Hallo,
ich wuchte die Schwungscheiben schon über Jahre und bin erstaunt wieviel Gramm bei 4500-60001/min zu Kilos werden. Wer schon mal eine Schwungscheibe in der Drehmaschine bei nur ca. 1000 1/min abgedreht hat, müsste wie ich erstaunt sein, das das ohne Schäden bei der bis fast 7-fachen Drehzahl im Motorblock funktioniert.
Beim Wuchten benötigt man keine Hightechmaschiene, man nutzt lediglich die Physik. Die Schwerkraft zieht den schwersten Punkt nach unten und da reichen bei meinem Wuchtbock Milligramm aus. Hatte mal dynamisches Wuchten über einen Bekannten (nach seiner Auskunft in Hannover) ausprobiert. Es waren 3 neu auf der CNC-Drehmaschiene gefertigte Schwungscheiben. Habe sie ohne Wuchtbohrungen zurückbekommen, mit der Auskunft das sie top laufen. Taten sie auch, nachdem ich sie statisch gewuchtet habe. Also Jungs einfach keine Angst machen lassen, Aufnahmekonus gedreht, oberflächen härten lassen und nachschleifen. Dann nur einen Wuchtbock bauen (meiner Meinung sind auch leicht laufende Spitzen zu schwergängig - aber besser als garnicht) und auf den Lagersitzen ablaufen lassen. Bei Parallelharlinealen unbedingt genaustens ausrichten sonst verschlimmbessert man nur. Beim wegbohren sind die Spähne die ich an den Punkten entferne weit unter 1/2 Gramm.
In dem Atemzug mal gleich den Simmerringsitz kontrollieren, man erschreckt sich wie der Eiert (wie ein Nocken

) Achtet auch auf die Aufnahme der Konusinnenfläche der Schwungscheibe, die gebrauchten haben
alle einen am Ende des KW-Stumpfes eingearbeitete Kante. Dadurch tragen die Konen nicht sauber. Problem besteht auch beim verheiraten der Kurbelwelle mit der Schwungscheibe.
Also einen AWO-Motor baut man nicht mal so in 4 Stunden zusammen, ohne wichtige Details auszulassen (und davon gibt es viele, liegt vieleicht auch daran, das man um so älter man wird immer pingliger wird

)
Gruß
Volker
Bis heute Abend in Dannewitz