norwegerinnen ein paar Worte und ich fragte ihn ob er denn auch norwegisch sprechen kann. Er erklärte mir das norwegisch und schwedisch fast gleich seien.
Mein heutiger Plan sah vor, das Ventilspiel zu überprüfen, nach dem super Fisch mit Sauce Hollandaise habe ich mich der AWO gewidmet. Niklas war erstaunt wie simpel das alles war. Er meinte nur, wenn er ein Problem hat gibt es einen SOS Knopf am Lenker seiner BMW. Den kann er aktivieren und eine Stimme ertönt aus einem Lautsprecher um Hilfe anzubieten, das selbe passiert automatisiert wenn ein Unfall geschehen ist. Seit dem heutigen Tag, knapp 3000 km von zu Hause entfernt, hat die AWO mein 100 Prozentiges Vertrauen von mir bekommen. Sie sollte mich bis zum Schluss nicht enttäuschen.
Heute Nacht haben wir uns vorgenommen den Saltstraumen anzuschauen. Der Salstraumen ist ein ganz besonderer Ort, denn der Saltstraumen ist der stärkste Mahlstrom der Welt. Die Wassergeschwindigkeit wurde auf über 20 Knoten gemessen. Über 3000 m3 Wasser strömen pro Sekunde über die Fjordschwelle. Der Saltstraumen ist sehr fischreich und für große Fische bekannt. In diesem Strom wurde der weltweit größte Seelachs mit der Angel gefangen. Punkt 22:30 Uhr war bei Vollmond der stärkste Tidenhub, es ist unglaublich dieses Phänomen zu beobachten. Kleine Motorboote, besetzt mit Touristen, haben sich in die Strömung gestellt um denen ein ganz besonderes Erlebnis zu verschaffen.
Nach den gesammelten Eindrücken, einem Whiskey und vielen tollen Gesprächen war es an der Zeit die Nachtruhe einzuläuten, Schlafmaske auf, gute Nacht.
Technisches: AWO gewaschen, Ventilspiel geprüft i.O., Ölstände geprüft
















