Tag 4 (10.07.2015)
Wie Tobi schon schrieb, 20 Stunden Fähre.
Zeit, um die Knochen etwas auszuruhen, und Menschen zu beobachten.
Langsam wird es ernst, das erste Ziel ist geschafft, Sizilien rückt unweigerlich immer näher.
Frühmorgens mal auf Deck nachgeschaut:
Genua ist verschwunden und überall ist Wasser.
Über Nacht mußte ich eine Tablette einwerfen, irgendwie war mir etwas übel.
So lange war ich auch noch nie auf See.
Tobi ist meist auf Deck .
Weil drinnen ist Rauchen verboten.
Und da, irgendwann ist Land in Sicht:
Erst nur eine Silouette, dann deutlicher. Der Hafen von Palermo, Wolkenverhangen aber trocken.
Erstaunlich, wie dieser Riesenkoloss zentimetergenau wendet und anlegt.
Die Klappen gehen runter, höchste Zeit, nach den AWO`s zu sehen.
Die Schrille Stimme im Lautsprecher lenkt die Menschenmassen zu den entsprechenden Parkdecks. Unaufhörlich in Italienisch, Englisch, Französisch und schließlich auch in Deutsch. Alles Läuft Durcheinander, bis jeder an seinem Fahrzeug angekommen ist.
Wir waren dran, und konnten von Deck fahren.
Tobi`s blaue sprang nicht an.
Ich entdeckte gerade noch einen Spanngurt, der durch die Speichen des Hinterrades gezogen wurde, und anscheinend vergessen wurde zu entfernen. Beim rausziehen sah ich die Bescherung:
2 Speichen gebrochen und Plattfuß !
Sch....!!! Wie haben die das angeratscht, daß sowas passiert?
Egal, wir mußten erstmal runter.
Im Hafengelände in einer relativ ruhigen Ecke, bei gefühlten 40 Grad wurde erstmal geschraubt.
Tobi hat die Kerze gewechselt und ich den Schlauch im Hinterrad.
Ein ca 10 cm langer Schlitz !
Zum Glück hatte ich einen Ersatzschlauch dabei.
Beim Aufpumpen des Rades (manuell mit Luftpumpe) bekamen wir keinen Luftdruck aufgebaut.
Gleich um die Ecke war ja `ne Tanke mit kostenfreier Luft.
Auch hier ging nix drauf. Der Schlauch auch kaputt?
Langsam wurde es eng, wir wollten noch ca 20 km fahren bis Santa Flavia.
Ich lies mir ein Taxi rufen, und wir vertagten das Problem auf den nächsten Tag.
AWO blieb an der Tanke, tschau bis morgen.
80 € !!!

für 20 km. Fragt nicht, wo der mit dem Taxi langgefahren ist. Das war wohl sein Geschäft des Tages.
Ok, Pension ist erreicht, und auch ein nettes Pub (Kneipe) gefunden.
Hatte so ein langweiliger Tag doch noch ein aufregendes Ende gehabt.
Etwas ungewiß, wie es morgen weiter geht, aber wird schon......
Roy
Es ist klug und weise, an allem zu zweifeln.