Filzringe Sportgabel
Verfasst: Sa 27. Jan 2018, 23:07
Hallo, ich habe schwere Erlebnisse mit den kaufbaren Filzringen, auf denen die untere Gabelhülse der Sport gleiten soll, hinter mir. Die möchte ich gern teilen, geteiltes Leid....
Erworben habe ich zwei Paare von unterschiedlichen Anbietern, von jedem Paar ist noch jeweils ein Ring am Leben, ein sehr motivierender Zwischenstand.
Das erste Paar, guter Dinge bei einem Händler aus DD bestellt, passte in der Höhe, um die 11/12mm, ganz gut, der Umfang jedoch war wohl zu reichlich. Der Proband wirkte auch irgendwie sehr weich. Den Ring habe ich also in die Nut gedrückt und wollte die Hülse drüberziehen, das erwies sich als kaum möglich, weil der Spalt, den die Hülse noch frei ließ, einfach zu schmal war. Hatte ich es an einer Stelle oder maximal zur Hälfte geschafft, gaffte der Filz gegenüber wieder heraus oder es bildete sich ständig noch so etwas wie eine herausstehender Rest, den man nicht unterbekam. Nach dem 3.Versuch nahm der Delinquent zunehmend lappigere Konsistenz an und wurde länger, um beim nächsten Mal trotz aller Rücksicht und vorsichtigem Einsatz der Fingerkuppen beim Einschieben zu zerreißen.
Wenige Tage später war ich in einem Laden im Oberland und bekam auf die Frage nach solchen Ringen und den ausgebreiteten Misserfolgen natürlich erstens den unvermeidlichen Hinweis, eben-da und nicht woanders zu kaufen, zweitens wurden mir, wieder zum Freundschaftspreis von 3,50 Euro pro Stück, zwei Filzringe offeriert, die tatsächlich stabiler als die vorigen wirkten, der Durchmesser schien auch zu stimmen. Erst meine detaillierte Nachfrage ergab, dass die Höhe nicht stimmte, das sollte nicht zum Problem werden, dafür gibts Scheren, Messer, Frau mit scharfen Zähnen - dachte ich.
Zu Hause, mit frischem Mut in die Bastelkatakomben (Keller), konnte ich mich zwar freuen, dass die stabileren Ringe nicht gleich beim wiederholten Versuchen der Aufllösung nahe kamen, aber das Material war eindeutig zu stark, die Dicke betrug 4mm, die Hälfte würde wohl reichen. Wie soll ein unbedarfter Bastler ohne übernatürliche Fähigkeiten oder Spezialausrüstung eigentlich zwei Millimeter von einem industriell hergestellten Filz außen abtragen? Ich hab´s versucht: Abkratzen mit Küchenmesser, Schleifbock, alles nur Frust fördernd...Als ich den Ring, dem Wahnsinn fast verfallen (Was verdienst du am Tag in der Stunde,für die verplemperte Zeit kannst du dir demnächst noch eine AWO kaufen!), endlich auf 2mm reduziert hatte, war der Allgemeinzustand, Ring und Bearbeiter, hoffnungslos. Letzte Hoffnung vor der Klappse: Das Forum. Ich fand aber nur wenig (nur du damit haben Problem, du Trottel sein), aber nach den bösen Gedanken wenigstens einen Hinweis zu Alternativen in Kunststoff, POM oder ähnlich.
Schließlich habe ich nach unruhiger Nacht unter meinen Altteilen Kuststoffhülsen gefunden, die bei den alten DDR- Federbeinen über die inneren Stoßdämpfer gezogen waren, damit die Druckfedern nicht daran schleifen und Lärm erzeugen. Diese Hülsen sind aus einem enorm zähen Kunststoff, halb durchsichtig und dehnungsresistent, etwas orangefarben. Von denen habe ich mir Ringe geschnitten, die sich ohne große Mühe von Hand aufziehen lassen, bisschen Handkraft muss man aufwenden, das ist alles. Da sie nur etwa einen Millimeter stark sind, habe ich sie etwas breiter als 11mm geschnitten, sodass sie durch den unteren Nutrand leicht überragen. Die Hülse rutscht ohne Not drüber, schleift nur ganz leicht, der sehr fest sitzende Ring wird nicht verschoben. Nie wieder Filzringe auf die Gabel murksen müssen! Der Seelenfrieden ist schwer erkämpft, man sieht es wohl auch an der Textlänge.
Ich entschuldige mich vorab für die Unmöglichkeit, über leicht erscheinende Arbeitsgängen so lange zu lamentieren, kurz fällt mir halt schwer.
Bei eventuellen Kritiken bitte ich den noch angeschlagenen Zustand des Schreibers zu berücksichtigen.
Erworben habe ich zwei Paare von unterschiedlichen Anbietern, von jedem Paar ist noch jeweils ein Ring am Leben, ein sehr motivierender Zwischenstand.
Das erste Paar, guter Dinge bei einem Händler aus DD bestellt, passte in der Höhe, um die 11/12mm, ganz gut, der Umfang jedoch war wohl zu reichlich. Der Proband wirkte auch irgendwie sehr weich. Den Ring habe ich also in die Nut gedrückt und wollte die Hülse drüberziehen, das erwies sich als kaum möglich, weil der Spalt, den die Hülse noch frei ließ, einfach zu schmal war. Hatte ich es an einer Stelle oder maximal zur Hälfte geschafft, gaffte der Filz gegenüber wieder heraus oder es bildete sich ständig noch so etwas wie eine herausstehender Rest, den man nicht unterbekam. Nach dem 3.Versuch nahm der Delinquent zunehmend lappigere Konsistenz an und wurde länger, um beim nächsten Mal trotz aller Rücksicht und vorsichtigem Einsatz der Fingerkuppen beim Einschieben zu zerreißen.
Wenige Tage später war ich in einem Laden im Oberland und bekam auf die Frage nach solchen Ringen und den ausgebreiteten Misserfolgen natürlich erstens den unvermeidlichen Hinweis, eben-da und nicht woanders zu kaufen, zweitens wurden mir, wieder zum Freundschaftspreis von 3,50 Euro pro Stück, zwei Filzringe offeriert, die tatsächlich stabiler als die vorigen wirkten, der Durchmesser schien auch zu stimmen. Erst meine detaillierte Nachfrage ergab, dass die Höhe nicht stimmte, das sollte nicht zum Problem werden, dafür gibts Scheren, Messer, Frau mit scharfen Zähnen - dachte ich.
Zu Hause, mit frischem Mut in die Bastelkatakomben (Keller), konnte ich mich zwar freuen, dass die stabileren Ringe nicht gleich beim wiederholten Versuchen der Aufllösung nahe kamen, aber das Material war eindeutig zu stark, die Dicke betrug 4mm, die Hälfte würde wohl reichen. Wie soll ein unbedarfter Bastler ohne übernatürliche Fähigkeiten oder Spezialausrüstung eigentlich zwei Millimeter von einem industriell hergestellten Filz außen abtragen? Ich hab´s versucht: Abkratzen mit Küchenmesser, Schleifbock, alles nur Frust fördernd...Als ich den Ring, dem Wahnsinn fast verfallen (Was verdienst du am Tag in der Stunde,für die verplemperte Zeit kannst du dir demnächst noch eine AWO kaufen!), endlich auf 2mm reduziert hatte, war der Allgemeinzustand, Ring und Bearbeiter, hoffnungslos. Letzte Hoffnung vor der Klappse: Das Forum. Ich fand aber nur wenig (nur du damit haben Problem, du Trottel sein), aber nach den bösen Gedanken wenigstens einen Hinweis zu Alternativen in Kunststoff, POM oder ähnlich.
Schließlich habe ich nach unruhiger Nacht unter meinen Altteilen Kuststoffhülsen gefunden, die bei den alten DDR- Federbeinen über die inneren Stoßdämpfer gezogen waren, damit die Druckfedern nicht daran schleifen und Lärm erzeugen. Diese Hülsen sind aus einem enorm zähen Kunststoff, halb durchsichtig und dehnungsresistent, etwas orangefarben. Von denen habe ich mir Ringe geschnitten, die sich ohne große Mühe von Hand aufziehen lassen, bisschen Handkraft muss man aufwenden, das ist alles. Da sie nur etwa einen Millimeter stark sind, habe ich sie etwas breiter als 11mm geschnitten, sodass sie durch den unteren Nutrand leicht überragen. Die Hülse rutscht ohne Not drüber, schleift nur ganz leicht, der sehr fest sitzende Ring wird nicht verschoben. Nie wieder Filzringe auf die Gabel murksen müssen! Der Seelenfrieden ist schwer erkämpft, man sieht es wohl auch an der Textlänge.
Ich entschuldige mich vorab für die Unmöglichkeit, über leicht erscheinende Arbeitsgängen so lange zu lamentieren, kurz fällt mir halt schwer.
Bei eventuellen Kritiken bitte ich den noch angeschlagenen Zustand des Schreibers zu berücksichtigen.