Faleminderit Albanien!

Wieder mal eine geile Strecke gefunden oder gut untergekommen? Und du willst es nicht für dich behalten? Dann hier rein damit!
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Anke
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Faleminderit Albanien!

Beitrag von Anke »

Eine Reisegeschichte zu den Skipetaren mit Валентина Козловская und Steppes Awo

Tag 1

Gut gelaunt und vollgepackt starten wir früh am 31.08.2018 in Jena. Noch bevor ich auf der Autobahn bin, merke ich zum ersten Mal ein seltsames Eiern/Schwimmen beim Lastwechsel auf der Schnellstraße. Irritiert stoppe ich in einer Bustasche, Steppe guckt mich komisch an. „Wasn los?“ Das weiß ich ja selbst nicht. Ich zweifel ja zuerst immer an mir. Hab ich noch Restalkohol? Ich erkläre Steppe mein Problem und er dreht eine Testrunde. Alles ok, meint er, als er zurückkommt. Naja, denk ich mir, bei dem, was alles dieses Jahr an Валентина Козловская repariert und erneuert und getauscht wurde, darf ja EIGENTLICH auch nichts sein. „Reiß dich zusammen!“ denk ich mir, das ist nur die Urlaubsaufregung… Und normalerweise ist es doch sein Motorrad, welches jährlich am ersten Urlaubstag auseinander- und zusammengebaut wird…? Also wieder drauf und weiter. Aber 50 km auf der Autobahn reichen und ich bin sicher mir das nicht einzubilden. Bei der ersten Abfahrt gebe ich zu verstehen, dass der Urlaub für mich wohl gelaufen ist. Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen Spezi gemacht. Während ich die 50 km genutzt hatte um zu begreifen, dass ich nüchtern bin, hatte Steppe über Plan B gegrübelt und die Lösung parat. Um es abzukürzen, der Tag endet nicht in Österreich, sondern in Borsdorf mit einer Nachtschicht in der Werkstatt unseres einzigen Lieblings-Lutz. Die letzte Testrunde hatte ich früh um 1 Uhr auf Walli um Borsdorf gedreht, nachdem mein Profi neue Schwingenbuchsen gedrechselt hat. Weil mich das aber nicht ausreichend beruhigte, wurden noch die Lenkkopflager gewechselt. Schlussendlich hab ich Ruhe gegeben, aber so richtig sicher war ich mir nicht.

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Tag 2

Mit fetten Augenringen und den AWOs Huckepack starten wir in aller Frühe, um Zeit aufzuholen, denn unsere gebuchte Fähre nach ALBANIEN wartet bestimmt nicht auf uns. Der einzige Fixpunkt in unserer Planung. Ab dann sind wir wieder zeitlich im Plan und unser Abenteuer kann endlich beginnen. Den Großglockner überqueren wir im dichten Nebel und sind am späten Nachmittag in Heiligenblut. Feudal eingecheckt, unsere letzte feste Behausung für die nächsten Wochen, das gönnen wir uns. Unser AWO-Servicewagen wird von nun an nicht mehr gebraucht und verbleibt mit freundlicher Genehmigung bei unserem Freund Joseph in Heiligenblut.

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Tag 3

Alles auf Anfang, nur das Land ist ein anderes. Beim ersten Kick rutscht Steppes Starter durch, aber er bekommt ihn noch einmal fest. Ok, los jetzt, ich will Gebirge und Pässe. Immer Richtung Venedig auf Nebenstraßen, die Alpen sind herrlikst! Ein bißchen verregnet und nach Tankstopps muss Steppe nun angeschoben werden, die Verzahnung seines Kickstarters ist keine mehr. Ich finde das sehr lustig, endlich hat er auch ein Problem, was aber zu vermeiden gewesen wäre, wenn er SEINEN Kickstarter angebaut hätte, den er in Löbnitz verborgt hatte…. Statt eines Teils, das er (wieder mal) im Keller gefunden hat. Wie es Andy Brehme schon treffend formulierte: „Hast du Scheiße am Schuh, hast du Scheiße am Schuh.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Nach dem Grenzübertritt von Österreich nach Italien wird das Land flacher, die Temperaturen steigen und die letzten Regenwolken sind wir los. Ab jetzt nur noch Sonnenbrille! Regenklamotten werden verstaut und wir brauchen sie nicht ein einziges Mal mehr. Wir planen heute südlich von Venedig unser Lager aufzuschlagen. Nach 320 km haben wir das auch geschafft und begucken uns die italienische Adria. Sehr begeistert sind wir nicht. Im Prinzip mögen wir beide auch die typischen Touristenziele gar nicht. Abseits fühlen wir uns wohl. Italien insgesamt ist nicht mein Ding. Aber die Fähre legt nun mal in Ancona ab. Triest hatten wir gebucht, aber die Reederei hatte andere Pläne mit uns. Bis jetzt hatte ich in Italien meistens unangenehme Erfahrungen gemacht, auf den Straßen herrscht Krieg, alles ist verwirrend und laut. Alle Straßenschilder lesen sich wie Pizzabestellungen. Eigentlich hatte ich zu Steppe mal gesagt, ich fahre nie wieder nach Italien. Aber für dieses Urlaubsziel hab ich die Ausnahme gemacht. Na, da nehme ich doch gerne ein paar Kilometer extra in Kauf. Darfs noch ein bißchen mehr sein?
Unsere Aufgaben für den nächsten Tag: finde einen Schweißer und einen Campingplatz bei Ancona…

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Tag 4

Alles wieder einsacken, aufladen, anschieben, schwitzen und los… Nach kurzer Zeit finden wir etwas, was wie Werkstatt aussieht… „Officina Meccanica Zampaolo Rossano“. Wir stoppen und fragen vorsichtig an, nachdem wir in dem ganzen Gewühl eine Person finden. Meccanica schaut es sich an, eine kurze Demonstration Steppes und Gebärdensprache reichen und der Fachmann weiß, was gewünscht ist. Er hat ein bißchen Ähnlichkeit mit Captain Jean-Luc Picard und ich nehme das als positives Vorzeichen. Dazu hat Steppe noch einen großen Italien-Aufkleber auf dem Seitenkasten, das bringt bestimmt einen Bonuspunkt… Der Kicker wurde von Jean-Luc zärtlich drangebrutzelt. Steppe ist zufrieden, und weiter geht es. Von mir aus hätten wir das mit dem Anschieben ruhig noch ein bißchen machen können, ich hatte meine Freude dran. Beim nächsten Konsum noch ein paar Vorräte auffüllen und weiter. Da wir noch kein Frühstück und Kaffee hatten, suchen wir einen Platz, an dem wir Kocher auspacken und ins Brot beißen können. Steppe ist bei der Wahl des lauschigen Platzes ziemlich anspruchsvoll (am liebsten noch mit Wasserfall-Herrgott!), ich weniger. Schließlich will ich nirgends einziehen, nur eine Rast. Wenn ich jetzt so zurückdenke, dann war ich da schon leicht gereizt, denn ein wirklich paradiesisches Fleckchen lässt sich da nicht finden, es ist ziemlich karg, spärlich bebaumt und die Sonne steht schon reichlich oben. Nächste Seitenstraße…. Auf dem Rückweg von der Seitenstraße zur Hauptstraße stoppe ich einfach an einem Parkplatz und stelle Валентина unter dem einzigen Baum ab… Wir kochen uns Käffchen, endlich gibt es auch was zu beißen, wir bestaunen die Arbeit von Captain Jean-Luc Picard, loben ihn bis heute und interpretieren immer wieder Neues in die Form der Schweißpunkte. Was für ein schönes Blümchen! Am Ende des Tages landen wir 250 km weiter südlich kurz vor Ancona. Und jetzt stellt sich bei mir doch so langsam ein bißchen Urlaubsfeeling ein, aber nur ganz langsam. Etwas mehr, als das Zelt irgendwo bei Senigallia auf einem Campingplatz steht und noch viel besser wird es nach dem ersten Glas Wein. Schrecklich wird es wieder Nachts, als die Strandpromenade zur Rennstrecke wird und gefühlte 5 Meter auf der anderen Seite die ganze Zeit Güterzüge vorbei donnern und die Matratzen vibrieren lassen. Scheiß drauf, denk ich, ab morgen bin ich weg, ich will ja nicht hier einziehen. Ohrstöpsel rein und gute Nacht.

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Tag 5

Heute müssen wir nur die restlichen Kilometer bis zum Hafen Ancona zurücklegen, 17 Uhr einchecken und 19 Uhr winken. Am besten vom Boot aus. Der Tag beginnt, wir sind irgendwie beide genervt, Walli will nicht mehr anspringen, auch nicht bei Massa Steppe. Zündkerze und Vergasereinstellungen rauben Zeit und Nerven. Aber irgendwann läuft sie doch, vielleicht hatte sich doch irgendwo ein Popel verklemmt. Oder ein Furz lag quer, wer kennt das nicht? Wir haben schon alles so gepackt und verstaut, dass wir auf der Fähre nur noch kleine Handgriffe machen müssen und unser Handgepäck plus Schlafsack griffbereit haben. Also erst mal rein nach Ancona, Hafen gucken. Und Eis essen. Das alles ist ziemlich schnell abgehakt und wir sind auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen. In Italien!!! Aber wir finden eins. Schon als ich unten in Hafennähe Handybilder mache, fällt mir dabei hinter Lord Helmchen eine Kathedrale auf einem Hügel auf. Dort oben parken wir unsere Lastesel nicht auf dem Parkplatz sondern ziemlich provokant mitten auf dem Platz davor. Bester Diebstahlschutz, wobei mir das immer etwas unangenehm ist, dieses präsent sein. Lach nicht. Dort oben finden wir Ruhe und sind 3 Stunden im Standby. Ich mag das. Leute aus 30 bis 40 Meter Abstand beobachten, wie sie unsere AWOs bestaunen. Keine Fragen beantworten müssen, nur gucken. Lasse doch machen. Dann wird es doch Zeit für unseren Check-in. Am Hafen hat sich unser Abfertigungsschalter schon reichlich gefüllt. Als alles erledigt ist setzen wir uns vor die Abfertigungshalle und kommen mit zwei Typen ins Gespräch, die genauso lässig wie wir aussehen… Als klar ist, dass wir diejenigen mit AWOs sind, kommt die Frage, ob wir in Löbnitz gewesen sind. „Freilich! Hab nen Pokal bekommen!“ platzt es stolz aus mir raus. Dann stellen sich die beiden ausführlicher vor, Gregor und Andreas. Gregor hat am Freitag in Löbnitz Dudelsack gespielt und Andreas ist dessen Bruder, der von dort kommt. Ziemlich witzig. Wir adoptieren uns gegenseitig, da Andreas nicht das erste Mal in Albanien ist und uns schöne Geschichten erzählen kann. Die Fähre legt pünktlich 19 Uhr im Abendrot ab und es sieht fast übertrieben romantisch aus - Sonnenuntergang und das helle Gestein Anconas. Beinahe bin ich mit Italien in diesem Moment versöhnt, möchte alles vergeben… Aber es ist alles fest eingebrannt. Ich fahre nicht mehr nach Italien. Gut, dass wir Andreas und Gregor getroffen haben, ohne die beiden hätten wir niemals dieses lauschige Plätzchen an Bord gefunden. Wir schmeißen unseren Proviant zusammen, zechen bis wir sitt und satt sind und rollen uns auf dem flauschigen Teppich (auf Deck 5 in einem Ruheraum mit Schlafsesseln) in unsere Schlafsäcke um zu schnarchen. Meine Ohrstöpsel schlafen natürlich ohne mich bei meinem Hauptgepäck im Frachtraum. Super.

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Tag 6

Land in Sicht! Am Vormittag sind schon entfernt Hügelketten zu sehen, pünktlich zum Mittag laufen wir in Durrës ein und ich bin enttäuscht. Das sieht ja aus, wie Jena-Lobeda mit allen Hochhäusern. Vielleicht ein klein wenig farbenfroher, aber nur eine Winzigkeit. Ich bin mir nicht sicher, was ich überhaupt erwartet hatte, so richtige Vorstellungen hatte ich ja nicht. Ich wusste nur, was ich gelesen hatte, Durrës (Hafen) und Tirana (Hauptstadt) sind schon so gut wie zusammen gewachsen, ergeben also eins. Und das stimmt. Nur die Straßen sind irgendwie anders. Naja, erst mal runter vom Kahn, in Albanien einchecken und zur ersten Tanke, immer Andreas hinterher. Durch das Großstadtgewühl, also gefühlt mehr Gewühl und Gehupe als in Jena. Aber das stört mich im Gegensatz zu Italien überhaupt nicht. Ran an die Tanke, einmal voll bitte… An allen Tanken Albaniens tankst du nicht selbst, sondern wirst betankt. Dann weiter - Geldautomaten finden. Etwas zittrig versuche ich es zuerst mit meiner Visa und habe Angst, der Automat spuckt gleich Konfetti oder behält die Karte oder sonst irgendwas Irres passiert. Aber nichts passiert, Geld spuckt er aber auch nicht aus. Die Karte bekomme ich wieder und will es aber nicht nochmal versuchen. Der Nächste bitte. Steppe muss 4 x Anlauf nehmen, um 2.000 Albanische Lek zu erhalten. Säcke… Für jede Transaktion eine Gebühr. Naja, so geht es auch. Mit Spannung haben wir zu Hause die Auszüge gelesen, aber alles ok… Ab jetzt darf Steppe wieder vorausreiten, danach ich, Andreas und Gregor halten uns mit Guzzi und BMW den Rücken frei. Ein feines Quartett. Es geht zügig Richtung Norden, wir haben erst mal dasselbe Ziel: Velipojë. Die Straßen sind (noch) erstaunlich gut, anders als ich erwartet hatte. Wir können unsere 90 bis 100 km/h düsen. Die dortigen Autobahnen darf man nicht mit unseren vergleichen. Randstreifen hab ich selten gesehen, ebenso Leitplanken. Dafür Eselkarren, oft auch solo oder vermeintlich herrenlose Kühe, gerne auch mal als Gegenverkehr. Oder Radfahrer. Mopedfahrer prinzipiell ohne Helm, einheimische Motorräder habe ich gar nicht gesehen. Motorisierte Dreiräder gibt es dafür. Ziemlich viel Marke Eigenbau. Da darf der Albaner noch kreativ sein! TÜV oder AU scheint es nicht zu geben. Als wir unser Ziel erreichen ist der eingezeichnete Campingplatz nicht da, oder hat schon geschlossen, so jedenfalls verstanden wir das Männlein, welches wir befragten, als die Koordinaten erreicht waren. Pupsegal, wir finden schon was. So ist es dann auch. Bei Leonardi am Meer. Wobei Leonardi männlich ist, vermutlich unter dem Pantoffel seiner Frau steht, aber so was von herzlich und nur albanisch sprechend… Irgendwie über das Handy seines Sohnes (der englisch besser spricht als wir) wurden wir uns einig und Leonardi hatte Gäste auf seinem Grundstück… Die letzte Frage meinerseits am Handy: „Wie viel…?“ Die Antwort: „Gebt, was ihr wollt.“ So herrlich erfrischend unkompliziert. Leonardi hat uns auf seine Weise Willkommen geheißen, er brachte erst mal Bier und Zigaretten an. Was er auf englisch konnte, hat er auf den Boden mit einem Stock gekritzelt: „No Problem“ und „No €“. Dann sind wir erst mal ins Meer gehüpft, haben Menschen beobachtet, Seele baumeln lassen, an der Strandpromenade flaniert, haben es uns gut gehen lassen… Da war endlich mein Urlaubsfeeling! Zufrieden sind wir spät eingeschlummert, nicht ohne den wunderschönen Sternenhimmel reichlich zu bewundern.

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Tag 7

Morschn Albanien! Andreas und Gregor haben uns gestern noch reichlich über die Tara-Schlucht erzählt, die sie heute in Montenegro durchqueren wollen. Vor unserem geistigen Auge erscheint die grandiose Verdonschlucht in Frankreich, die wir 2016 mit unseren AWOs unsicher machten. Wir sind so flexibel, dass wir spontan den Plan ändern und zumindest mal gucken wollen, wie die montenegrinische Verdonschlucht aussieht. Zum Frühstück wird uns von Leonardi selbst Gebrannter gereicht, so ein Guter! Kosten müssen wir wenigstens, machen wir auch. Der hätte uns abends sicher richtig gut geschmeckt… Leonardi verabschiedet sich von uns, gibt mir noch einen Zettel mit seiner Telefonnummer, was er dazu lachend auf Albanisch sagt, habe ich nicht verstanden, aber den Zettel habe ich heute noch. Als wir fertig gesattelt haben, einigen wir uns auf einen Obolus, den wir zusammen mit der fast unangetasteten Flasche bei Frau Leo abgeben. Ach, da war es schon schön. Wir verabschieden uns jetzt auch von Andreas und Gregor und starten. Erst an der Grenze zu Montenegro werden wir von den beiden eingeholt, was die zwei schon wieder erstaunt. Wir sind wohl zu schnell… Nochmal verabschieden wir uns. Nach 100 km ins montenegrinische Binnenland finden wir unsere Idee nicht mehr so toll, denn es ist auch die Hauptverkehrsstraße, auf der sich nicht wenig Blech Richtung Norden und Süden lang drängelt. Bei 30 Grad im Schatten in einer Schlucht Lkws hinterher zuckeln, welche Jahrzehnte von einer Abgasnorm entfernt sind, macht mächtig Kopfschmerzen. Dazu fährt vor mir meistens Steppes AWO, welche auch eine kleine Stinkerin ist. Die Landschaft ist wirklich schön, aber der Müll am Straßenrand, der Lärm und Gestank zwingen uns an dem Tag in die Knie. Wir entscheiden uns für den Rückzug und nehmen unser ursprüngliches Ziel wieder ins Visier: Koman. Tschüssi Montenegro. Aber die Landschaft war wirklich toll! Außer Gebirge haben wir kurz vor Albanien einen Vogelbeobachtungsplatz gefunden. Am Skutarisee, wobei es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handelt. Kraniche oder Reiher haben wir gesehen. Ich hab die Pause aber wirklich allerhöchstens gebraucht und genutzt um mich lang zu machen. Davor hab ich Walli aber erst hingelegt. Daran hab ich gemerkt, dass die Pause längst überfällig war, Flüchtigkeitsfehler. Abfallendes Gelände, zu spitzer Winkel und zu langsam. Rumms. Hat aber fast gar nicht weh getan. Mir auch nicht. Eine halbe Stunde dauert unsere Pause dann müssen wir weiter, wenn wir unser Ziel bei Tageslicht (was äußerst empfehlenswert ist) erreichen wollen. So, nochmal zurück über die Grenze und bald sind wir auf unserer ursprünglich geplanten Piste, die langsam immer schlechter wird. Der vierte Gang ist schon länger nicht mehr möglich, es wird bergiger, die Straße ist immer zerrissener, so quälen wir uns zwischen dem dritten und zweiten Gang. Mein guter Geist vor mir wird immer langsamer und ich immer ungeduldiger. Wir wollten aber schon noch heute ankommen? Wie weit ist es denn noch??? Was?!? 30 Kilometer?! Das schaffen wir nie heute noch in dem Tempo. Mir ist das zu langsam, ich mache mal den Guide und donner vorneweg. Nur ein paar kleinere Aufsetzer. Steppe bangt um die Ölwannen. Ich hatte da meine Freude, das war eine Herausforderung, die richtige Route zwischen den Kratern zu finden… So ähnlich ist das bei mir auch beim Wandern in den Alpen bergab. Je schneller, desto instinktiver und besser. An die Ölwanne hab ich keinen Gedanken verschwendet. Nicht, das jemand denkt, ich wäre gerast, das alles fand zügig im zweiten Gang statt. Kurz vorm Dunkelwerden sind wir am Ziel*, ich wäre am liebsten nieder gekniet und die Gäste, die uns sahen, fühlten mit mir… Wir bleiben 2 Nächte, schließlich haben wir Urlaub!

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Tag 8

…stör mich nicht….

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Tag 9

Gestern haben wir ausgekundschaftet, wo unsere Fähre ablegt, wir wollen über den Koman-See Richtung Osten. Der Stausee und die Straße dazu sieht neu aus. An sämtlichen Staudämmen auf unserem Weg herrschte bauliches Treiben, neu angefertigte Straßen, Modernisierung, um die Stromversorgung des Landes zu verbessern. Als wir unsere Fähre erblicken, wollen wir natürlich auch drauf. Tickets haben wir bereits, aber man lässt uns nicht drauf, wir zappeln bis zum Schluss. Vielleicht hat mein Genius ja Recht und man hat uns vom Vortag wieder erkannt und ist nun sauer, weil wir unsere Tickets woanders gekauft haben. Je aufgeregter und nervöser einer von uns beiden ist, desto ruhiger wird der andere. Jetzt bin ich die Ruhe in Person. Beobachte das bunte Treiben und bin mir sicher, dass wir noch unseren Platz finden. So ist es auch, denn mein Ungeduldiger fährt einfach drauf. Es hätte noch schöner sein können, wenn wir uns so hätten stellen können, dass wir beim Anlegen nicht erst wenden müssen, aber hey… wir sind im Urlaub. Die Fahrt über den See dauert mehrere Stunden, es sind 50 Kilometer. Während der Fahrt denkt Steppe an Sindbads 7. Reise und ich höre schon das Horn Gondors. So kann man sich die Landschaft vorstellen. Gebirge ragen rechts und links auf, der Stausee schlängelt sich durch die Schluchten und wir auf ihm… In Fierze ist Schluss mit der Träumerei und wir verschwinden in den Bergen. Eigentlich wollte ich in Fierze noch ein bißchen Proviant auffüllen, aber ehe mir klar war, dass das eben Fierze gewesen ist, sind wir schon ein paar Minuten an dem Haus vorbei gewesen. Wird schon noch irgendwas kommen…hoffentlich. Aber jetzt gerade ist uns alles egal, die Straßen sind der Wahnsinn. Sie windet sich am Berg lang, ist wenig bis gar nicht befahren und super instand. So schwingen wir und schwingen… bis sich mein hübscher, dichter, neuer Tank meldet: zu viel Luft drin… äh, war irgendwo eine Tanke? An einer Kreuzung müssen wir uns entscheiden, entweder 10-15 Kilometer in die falsche Richtung, da ist laut Navi eine Tanke verzeichnet, also könnte eventuell meine Rettung sein, oder stur weiter auf unserer Piste bleiben und hoffen… Ich setze mich durch, ist ja schließlich mein Tank. Ab in die falsche Richtung. Volltreffer. Alles wieder aufgefüllt und ab in die Berge. Alles richtig gemacht. Wir bleiben auf der SH5 und kurz nach Kukës biegen wir ab, jetzt ist Offroad angesagt. Ein Campingplatz ist auf meiner Karte verzeichnet am Fluß „Schwarzen Drin“, zu der eine Panoramastraße führen soll. Den wollen wir haben. Die ersten Kilometer geht es Schotterpiste serpentin bergab. Gewöhnungsbedürftig für mich. Aber noch ist es ja hell. In einem Dörfchen sind Kinners unterwegs, mein Odysseus fragt, ob das der richtige Weg dahin ist und zeigt auf die Karte. Die Kinners lachen, jaja! Also weiter schlingern. Ich werde von den Teens im Losfahren nach meinem Namen gefragt, aber da die Piste alles abverlangte, kam aus meinem Mund statt „Princess Leia“ ein langezogenes „ahhhhhhhhhhhhhhhh!“ Die Jungs sind belustigt und rufen „Her Name is ahhhhhhhhhhhh!“ Ich lache mit, alles ist schön. Bis wir unsere Koordinaten erreichen, aber weit und breit keinen Campingplatz finden. Und nun? Es ist schon dunkel. In der Ferne irgendwo oben in den Bergen ist ein kleines Licht. Ich sage, da müssen wir hin. Zurück ist in diesem Moment keine Option für uns, wir wollen es jetzt wissen. Wenn ich das nun folgende schon alles geahnt hätte, wir hätten unser Zelt wohl wild irgendwo aufgeschlagen. Wir sind am Schwarzen Drin, müssen aber schlussendlich auf zwischen 700 und 800 Meter Höhe in der Dunkelheit einen Platz finden. Der Weg ist ein etwas breiterer Wanderweg, der nur noch bergauf geht und wir sind im ersten Gang unterwegs. Das Licht kam vermutlich von der Moschee, deren Plattform ich am liebsten für den Zeltaufbau genommen hätte, aber das hätte sicher niemand lustig gefunden. Ich rutsche nochmal ordentlich weg auf dem Schotterweg und Walli kracht mit mir wieder auf die rechte Seite. Das haben wir (Walli und ich) so trainiert. Wenn wir fallen, dann nur noch rechts rum, die Spiegel sind mit der Zeit so teuer geworden. Ich kann selbst darunter hervor kriechen und meine verklemmte Hand unterm Lenker vor zerren, nur Walli krieg ich allein nicht hoch. Ohne Gepäck bestimmt. Das hab ich auch genug trainiert. Mein Sindbad kommt zurück geeilt, das hatte er schnell bemerkt, denn meine Elektrik samt Licht war ausgefallen. Sonst war nichts weiter, außer einer verbogenen Fußraste rechts. (Die bleibt auch so!) Im Dunkeln wollen wir jetzt nichts mehr reparieren, mein Filou setzt mir die Stirnlampe auf den Helm und ich folge dem Staubnebel. Kurz vor dem Sturz hatten wir ein Schildchen/Wegweiser entdeckt: BioFarm Reci 2 KM. Wir erreichen den Hof, ich bin tatsächlich mehr tot als lebendig, aber froh. Wir wollten ja nur was Eingezäuntes haben. Ich hab mir noch Angst machen lassen, weil ich vorher wild campen wollte… Steppe erzählte mir etwas von Bären und Wölfen. Wahrscheinlich waren es die eigenen Ängste? Wir werden in Empfang genommen, aber man lässt uns in Ruhe, wir strahlen aus, dass wir am Ende sind. Das Zelt findet einen Platz, der nur wenig abschüssig ist und wortlos gehen wir duschen. Wir sind die einzigen Gäste. Stumm verschwinden wir auch im Zelt, wir wollen gerade schließen, da kommt die Bäuerin zu uns ans Zelt mit einer vollen Schale Joghurt und einem Teller Käse. Ich bin so dankbar und schäme mich gleichzeitig für meine Wortlosigkeit. Es schmeckt alles anders als zu Hause, aber unglaublich gut. Das bringt uns über Nacht Energie zurück. Das dachten sich wohl auch die Hunde, die unsere Satteltaschen fast leerten, bis der nackte Steppe die Hofhunde mitten in der Nacht verjagte. Bei Würsten hört der Spaß nämlich auf.

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Tag 10

Am nächsten Morgen repariere ich erst mal meine Gute, mit dem Lampentopf kenne ich mich langsam aus, dieses Scheißding. Eine Isolierung war unprofessionell von IRGENDWEM angefertigt, das habe ich sofort erkannt und professionell behoben, denn ein ordentlicher AWO-Fahrer hat nicht nur Kabelbinder und Draht an Bord, sondern auch ordentliches Isolierband (Sponsored by „dor Lunzner“)…. Das Band hilft mir später nochmal als Bandage für meine Lampenhalter. (Ich sollte sie jetzt wohl langsam ersetzen, 3 x schweißen reicht im Jahr, wa?) Kaffee bekommen wir von der Bäuerin zum Frühstück und wieder weißen Käse und Joghurt. Wir plaudern mithilfe ihrer Tochter, die höchstens 10 Jahre alt ist. Sie dolmetscht. Die Mutter will wissen, woher wir kommen, wohin wir wollen, wie viele Kinder wir haben, warum wir hier sind… Wir beantworten alles und sie erklärt uns stolz, sie habe 5 Kinder, in den Sommermonaten betreibt sie mit ihrer Familie diese Biofarm und den Rest des Jahres leben sie in Tirana, wo die Kinder auch zur Schule gehen. Sie führt uns noch durch die Käserei, die modern wirkt. Dieses Land gleicht einer Berg- und Talfahrt. Da ist alles zu finden, alles. Wir kaufen uns noch ein ordentliches Stück Käse für unterwegs, bedanken uns herzlich und offroaden weiter. Als wir an der Moschee sind muss ich an den Umfaller von gestern Abend denken. Als wir im Hellen sehen, wie tief das runter geht, bin ich froh, das ich mich für die rechte Seite entschieden hatte… Wir bestaunen den Weg, den wir nachts zuvor genommen hatten, das hätten wir nie und nimmer im Hellen getan. Das ist was für Enduro, wie es auch in jedem Reiseführer steht. Kurz vor Peshkopia haben wir wieder Asphalt unter den Rädern, ich hätte ihn am liebsten geküsst. 50 km Offroad und nichts wirklich kaputt. Aber ich bin erst mal geheilt. Ich hatte es mir wahnsinnig gewünscht, genau so ein Abenteuer. Merci!
Als der Asphalt wieder da ist, finden wir auch bald eine Tankstelle. Wir nehmen fast jede Tanke mit, ob es nötig ist, oder nicht. Im Osten Albaniens sind die Tankstellen noch etwas dünn, aber bis auf die eine Situation hatten wir keine Schwierigkeiten, die Luft aus den Tanks zu lassen. An den meisten wird Visa, albanische Lek oder € in bar akzeptiert. Läuft. Heute steht Mazedonien auf dem Plan, der Ohridsee. Wir schreiben den 9. September 2018. Mazedonien präsentiert sich uns vertraut mit seinen kyrillischen Buchstaben, die wir meistens nur erraten. Man erkennt am Baustil und den Schildern noch die Zeit Jugoslawiens, die nun aber auch lang genug her ist. Das ist etwas, was mich gedanklich auch sehr beschäftigt und bewegt hat. Ob es die Einmannbunker in Albanien oder die fetten Lettern in Mazedonien sind, oder diese riesige Ferienanlage am Ohridsee, die mich an FDGB Urlaube erinnert… Es wird nichts versteckt oder abgerissen, man lebt mit der Vergangenheit. Im Netz hatte ich nach dem Urlaub gelesen, das diese (meist) Einmannbunker Albaniens nun die Funktion haben, manches Stelldichein zu verheimlichen. Find ich gut. Einmal hatte ich unterwegs einen etwas größeren Bunker gesehen, der war bunt angemalt und sah nach Bar aus. Aber wir sind ja in Mazedonien. Der Ohridsee steht dem Gardasee in nichts nach, im Gegenteil, weniger überlaufen von Touristen, aber ebenso harmonisch eingesäumt von träumerischen, mediterranen Orten, ein malerischer See, einer der ältesten unserer Erde. Ich mochte den Anblick. Was seltsam ist, ich springe normalerweise in jedes Gewässer, egal welches Wetter ist, an dem Tag aber nicht. Dafür nutzt mein Held, der seit seiner Niederkunft in Albanien an einer grässlichen Erkältung leidet, eine unbeobachtete Minute um sich in die Fluten zu stürzen. Das tut er sonst nicht. Putzig. Vielleicht Imponiergehabe. Aber ich war ja nicht da? Wie auch immer, wir haben am Ufer geköchelt, es gab lecker Nudelskis mit Tomatsky Sossa. Mit herrlichen weißen Käsestücken der Biopharm und Thymian vom Komansee. Ich habe das Ganze für mich mit einer Flasche Wein abgerundet, Kranke müssen ja Tee trinken.
Als wir unseren FDGB Ferienort verlassen, wollte ich Leergut im Supermarkt abgeben. Der Angestellte blickt mich verwirrt an. Ich versuche, auf englisch zu erklären, was mein Begehr ist: „Geld her!“ ein Kollege eilt ihm zu Hilfe und erklärt ihm, dass ich eine von den merkwürdigen Touris bin, die mit leeren Getränkebehältern in den Laden kommen und Terz machen. Mir gibt man zu verstehen: Trash. Trash? Yes. Trash. Es widerstrebt mir so sehr. Von da an nehme ich mir vor, für den Rest meines Lebens Plastikverpackungen, Plastikflaschen und Blechdosen zu vermeiden. Hatte ich vorher schon, aber jetzt will ich es durchziehen. Die Länder, die wir durchreist haben, können im Prinzip auch nichts dafür, dass sie der Zeit hinterherhinken und die restliche Welt alle Plastik dahin verkauft mit bunten Dingen darin, günstiger als die eigene Landwirtschaft, wenn überhaupt genug aus der Landwirtschaft kommt. Diese Länder hinken 20 Jahre hinterher. Vor 20 Jahren war dort Krieg, wir hatten vor fast 30 Jahren friedliche Revolution. Manche Einschusslöcher sind im ehemaligen Jugoslawien noch sehr gut zu sehen.

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Tag 11

Zu dem Tag gibt es nicht allzu viel zu sagen… Wir ziehen weiter, wieder hinüber nach Albanien. Die Gegend, die wir durchreisen ist trostlos und karg. Wenn eine Ortschaft auf dem Weg liegt, dann ist sie so gut wie unbewohnt. Ist doch jemand zu sehen, sind die Augen seltsam leer, da reicht es nicht mal mehr um woanders hin zu gehen. Bettelarme Gegend, die fast ausgestorben ist. Als wir unser Ziel für heute erreichen sind wir baff. Swimmingpool??? Tennis??? Forellen… Europäischer gehobener Standard. Was ist das denn hier? Gerade eben noch durch die ärmste Gegend gefahren und dann so etwas? Das passt nicht ganz zusammen. Aber so ist es in Albanien. Wir nehmen es aber gern an. Wir schlagen unser Zelt neben einem deutschen Unimog-Camper auf. Der Unimog mag aber keinen Kontakt. Vielleicht wollten die nur Fisch essen, wer weiß. Steppe hätte seinen Fisch am liebsten selbst gejagt, aber das wird übernommen. Heute scheint es ihm wesentlich besser zu gehen, er trinkt auch endlich wieder Wein. Oder ist es die Freude darüber, dass es heute keine Nudeln gibt? Eine Gruppe Radfahrer hatten wir bergauf überholt, die wollen viel von uns wissen. Es sind Norweger. Hach, da könnten wir sofort wieder ins Schwärmen kommen.Unser letzter Urlaub ging durch deren Heimat. Traumhaft. Aber zum Jetzt und Hier… Als wir die Radfahrer überholten, hatte ich ein schlechtes Gewissen, denn die meisten der Sportkanonen kämpften sehr mit dem Berg und dann kommen wir und rauben die Luft zum Atmen. Es war mir wichtig, das den norge Radfahrern gegenüber zu sagen, mich zu erklären, aber die winkten lachend ab, mit den Maschinen dürfen wir das! Am nächsten Tag begegnen wir wieder einigen Gruppen vom Vorabend auf dem Motorrad, also wir auf Motorrad, die Norweger auf dem Rad. Wir winken und alle grüßen zurück.

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Tag 12

Die schnelle Strecke in den Westen Albaniens führt über Griechenland. Wir hätten noch Offroad machen können, aber ich mag schnell ans Meer. Also mal kurz über die Grenze und wieder zurück Richtung Gjirokastër, da mal durchgeschnickst, Sightseeing… ohne besondere Vorkommnisse. Das soll keine Abwertung sein, die Altstadt ist absolut sehenswert! Aber wir wollen ja wieder ans Meer, noch ein paar Tage Labamba mit Nichtstun. Wir sind wohl ein bißchen reisemüde. Durch Zufall entdecken wir einen Campingplatz in der App… Angesteuert, über Buckelsandpiste den Platz erreicht: Das Paradies. Am Meer. So nah hatten wir unser Zelt noch nie am Meer stehen. Alles, was benötigt wird, ist da. Ein Steppe, der Nudeln mag, Sitzplätze aus Holzkonstruktionen, eine Bar, und Abgeschiedenheit. Ein bißchen alternativ dieser Platz. Genau unser Ding. Wir lassen es uns hier zwei Tage gut gehen. Wo genau der Platz ist, bleibt unser Geheimtipp. Nur soviel sei verraten: in Sichtweite ist Korfu.

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Tag 13

Hier will ich einziehen!

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Tag 14

Südlich von Durrës sollte es einen weiteren paradiesischen Campingplatz geben, so ein Geheimtipp aus dem Netz. Lach nicht! Den Tipp hatten aber ganz viele gelesen und das schon seit Jahren vermutlich. Als wir dort ankommen begrüßen uns viele deutsche Urlauber, hauptsächlich Bayern. Ein Zelt haben wir nicht gesehen, aber ganz viele Camper mit Satellitenschüsseln. Das war uns zu viel. Eigentlich wollten wir unseren Urlaub da gemächlich ausklingen lassen, bevor wir mit unserer gebuchten Fähre drei Tage später von Durrës Richtung Triest ablegen. Aber irgendwie können wir uns das nicht antun, den Hafen vor Augen und Ohren, das Ende unserer Reise und die bayrischen Satellitenschüsseln. Niedergeschlagen kriechen wir in unser Zelt am Abend und mein Steppe sieht nachdenklich aus…

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Tag 15

Ich war meinem Auserwählten so dankbar, als er den Vorschlag machte, die Fähre in den Wind zu schießen und die kroatische Küste entlang nach Hause zu fahren. Zeit hatten wir genug und unsere Gefährten hatten bis jetzt keine neuen Krankheitsabsichten. So schnell hatten wir noch nie aufgeladen und entschwanden nach dem Check-out Richtung Dubrovnik… immer an der Küste entlang, bis wir abends, oder spät Nachmittag Plat erreichen. Dort laden wir ab, stellen unser Zelt auf, gehen baden und fahren am Abend nach Dubrovnik in die Altstadt. Dubrovnik ist mächtig. Selbst am Abend um zehn ist dort noch alles gut besucht. Wir staunen Bauklötze. Die Architektur der gut erhaltenen Bauwerke reicht vom Barockstil (Kirche des Hl. Blasius) über die Renaissance (Sponza-Palast) bis hin zur Gotik (Rektorenpalast,). In der mit Kalkstein gepflasterten Fußgängerzone kann man sich spiegeln.
Im Konsum noch ein Nachtgetränk besorgt und beglückt den Rückweg angetreten. Wir sind froh, als wir wieder im heimeligen Zelt sind… Nachti Welt!

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Tag 16

Nachdem wir vom Platz gepetzt wurden, weil wir auf einem Camperplatz zelteten, zogen wir weiter Richtung Sibenik. In Zaboric campen wir ähnlich, wie am ersten Tag in Albanien, bei einem privaten Menschen, der genug Platz hat… In Zaboric. Ansonsten handhaben wir es genauso, wie den Tag zuvor: Wir laden ab, stellen unser Zelt auf, gehen baden und fahren am Abend in die Altstadt. Sibenik ist nicht ganz so mächtig wie Dubrovnik, strahlt aber den gleichen Charme aus. Auch hier ist am Abend um zehn noch alles gut besucht. Für ein kleines Fotoshooting stellen wir unsere Mopeten an der Hafenpromenade auf, und erfreuen uns dabei der Blicke der neugierigen Passanten, welche auch mal nachfragen, ob sie fotografieren dürfen. Dürfen sie.

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Tag 17

Nächster Stopp Ribarica, unser letzter Halt am Meer. Endlich wieder Nudeln, wir hatten sie schon sehr vermisst. Aber bevor es zum kulinarischen Höhepunkt des Tages kommt, darf der Tausendsassa shoppen gehen, der Kaffee ist nämlich alle. Ein Morgen ohne Kaffee ist aber kein guter Morgen. Das und vielleicht noch die Aussicht auf ein paar unbeschwerte und beschwingte Minuten auf dem Motorrad ohne Gepäck und Begleitung, die man im Rückspiegel doch immer wieder sucht, lassen Steppe sofort begeistert losfahren. Ich begebe mich ans Meer und bin genauso beglückt. Eine Rutsche ins Meer und ich bin allein. Noch Fragen? Wir sind beide glücklich, als wir uns wieder haben und verspeisen unser liebstes Essen vom Campingkocher, bevor wir beschwipst im Zelt landen, zum Glück sind wir die einzigen Gäste und haben keine Mühe, das richtige der beiden Zelte auszuwählen.

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Tag 18

Am letzten Tag erwischt uns dann doch der Reisekoller und wir fahren kurz vor Slowenien getrennt bis zum Campingplatz Nähe Podbela in Slowenien. Auslöser sind verschiedene Vorstellungen zum Routenverlauf. Dort ist es auf einmal wesentlich kälter als bisher, ich brauche sogar zum ersten Mal wieder meine Motorradjacke und die dicken Handschuhe. Auf dem Campingplatz finden wir wieder zusammen aber nicht so recht zueinander.

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Tag 19

Am Morgen ist das Zelt vom Tau klatschnass. Zusammenpacken und ab nach Heiligenblut. Die Route führt an ausgetrockneten Flusstälern in Italien vorbei über den Plöckenpass Richtung Großglockner. Auch diesen Tag reisen wir getrennt und sind am Ende des Tages wieder vereint. Wir checken wieder ein, wo wir unsere erste Nacht verbracht hatten. Irgendwie fühlt es sich seltsam an, wir sind nicht mehr dieselben Personen, die am Tag 2 die Reise dort begonnen haben.

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Es dauert eine Weile, bis wir uns selbst und unsere Reise reflektieren konnten, jeder hat seine eigenen Eindrücke. Vielleicht habe ich hier und da etwas vergessen, vielleicht fällt mir im Laufe der Zeit noch was ein, was ich gern hinzufügen möchte, aber im Moment ist das alles…
Albanien ist für uns die Reise wert gewesen, wir mochten die Menschen, die Klangfarbe der Sprache ist der unseren ähnlich, keine seltsamen Laute, rollende Buchstaben oder ähnliche Schmerzen verursachende Buchstabenfolgen. Allerdings kann man sich auch nichts herleiten aufgrund weniger Sprachkenntnisse. Die Menschen sind nicht aufdringlich, sie sind aufmerksam und neugierig, freundlich trotz oder wegen ihrer materiell nicht so guten Situation. Ich hatte zu keiner Zeit Angst um meine Sicherheit oder um Hab und Gut. Ein gut gemeinter Rat vor der Reise an uns war: „Wenn man sich auf Albanien einlässt wird Euch das Land sicher gefallen.“ Uns hat‘s gefallen!

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Zuletzt geändert von Anonymous am So 13. Jan 2019, 23:23, insgesamt 3-mal geändert.
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Arcon
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Arcon »

Unglaublich. Was für ein gewaltiger, erfüllenden Bericht…
Steppes atemberaubende Bilder, Ankes fesselnde Wortwahl. Ich bin tief beindruckt.
Ich werde das noch einige Male lesen müssen…
Einfach danke!

Andreas
Ein Motorrad ist kein Endprodukt, sondern Rohstoff.
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braendel
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von braendel »

:::::h ;;::;;:: ;,;,;,;, ;,;,;,;,
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Jens69
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Jens69 »

Wunderschön! Danke...
AWO T Bj. 53, BMW R 1150 R

Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.
Völki x6
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Völki x6 »

Respekt !!!!!!!!!
Ihr traut Euch was !Cool ,das Ihr uns teilhaben last .
Deleted User 141

Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Deleted User 141 »

Auf den Spuren eines bekannten Sachsen ?

Danke, dass wir mitreisen durften :mrgreen:
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wgg1960
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von wgg1960 »

Schön!

Gruß Gert
And if you don't like Hank Williams, honey, you can kiss my ass...

Kris Kristofferson
Ecke220
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Ecke220 »

Sehr Geil.
Da kann unsere Fahrt mit euch zu Weihnachten nicht mithalten. Aber Wasser hattet ihr auch, nur keine Nudeln. :lol:
„Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld weil ich gute Löhne zahle.“ R.Bosch :idea:
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essifreak
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Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von essifreak »

Da bekommt man gleich Lust, sich auf den Bock zu schwingen und drauf los zu fahren, sehr schön.

Grüße
Crispin
Fuhrpark: SR2, SR2E, S51, AWO T Bj 52, AWO Sport Bobber Umbau, Yamaha XJ6

Bin ständig auf der Suche nach 52er Awo-Teilen.
Der Kneiper

Re: Faleminderit Albanien!

Beitrag von Der Kneiper »

;;::;;:: Astrein das ist mal ein geiler Bericht und mein Respekt eine stattliche Tour ;;;;;;;
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