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Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 25. Jan 2015, 17:39
von Christoph
Hallo,
ich hatte vor einiger Zeit ein Problem mit einem Motor, der Öl aus Fußdichtung, Kopfdichtung, Luftfilter usw. rausgedrückt hatte. Erstmal kam der Ersatzmotor rein, da keine Zeit für Rumschnüffelei war.
Jetzt kam der Original-Zylinderkopf auseinander. Und siehe da :
Kipphebel.JPG
der Vorbesitzer hat es gut gemeint und die Kipphebel auf Bronze(?)-Gleitlager umgebaut.
Für den Ölablauf hat er die Kipphebelwellen leicht angeschliffen - hat aber absolut nicht funktioniert.
Die Ablaufbohrung an der Oberseite der Kipphebel hat er auch nicht nachgebohrt,
aber ich vermute, dass würde es auch nicht bringen.
Die Ölpumpe macht solchen Druck, dass das Öl sich eben alternative Wege sucht.
Aus meiner Sicht hätte in den Gleitlagern eine
gewendelte Nut oder Öltaschen eingebracht sein müssen, aber das übersteigt völlig
meine Fertigkeiten und Möglichkeiten.
Hat jemand eine Idee, die Hebel zu retten ?
Gruß
Christoph

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 25. Jan 2015, 17:58
von Roadrunner
Wenn die Lagerung noch ok ist , könnte ein Dreher Schmiernuten einbringen , die das Öl besser verteilen .

Ralf

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 25. Jan 2015, 19:37
von Raketensofa
Bei Dietel gibt es Gleitlagerbuchsen, zumindest für die Sport.
Gruß Micha

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 25. Jan 2015, 20:59
von clairenc
Hallo Christoph,
Um in den Buchsen eine Drallnut reinzudrehen , müsssten die Buchsen raus.
Man kann so die Kipphebel nicht im Dreibackenfutter spannen.
Außerdem benötig man einen recht dünnen langen Drehmeißel.
Am besten, man dreht im Bereich der Bohrung des Kipphebels eine Ringnut.
Wenn man dann noch die fehlende Bohrung setzt , müsste es klappen.
Alternativ könnte man die Bolzen mit einer Drallnut versehen.
Geht aber nur durch schleifen, die Dinger sind sauhart.
Kannst sie mir ja mal rumbringen, ich werde sehen was sich machen lässt.
Gruß clairenc

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 25. Jan 2015, 21:52
von Christoph
Ok Hilmar,
danke für das Angebot - ist gebongt.
Einstweilen lege ich sie beiseite und setze andere ein - aber es wäre ja schade
um die ansonsten guten und unverbrauchten Teile.
Und mal abgesehen von dem Ölproblem macht der Umbau einen spielfreien hochwertigen Eindruck.
Gruß
Christoph

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: Mo 26. Jan 2015, 10:27
von Bausoldat
Christoph hat geschrieben:.....der Vorbesitzer hat es gut gemeint und die Kipphebel auf Bronze(?)-Gleitlager umgebaut.
Für den Ölablauf hat er die Kipphebelwellen leicht angeschliffen - hat aber absolut nicht funktioniert.
Gruß Christoph
Vielleicht hat es doch funktioniert :roll: :lol: Wie du schon beschrieben hast.
Bei meinen Chopper-Zylinderkopf ist das auch so umgebaut und ich fahre damit schon seit 22 Jahren rum und das funktioniert tadellos. Ich habe allerdings eine außenliegende Ölleitung, die Wellen sind hohlgebohrt und die Ablauföffnungen und Drallnuten sind drin! Gerade bei der Touren sind die Kipphebel so breit, dass es wohl ewig spielfrei hält. Bei den kurzen Sportkipphebeln hätte ich da so meine Bedenken.

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: Di 27. Jan 2015, 20:01
von Christoph
@ Bausoldat : die Version mit außenliegender Ölleitung ist bekannt;
hier die werksoriginale Ausstattung der MC-Zylnderköpfe
Kipphebel_MC.JPG
aber wie leicht zu sehen ist, haben die keine Gleitlager,
sondern die normale Lagerung mit Zylinderrollen.

Mit den Gleitlagern ist das schon vorstellbar, aber vor dem Einpressen hätten die Lagerbuchsen
mit Ölnuten bzw. -Taschen und Austrittsbohrungen versehen werden müssen.
Wie Clairenc richtig schreibt, dürfte es jetzt sehr schwierig sein,
die kompletten Kipphebel einzuspannen.
Und beim Auspressen und wieder Einpressen kann man auch nur verlieren.
Der Vorbesitzer war(ist) Software-Programmierer und hats halt gut gemeint ...
aber nicht bis zu Ende gedacht.
Gruß
Christoph

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: Di 27. Jan 2015, 22:50
von Otto
Ich habe die Bronzebüchsen zu DDR Zeiten mal nachträglich mit einem Zahnarztfräser und Halter ähnlich Dremel (nur kleiner) mit Öltaschen und Spiralgörmiger Ölleitnuten versehen danach mit einem Minidreikantschaber entgratet. Sah nicht so schön wie von der Drehbank und Fräsmaschine aus aber es tat seinen Dienst

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: So 19. Apr 2015, 21:03
von hanomag
Hallo,
ich hatte ein ähnliches Problem, bei mir waren auch Gleitlagerbuchsen montiert aber komplett ohne Öltaschen und Schmiernut, dadurch kam es natürlich zum fressen. aber alles noch rechtzeitig bemerkt, also anschließend noch die Ölnut in die Buchsen gefräßt und die Gleitlagerbuchsen nachgeschliffen.
Gemacht wurde der Zylinderkopf von einem bekannten Gewerbetreibenden, Namen darf ich hier ja nicht nennen.
Jetzt meine Frage sollen die Nuten komplett bis nach aussen gefräst werden, oder reicht es knapp vor dem Buchsenende aufzuhören.
Ist der Öldruck dann zu hoch?
Oder fällt der Öldruck zu weit ab wenn die Ölnuten bis zum Ende ausgefräßt sind?
kann der Öldruck überhaupt zu hoch werden, Ölstau im Kipphebel müsste doch bewirken das die Kurbelwelle mehr versorgt wird?
Gruß Marco

Re: Kipphebel mit Gleitlagerung

Verfasst: Mo 20. Apr 2015, 07:40
von ilo92
Hallo, meine Kipphebel wurden auch auf Buchsen umgebaut. Saubere Arbeit auch die Schmiernut ist vorhanden. Beim testen der Ölschmierung viel auf das auf der Einlassseite das Öl aus der oberen Bohrung des Kipphebels austritt. Auf der Auslassseite nicht. Hier tritt das Öl rechts und links an den Feder bzw. Ausgleichsscheiben aus. Die Bohrung im Kipphebel ist frei. Kann das ein Problem werden wenn ja wo liegt der Fehler?

Gruß Steffen ;;;;;;;