Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Licht, Hupe, Lima & Regler, Batterie, Zündmagnet
AWOFRED
Beiträge: 27
Registriert: Mo 1. Feb 2010, 11:29
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Königshain
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von AWOFRED »

Hallo Edelherb,
ein toller Erfahrungsbericht. Aus eigener Erkenntnis kann ich sagen, ob die Spule es nötig hat läßt sich erst sagen, wenn der Magnet einige male bis auf max. Motortemperatur erwärmt wurde und dann beim anschließenden Starten gut anspringt.
Es ist halt total panne 300km von zu hause weg und die AWO versagt wegen des Magneten oder noch besser alles gemacht und nur die Spule setzt aus. Dann doch lieber alles machen. Und dann haste Ruhe.
Ich habe alles gemacht: Spule gewickelt und Rotor Aufmagnetiesiert die ganzen Kleinteile die du auch schon angesprochen hast und das alles für unter 100euro.....
vg Fred
Benutzeravatar
Roadrunner
AWO 425 Member
Beiträge: 2278
Registriert: So 29. Jun 2008, 16:48
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 90 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Roadrunner »

Ich hoffe , dass Dir Dein Zünder noch lange Freude macht.

Ich würde dir dringend empfehlen die Spule wickeln zu lassen, denn meine Erfahrungen mir alten Zündspulen sind leider alles anders als gut.
Meist funktionieren sie noch eine Weile , um dann , im ungünstigsten Moment auszusteigen.
Die Spulen sind noch mit Schellack isoliert, das die Eigenschaft hat etwas Wasser zu ziehen. Unproblematisch so die Maschine im ständigen Einsatz ist aber bei längeren Standzeiten oder dem Ersatzzünder im Schuppen ungut.
Wasser , Kupfer und die Alufolie, die am Ende der Sekundärwicklung für Kontakt mit der Kontaktspange sorgt sind auf Dauer nicht gut verträglich. Die Zeit und ständige Korrosion sorgt dann für den Ausfall.
Nicht nur , dass eine neu gewickelte Spule in der Regel mehr Windungen und damit eine höhere Zündspannung hat , sondern auch die modernen Isolierlacke sorgen für eine lange Lebensdauer . Nichts ist unentspannter als mit totem Zünder liegen zu bleiben , nur weil man ein paar Euro sparen wollte.

Gruß Ralf
Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Na, zeitlich gut gewählt hab ihr die letzten 2 Beiträge ja... derzeit brennt es bei mir wieder.

Nach etlichen herben anderen Rückschlägen, spinnt jetzt auch der Magnetzünder.

Aber mal der Reihe nach: Ihr habt mir ja schon von Anfang an geschrieben, dass ich die Zündspule neu wickeln lassen soll, ich habe am Montag bei 3 möglichen Firmen angefragt, und bisher auch schon 2 Angebote erhalten.
Ich hab auch schon geschrieben, dass ich fest vorhabe, die Wicklung zu erneuern, ich kenne ja noch das Drama von den Schwalben usw. mit den innenliegenden Zündspulen.

Ich schreib es jetzt mal der Reihe nach, auch wenn ich das vorher ev. schon teilweise geschrieben habe:

Als erstes hatte ich den leeren Magnetzünder mit einer Batterie und ETZ-Zündspule eingebaut, bin aber mit dem Zündzeitpunkt nicht hingekommen. Einstell-Langlöcher haben nicht gereicht.
Auf Verdacht dann einen neuen Nocken bestellt, damit ging es einzustellen.
Es ist mir aber aufgefallen, dass der Nocken etwas Spiel auf dem Anker hat. Hab auch überlegt, akzeptabel oder nicht, konnte mich nicht entscheiden, Fett drunter und erstmal gut. Damit lief der Motor super.

Dann meinte ich, ja gut, den Magnetzünder ordentlich zusammenbauen, und halt immer mal ausprobieren. Ohne Batterie. Nach und nach ist es dann schlechter geworden, schlechter angesprungen, dachte erst an Vergaserprobleme, hab es aber nicht hinbekommen.

Am Sonntag bin ich mal eine größere Strecke gefahren, das bedeutet bei mir 3 km auf der Wiese, auch mal richtig Gas gegeben, da gab es Fehlzündungen, und ich bin gerade noch so heim gekommen.

Dachte, ja, jetzt ist es soweit, Zündspule ist nun heiss geworden, jetzt ist sie hin.
Zweifel blieben noch, weil ich im Leben schon zu viel erlebt habe, also nochmal fix die ETZ-Zündspule + Batterie angeklemmt, springt nicht mehr an. Knallt nur noch manchmal in den Auspuff oder Vergaser.

Ich habe dann gesehen, dass der Unterbrecher verölt war. Wo kommt denn auf einmal das viele Öl her? Na, das war offenbar das Fett, was ich zwischen Nocken und Anker hatte. Wohl flüssig geworden und rausgelaufen. Ohne Fett, war da auch ganz schön Spiel. Reinigungsaktion am Unterbrecher konnte den Motor auch nicht zum Leben erwecken.

Heute habe ich den Magnetzünder ausgebaut, nachgesehen, den alten Nocken hatte ich noch. Alten Nocken drauf, schon weniger Spiel. Qualitätsprodukt gekauft! :o
Nachgesehen, einen 2. Anker hatte ich auch noch, der auch neu aufmagnetisiert ist, weil ich einmal dabei war.
2. Anker + neuer Nocken = etwas weniger Spiel als beim anderen Anker.
2. Anker + alter Nocken = kaum fühlbares Spiel, wie neu.

So habe ich den Magnetzünder heute Abend erstmal zusammengebaut, Lagerspiel passt zufällig. Abriss eingestellt, Unterbrecher hat noch gestimmt, bringt auch schöne, blaue, starke Funken.
Wenn ich morgen Zeit habe, baue ich den Zünder ein, und werde sehen, was passiert. Bin schon ganz gespannt.

Naja, so ist das Leben, hart aber lehrreich.

Gestern habe ich mir ehrlich gesagt auch schon die VAPE-Anlage angesehen, für den Zünder hab ich bis jetzt auch noch nicht viel Geld ausgegeben. Schau ich mal, wie es weitergeht. Wenn der Motor dann gut läuft, und ich der Meinung bin, dass am Magnetzünder alles passt, wird die Spule neu gewickelt. Das ist ja das teuerste.

Aber unbedingt gehe ich nicht davon aus, weil mir noch nicht ganz klar ist, warum ich am Anfang den Zündzeitpunkt nicht einstellen konnte. Und wenn es dann losgeht, Keil raus, und Konus nach Verdacht anziehen und probieren, verliert man auch irgendwie das Vertrauen....

Und, was ich auch vorher noch klären muss, ich brauch noch so einen Stromabnehmer im Magnetzünder, meiner hat einen kleinen Haar-Riss. Ich gehe aber nicht davon aus, dass es das derzeitige Problem ist.
Einen von E*** hatte ich wieder zurückgeschickt, der war so schlecht, das ging garnicht.
Gibt es die irgendwo in guter Qualität?

Soweit erstmal. Ich werde berichten.
Gelernt hab ich jedenfalls schon eine Menge. Und das ist auch ein Ziel.
Benutzeravatar
Edeltuning
AWO 425 Member
Beiträge: 5487
Registriert: Di 24. Jun 2008, 00:36
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Karl-Chemnitz-Murx
Hat sich bedankt: 163 Mal
Danksagung erhalten: 711 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edeltuning »

Edelherb hat geschrieben:Hallo!
ich brauch noch so einen Stromabnehmer im Magnetzünder,
Einen von E*** hatte ich wieder zurückgeschickt, der war so schlecht, das ging garnicht.
Gibt es die irgendwo in guter Qualität?
Deine Werkstattausrüstung ist mir nicht bekannt...ich würde mir den Stromabnehmer aus Pertinax anfertigen. :idea: (Oder auch POM o.ä.)
Den Tip der helfen soll, gibt Dir der Minol Pirol.
Венн Ду Дас Лезен Каннст, Данн Бист Ду Eин Луcтигер Унд Гебилдетер Oсси.
НУ ЗАЯЦ ПОГОДИ!
***Ich kann mich auch irren, aber das glaube ich nicht.***
Ihr lernt das, was Ihr wissen dürft, und nicht das, was Ihr nicht wissen solltet. Ganz einfach!
DER GEWOLLTE ZUSAMMENBRUCH
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hi!
Nein, das ist leider nichts für mich. Bin eigentlich sehr gut ausgerüstet, aber ehr für grobe Sachen. Der Magnetzünder mit den vielen kleinen Teilen ist schon grenzwertig für mich. Mag ich nicht so recht, solches Gefummel.
Kann mir echt nicht vorstellen, so einen Stromabnehmer selbst zu bauen.
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Weiter geht´s. An meinen Motorproblemen war auch die eigentlich neue Beru-Zündkerze (mit) beteiligt.

Magnetzünder sieht so aus, dass ich auf dem ersten Anker mit dem neuen Nocken 0,2 mm Radialspiel habe. (gemessen) Das ist mir bei 0,4 mm Unterbrecherabstand suspekt, das lasse ich nicht so. Muss mich mal mit dem Verkäufer des neuen Nockens in Verbindung setzen. Oder notfalls einen gut erhaltenen gebrauchten DDR- Nocken besorgen.

Die Kombination, 2. Anker mit alten Nocken ist spielfrei. Allerdings lässt sich der Zzpkt nicht einstellen, wie ich es geahnt habe. Zum Testen habe ich den Mitnehmer dann ohne Keil montiert, ca. 20 ° versetzt. Das ist mir auch suspekt, aber es funktioniert erstmal. Lässt sich genau einstellen. Motor läuft, springt kalt und warm gut an.

Hab dann auch mit dem Stroboskop die Feineinstellung gemacht, genau auf 10°, die Markierungen passen, und die Frühverstellung geht auch auf 38°

Na, ich denke, den Rest bekomme ich schon hin, also das Nockenproblem, und einen Stromabnehmer besorgen, da kann ich inzwischen schon die Zündspule neu wickeln lassen.

Wie man sicher erkennen kann, ist das Reparieren eines Magnetzünders kein Kinderspiel. Und nur was für Leute mit Zeit, Geduld und starken Nerven.

Wer mal seine Zündung grob einstellen will, kann eine Fühllehre zwischen die Unterbrecherkontakte klemmen, mit dem 0,05 mm Blech. Und dann den Motor langsam drehen, wenn die Lehre herausfällt, hat man den Zündzeitpunkt etwa.
Ich hab das so gemacht, und hab dann mit dem Stroboskop 8° gemessen. Da ich einmal dabei war, hab ich das dann natürlich genau auf 10° gestellt.
Killerniete
AWO 425 Member
Beiträge: 272
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 15:23
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Weißwasser
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Killerniete »

Hallo
Wer nicht selber den Abzieher für die E-Lager bauen kann oder will ist dies eine Alternative.
Hab ich auch im Gebrauch da ich öfter damit zu tun hab -Bosch D-Zünder da sind nur E Lager verbaut.
http://www.ebay.de/itm/MINI-Trennmesser ... Sw8cNUR0Pi
Grüße aus dem Reservat Muskauer Haide. Torsten

PS. Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten !!!
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hallo!

Nochmal 2 Fragen dazu:
Diese Stromabnehmer gibt es bei F**, sind aber schon einige Zeit nicht lieferbar.
Wär das nichts für einen 3-D- Drucker?
Hat jemand mit 3-D- Druck schon Erfahrung? Könnte das ev. bei uns an der Hochschule machen lassen.
Aber programmieren / konstruieren kann ich das natürlich nicht selbst.
Den elektrischen Kontakt, weiss ich jetzt nicht, das ist aber sicher auch irgendwie lösbar.

Abzieher für Lager: Trennmesser hab ich nicht, das gefällt mir ehrlich gesagt auch nicht so recht. Auf Arbeit müsste ich mal schauen, ob wir da sowas haben, könnte sein.

Wie sieht denn so ein "richtiger" Abzieher aus?

Eigene Idee: Ich hab noch äußere Lagerschalen, von den E8-Lagern, weil ich alle Altteile aufhebe.
Den Lagerring hart in ein passendes Rohr einlöten. Vielleicht hinten noch etwas abschleifen, weil es ganz schön knapp wird.
Das Rohr längs in 2 Hälften teilen, Rohr drüber.
Und was zum Abziehen kann ich mir dann auch noch anfertigen.
Soll dann also über die Kugeln abgezogen werden.
Würde das gehen?
Das kann ich selbst bauen, das ist kein Problem.

Grüße,
Steffen!
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hi!
Falls es jemanden interessiert,
ich habe heute begonnen, den Abzieher zu bauen. So im Grundprinzip funktioniert das, wie ich das beschrieben hatte.
Hab es natürlich auch schon ausprobiert.

Ich muss das nur noch in den nächsten Tagen noch etwas verfeinern / richtig fertigstellen.

Mit Spindel fange ich da aber nicht an, ich mach das so, dass das in meine kleine Zahnstangenpresse passt.

Bei Interesse stelle ich mal paar Bilder dazu ein. Kann ja fast jeder selbst bauen.
Benutzeravatar
Edelherb
AWO 425 Member
Beiträge: 524
Registriert: So 31. Jan 2016, 21:24
Gewerbetreibender für Oldtimer & Zweirad: NEIN
Wohnort: Nähe Zwickau
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 66 Mal

Re: Self- Reparatur Magnetzünder, Erfahrungen?

Beitrag von Edelherb »

Hallo!
Die Monate vergehen,
10 Wochen hab ich auf das neu wickeln der Zündspule gewartet. 2 Wochen waren versprochen. Ist aber jetzt da, und auch eingebaut. Lagerabzieher war schon lange fertig.

Also, ich hab gestern den Zünder zusammengebaut, das Lagerspiel hab ich axial auf 0,07 mm hinbekommen. Ein bei E*** gekaufter Stromabnehmer war noch schlechter als meiner, also hab ich den vorhandenen eingebaut.
Im Schraubstock eingespannt, und mit der Hand gedreht, (mit der Handfläche am Mitnehmer abgerollt) konnte ich ca. 8 mm lange Funken ziehen. Wesentlich länger als vorher mit der alten Zündspule.

Hab heute den Zünder eingebaut, und mit dem Stroboskop eingestellt. Der Zündzeitpunkt springt so ca. 0,5 Winkelgrade hin-und her, sollte aber OK sein. Der erste Eindruck ist sehr gut, springt zuverlässig an, und macht einen besseren Eindruck als mit der alten Spule. Leerlauf und Gasannahme erscheint mir stabiler / besser, gefahren bin ich allerdings noch nicht.

Frage noch dazu:
Wenn der Motor läuft, sehe ich ein doch recht starkes Kontaktfeuer an den Unterbrecherkontakten.
Kondensator, Zündkabel, Unterbrecher, Kerzenstecker usw. ist alles neu. Ich gehe davon aus, dass ich alles perfekt eingestellt habe.

Da ich in meinem Leben noch nie etwas mit so einem Magnetzünder zu tun hatte,
ist jetzt die Frage:
Ist das normal so mit der Funkenbildung ?
Von Batteriezündungen im Trabant - MZ usw. habe ich das als nicht so extrem in Erinnerung.
Oder kann das mit verschiedenen Widerständen im Kerzenstecker zusammenhängen?
Antworten