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Kupplung

Verfasst: Do 31. Mai 2018, 21:58
von Kai Hawaii
Hallo, seit 2 Wochen versuche ich eine AWO-S zum Laufen zu kriegen Der Motor läuft inzwischen und ich hab gemerkt, dass die Kupplung nicht trennt. Der Hebel am Getriebe wird bis zum Anschlag gezogen. An einer Eistellschraube an diesem Hebel hab ich auch gedreht, aber ohne Erfolg. Hat jemand ne Idee ?
Welche Öle könnt Ihr empfehlen für Motor, Getriebe, Kardan?

Gruß Kai

Re: Kupplung

Verfasst: Do 31. Mai 2018, 22:55
von Slowrider
Hallo Kai ,
Klingt so, als wäre die AWO länger gestanden. Wenn das der Fall ist, wäre es ratsam alles gründlich anzuschauen und Baustellen gleich zu beheben.
Das Deine Kupplung nicht trennt, kann an einer defekten Druckstange liegen. Du wirst wenn Du länger Freude an der Maschine haben willst nicht drum herum kommen alles gründlich aufzuarbeiten.
Öl ist ein eigenes Thema, da wurden hier schon viele Diskussionen geführt.
Schau doch mal ob Du in Deiner Nähe jemanden findest, mit dem Du Dich direkt austauschen kannst.

Gruß Rolf

Re: Kupplung

Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 21:54
von DH0JSV
Falls der Verstellbereich am Handhebel nicht reicht, kann man auch unten am Kupplungshebel am Getriebe eine gekonterte Druckschraube verstellen. Meine Awo läuft sein ein paar Wochen, nachdem sie seit 91 stand. Nur damit wirds wahrscheinlich nicht getan sein.... wenn ich bedenke wie mein Motor inne aussah... :/

Re: Kupplung

Verfasst: Fr 1. Jun 2018, 22:12
von Edelherb
Hallo!
Ich weiss nicht, ob es bei der AWO ein typisches Problem ist.
Aber bei meinem Multicar hab ich das Problem, dass, wenn er längere Zeit nicht benutzt wird, die Kupplung irgendwie zusammenklebt.
Also die Reibscheibe an der Schwungscheibe oder am Kupplungsautomat. Da spielt sicher Luftfeuchtigkeit und Rost eine Rolle. Bei meinem Multicar passiert das aber auch bei der vor paar Jahren erneuerten Kupplung.


So aus meiner inzwischen langjährigen Berufserfahrung kenne ich das auch von anderen Fahrzeugen, Auto´s, Gabelstaplern usw.

Üblicherweise war ich da ja immer zu faul, um die Kupplung zu zerlegen. Wenn die Betätigung und die Kupplung vermutlich in Ordnung schienen, hab ich dann immer die Motore warmlaufen lassen, und bin dann damit gefahren. Dabei die Kupplung getreten, und Gas gegeben und gebremst, irgendwann löst sich die Verklebung. Dann geht es wieder ganz normal, bis nach dem nächsten Winter.

Ich weiss nicht, ob das jetz hier zutreffend ist, aber nur mal als Denkansatz.
Vielleicht, kannst du ja mal probieren, das erstmal durch manuelles Schieben des Motorrades zu lösen.

Re: Kupplung

Verfasst: Sa 2. Jun 2018, 22:01
von peter-gl
So einfach geht das hier wohl nicht. Also: Hinterrad ab. Bremsen angucken (ganz, ganz wichtig). Hinterradantrieb ab. Ist Öl drin? Senkrecht stellen. Äußeren Mitnehmer abnehmen, dazu langen griffigen Schraubenzieher nehmen, gut 1 cm breit. Sind sicher Schlitzschrauben. Es muss auf Anhieb klappen. Der Schraubenzieher muss genau passen. Wenn die Schraubenschlitze ausleiern, ist es fast vorbei! Getriebe abnehmen: alle Anschlüsse entfernen. Ständerfeder nicht vergessen. Die Masseschraube hinten am "Dreieck" entfernen und ganz schnell (wegen Öl) eine kurze 6-Schraube einsetzen und eindrehen. Sonst geht das Getriebe meistens nicht oder nur mit viel Mühe raus. Hinten an der Kupplung den Druckstift und das Drucklager entfernen. Gummiring in Ordnung? meistens verhärtet und undicht. Getriebe nach hinten ziehen. Mitnehmer der Getriebewelle nach links vor das Motorgehäuse zerren, vorher die Druckstange (sie wird doch noch da sein?) in der Getriebewelle nach hinten schieben (mit Schraubenzieher). Getriebe dann anheben und nach links irgendwie herausnehmen, das geht auch ohne Kratzer. Die Kupplung liegt frei. Ist viel Öl und Dreck drin? Meistens ja. Ursache später suchen. Getriebe ist meistens unschuldig. 6 6-Muttern (10-Schlüssel) lösen, Schritt für Schritt, sonst springen sie am Ende wegen der Federkraft weg. Äußere Druckplatte abnehmen, Kupplungsscheibe rausnehmen, innere Druckplatte entfernen, drei Schraubenfedern entfernen. Nicht mit Fettfingern auf die Kupplungsbeläge tapsen. Warum die Kupplung nicht trennt? Es kann auch sein, dass die motorseitige (innere) Druckplatte stark schüsselförmig (Richtung Motor, also sogar gegen die Federkraft) verzogen ist, ich musste meine wegen ausgeleierter Löcher (müssen noch rund sein, sonst geht die Stange bald kaputt!) ersetzen, und siehe, die zwei, die ich mir besorgt hatte, waren beide verzogen, nach 60 Jahren vielleicht irgendwie möglich. Das kann also die Ursache für die schlechte Trennung sein, oder die Stange ist weggebrochen wegen Schlag (ausgeleierte Löcher, s.o.). Ich habs dann mit schwerem Hammer gerichtet und dann planen lassen. Bei der Kupplung muss alles genau plan sein!, und nicht verfettet, sonst kommste 'n Berg nich hoch.- Ist alles stark fettig im Gehäuse?: Simmering zum Motor, oder schlechter Sitz der Schwungscheibe auf der Kurbelwelle. Manchmal auch lose, dann knallts aber tüchtig! - Wenns trocken ist, ists ja gut. - Einbauen wird etwas schwierig, weil die Kupplungsscheibe genau in der Mitte liegen muss, sonst geht die Druckstange nicht rein. Evtl. Spiegel nehmen. - Neuer Gummiring fürs Drucklager. Alter Ring ist immer starr und geht nicht in die Nut, bricht durch. Kupplungbelag verfettet? Neu belegen lassen! Äußere Scheibe: beim Einbauen die 6 Federringe nicht vergessen. Die ersten beiden Schrauben zunächst ohne Federscheiben, geht dann leichter.
Muss die Schwungscheibe (wegen Öl) auch runter? Das ist ein Extra-Kapitel. - Helfen lassen, bei dummen Ratschlägen einfach weghören.