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Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 14:49
von steckkruemmer
Hallo AWO - Leutchens,

will hier mal ein Thema aufgreifen, was vielleicht sehr interessant für den Einen oder Anderen sein wird.
In diesem Thema kann jeder seine Geschichte, wie er oder sie zur AWO bzw. zum AWO-Fahren gekommen ist.

Nun werde ich als erster mal meine Geschichte versuchen zu erzählen.

Als ich, als damals Zehnjähriger, von der Schule nach Hause kam, war ich ziehmlich überrascht. Da stand vor unserem Haus ein Motorrad, dass ich zu diesem Zeitpunkt weder zuordnen konnte, noch kannte. Es lehnte herrenlos in der Hecke vor`m Haus. Es waren die 70er Jahre. Das Straßenbild zu der Zeit prägten eher an Motorrädern die ES und die ersten MZ TS.
Mir gefiel dieses Motorrad vom ersten Moment an. Es sah formschön, einfach elegant aus. Ich machte mir so meine Gedanken und wartete schon, dass mein Vater endlich zu Hause ankam. Er kam!
Sogleich fragte ich meinen Vater, was dies wohl für ein Motorrad sei? Er antwortete mir es wäre eine Sport - AWO, ein Viertakter. Das Motorrad wäre früher sein Traum gewesen, doch er hatte nie das Geld sich solch ein Zweirad zu kaufen. Bei ihm hätte es damals nur für ein Moped SE 2 E gereicht.
Es waren ja auch andere Zeiten, vom damaligen Verdienst her!
Ich sog die Informationen über dieses Motorrad förmich auf. Mein Vater schwärmte regelrecht!
Drei Tage später kamen zwei junge Burschen. Sie hatten einen 5 Liter Kannister dabei. Das Motorrad wurde betankt.
Jetzt erfolgten erste Versuche, das Motorrad zu starten. Es gelang nicht. Als Nächstes wurde versucht das Zweirad anzuschieben. Das gelang nach mehreren Versuchen nach einer heftigen Fehlzündung! Da hörte ich das erste Mal eine Sport - AWO live. Das Motorrengeräusch war gigantisch, gefiel mir so gut, dass ich für mich entschied, wenn du mal 18 bist, kaufst du dir dieses Gerät.
18 geworden, mir ging dieses Motorrad nicht mehr aus dem Sinn, beschloß ich dieses Motorrad kaufen zu wollen.
Ich sah die Zeitungen durch, unterhielt mich mit Greichgesinnten, nahm alle Mittel wahr, um eine AWO zu bekommen. Das gestaltete sich als schwieriger, als gedacht - schon damals. AWO`s, egal ob Touren oder Sport waren gefragt.
Durch einen Zufall letztlich erfuhr ich von einem guten Freund, dass in seiner näheren Umgebung eine Sport - AWO zum Verkauf steht. 2000 DDR - Mark - zu der Zeit sehr viel Geld. Doch das Verlangen ein solches Zweirad zu besitzen war stärker!
Ich machte mit meinem Kumpel einen Termin aus, um das Motorrad dort, in Magdala, bei Witte, Willi abzuholen.
Am darauf folgenden Sonnabend war es dann soweit - ich hatte eine SPORT - AWO erworben! - Meine damals erste! An dem Tag, in diesem Moment, war ich wohl der glücklichste Mensch.
Dies soll meine AWO - Geschichte, oder wie ich zu AWO kam, gwesen sein.

So, nun ihr.
Freue mich schon über eure Berichte - wird sicher sehr interessant!

Grüße Tobias

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 15:24
von akkon
Moin

Bei mir war es eher Zufall oder auch eventuell Bestimmung.
Ich saß nach einem Unfall daheim fest, hatte schon meinen HP350 neu aufgebaut, ne Schwalbe überholt und hatte nix zu tun.
Da kam meine Tante vorbei, hatten vorher Jahrelang keinen Kontakt und danach eigentlich auch nicht mehr, und irgendwie kam das Gespräch auf das alte Motorrad meines Onkels, ich wußte damals nicht welche Marke oder welcher Typ. Ich hatte da mal mit 5-6 Jahren drauf gesessen und bin selbst "gefahren", Motor aus und BW dran, also kein Problem ;)
Jedenfalls stand 3 Wochen nach dem Besuch meiner Tante stand eine Touren mit BW bei mir in der Werkstatt und brauchte etwas Liebe und Aufmerksamkeit bis die ersten Töne erklangen.

Ich gebe den Staffelstab jetzt mal weiter.
Gruß Ekki

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 16:32
von Eisbär
Hallo Nachbarn
das Ganze mal im Schnelldurchlauf:
Als 61ziger Jahrgang habe ich die Touren meines Vaters knapp verpasst. Er hat sie verkauft. Meinetwegen oder so ähnlich.
Er hatte als erstes Gefährt einen Ford Eifel Roadster Bj. 34. Der wurde gestohlen und abgefackelt. Vom Versicherungsgeld kaufte er sich eine Touren und baute mit seinem Kumpel 2 Motorboote auf. Und in dieser Konfiguration gingen sie auf die Pirsch. Meine zukünftige Mutter kapitulierte im Angesicht solcher Argumente Mann/Boot/Mopete. Als der Filius(Icke) in Ankündigung war mussten aus den gleichen Gründen wie 25 Jahre später bei mir selbst, Boot und Mopped weg. Vaddern kaufte einen Trabant 600 Kombi. Geblieben sind mir die s/w Fotos meiner Eltern in Lederjacke und Mekki-Frisur sowie de Mudda im Petticoat auf diversen Reisen und ihrer Geschichten dazu.
Ohne Zweirad kaufte ich 1986 einen 353W um meine Frau & Tochter aus der Geburtsklinik zu chauffieren. Naja was solls. Familie geht vor. Endlich 2003. Zeit und Tochter waren reif, das ich mir die Bilder aus den Fünfzigern ins eigen Leben holen konnte. Ich mietete eine kleine Werkstatt auf dem Gelände meines Arbeitgebers und kaufte ein trauriges Gebilde Namens Sport. Mit viel Enthusiasmus und der Hilfe Kundiger vom Niederbarnimer AWO Stammtisch enstand mein roter Sportchopper. Der ein oder andere kennt die Maschine.
Eine Touren wie die meines Vaters und ein Russengespann kamen etwas später dazu.

Der Nächste bitte!

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 16:48
von Deleted User 141
War 15 und in der Jugendfeuerwehr. Mai - wochenlange Hitze, Trockenheit = Waldbrandstufe 4. Die Jugend (ich war der Jüngste) und Lehrlinge wurden aus der (Berufs-) Schule genommen um "Waldbrand-Streife" in den Wäldern zu machen.
Alle wollten mit der neuen TS fahren und die AWO T wollte niemand haben. Auf die Frage, ob ich denn damit fahren könnte (nicht darf :D ) bejahte ich und holte mir dort das AWO Fieber.
31 Jahre Entzug :::::s
Dann zur Silberhochzeit, schenkten mir meine Jungs einen Sport-Schrotthaufen - offensichtlich eine doch gelungene Erziehung :::::bb - .
6 Jahre Schrauben - anmachen und dann ... war fast wie Sex :lol:

Nu iss der Nächte dran.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 17:22
von tano-srb
Ein kleiner Nachtrag sei mir gestattet:
Hallo Jungs,
dass ich mal AWO fahren würde war all meinen Freunden, die mich schon länger kennen, und meinen jüngeren Geschwistern vollkommen klar. Nur ich wußte das nicht. Naja, so ganz stimmt das auch nicht. Als ich Ende der 1970er Jahre meine ES 250/1 meinem Schwager vermacht hatte und ich späterhin gefragt wurde, ob ich denn nicht wieder Motorrad fahren wolle, antwortete ich immer: Nein - eine MZ fahre ich nicht mehr und wenn Motorrad, dann kommt nur eine Sport-AWO in Frage!

Und so blieb das dann auch.
Doch die Liebäugelei mit der AWO war mir in die Wiege gelegt. Auf Grund der Fahrlehrertätigkeit meines Vaters bei der GST war ich im GST-Stützpunkt faktisch zu Hause, zwischen AWO, M72 und H3A. Ich liebte vorallem den Geruch von Schmiermittel, Benzin und Technik und bin damit groß geworden. Im Sommer 64 setzte mich mein Vater hinter das Lenkrad eines "Pionier" und so durfte ich mit Anhänger zur Getreideernte übern Acker fahren. Mit beiden Händen musste ich mich an der unteren Sitzkante festhalten, um die Kupplung treten zu können. Zwei Jahre später, also mit 11, fuhr ich das erste Mal eine Touren-AWO. Antreten konnte ich sie nicht. Vater hat sie gehalten, bis ich losgefahren war und er dann hinten auf den Sozius sprang. Tolles Gefühl! Mit 15 fuhr ich H3A, S-4000 und als der erste W-50 kam auch diesen LKW. Ich war noch keine 18, als wir den ersten LKW Ural in Krauschwitz bekamen und natürlich fuhr ich auch dieses Ungetüm. Später wurden alle Ural (6 Stück) in Sielow bei Cottbus zusammengezogen. Zum PKW-Fahren bin ich erst gekommen, als meine Eltern 74 ihren Trabant bekamen und ich das Teil wie eine Spielerei empfand. Seit 1969 fuhr ich die Schwalbe meiner Mutter und 1976 kaufte ich meinem Freund aus Kinder-/Jugendzeit seinen Star (Bj. 69) ab - diesen habe ich heute noch. Die Schwalbe meiner Mutter steht heute bei meinem 14 Jahre jüngeren Bruder. Den habe ich auf der Schwalbe zum Kindergarten gebracht und abgeholt und manches Mal durfte er dann fleißig Gas geben. Mit meinen Enkeln mache ich das im Übrigen auch so, damit sie ein Gefühl dafür entwickeln.
Mit Geburt meiner beiden Enkelsöhne war mir klar geworden, dass ich für die beiden Mopeds - also richtigerweise SIMSON - brauche. Eine Schwalbe aus der letzten Serie habe ich dazugekauft und den Star 2015 super restauriert. Tochter und Schwiegersohn begannen nun damit zu fahren und die Enkel sind begeistert. Das erleben zu können, hätte ich sehr gerne meinem Vater gewünscht.
Tja und nun kommt meine Frau ins Spiel. Natürlich kannte sie meinen heimlichen Traum und meinte, dass ich nicht einfach so hinterher schauen müsste. Was soll ich sagen? Im April 2018 fiel dann die Entscheidung, nach dem ich mit der ganzen Familie 2017 beim SIMSON-Treffen in SUHL war, eine AWO 425 Sport wurde gekauft. Als der Kleine das Motorrad sah meinte er: "Eine geile Karre!". Ein Stoye Superelastic kam noch dazu und wurde probehalber angebaut. Nun löchern mich meine Enkel damit, wann wir endlich mit Beiwagen fahren können. Der Kleine gibt im Kindergarten damit schon an: "Opa hat noch einen Anhänger mit zwei Sitzen!" - tja die Enkel passen gerade noch nebeneinander rein. Alles was danach kam steht schon hier im Forum und muss an dieser Stelle nicht wiederholt werden.

Und soll ich Euch noch was verraten? Seit die AWO bei mir steht ist der Geruch aus der Kindheit, nach Technik und alles drum und dran wieder da!

So bin ich also mit knapp 63 Jahren zu meiner AWO gekommen.
:D ;;;;;;;;
Norbert

Der Nächste bitte!

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 18:37
von ognI-Ingo
Als ich habe heimlich im Hof mit 14 glücklich das Teil anbekommen ,mit rückschlag-schmerzen an Fuß und Bein beim antreten.
Verbrennung an Wade durch umfallen , mit Berührung am Auspuff. DAVOR NUR KR50 AUSPROBIERT!!!
Danach auch durch ernste Worte vom Vater die AWO nie wieder angefasst. Und wie meine 18 Jahre jüngerer Bruder keine Ahnung wo das gute Teil abgeblieben ist. :?:
Auf der Suche eines NEUEN Simon Zweirad im Internet für die Schwester , da ihr S50 auf der Arbeit am Tage in Hirschfelde geklaut wurde stolperte ich über ein AWO Angebot und habe mitgeboten. Zum Ende war ich höchstbietender aber Mindestpreis nicht erreicht! ENDE ...Irgend wann kam eine MAIL ob noch Interesse vorhanden sei .Da ich sowieso meiner Schwester ihre neue Simon bringen wollt vereinbarte ich einen Termin zur Besichtigung in.... Bauten !!! Ungarisches Restaurant !!!
Es wurden an diesem Tage eine Jawa die AWO und eine Panonia aus einem alten VW verkauft . Da es Startprobleme gab ist es dann auch bei meinem damaligen Gebot vor über 10 Jahren geblieben und wurde so zum Weihnachts .- & 50er Geb.-Geschenk :!:
Ein Arbeitskollege dessen Vater Ungar ist und schon sei DDR-Zeiten hier wohnt hat mir die Richtigkeit des AWO-DOKUMENTES das ja Ungarisch ist bestetigt.
Und so ging es dann in Richtung Heimat :D

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 18:53
von Deleted User 141
ognI-Ingo hat geschrieben: Sa 29. Dez 2018, 18:37 ... ist es dann auch bei meinem damaligen Gebot vor über 10 Jahren geblieben ...
hab ich das richtig verstanden .... ???
Kopfkratz :::::tt

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 19:22
von ognI-Ingo
Matthes hat geschrieben: Sa 29. Dez 2018, 18:53
ognI-Ingo hat geschrieben: Sa 29. Dez 2018, 18:37 ... ist es dann auch bei meinem damaligen Gebot vor über 10 Jahren geblieben ...
hab ich das richtig verstanden .... ???
Kopfkratz :::::tt
KURZFASSUNG
2007 Simson gesucht ,AWO Angebot gesehen aber Zuschlag nicht bekommen ,AWO ca.3Wochen später für meinen Preis aus Bauten mit Ungarischen Papieren eingesackt :idea:

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 20:38
von Djog
Hallo Leute,
hier nun meine AWO-Geschichte. Mein Opa hatte eine Touren seit ich denken kann im Schuppen stehen. Immer wenn ich da war (jedes WE ) saß ich auf der AWO und habe sie bewundert. Für mich war klar, wenn ich groß bin werde ich sie fahren.
Als ich ungefähr 14 war, der absolute Schock, der Tro... hat die AWO für 100 Ostmark an den Nachbar verkauft.
Jedenfalls war für mich klar, wie ein richtiges Motorrad auszusehen hat. Zu meiner Zeit, Mitte der Achtziger war es nicht
leicht eine AWO zu finden, sie war schon ein Kultobjekt. Nach 3 MZ's habe ich mit 20 Jahre dann endlich meine erste
AWO-Sport bekommen und wenn man erst mal drinnen war, ging es dann wie von selbst. Nach 3 Jahren waren es 2 Sport
und 2 Touren und einen Keller voll Ersatzteile. Dann kam die Wende und ich habe mich von den großen, blinkenden
West-Motorrädern blenden lassen. Um mir eine 1400'er Intruder kaufen zu können, habe ich das unfassbare gemacht,
alles was AWO und MZ war wurde verkauft. Bis 2012 habe ich alle möglichen Motorräder gefahren ( war nie ohne ).
Wenn ich irgendwo eine AWO gesehen habe brauchten meine Begleiter immer eine Menge Übererdungskraft, mich von
da weg zu bekommen. Wenn ich Urlaub auf Usedom mache, ist ein Besuch im DDR-Museum Pflicht, 2012 musste
meine Frau in einer Woche 2x mit mir dadurch ( da stehen nämlich AWO's ). Nach diesem Urlaub dauerte es noch 14 Tage
und ich hatte wieder eine AWO in der Werkstatt stehen. Seit dem ist mein Haufen Edelschrott aus DDR-Zeiten, beständig
angewachsen.
Gruß Djog

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Sa 29. Dez 2018, 21:38
von Awowolle52
Hallo awofreunde!,,da bei mir das Leben erst anfängt,also 66 Jahre zählt, so wurde es mal besungen.Meine Geschichte. Anfang der 70iger war fast nurZweitacktklaenge zu hören, doch auch coole Viertakt Geräusche. Genau da,schloss ich die AWO,s in mein Herz.Umgehend kaufte ich eine AWO Sport mit BW.Mit einigen Pausen, Familie,Wohnung,Kinder...startete ich Mitte der 80iger wieder durch und erfreuen mich an den AWO,s.Bastel gerne in viele Richtungen,nur die Linien lass ich ziehen...MFG Awowolle 52