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Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 13:43
von Gregser
Hallo zusammen, es geht um folgendes Problem.
Die neue Kurbelwelle meines Touren Motors 96xxx lässt sich nach dem Zusammenbau des teilweise nur schwer drehen. Ist das Pleuel etwa in der untersten Stellung läuft sie ohne Widerstand. Erwärmt man den Motor auf etwa 30°C läuft er ohne Widerstand und seidenweich. Die Welle ist ein regeneriertes Originalteil mit Ölschleuderblech und Lager von SKF. Folgende Arbeiten wurden durchgeführt, mit allen notwendigen abkühl und aufheizarbeiten:

Motorgehäuse gereinigt und geprüft, Stößel eingelegt, Nockenwelle mit Lagern eingelegt ohne Probleme(sehr leichter Rundlauf), Lager6206 mit Lagerschild auf Kurbelwelle gesteckt, Kurbelwelle ins Gehäuse gesetzt(Lagerschild leicht angefädelt), Lager 6207 in Gehäuse gesetzt und Kurbelwelle inkl. vorderes Lagerschild mit Einzieher in das Lager 6207 gezogen bzw Lagerschild vorn parallel ins Gehäuse gezogen und verschraubt(ohne Komplikationen), kleines Stirnrad mit Keil auf Kurbelwelle fallen lassen, großes Stirnrad mit Keil nach Ausrichtung auf Nockenwelle gedrückt, absoluter Rundlauf der Welle und keinerlei Widerstand spürbar der Stirnräder, minimales Flankenspiel sichtbar und spürbar, neuer Drehschieber aufgelegt und Elektronikgehäuse mit Lager und Dichtung aufgesetzt und verschraubt. Drehschieber auf Axialspiel und leichtgängigkeit geprüft.
Am nächsten Tag fiel ich aus allen Wolken, das Pleuel ließ sich nur sehr schwer drehen aber leichter im unteren Bereich wenn das Pleuel ganz unten sich befindet, kommt es hoch wird es wieder fester bis sehr fest. Es gibt keine kratzenden oder metallischen Geräusche. Hab es wieder erwärmt um eventuelle Verspannungen zu lösen, und siehe da bei etwa 30°C wurde die Kurbelwelle locker und ließ sich butterweich und leicht drehen ohne spürbaren Widerstand. Frohenmutes wollte ich am nächsten Tag weiter bauen, da schockte mich die gleich Diagnose der Kurbelwelle wie am Vortag, sie lief wieder schwer an den selben Punkten im oberen Bereich. Ich erhitzte das Gehäuse wieder, und benutzte auch den Gummihammer aber nichts änderte sich nach dem Abkühlen. Bin langsam Ratlos was das Problem sein könnte, da auch die Motorhälften, sprich Elektronikgehäuse und Rumpf mit Körnermarkierung gekennzeichnet sind, bedeutet dass sie auch einmal zusammen gehört haben. Im Rohzustand lagen auch beide Teile plan auf ohne zu wackeln.
Ich hoffe ich hab meine Problematik gut rüber bringen können, und bin für alle Ratschläge und Tips sehr dankbar!!! Ansonsten leg ich den Schweinehund auf die Gleise und er kann mich mal! Neee war nur Spaß natürlich!!!!

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 14:04
von Roadrunner
Wie Du beschrieben hast , wurde die Welle "mit allen notwendigen abkühl und aufheizarbeiten" eingesetzt , sprich nicht mit Gewalt eingeschlagen oder mit dem Deckel verspannt !
Wenn die Welle ausgerichtet war , also max. 2/100 Schlag hatte , muß es an etwas anderem liegen. Ich tippe mal vorsichtig auf das Elektrikgehäuse. Wenn das von einem anderen Motor stammt ( was man nie wirklich sicher weis, der Voreigentümer wegen ) kann die Welle sich verspannen und klemmen. Bau das Elektrikgehäuse mal ab und gucke ob die Welle danach wieder ohne Klemmneigung läuft. Hilft das nicht, zieh ein Steuerrad runter um den Ventitrieb als Ursache auszuschließen.
Klemmt die Welle immer noch , hilft nur ausbauen , ausrichten.
Die KW lager können auch eine Ursache sein. Hatte schon mal welche mit verschliffener Kugelbahn , die eierten dann.

Viel Erfolg !

Gruß Ralf

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 15:03
von Ruppert-Tuning
Was hast du denn für Lager verbaut? C3?
Markenlager oder Chinalager?

Grüße

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 15:05
von braendel
Roadrunner hat geschrieben: Mi 6. Mär 2019, 14:04 Bau das Elektrikgehäuse mal ab und gucke ob die Welle danach wieder ohne Klemmneigung läuft.
Würd ich auch zuerst machen.

Grüße

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 15:50
von rallye311
Hallo!

Ich würde auch erst das Elektrikgehäuse abmachen. Hatte bei meinem Motor ein ähnliches Problem. Bei mir war das Nockenwellenrad nicht tief genug auf der Nockenwelle und hat am Elektrikdeckel gedrückt, ich hab noch das alte Nockenwellenrad mit dem Stahlentlüfter.

Grüße: rallye311

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 18:00
von Mell
Löse erstmal nur die Schrauben vom Elektrikgehäuse und drehe dann mal.
Wenn es dann schon leicht geht, hast du die Kurbelwelle beim einsetzen eventuell nicht weit genug im hinteren Lager verbaut.

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 18:46
von Sport-Lu
Ich tippe auf Steuerräder.
Hast du da Spiel bzw.dann kein Spiel mehr.
Gruß Jörn 😊

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 18:55
von ossimoped
Oder die Welle wurde beim hin und her tarieren verspannt. Hast Du die Wangen abgestützt? Gruß Uwe

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 19:33
von strahler
Hallo Gregser,

dieses Problem hatte ich bei meinem ersten Motor vor 30 Jahren auch. Folgender Tipp von mir: Zwischen den gnzen Schrauben gibt es oben leicht rechts ein durchgehendes Loch im Elektrikgehäuse und fluchtend im Motorgehäuse auch ein 6 mm Sackloch. Nimm einfach zum Zentrieren des Elektrikgehäuses einen 6 mm Stift, setze ihn ein und ziehe dann erst die Schrauben an. Bei mir hat es damals wie auch heute so funktioniert. Wenn die Gehäusehälften zueinanderpassen wird Deine Welle danach einwandfrei laufen. Da die Bohrung im Elektrickhehäuse durchgehend ist, kann der Stift nach der Montage auch wieder entfernt werden, wenn er lang genug ist. Ich hatte aber auch schon Motoren auf dem Tisch, da war der Stift noch drin.
Kann leider keine Bilder hochladen, da ich unterwegs bin.
Gutes Gelingen!
Grüße, Thomas

Re: Kurbelwelle dreht schwer in kaltem Zustand

Verfasst: Mi 6. Mär 2019, 19:49
von Gregser
Vielen Dank an alle für die raschen Antworten und guten Ratschläge.
Hatte als erstes wieder das Elektronikgehäuse runter gezogen was durch anwärmen gut funktionierte. Ich probierte ein weiteres Gehäuse aus einer noch älteren Baureihe schätze ich, da der Entlüftungskanal seitlich zwischen den Bolzenlöschern endet und die Hälfte kurzer ist dadurch. Gut, aber die Hauptsache ist daß dieser Deckel sich ohne Klemmen der Welle fest schrauben ließ, und alles sauber und leicht läuft! Einfach traumhaft!!! Mir viel ein Stein vom Herzen, da ich die Befürchtung hatte, dass eventuell die Kurbelwelle einen Schmiss hat, da die Firma die diese verkauft sehr sehr unprofessionell diese gesichert und verpackt hatte. Ohne Worte!
Naja gut, ich danke nochmals allen die sich die Mühe gemacht hatten und sich meinem Problem angenommen haben!
Gruß der Gregser!!