Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Felgen, Speichen, Bremsbeläge, Bremsankerplatten, Reifen & Schläuche, Steckachsen, Bremstrommel, Radlager
Kulbel

Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Kulbel »

Oha!
Da ist aber noch Luft nach oben!
Einfach den Gasbowdenzug kappen, die Seele ums Knie wickeln und schon geht auch beschleunigen und winken! :::::ll
Gruß Alf ;;;;;;
P.S. Herr wirf Hirn vom Himmel! ;;;;;;;;;
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clairenc
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von clairenc »

GreenMilk hat geschrieben:Das gleiche Problem hatte ich mit meiner Vorderradbremse auch. Trotz gutem Belag hatte ich kaum Bremskraft. Man konnte die Maschine bei voll gezogener Bremse noch schieben.
Ich denke daß es daran lag, daß meine meine Trommel schon recht ausgeschliffen ist.

Ich habe mir dann die Backen mit dickeren Belägen neu machen lassen und bin seit dem zufrieden mit meiner Bremswirkung.
Hab meine Ankerplatte gleich mit eingeschickt und abdrehen lassen.
Rbs Reibbelagservice in Coswig, haben das sehr gut gemacht!
Das Problem ist, dass der Nocken nicht die optimale Stellung hat.
Jeh mehr der Nocken verdreht wird, desto geringer wird der Hebelweg um die Backen gegen die Trommel zu drücken.
Umgekehrt schafft die Feder der Bremsbacken es dann auch nicht, den Nocken zurück zu drücken und der Handbremshebel geht nicht von allein zurück.
Das gleiche gilt auch für die Fußbremse, wobei hier die Feder des Fußbremshebels die Rückstellung noch etwas unterstützt.
Schlechte , oder kaum Bremswirkung (vorausgesetzt die Backen sind nicht verölt, etc.) ist immer auf die Stellung des Nockens zurück zu führen.
Also, entweder Bremsbelag zu weit abgenutzt oder Trommel zu weit eingelaufen!
Gruß clairenc
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GreenMilk
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von GreenMilk »

clairenc hat geschrieben:Das Problem ist, dass der Nocken nicht die optimale Stellung hat.
Jeh mehr der Nocken verdreht wird, desto geringer wird der Hebelweg um die Backen gegen die Trommel zu drücken.
Also, entweder Bremsbelag zu weit abgenutzt oder Trommel zu weit eingelaufen!
Gruß clairenc
Danke an Clairenc für die Technische Erläuterung. Hatte ich in meiner Ausführung vergessen.
Bei mir ist halt die Trommel ziemlich ausgeschliffen und daher haben die Beläge nur auf einem kleinen Teil der Fläche zum Bremsen gegriffen...
beste Grüße
Steffen, AWO Touren 1959

Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter!
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Roadrunner
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Roadrunner »

Was mir die vorhergehenden Beiträge wieder einmal deutlich machen , es wird oft die Funktion der einfachen Simplex Bremse vergessen oder Wichtiges übersehen. Nockenform und Bremsbelagdicke ist wohl wichtig , aber was ist für eine gute Bremswirkung wohl noch bedeutsam ?

A. gibt es unterschiedliche Bremsbeläge , die von weich bis hart gehen und dabei bei Bremswirkung und Haltbarkeit Unterschiede aufweisen. Weich = sehr gute Bremswirkung aber geringe Haltbarkeit , ergo hart andersrum.

B. Die Bremsfläche . Nur wo möglichst viel Fläche zum Bremsen benutzt wird ist auch die Bremswirkung gut.

Bei letzterem werden immer wieder Anfängerfehler gemacht und vermeintlich gute Beläge in gebrauchte bzw. überarbeitete Bremstrommeln eingebaut. Trotzdem ist die Bremswirkung mieß.

Guckt Euch mal folgendes Bild an ( bitte Nockenform und Qualität nicht werten )
BREM.JPG
Bild 1 zeigt eine Simplexbremse mit normalen Belägen aus der Wühlkiste oder frisch aufgeklebte vom Händler und eine Trommel mit Verschleiß bzw. überdreht.

Bild 2 wäre die Situation beim Bremsen , es liegt hier nur ein kleiner Bereich der Beläge an der Bremstrommel an

Bild 3 wäre die richtige Konstellation , wo maximale Bremsfläche genutzt werden kann.

So wie Bild 3 es zeigt müssten Eure Bremsbacken wirklich aussehen um optimal arbeiten zu können.
Dabei ist der Belag nicht gleichmäßig dick und kann auch von Backe zu Backe unterschiedlich sein.
Das liegt an der Herstellung und Unterschieden bei den Ankerplatten und den Bremsbacken.

Bremsteile einer Maschine X passen nicht wirklich in Maschine Y obwohl sie noch gut und brauchbar aussehen. Das bei einer originalen Maschine die Bremse noch super funktioniert ,liegt einfach daran , dass die Bremsbeläge mit der Zeit abgenutz und in der Form angepasst sind.

Wollt Ihr also eine gut funktionierende Bremse haben müssen die Beläge zum Trommelmaß hin optimal angepasst werden. Das muß auf der , zu verwendenden , Ankerplatte erfolgen. Diese muß zusammen mit den Bremsbelägen auf einer Drehbank oder speziellen Schleifmaschine montiert werden, die 100% Rundlauf garantiert. Das Endmaß der Trommel muß eingestellt werden und das Lüftungsspiel ( ca. 0,5 mm ) einberechnet werden. Mit dieser Einstellung müssen die Beläge leicht überdreht werden , bis überall Material abgetragen wurde , die Backen also überall tragen würden.
Das erreicht man durch feines Verdrehen / Zustellen des Bremsnockens , der jeweils in der Stellung fixiert werden muß. Wer gebrauchte Beläge benutzt wird nun feststellen ,dass am einen Ende der Bremsbacke kaum noch Bremsbelag vorhanden ist und am anderen der Drehstahl kaum angegriffen hat. Eventuell ist auch der Bremsnocken schon sehr weit verdreht.
Hier ist schon zu sehen ,dass diese Bremse , unbearbeitet , kaum Bremswirkung gehabt hätte , da zu wenig Bremsfläche gegriffen hätte.
Um an beiden Enden der Bremsbacke genügen Bremsbelagmaterial zu haben und den Bremsnocken wenig verdrehen zu müssen ist es angeraten ,sich die Bremsbacken mit etwas dickeren Belägen bekleben zu lassen und diese dann wie oben beschrieben zu bearbeiten.

Resultat ist eine wirklich griffige Bremse , vorausgesetzt ,die Trommel ist nicht konisch , oval oder riefig ;-)

Ralf
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Bausoldat »

Wer keine Drehbank in seiner Werkstatt hat, kann mit viel Geduld die Bremsbacken so bearbeiten wie ich es schon mehrmals mit Erfolg gemacht habe. Geht so: In die Bremstrommel beidseitiges dünnes Klebeband (Teppich-Verlegeband) kleben und dann einen Streifen ausgeschnittenes Schleifpapier ringsrum kleben. Dann die Bremsankerplatte mit den Bremsbachen und der Achse und leicht angezogener Bremse so lange hin und her bewegen bzw. bis der Bremsbelag in der gesamten Länge und Breite "eingeschliffen" ist!
Roadrunner hat geschrieben: Resultat ist eine wirklich griffige Bremse , vorausgesetzt ,die Trommel ist nicht konisch , oval oder riefig ;-) Ralf
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Deleted User 141

Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Deleted User 141 »

Roadrunner hat geschrieben:...Wer gebrauchte Beläge benutzt wird nun feststellen ,dass am einen Ende der Bremsbacke kaum noch Bremsbelag vorhanden ist und am anderen der Drehstahl kaum angegriffen hat. ...
Was bedeutet, dass die Belege sich immer besser eingeschliffen haben und je länger gebraucht umso besser gebremst haben?!


Fazit: Also alles (das Bremsverhalten) wird mit der Zeit (von allein) besser :shock: ?
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Andy
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Andy »

Hallo Ralf,
na das ist mal wieder ein technisch sehr ausgefeilter oder in diesen Falle abgedrehter Beitrag. Vielen Dank.

Eine Nachfrage zum Lüftungsspiel. D.h. abdrehen der Bremsbacken im Innendurchmesser der Trommel - 0,5 mm Lüftungsspiel?

Andy
Raketensofa

Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Raketensofa »

Blechstreifen beidseitig vom Bremsnocken und dann auf Trommelmaß abdrehen.
Die Blechstreifen, ca. 0,5 mm sind nur für die Herstellung des Lüftspiels und werden danach wieder heraus genommen.
Zuletzt geändert von Raketensofa am Fr 1. Apr 2016, 07:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Roadrunner
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von Roadrunner »

@Matthes war Deine Frage eine Echte :shock: oder ironisch gemeint ?

und ja , wenn Du eine Bremse wie Bild 2 hast , wird die mit der Zeit und Verschleiß immer besser , bis sie verölt oder runter ist.

@Andy , Richtig Trommelinnendurchmesser Minus Lüftungsspiel ! Plus ginge ja nicht ! ;-)

Blechstreifen an der Bremse finde ich total toll , muß aber jeder selbst wissen ;-)

Der Beitrag war im Übrigen nur ein Hinweis , kann wie immer angenommen werden oder nicht :)

RALF
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quincy
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Re: Vorderradbremse kaum Bremswirkung

Beitrag von quincy »

Nabend

Ich find das mit dem Blechstreifen zwischen Nocken und Backen beim abdrehen nicht unbedingt die schlechteste Lösung . Da kannst auf Trommeldurchmesser drehen und hast nach rausnehmen der Streifen gleich dein Lüftungsspiel .

gruss

quincy
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