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Änderungen und Verschleiß an „späten“ Getrieben (nach 1956) der Touren-AWO

Verfasst: So 17. Sep 2023, 19:54
von AWO58
Guten Abend Getriebepraktiker,

durch den Kauf eines Teilekonvolutes bin ich „nebenbei“ in den Besitz eines (nicht ganz vollständigen) zerlegten Getriebes gekommen. Auf Grund der Gesamtumstände gehe ich davon aus, dass wahrscheinlich alle Teile von einem Getriebe stammen (und nicht „zusammengewürfelt“ wurden). Der erste Eindruck der Teile lässt auch vermuten, dass das Getriebe nicht „eine Zeitlang in der Ostsee lag“. Weiteres (z.B. warum konkret es zerlegt wurde) ist nicht bekannt. Bevor ich die Teile säubere und eine Bestandsaufnahme und Bilder mache (das kann noch etwas dauern), hätte ich gern vorab noch etwas Informationen gesammelt. Praktisch habe ich bis jetzt keine Erfahrung mit dem Innenleben des AWO-Getriebes gemacht aber schon einiges dazu im Forum gelesen. Da es sich um ein Getriebe (Getriebenr. 86xxx, Touren-Getriebe vermutlich von 1956) für Fahrzeuge mit außenliegendem Kickstarteranschlag handelt, macht die Variante daraus wieder als Reserve ein funktionsfähiges (überholtes) Getriebe zusammenzubauen für mich persönlich keinen Sinn, da beide meiner AWOs Getriebe mit Innenanschlag haben (und die Getriebe auch noch nummerngleich mit Motor und Rahmen sind). Daraus ergibt sich meine erste Frage. Gab es nach 1956 an den Getrieben weitere Änderungen, wenn ja welche? Oder passen (wie ich im Moment annehme) alle anderen im Inneren verbauten Teile (außer den Teilen des Kickstarterantriebes) eines Getriebes von 1956 auch bei (allen) Getrieben mit innenliegendem Kickstarteranschlag (bei der Touren nach Mitte 1958)? Dann könnte ich ja vorsorglich einen „Reparatursatz“ für meine Getriebe zusammenstellen – je nach Zustand der Teile natürlich.

Welche Teile verschleißen an diesen Getrieben zuerst und sollten gezielt begutachtet werden? Zu einzelnen Bauteilen habe ich bereits im Forum etwas gefunden. Schaltgabeln sind klar. Welchen Zahnrädern (Zahnflanken? Zapfen/Fenster?) sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken (den 3. Gang habe ich schon zur Kenntnis genommen, sind die anderen Gänge eher „unauffällig“)? Was ist sonst noch häufig verschlissen (über Lager, Dichtringe und Dichtungen hinaus)? An welchen Stellen kann man fürs Erste den Grad des Verschleißes der gebrauchten Teile optisch beurteilen, oder bleibt das generell „Zweckoptimismus“, oder ist das höchstens relativ zu Vergleichsteilen möglich? Gibt es konkrete Messwerte, die man (wenn es ernst wird) mit entsprechenden Messmitteln kontrollieren (lassen) könnte? Welche Möglichkeiten verschlissene Teile zu reparieren gibt es (die Verfügbarkeit entsprechender Maschinen/Möglichkeiten vorausgesetzt)? Von welchen häufig verschlissenen Teilen (wenn überhaupt) gibt es evtl. hochwertige/brauchbare Nachfertigungen oder auch Teile im Austausch oder „professionelle“ Reparaturangebote?

Praktisch möchte ich mir erstmal einen Überblick über die potentielle Verwertbarkeit der erworbenen Teile evtl. für zukünftige Reparaturen und die Möglichkeiten der Reparatur von einzelnen Getriebeteilen verschaffen. Originale Neuteile dürften ja praktisch (fast) nicht mehr zu bekommen sein.

Vielen Dank, Jörg