Mit der AWO zum Nordkap.

Wieder mal eine geile Strecke gefunden oder gut untergekommen? Und du willst es nicht für dich behalten? Dann hier rein damit!
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Holden
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Mit der AWO zum Nordkap.

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Wenn Jemand eine Reise thut, // So kann er was zu verzählen;// Drum nahm ich meinen Stock und Hut, // Und thät das Reisen wählen.


Ja und ich hoffe das dies bei mir lange der Fall sein wird. Diese Zitat von Matthias Claudius passt zu gut, denn es kann eine Geschichte werden, von denen ich meinen Enkeln hoffentlich noch erzählen werde.

Hinter mir liegt die längste, kälteste, wärmste, nervenaufreibende, schönste Motorradtour meines Lebens. Warum all die Superlative? Weil es zugleich meine erste und einzige bisher ist!

Bevor ich aber anfange, möchte ich mich ganz herzlich bei Steffen Bläsing aka „Zweiradsteffen“ bedanken, der mir meinen Antriebsstrang Motor-Getriebe-Kardan regeneriert hat. Steffen gab mir während der gesamten Reise ausgezeichneten technisch-telefonischen Support, er schwebte wie eine ADAC Schutzengel über mich und gab mir stets ein beruhigendes Gefühl (was ich auf den ersten zweitausend Kilometern auch brauchte).
Dankend möchte ich auch Bernde erwähnen, der mir durch seine Erfahrung gut geholfen hat einiges zu optimieren und auch immer ein guter Ansprechpartner war.
So, wo ging es denn jetzt überhaupt hin und wie soll ich das Ziel der Reise am besten definieren? Einmal zum Nordkap und zurück? Oder besser, einmal um die Ostsee mit einem Abstecher zum Nordkap?
Mein Problem war das ich kein definiertes Ziel hatte, sondern von einigen Menschen inspiriert wurde mit einem Motorrad eine Tour zu unternehmen.

Bernde
https://fernweh-inc.org/portfolio/fram- ... s-nordkap/
Svenja
https://www.svendura.de/n2013-01.php
Alexander
https://www.simson-reisen.de/ostsee-und-nordkap-2016/


Aber erst einmal zum Anfang. Wieso AWO? Es sind meine Erlebnisse die Fotos und Geschichten mit der AWO, die mein Großvater besaß und meinem Vater überließ, die in meinem Kopf waren. Die AWO wurde irgendwann im Zuge des Hausbaus zu Geld gemacht und war fortan nicht mehr in unserem Besitz, die Bilder und Geschichten aber blieben.


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Anfang 2017 hatte ich dann die Möglichkeit einen AWO Schrotthaufen zu kaufen und habe mir dann im selben Jahr meine eigene AWO aufgebaut. 2018 war ich durch einen längeren Auslandsaufenthalt daran gehindert mit der AWO fahren zu können. Durch die Zwangspause habe ich mir schon einige Routen und Vorhaben im Kopf ausgemalt, der Wunsch eine schöne Motorradtour zu unternehmen wuchs stetig in dieser Zeit. Nach TÜV und Neuzulassung im Juli 2018, konnte ich dann endlich die ersten Kilometer abspulen, was mir außerordentlich Spaß gemacht hat. Ein kapitaler Motorschaden im selben Monat hat mir alle Vorhaben für 2018 zu Nichte gemacht.

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Der Motor wurde erneut von “Motoren Technik G.” repariert. Ein Kolbenklemmer und unglaublich viel Ruß auf dem Kolbenboden ließen das Vertrauen völlig verschwinden, kurzerhand entschloss ich mich einen anderen Motor von Grund auf regenerieren zu lassen. Da ich mit dem Getriebe und Kardan seit knapp 2300 km keinerlei Probleme hatte, war die Entscheidung, den nächsten Motor machen zu lassen, auf Zweiradsteffen schnell gefällt.
Im Juni 2019 war mein Motor, auf den ich so sehnsüchtig gewartet habe dann auch endlich fertig. Ich bin persönlich zu Steffen gefahren und wir haben den Motor das erste Mal zusammen angemacht. Er lief von Anfang an sehr ruhig und Vibrationsarm, denn der Kolben wurde so Optimiert, dass er weniger Vibrationen erzeugt. Ganze 23 Gramm mussten weggefräst werden.
Die kalte Jahreszeit nutze ich um meine Reise mehr zu definieren und mir das notwendige Equipment anzuschaffen. Viele YouTube Videos und Bücher habe ich in den Monaten angeschaut bzw. gelesen.
Ich wusste nun das ich Richtung Norden wollte und es sollte mit dem Zelt auf Reise gehen. Welches Equipment nimmt man mit? Was kann man zu Hause lassen? Wie bereitet man das alles vor? Wie lädt man sein Handy unterwegs? Was ist wenn etwas in der ferne mit dem Motorrad ist? Alleine reisen oder doch besser zu zweit? Schafft meine AWO das überhaupt? Viele Fragen haben mich anfänglich und auch während der Tour begleitet.
Aber nun möchte erst einmal ein paar Fakten und Zahlen sprechen lassen, damit ein besseres Lagebild entsteht. Mich haben solche Zahlen und Werte immer brennend interessiert, damit ich irgendwelche Referenzwerte für mich habe. Daher möchte ich auch meine Daten und Werte für euch preisgeben.

Reisezeit: 06.07.2019 - 29.07.2019
Kosten der Reise: 1.802€
Gefahrene Strecke: 7068 km durch 9 Länder (inkl.Deutschland)
ØTageskilometer: 307,34 km
Größte Tagesetappe: 555 km
kleinste Tagesetappe: 0km
Tankstopps: 44
Getankte Liter Benzin: 274,7l das sind 3,8l/100km
Ölverbrauch: 2100ml das sind 29ml auf 100km
Reisegeschwindigkeit: 70-75km/h
ØGeschwindigkeit: 50,68km/h

Da ich noch nie eine Motorrad Tour unternommen habe und die AWO sowieso mein erstes Motorrad ist, hatte ich sehr viele Fragezeichen was die Ausrüstung anging. Vieles steht und fällt bekanntlich mit einer guten und zuverlässigen Ausrüstung, was braucht man denn nun alles, oder sollte ich sagen: Was habe ich gedacht zu benötigen?
Auch hier möchte ich euch nicht vorenthalten was ich alles so besorgen musste. Manche Hersteller habe ich dazu geschrieben, falls jemand Interesse hat.

Für den Fahrer:
Handyhalterung, USB Ladebuchse, Zahlenschloss, Verzurrgurte, Zelt (MSR Elixier 2), Schlafmatratze (Sea to summit Comfort plus), Schlafsack, LED Zeltlampe, Russen Benzinkocher (Nachbau des Optimus 8R), Kochgeschirr, BW Essbesteck, Geschirrhandtuch, Schwamm und Fit, Titan-Tasse, Taschenlampe, Kissen, Stuhl, Campingtisch, 15m Seil, Mückenspray
4 Expander, Karabiner, Feuerzeuge, Stirnlampe, Trinkflasche (Nalgin), Helm, Regensachen (Louis), Gepäckrollen von Orthlieb, festes Schuhwerk, Lederjacke, mehrere Handschuhe, Sonnenbrille, Insektenschutz, Sonnenschutz, Jogginghose, Badehose, Socken Unterwäsche und T-Shirts jeweils für 6 Tage, Halstuch, Mikrofaser Handtuch, Flip Flops, bequeme Schuhe, Power Bank, Schuhbeutel für dreckige bzw. nasse Schuhe, Lenkerstulpen, Erste Hilfe Set, Stifte, Papier, Taschentücher, Reiseapotheke, kleine Osmo Pocket Kamera, Ladekabel und Charger, Kreditkarte, Reiseportemonnaie, Gehörschutz, Schlafmaske, Schnur, Feuerzeugbenzin, Waschmittel, MOKKA Kocher von Bialetti, Blech Kaffeedose, 4 Ersatzheringe, Zahnseide, Nagelscherenset, Regenschutz Schuhe, Regenüberzug Rucksack, von eagle creek ein genialer Wäschetrennsack, eine Hälfte kann frische Wäsche und die andere Seite ist die Dreckwäsche untergebracht, 2 große Knicklichter (rot & grün), faltbarer 5L Wassersack von Orthlieb, ALU Windschutz für Kocher

Für die Maschine:
einige Ersatzschrauben und Muttern, 15 Ersatzspeichen und Nippel, 1 Bowdenzug, 5m Panzertape, 5m Draht 0,8mm, 20 verschiedene Kabelbinder, Multitool, Ersatzglühbirnen, 3 Reifenmontiereisen, 15 MEWA Putzlappen, 1,5 Liter Öl, UHU Kaltmetall, Seitenschneider, 100ml Spritze, Gaslötkolben, Ersatzkabel, Gummikreuz Zündmagnet, alle benötigten Schraubenschlüssel von 6-23mm, kleine Drahtbürste, 2 Ersatzzündkerzen (es wurde keine gebraucht), 1 Ersatzschlauch, Reifen Flickzeug, Pannenspray 100 ml, Ventile, Ventilausdreher, Kunststoffhammer, Blattlehre, Kerzenschlüssel, kleine Ratsche mit 7 Nüssen 7-13mm, Ersatzzündschlüssel, 1 Liter Reservekanister, 0,8m Benzinschlauch, etwas Dichtmittel, Dichtung zum selber schneiden, Sicherungen, Kupplungshebel, Schleifpapier, Scotch Brite, Zündkerzenschlüssel. Zündkabel, Kondensator, Kerzenstecker

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Die Dinge wurden immer mehr und mehr, beeindruckt und eingeschüchtert von den Geschichten die man gelesen und gehört hat und die eigene Unerfahrenheit habe mich dazu gebracht alles so akribisch wie möglich abzuarbeiten. Irgendwann habe aber auch ich erkannt, dass man nicht für alles gewappnet sein kann. Wäre mir z.B. der Motor auf dem Weg geplatzt, dass wäre es sehr ärgerlich, aber ich hätte mich darauf nicht einstellen können! Es sollte ja auch ein Abenteuer werden, was es tatsächlich auch wurde.
Die Vorbereitungen waren so gut wie abgeschlossen, Probefahrten mit den neuen Motor konnten ja bis Anfang Juni keine durchführen werden, was dazu führte das es nur wenig Zeit (3 Wochen) für die Einfahrphase gab. Ich schaffte es gerade einmal knappe 800 km „abzuspulen“, dass muss reichen dachte ich mir.
Mit dem alten Motor konnte ich noch einen 124 km „langen“ Ausflug an die Müritz machen um das Equipment zu testen, es stellte sich nach einer sehr schmerzhaften Nacht heraus das die Isomatte mit 30mm viel zu dünn für mich war. Also ab zu Globetrotter und nach einigen Probeliegen eine Selbstaufblasbare 60mm Matratze für 162€ zähneknirschend gekauft. Wäre die Probenacht nicht so schmerzhaft gewesen, wäre mir im Traum nicht eingefallen für so viel Geld eine Matratze zu kaufen. In der Nacht tankt man aber die Energie für den Folgetag und daher dachte ich mir, das passt schon.
Der Tag der Abfahrt rückte also immer Näher, Familie, Freunde, Kollegen, Verwandte und Bekannte fragten natürlich ab und an was ich denn in den 4 Wochen so täte? Ich wollte nicht jedem von Anfang an meine Pläne auf die Nase binden, da somit auch der „Druck“ wächst....vielleicht mache ich kurz davor doch einen Rückzieher! Aber man kann solch eine Unternehmung schwer geheim halten, zudem auch meine Vorfreude immer größer wurde. Weshalb sich auch meine Freundin sehr häufig und geduldig meine AWO-Fantasien anhören durfte.
Ich wurde auch nicht nur einmal gefragt ob zu Hause alles in Ordnung sei, da es untypisch ist vier Wochen getrennt Urlaub zu machen. Aber keine Sorge, es ist alles schick, es war der beste Zeitpunkt vor dem bevorstehenden Hausbau und der Familienplanung so etwas zu unternehmen.
Die Tage bis zu Abfahrt vergingen gar nicht schnell genug, so ist es nunmal wenn man sich auf etwas lang geplantes so sehr freut.
Na dann wollen wir mal los:
Zuletzt geändert von Holden am Do 1. Aug 2019, 21:29, insgesamt 2-mal geändert.
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AWOKCUB
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von AWOKCUB »

:::::h
Was der Fuß nicht ankriegt, soll die Hand nicht lenken.
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Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von Holden »

Tag 1: Königs Wusterhausen – Ribnitz Damgarten 331km Fahrzeit 6:50h

Der 06.07. war aber nun endlich gekommen. Meine Nacht war geprägt von Wachphasen und nervösem Gezappel. Mein Plan sah vor um 10:00Uhr von Königs Wusterhausen loszufahren. Also Pünktlich um 7:00 nach Königs Wusterhausen zu den Schwiegereltern frühstücken. Bisher verlief alles nach Plan, da wir aber inmitten der Hausplanungsphase sind, wollten wir dann doch noch unsere Baupläne „optimieren“ was dazu führte das sich die Abfahrt um 2 Stunden verschob. Das schaffst du auch noch dachte ich mir, zumal die Zeit im Haus deutlich länger ist als auf der AWO. Meine Freundin und ihre Eltern haben mich herzlich verabschiedet was mir auch ehrlich gesagt nicht einfach fiel. Gegen 12:00Uhr trat ich die AWO an und machte mich nach ein paar Abschiedsfotos auf den Weg. Autobahn wollte ich so gut es geht vermeiden, somit ging es via Erkner, Strausberg, Eberswalde, Prenzlau, Neubrandenburg und Sanitz nach Ribnitz Damgarten.
Nach ca. 60km habe ich mir das Kerzengesicht angeschaut, sehr hell, zu hell für meine Bewertung. Die 100er Hauptdüse musste dann der 105er weichen, was sich nach weiteren Checks als die richtige erwies.
Mir war es sehr wichtig das Steffen einen letzten Check an meiner AWO vornimmt, bevor ich dann wirklich auf die große Reise gehe. Der Motor hat von Beginn an immer ein paar Tropfen Öl verloren, was mich beunruhigte. Das wollte ich unbedingt „untersucht“ wissen. Dazu später aber mehr. Da Steffen glücklicherweise auf dem Weg nach Rostock wohnt, hat sich das auch gleich mit angeboten. Das 18. Ostblocktreffen fand genau zu dem Zeitpunkt in Ribnitz Damgarten statt, wozu er mich dann auch prompt eingeladen hat.
Nach fast sieben Stunden Fahrzeit kam ich dann endlich an und wollte auf das Gelände: „Nur mit Armband, sonst kommt heute niemand mehr rein!“ wurde ich schroff zurückgewiesen. Steffen habe ich nach mehreren fehlgeschlagenen Anrufversuchen dann doch endlich erreichen können und ihm das Problem geschildert, er kam nach einigen Minuten mit einem Armband, klärte die Situation und ich konnte endlich auf das Gelände.
Da es für mich das erste Mal dort war hatte ich auch keine Erwartungen, was ich aber vorfand hat alles gesprengt was ich mir je hätte vorstellen konnte. Alles was zu sozialistischen Zeiten in der ehemaligen DDR einen Motor hatte, egal ob Doppeldecker AN-2, Schützenpanzer, LKW oder Motorrad, es war so ziemlich alles vertreten. Die Leute haben die Fahr-/Flugzeuge so schön restauriert das man sich in die Zeit zurück versetzt gefühlt hat. Der Geruch von 2 Takt lag in der Luft, es war ein gewusel an Fahrzeugen...herrlich.
Steffen war mit seinen Jungs vor Ort die mich herzlichst aufgenommen haben und mir direkt auch ein Feldbett zur Verfügung stellten, es war auch das letzte Mal für die kommenden 23 Nächte das ich ein Bett unter mir hatte. Ich haben mein Vorhaben vorgestellt, die Jungs waren begeistert davon. Alte und neue Geschichten wurden bei einem Havanna Cola ausgetauscht, sie sprachen mir Mut zu und fanden die Idee toll.
Die einbrechende Nacht wurde von einem 15 minütigen Feuerwerk unterbrochen, wonach ich dann auch gleich ins Bett ging, die nächste Tagesetappe wartete ja schließlich.

Technisches:
Hauptdüse von 100 auf 105 getauscht
Ölstand kontrolliert
100ml Öl aufgefüllt


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wgg1960
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von wgg1960 »

Dann haben wir uns also auf einer Nordkapvorbereitungsrunde getroffen. Die Schwiegereltern meines Nachbarn, fahren jedes Jahr mit MZ-Gespannen zum Nordkap. Die haben von einer Awo mit leichten Problemen erzählt. Das warst hoffentlich nicht Du.
So, jetzt mal weiter mit Deinem Reisebericht!

Gruß Gert
And if you don't like Hank Williams, honey, you can kiss my ass...

Kris Kristofferson
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Holden
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von Holden »

Tag 2: Ribnitz Damgarten – Kopenhagen 182 km Fahrzeit 5:12h

Am kommenden Morgen gab es ein tolles Frühstück und Steffen hat sich auch gleich an meine AWO gemacht. Nach einer Probefahrt und einigen kritischen Blicken hieß es: „Kannst fahren“, nichts anderes wollte ich hören :-) „Die paar Tropfen Öl sind normal“ hieß es auch von allen die sich meine AWO angeschaut haben, das hat mich dann auch vorläufig beruhigt. Da die Veranstaltung am Sonntag auch endete, wollte ich nicht einfach davon fahren, so half ich den Jungs noch ein Teil des Lagers abzubauen. Nach vielen Glückwünschen startete ich den Motor und fuhr gegen 13:00Uhr Richtung Rostock Hafen.
Die 105 führt nach Rostock an „Karls Erdbeerhof“ vorbei, ich kannte ja die riesigen Erbeerstände in Form einer Erdbeere die in unserer Region zu Hauf herumstehen, aber das es so ein Imperium ist hätte ich nicht gedacht. Durch die Ampel an der Hauptzentrale kam es zu einem Kilometerlangen Rückstau den ich mit der AWO auf dem Fahrradweg abzukürzen wusste.
Am Hafen angekommen, wusste ich gar nicht so richtig wie das jetzt alles funktioniert. Aber durch die Reiseberichte, hatte ich ja eine theoretische Ahnung. Also ran ans Pier und ab nach vorne. Die Fähre kam auch relativ zügig ohne das ich lange warten musste. Nachdem 74€ den Besitzer gewechselt haben, durfte ich dann in den Schlund der Fähre fahren und das Motorrad verzurren.
Oben auf dem Sonnendeck angekommen habe ich die wunderschöne Aussicht auf Rostock genossen, der starke Wind hat mich dann aber schnell einen Platz im inneren der Fähre suchen lassen. Jetzt war auch der erste richtige Moment wo ich allein mit meinen Gedanken war. Die ersten Zweifel kamen auf. Soll ich umkehren? Ist das nicht ein wenig zu viel was ich mir hier antue? Die Fragen aller Fragen war, Schafft die AWO das überhaupt? Da zu viele Menschen nun aber wussten was ich hier vor hatte, gab es kein zurück mehr, ich wollte niemanden etwas beweisen, aber auch keinem sagen wollen: „War schön in Rostock“.
Ich beruhigte mich mit dem Gedanken das ich ja bald in Dänemark bin und das auch schon ein ganzes Stück für so ein altes DDR Motorrad sei.
In Gedser-Dänemark angekommen, steuerte ich nach einigen Kilometern auf eine Tankstele zu und wurde auch direkt auf die AWO angesprochen: „Ist das eine BMW“? Ich antwortete freundlich und nach einem kurzem Smaltalk war der Mann aufgeklärt und ich fuhr weiter Richtung Kopenhagen.
In Kopenhagen habe ich einen Freund besucht der dort als Arzt arbeitet. Da ein Arzt in Kopenhagen scheinbar nur 13qm als Wohnraum hat, blieb mir nichts anderes übrig als im Innenhof zu Zelten. Roland und ich haben uns die Stadt angeschaut, ein Konzert besucht und er hat mir ein Dänisches Krankenhaus gezeigt in dem er arbeitet. Das alles war nur zu schaffen mit einem dieser E-Roller, tolle Sache.
Gegen 23Uhr ging wurde eine Gute Nacht gewünscht und der eine ging in sein Bett und der andere ins Zelt was im Innenhof stand.
„Ab morgen bist du ganz alleine unterwegs“ dachte ich mir und schlief ein.

Technisches: Ölstand kontrolliert


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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von Holden »

wgg1960 hat geschrieben: Do 1. Aug 2019, 21:37 Dann haben wir uns also auf einer Nordkapvorbereitungsrunde getroffen. Die Schwiegereltern meines Nachbarn, fahren jedes Jahr mit MZ-Gespannen zum Nordkap. Die haben von einer Awo mit leichten Problemen erzählt. Das warst hoffentlich nicht Du.
So, jetzt mal weiter mit Deinem Reisebericht!

Gruß Gert
Hey Gert, ja wir beide haben uns zufällig getroffen und du hast mich auf einen Kaffee eingeladen. Aber einem MZ Gespann bin ich leider nicht begegnet.
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von Holden »

Tag 3. Kopenhagen – Kungälv (nahe Göteborg) 334 km Fahrzeit 7:49h

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Nach einer regnerischen Nacht, welche im übrigen auch die letzte für die Reise war, habe ich mich nach einem guten Frühstück um 13:00 Uhr auf den Weg nach Göteborg gemacht, sicherheitshalber im Regenanzug.
Ein Freund von Steffen hat mir angeraten nicht über die Öresund Brücke zu fahren, sondern mit der Fähre von Helsingör nach Helsingborg. Gesagt getan, von Kopenhagen waren es knappe 50 km bis zur Fähre. Die AWO ist mit mir an der schönen Küstenstraße „152“ entlang gefahren, die Landschaft und die Häuser sind echt schön dort, alles sieht gepflegt und wohlbehalten aus. Da es ja meine erste Motorradtour ist, wurde jeder Meter den die AWO weiter fuhr, zur neuen längsten Tour dachte ich mir und freute mich wie Bolle über diesen Fakt.
Nach 1 ½ Stunden Fahrt kam ich in Helsingbör-Hafen an. Die Fähre in Helsingbör ließ mir keine Zeit zum ausruhen...bezahlen...auffahren...abstellen. Auf der kurzen Überfahrt lerne ich einen Dänen kennen, der die Strecke zum Kap mit dem Fahrrad unternehmen wollte und mit dem Flugzeug zurück. Die Idee mit dem Flugzeug zurück gefiel mir sehr gut, nur war ich eben mit einem Motorrad unterwegs. Er fragte auch mich was denn mein Ziel sei, ich konnte ihm kein genaues Ziel nennen. Den meisten Menschen sagte ich immer dasselbe: “So lange das Wetter gut ist, immer weiter nach Norden”.
Mein nächster Tankstopp ließ nicht lange auf sich warten, 6,3 Liter Super in den Tank und die nächsten 280 km musste ich nicht aufgrund von Spritmangel schieben. Da ich Schweden erstmal nur als Transitland wählte, hatte ich auch kein Dänischen Kronen dabei. Was aber im Gegensatz zu Deutschland überhaupt kein Problem in ganz Skandinavien darstellt ist, man kann sogar seinen Kaffee mit der Kreditkarte zahlen ohne komisch angeschaut zu werden.
Der nächste große Unterschied ist zudem der Handyempfang. Nicht selten muss ich unserer Hauptstadt ein Telefonat neu wählen oder aus einem Raum gehen um guten Internetempfang zu haben. Aber dank eines nahezu 100% Flächendeckenden 4G Netzes in ganz Skandinavien konnte ich mich per Google Maps zu allen Orten navigieren lassen. So habe ich auch meinen ersten richtigen Campingplatz angesteuert und habe mich an einem schönen Campingplatz niedergelassen.
Auf diesem Platz kamen auch meine kleinen Helfer das erste mal zum Einsatz. Mein Schwiegervater hatte mir zwei kleine Alu Bleche angefertigt damit der Hauptständer nicht in den Rasen zu sehr eintaucht, diese Bleche habe ich bis zum Ende der Reise benötigt. Ohne die Bleche hätte die AWO auf dem Hauptparkplatz übernachten müssen, was für mich niemals in Frage käme.
AWO Fans vergebt mir, aber ich habe eine USB Ladebuchse unter dem Sattel installiert. Dank der 12V Elektronik ist es mir dadurch nun möglich völlig autark von Steckdosen mein Telefon zu Laden. Dank des Schnellladegerätes war das innerhalb von 40 Minuten erledigt.
Da ich ja vor dem teuren Essen, insbesondere in Norwegen vorgewarnt wurde, habe ich von meinem letzten Bundeswehreinsatz in 2018, zehn MRE´s, Meal Ready to Eat, der US Armee mitgenommen. Diese Pakete, wasserdicht verpackt, haben eigentlich alles um satt zu werden. Vorspeise, Hauptspeise, Dessert, Kaugummi, Serviette, Toilettenpapier und Besteck. Man kann es ohne ein Feuer zu machen erwärmen, es liegt ein Magnesium Päckchen dabei, was mit Wasser befüllt eine chemische Reaktion auslöst. Geschmacklich sind sie unseren auch einiges Voraus. Heute habe ich auch zum ersten mal mit der Bialetti und meinem Russen-Benzinkocher einen leckeren Mokka zubereitet.
Im Zelt lasse ich die schöne, ländliche Landschaft Südschwedens an mir vorbei ziehen und schlafe mit dem Gedanken das ich morgen Geburtstag haben werde gut gesättigt und glücklich ein.


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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

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Tag 4. Kungälv - Rörvik Camping 369 km Fahrzeit 8:39h

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Marco ist 38 Jahre jung, ich habe Geburtstag! Früh morgens checkte ich wie gewohnt mein Handy auf Nachrichten oder News. Meine kleine Schwester hat mir als erstes gratuliert, es folgten noch im laufe des Tages viele, viele weitere Glückwünsche. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen das Menschen an einen denken, mir gab das viel Kraft. Es kamen natürlich auch Fragen wie: “Na was machst schönes zu deinem Geburtstag” von den unwissenden meiner Unternehmung. Es war mir ein inneres Blumenpflücken zu denken: “Was ich hier tue, ist für mich ein ganz besonderes, einmaliges Erlebnis in meinem gesamten Leben”!
Gegen 09:00 Uhr habe ich das Lager bei schönsten Sonnenschein verlassen, immer schön artig neben der E6 habe ich mich weiter nach Norwegen gespult. Von mir völlig unbemerkt, das ich kurz nach Vassbotten bereits auf Norwegische Territorium fahre hat sich Landschaft merklich verändert. Es wurde hügeliger und felsiger. Mein Mittagessen fiel heute unspektakulär bei Burger King aus. Wir fuhren auf der 22 bis nach Rakkestad und zogen südlich von Oslo kurz auf der E18 weiter, um auf die 56 und später auf die 23 unseren Weg fortzusetzen. Weiter auf der 285 Richtung Norden um letztendlich auf der 155 an einem schön gelegenen Campingplatz am See das Lager aufzubauen. Google Maps hier geht ein dickes Lob an dich!
Auf einem Rastplatz dauerte es nicht lange bis mich ein Norwegischer Biker ansprach “Is that an old BMW”. Ich verneinte freundlich und klärte auch ihn bereitwillig auf. Seine Maschine war gefühlt doppelt so groß wie die AWO. Nach einem netten Gespräch verabschiedeten wir uns und wünschten gegenseitig eine gute Weiterreise.
Der erste Zeltplatz den ich ansteuerte gefiel mir nicht, ein kurzer Check auf google Maps reichte um zu wissen das wenige Kilometer weiter der nächste ist. Ich habe mich an Svenjas Reiseberichte erinnert, sie fuhr erst einmal wie ein Streifenmotorrad den Campingplatz ab, um nach einem geeigneten Platz ausschau zu halten. Dicht am Ufer habe ich auch ein schönen ebenen Untergrund gefunden. Warum erwähne ich hier dass der Boden eben war? Leute, ich bin Zelten auf meiner Reise begegnet die so schief standen, das es unmöglich gewesen sein kann dort drin nebeneinander zu nächtigen.Vielleicht hat aber auch der Verkäufer im Outdoorgeschäft dieses kleine Detail nicht erwähnt, ich werde es nie erfahren.
Sofort begann ich dann auch mein Lager aufzubauen. Heute war auch der Zeitpunkt wo ich der AWO mehr technische Zuwendung gegeben habe.
Zuerst habe ich die alte Dame gründlich gewaschen. Das habe ich im übrigen fast jeden Tag getan, ich bin kein Waschnazi der jeden Sonntag sein Auto poliert, im Gegenteil. Für mich hatte es aber zwei Vorteile. Erstens sieht sie sauber und gepflegt aus und was noch viel wichtiger ist, man fasst zwangsläufig alles an. Dadurch bemerkt man eventuelle Fehler besser, anders, schneller. Ich war also nicht nur mit dem Auge am Motorrad sondern auch mit meinen Händen.
Hier habe ich das Ventilspiel geprüft i.O., verschiedene Schraubverbindungen am Motorrad gecheckt i.O., der Benzinschlauch der beide Tankkammern verbindet, scheuerte am Bowdenzugeingang am Vergaser. Das war im Nu erledigt.
Meine Sorge galt aber seit Berlin den Öltropfen die sich an den Schrauben der Ölwanne und dem tiefsten Punkt des Getriebes sammelten und durch den Fahrtwind auch am hinteren Schutzblech. Es war nicht viel, aber für mich zu viel. Nach Rücksprache mit Steffen: “Beobachten und weiterfahren”.
Bernde gab mir noch den Tip, einen Putzlappen an der Querstrebe des Hauptständers mit Kabelbinder zu befestigen. Es war nämlich nicht schön das man überall eine kleine Ölpfütze hinterließ. Die Lösung mit dem Lappen war echt nicht verkehrt. Für mich aber auch nicht des Rätsels Lösung.
Der Tag und mein Geburtstag gingen so langsam vorbei, nach vielen Telefonaten und Glückwünschen bin ich, dank MRE, satt und mental gestärkt zufrieden eingeschlafen.

Technisches: waschen, Ventile, Schraubverbindungen, Ölstand, Kerze, Ölstand Getriebe, Ölstand Kardan

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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

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Tag 5. Rörvik Camping - Kaupanger Amlesanden Camping 254km Fahrzeit 4:45h

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Die sündhaft teure Matratze tut echt ihren Zweck, ich fühlte mich so gut ausgeschlafen wie im eigenen Bett daheim! Die Investition hat sich also gelohnt, sehr gut!
Da man hier schon merkte das die Sonne sehr viel länger oben bleibt und die Nächte extrem kurz waren, kam meine 2,99€ Schlafmaske ab hier zum Einsatz, anders konnte ich nicht mehr durchschlafen. Auch diesen Tip habe ich von den Berichten die ich am Anfang erwähnte.
So kam es das mich die warmen Sonnenstrahlen zeitig aus meinem Zelt trieben.
Ein doppelter Mokka hat mich dann auch wie Asterix nach seinem Zaubertrank das Lager in windeseile abbauen lassen und so verließ ich den schönen Ort mit großer Vorfreude auf die kommenden Fjorde.
Da ich etwas Getriebeöl auffüllen musste, habe ich in einem Geschäft, BILTEMA, am Morgen 1L GL80W gekauft.
Ich möchte nicht sagen das es bis hierher nur transitbereich war, aber die wirklich schöne Natur begann für mich ab jetzt.
Kurz vor Gulsvik empfing mich ein etwa 7 Kilometer langer Tunnel. Da meine Sonnenbrille noch auf der Nase war und das Visier unten, habe ich nach kürzester Zeit gemerkt, das ich kaum mehr was gesehen habe. Hektische Bewegungen Richtung Helm und ein beherzter Griff zur Brille haben schlimmeres verhindert. Das passierte mir nie wieder! Vor jeder Tunneleinfahrt habe ich die Sonnenbrille unterhalb der Augen geschoben. Dieser Tunnel war aber kein Tunnel wie wir sie aus Deutschland kennen, nein, es ging in einer steilen Abfahrt hinunter und nach einer kurzen Gerade wieder steil nach oben. Trotz des Lärms im Tunnel konnte ich die Stirnräder des Motors jaulen hören wie sie am ackern waren um mich abzubremsen. Ich habe die Kupplung gezogen und bin mit 80-85km/h den Tunnel hinunter geschossen, gedacht dem Motor etwas gutes getan zu haben, im unteren Zenit angekommen, ging die Geschwindigkeit schnell auf 60km/h und ich kuppelte wieder ein. Der Anstieg folgte nach wenigen Metern gerader Fahrt, so steil wie es bergab ging, so steil ging es wieder dem Tageslicht entgegen. Ich musste nach kürzester Zeit in den 3 Gang wechseln da die Leistung einbrach, kurzzeitig konnte ich 60km/h halten musste dann aber in den 2 Gang schalten. Die Autos hinter mir konnten nicht überholen da es nur Zweispurig war. Zu dem ganzen Stress ob ich hier überhaupt richtig bin oder zukünftig doch lieber den Fahrradweg nehmen sollte traf mich wie aus dem nichts eine kräftige Windböe die nicht zu unterschätzen war. “Wo kam das denn her” dachte ich mir? Des Rätsels Lösung war 40 Tonnen schwer und weiß. Die LKW´s schoben eine Art Windpolster vor sich her und ehe man sie sehen konnte gabs eben eine auf die Mütze bzw. Helm.. Die Tunnel in Norwegen haben auch solche Beschilderung die per Pfeil anzeigen wie weit im Notfall der Ein-/Ausgang des Tunnels ist, ich wusste nicht wie weit 7000 Meter sein konnten! 3000 Meter, 2000 Meter, 1000 Meter, 500 Meter geschafft! Sofort nach dem Tunnel gab es eine Nothaltebucht die ich ansteuerte. Der AWO auf den Tank klopfend habe ich mich bei ihr bedankt, mich bis hierher sicher gebracht zu haben. Eine 5 Minütige Verschnaufpause habe ich mir auch gegönnt.
Ich denke das viele nicht verstehen können das man einem Motorrad Danke sagt, aber es ist und bleibt eine 60 Jahre alte Maschine. Ich wäre auch nicht der erste der mit einem Oldtimer auf der Strecke bleibt. Es verlief aber alles bestens und nach einem Tritt auf den Kickstarter sprang die AWO wieder an und wir fuhren weiter.
Der “7” brav folgend bis Gol und dann weiter auf der “52” bis Kaupanger. Um nach Kaupanger zu gelangen muss man eine Fähre nehmen, mit den Fähren hatte ich bisher Glück, selbst nie die Fahrpläne gecheckt, kam ich an und keine 10 Minuten später war ich auf dieser. Mich hat noch ein deutsches Paar aus meinem Landkreis angesprochen und fanden mein Vorhaben sehr schön zugleich aber auch etwas verrückt. Bei Kaupanger sind uralte Stabkirchen von Wiki und seinen jungs zu sehen, es ist sehr imposant diese Jahrhundertealten Holzbauten zu sehen.
Der Zeltplatz war sehr schön an einem Fjord gelegen eingefasst von Bergen die bestimmt 800 Meter hoch waren. Ein Alpinist lacht jetzt wahrscheinlich, aber in Berlin ist der höchste Berg gerade mal 120 Meter hoch.
Heute war auch der Tag an dem die Wäsche gewaschen werden musste, da ich aber kein Norwegisches Bargeld hatte, musste eben die gute alte Handwaschmaschine herhalten.
Das ging ja noch alles, aber der Wind hat mir die Wäsche ständig von der Leine gepustet. Bisher gabs für alles eine Lösung dachte ich mir und dafür muss es auch eine geben.
In der Zwischenzeit bin ich mit der AWO einkaufen gefahren, Etwas frisches Obst und Gemüse waren bitter nötig. Ohne das ganze Gepäck fuhr sich die AWO richtig sportlich was mir auch richtig Spaß bereitete.
Zurück am Zeltplatz wollte ich bei dem herrlichen Wetter im Fjord baden gehen, schließlich habe ich einige Kinder unterwegs ins kühle Nass springen sehen. Na ja...bis zu den Knien kam ich rein 😒 es war sau kalt!
Mein norwegischer Nachbar kam noch kurz herum um sich die “BMW” anzuschauen um dann nach 10 Minuten mit neuem Wissen befruchtet wieder zu seinem Camper zu gehen.
Im Schatten liegend habe ich mir eine Mittagspause gegönnt und bin für volle 2 Stunden weggenickt. Langsam machte sich der Hunger breit und die AWO wollte auch ihren Service haben. Also aufgestanden und Essen vorbereiten, aber was sehe ich denn da? Die Wäsche liegt schon wieder auf dem Boden. Sowie ich hin lief um sie erneut aufzuhängen, ists mir eingefallen: Ich ziehe die Leine durch die Ärmel und die Beinöffnung der Unterhosen, in die Socken wollte ich nun kein Loch schneiden, die haben auf einem Campingtisch trocken dürfen. Manchmal liegt das einfache so nah! Es geht also auch ohne Wäscheklammern.
Nachdem das erledigt war gab es wieder ein MRE mit einer frischen Paprika gestreckt. Tortillas dazu und es war eine gelungene Mahlzeit.
Die AWO bekam dann ihren Service und ich endlich meine Dusche. Die Duschhäuser sind so sauber und ordentlich in Norwegen, ich weiß nicht was die anders machen als wir? Ein Kühlschrank mit diversen Lebensmitteln und Getränken stand auch auf Vertrauenszahlung frei zugänglich herum.
Gegen 22:00 Uhr war für mich dann auch Zapfenstreich, Augenbinde über die Augen, gute Nacht Norwegen.

Technisches: AWO gewaschen, Gasgriff neu gefettet, Ölstände kontrolliert

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hephäst
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Re: Mit der AWO zum Nordkap.

Beitrag von hephäst »

. . . einfach nur geil . . . :::::k posting.php?mode=smilies&f=29#
Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz.
Mark Twain
"es sind Unglücksraben, die keine AWO haben"( auf einem Transparent in Gera 1982 :D )
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