Seite 1 von 3

Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Fr 10. Feb 2017, 23:45
von Roy
Hallo !

Mal angenommen ich habe vor, meine Schwungscheibe auszuwuchten.
(bzw. die Unwucht zu überprüfen)
Habe mir einen Aufnahmedorn angefertigt.
Die Scheibe aufgesteckt
Und diese dann zwischen 2 leicht laufenden Spitzen gespannt.
Beim drehen dann jedes mal oben einen Punkt gemacht, wenn sie stehen bleibt.
Jetzt sind rundrum Punkte. :D
Ist die Schwungscheibe also (ziemlich) ausgewuchtet ???

Wie macht Ihr das ?
(fragt einer, der bis jetz die Schwungscheibe nie ausgewuchtet hat)

Grüße ;;;;;;;
Roy

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 08:45
von marocco
Moin Roy
Also die Schwaungscheibe hab ich ,wie du auch noch nie ausgewuchtet. Denke aber dazu brauchst du eine Feinwuchtmaschine. Eine Unwucht befindet sich auch nur an einem Punkt der Scheibe, den heraus zu finden stellt sich ja auch nicht so einfach dar.Das siehst du ja an deinem Beispiel. Wo es Firmen gibt,die feinwuchten kõnnen??? vieleicht im Fluggerätebau oder so.

Gruß Marco

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 09:28
von steckkruemmer
Aus welchem Grund willst du die eigentlich auswuchten, wurde schon dranrumgefummelt, irgendwas abgedreht? Normal sind die Dinger doch schon ab Werk halbwegs gelaufen!

Grüße Tobias

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 09:38
von felix 09
Hallo Roy,

meine wurde mal in Plaue auf 6 Federn umgebaut und danach ausgewuchtet. Ob jetzt 6 Federn oder ob nicht muß ja jeder für sich entscheiden.Hier geht es ja erstmal um das Auswuchten. Ruf dort mal an.
Grüße
Felix 09

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 09:47
von Rudolfs Enkel
Hallo,
ich wuchte die Schwungscheiben schon über Jahre und bin erstaunt wieviel Gramm bei 4500-60001/min zu Kilos werden. Wer schon mal eine Schwungscheibe in der Drehmaschine bei nur ca. 1000 1/min abgedreht hat, müsste wie ich erstaunt sein, das das ohne Schäden bei der bis fast 7-fachen Drehzahl im Motorblock funktioniert.
Beim Wuchten benötigt man keine Hightechmaschiene, man nutzt lediglich die Physik. Die Schwerkraft zieht den schwersten Punkt nach unten und da reichen bei meinem Wuchtbock Milligramm aus. Hatte mal dynamisches Wuchten über einen Bekannten (nach seiner Auskunft in Hannover) ausprobiert. Es waren 3 neu auf der CNC-Drehmaschiene gefertigte Schwungscheiben. Habe sie ohne Wuchtbohrungen zurückbekommen, mit der Auskunft das sie top laufen. Taten sie auch, nachdem ich sie statisch gewuchtet habe. Also Jungs einfach keine Angst machen lassen, Aufnahmekonus gedreht, oberflächen härten lassen und nachschleifen. Dann nur einen Wuchtbock bauen (meiner Meinung sind auch leicht laufende Spitzen zu schwergängig - aber besser als garnicht) und auf den Lagersitzen ablaufen lassen. Bei Parallelharlinealen unbedingt genaustens ausrichten sonst verschlimmbessert man nur. Beim wegbohren sind die Spähne die ich an den Punkten entferne weit unter 1/2 Gramm.
In dem Atemzug mal gleich den Simmerringsitz kontrollieren, man erschreckt sich wie der Eiert (wie ein Nocken :::::ll ) Achtet auch auf die Aufnahme der Konusinnenfläche der Schwungscheibe, die gebrauchten haben alle einen am Ende des KW-Stumpfes eingearbeitete Kante. Dadurch tragen die Konen nicht sauber. Problem besteht auch beim verheiraten der Kurbelwelle mit der Schwungscheibe.
Also einen AWO-Motor baut man nicht mal so in 4 Stunden zusammen, ohne wichtige Details auszulassen (und davon gibt es viele, liegt vieleicht auch daran, das man um so älter man wird immer pingliger wird :::::mm )
Gruß
Volker
Bis heute Abend in Dannewitz

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 13:52
von Roy
Rudolf´s Enkel hat geschrieben:...
Dann nur einen Wuchtbock bauen (meiner Meinung sind auch leicht laufende Spitzen zu schwergängig ....
..das habe ich mir auch schon gedacht.
habe mir deshalb erstmal das hier bestellt:
http://www.ebay.de/itm/401243968626?_tr ... EBIDX%3AIT

...werde dann berichten.
steckkruemmer hat geschrieben:Aus welchem Grund willst du die eigentlich auswuchten?
Der Grund, naja weil mir schonmal ein Lager den Dienst versagt hat.
Das Lager an der Schwungscheibe.
Ist zwar jetzt ein anderer Motor, aber es ist Winter und ich habe Zeit...

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Sa 11. Feb 2017, 14:33
von knallkraftmaschine
Hallo an alle,

hier einmal ein Protokoll, nachdem eine Schwungscheibe auf einer CNC-Fräse auf sechs Federn umgerüstet und durch ein exakt symmetrisches Bohrbild etwas erleichtert woden ist.

Gewuchtet wurde inkl. eingepresster Bolzen und montierter äusserer Druckplatte der Kupplung. Diese wurde vorhergehend in ebenfalls montiertem Zustand wieder plangedreht.
Eben diese Druckplatte und auch die Passfeder sollte man bei der ganzen Aktion nicht ausser Acht lassen, wenn man sich schon die Mühe macht!
Obwohl alles mit äusserster Sorgfalt zentrisch und symmetrisch gearbeitet worden ist, und sogar die neuen Bolzen vorher auf exakt gleiches Gewicht gebracht worden sind, war ich doch erstaunt darüber, dass überhaupt noch so viel Unwucht vorhanden war.
Leider habe ich es versäumt auch ein Bild von der Ausgleichsbohrung an der Rückseite zu machen.
Dann bekommt man einen besseren Eindruck davon, wieviel korrigiert worden ist.

Bild

Bild

Bild

Viele Grüße
Martin

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: So 12. Feb 2017, 20:38
von Ruppert-Tuning
Moin.

Was hat denn der Spaß gekostet?

Grüße
Matthias

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: So 12. Feb 2017, 23:34
von knallkraftmaschine
Hallo Matthias,

Das war damals ein Paket, bestehend aus Wuchten eben dieser Schwungscheibe, einer Überprüfung des Wuchtverhältniss einer Nachbau-KW und Wuchten eines AWO-fremden Maschinenbauteils.
Alles zusammen lag so um 60€ zzgl. Versand, wenn ich mich recht erinnere.
War auf jeden Fall ein ganz unkomplizierter freundlicher Kontakt. Einfach mal direkt anrufen.

Gruß Martin

Re: Schwungscheibe auswuchten

Verfasst: Mo 13. Feb 2017, 09:52
von Bausoldat
Warum sehen die Druckfedern oben so komisch aus? Ist da dranrumgechweißt worden?