Es gibt mehr Bunker als Sonne in Dänemark
Verfasst: Di 24. Sep 2013, 00:50
Vorfreude – schönste Freude! Es stand das größte Ereignis in Deutschlands Norden auf dem Plan, seit Hendrix 1970 auf Fehmarn jammte: Rock am Deich 2013! Und meine Wenigkeit sollte endlich seinen Arsch dahin bekommen und Teil des Ganzen werden. Die Vorabplanungen und Buchungen aller bester Unterkünfte wurde beizeiten erledigt und es ging streßfrei zur ersten Etappe gen Norden. Ok, ein gebrochener Stift eines Fliehkraftgewichtes der Zündung und eine verselbständigte Feder im Abblendschalter pünktlich zur Abfahrt sorgten kurz für Verwirrung, aber sonst war alles im grünen Bereich. Lohme liegt von mir aus gesehen ca. 50km näher als Friedrichskoog. Klarer Fall also und Zwischenstopp auf Rügen beim Bausoldaten eingelegt, welcher mir - wie schon letztes Jahr - dankenswerterweise seine Traumvilla für die Nachtruhe zur Verfügung stellte.
Und wenn man schon mal den heimischen Stammtisch verpasst, bildet man zu zweit eine Zusammenrottung und unterhält einen Außenposten auf Rügen zeitgleich ab. So geschehen mit Awokram in Klein Zicker. Eine wunderschöne Ecke am südöstlichsten Punkt der Insel.
Nach dem ersten Hahnenschrei die Satteltaschen geschnallt und ab gings gen Koog. Unterwegs noch einen T4 mit Wohnanhänger von der Straße gedrängt und zur Rede gestellt, warum und wieso er den ganzen Verkehr aufhält. Nachdem ich mit Trank und Speis zufriedengestellt wurde zog ich den T4 in meinem Windschatten bis zum Festivalgelände hinter mir her. Es war Lutz mit Frau, welcher dieser Tage schon eine Weile im Norden kreuz und quer kreuzte und auch nur ein Ziel kannte: den Deich beben lassen.
Die nächsten 2 Tage waren mit die feinsten dieses Jahres. Gelacht und geschnasselt bis zum Abwinken, sogar AWO sind wir alle gefahren, bei typischen Nordwetter. Vollsten Respekt gebührt Romy und Nick für die Organisation dieses Events. Danke noch mal!
Wenn man eine AWO fährt, liegt das Hauptaugenmerk (in meinen Augen) natürlich darauf, auch damit auf Reisen zu gehen. Und so begann am Sonntag der zweite Teil meiner Reise. Während sich die meisten Gäste nach Hause schleppten zog mich es für die nächsten Tage nach Dänemark. Ganz hoch sollte es gehen, und sogar Schweden war noch geplant. Einzig der Blick zum Himmel ließen Erinnerungen an meine Frühjahrstour wieder hochkommen. Und so kam, was kommen mußte: Sprühregen mit Windböen vom feinsten. Zum zweiten mal war mir das Wetter bei meinen Urlaubsreisen nicht hold dieses Jahr. Ich kämpfte mich zunächst bis Esbjerg, machte einen kurzen Abstecher durchs Hafengelände, bevor es mich dann in die westlichste Ecke des Landes zog. In Vejers den erstbesten Campingplatz gebucht und Zelt aufgebaut. Das kann schon mal spannend werden, wenn man ein neues Zelt erstmals zusammen steckt und einem der Regen den Nacken runter läuft. Weil Wetterbesserung nicht in Sicht war, buchte ich gleich für zwei Nächte und erkundete am Montag die nähere Umgebung. Etwas wunderlich nahm ich die Situation war, daß sich militärisches Übungsgelände und Feriensiedlungen auf dem selben Gelände befinden. Scheinen ja interessante Manöver zu sein in Dänemark und man ist dann wahrlich Zaungast, wenn Panzer praktisch durch den Vorgarten huschen. Ein Besuch in der Bunkeranlage Tirpitz bestätigte meine Erkenntnisse: die Nazis haben einen an der Mütze, aber gewaltig. Wer so viele Bunker in den Sand setzt – und das meine ich doppeldeutig – der hat sie nicht mehr alle. Angesichts das Dänemark im zweiten Weltkrieg strategisch nicht so relevant war, was den Atlantikwall betrifft, wurde hier doch mächtig viel Beton angerührt. Genützt hat es nichts! In Deutschland würde ich vermuten, würden große Anstrengungen unternommen werden, die Bunker vor Besuchern zu sperren. Hier hingegen, wenn nicht gerade militärisches Übungsgelände sind die meisten frei zugänglich. Es handelt sich dabei allerdings meist um Geschützbunker, die (scheinbar einfach) gerade dort hingestellt wurden, wo sich Platz bot. Als am Strand. Tag drei, wieder auf Piste, zeigte fast die gesamten Facetten der dänischen Natur. Dünenlandschaften mit kilometerlangen schnurgeraden Straßen entlang der Westküste bis hoch nach Hanstholm wechselten sich mit waldigen und hügligen Gegenden ab, ähnlich wie ich sie aus meinem heimischen Muldentalkreis kenne. Stichwort Hanstholm: Hier wurde unter anderem der dritte Olsenbande-Film gedreht: „ Die Olsenbande fährt nach Jütland“ Der Bunker, in dem Egon abtaucht steht ganz in der Nähe am Strand von Vigsø. Leider im Wasser und unzugänglich, wenn man trockenen Fußes bleiben will. Und natürlich wieder mit vielen anderen Bunkern, die im Sande liegen, als hätte sie jemand einfach dahin gestreut. Bemerkenswert: auch in Dänemark scheint ab und zu mal die Sonne. Sie wollte mich den Rest des Tages begleiten und mir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Skagerrak schenken. Zuvor machte ich noch einen Abstecher nach Aalborg. Für meinen Geschmack kein schönes Städtchen, aber ein paar illustre Dänen lernte ich im Hafen kennen auf der Suche nach einem Pott Kaffee. Der vermutete Imbiss dort entpuppte sich leider als Schuppen gefüllt mit Feierabendbier für Fischer. Mir wurde dann in einem Mischmasch aus dänisch, englisch und deutsch erklärt, daß ein Stück die Avenue hinunter der Kulturpalast stehe, wo ich zu meinem Kaffee kommen könnte. Leicht irritiert schlenderte ich wieder zur AWO mit der festen Überzeugung, keinen Palast wegen einem Pott Kaffee besuchen zu wollen. Noch ehe ich den Helm aufsetzte wurde ich hinterrücks von einen betagten Dänen bei der Hand genommen und zum Kulturpalast geführt. 30 Meter den Fahrweg lang und am nächsten Abzweig links. Tatsächlich, da stand der Palast, der in Wahrheit eine Gartenkneipe war, wie sie im Buche steht. Ich ließ mir den Kaffee schmecken und schnackte mit einem weiteren alten Dänen über alte Zeiten, der in den Fünfzigern eine Ural sein Eigen nannte. Am Ende unserer Unterhaltung lud er mich für eine Nacht auf seinen Kutter ein. Ich kämpfte mit mir, wollte aber doch noch so viele Kilometer zurücklegen und lehnte dankend ab. Im Nachhinein bereue ich es ein bißchen, da die weiteren Tage wieder im Regen unter gingen und ich mein Hauptziel Kopenhagen eh nicht erreichte. Gegen Abend schlug ich in Skagen auf.
Der nördlichste Punkt Dänemarks war erreicht, nicht vergleichbar mit Berndes Nordkap, aber auch fein. Historisch mal wieder belastet durch Kriegswirren bereits im ersten Weltkrieg. Schon blöd, wenn einem an solchen Ecken immer zuerst solche Dinge einfallen. Weniger bekannt ist wohl (für mich gewesen), daß es hier noch den Kattegat gibt, und dieser die Verbindung zur Ostsee darstellt. Nördlich von Skagen schlage ich wieder mein noch nasses Zelt auf. An der Rezeption noch zwei schweineteure dänische Bier geholt und des nächtens an den Strand geschaut, der gleich hinterm Zeltplatz liegt. Erwähnte ich es schon? Es gab da ein paar Bunker, und weil ich lange keinen mehr gesehen hatte, schaute ich mir diese näher an und machte ein paar schöne Nachtaufnahmen. Wer weiß, wann ich wieder mal einen zu Gesicht bekomme. Leichter Regen zum Frühstück hat auch was, es könnte schließlich stärker regnen. Aarhus war angesagt, und endlich mal ein Städtchen, welches mir auf Anhieb gefiel. Dabei landete ich eher aus Verlegenheit hier, da ich in Ebeltoft die Fähre Richtung Sjælland, und damit nach Kopenhagen verpasste. Ich hätte bis Mittag des nächsten Tages warten müssen und wollte besseres mit meiner Zeit anstellen als im Regen auf ein Boot zu warten. Der Abend in Aarhus war wunderbar, auch weil der Regen eine Pause einlegte. Leider war der Hafen eine Großbaustelle, doch wenn diese eines Tages verschwindet, ist der allemal sehenswert. Eine interessante Mischung aus alter traditioneller Architektur und modernen, teils gewagten Bauten. Und dabei so gestaltet, daß sich beides nicht den Platz wegnimmt. Anschließend gings langsam tuckernd durch die Altstadt, und ich gebe zu, ich hab es genossen, wenn ab und zu mal rechts oder links ein Daumen hoch ging. Am Markt traf ich auf einen Dänen mit seinen zwei Kindern, der mit seinem Dnepr-Gespann gerade die Heimreise antreten wollte. Aus einem kurzem Hallo wurde eine einstündige Unterhaltung über Benzin und haste nicht gesehen. Beide Maschinen waren gut umlagert, und öfter kam die Frage, was das für Maschinen seien bei diesem kleinen spontanen Oldtimertreffen. Wir verabschiedeten uns und gut gelaunt ahnte ich zu dieser Stunde noch nicht, daß dies mein vorerst letzter Abend in Dänemark werden sollte. Ich packte morgens abermals mein Zelt im Regen zusammen, und Stiefel und Handschuhe waren kaum noch trocken zu bekommen. Meine Route führte mich südlich, und es sollte aufgrund des Wetters am Abzweig Richtung Kopenhagen kurz vor Kolding zum spontanen Entschluß kommen, wohin meine Reise gehen sollte. Bei Regen gen Heimat, bei Sonne gen Osten. Ich war nicht wirklich glücklich, als ich am Abend meinen für tot geglaubten Hintern in mein eigenes Bett hiefte. Das eigentlich gemeine an der Sache, hinter Flensburg riss die Wolkendecke auf und es tat sich der schönste blaue Himmel auf, den man sich vorstellen kann. Bei meinem letzten Tankstop bei Niemegk hatte ich einen fetten Sonnenbrand im Gesicht und garantiert auch schon einen kleinen Stich. Nach fast 800km an einem Tag auch kein Wunder. Erst pieselt dir der Regen die Lippen wund, und anschließend brutzelt die Sonne dir die Wangen rot. Das mit dem Wetter war Scheibenkleister wie schon im Frühjahr, und trotzdem behalte ich das positive: die Dänen sind ein nettes Völkchen und wesentlich streßfreier als wir Deutsche. Und die Landschaft ist mit den Alpen nicht zu vergleichen, hat aber auf ihre Art auch seine Reize. Ich war nicht das letzte mal da oben. So long, Steppe!
Die nächsten 2 Tage waren mit die feinsten dieses Jahres. Gelacht und geschnasselt bis zum Abwinken, sogar AWO sind wir alle gefahren, bei typischen Nordwetter. Vollsten Respekt gebührt Romy und Nick für die Organisation dieses Events. Danke noch mal!
Wenn man eine AWO fährt, liegt das Hauptaugenmerk (in meinen Augen) natürlich darauf, auch damit auf Reisen zu gehen. Und so begann am Sonntag der zweite Teil meiner Reise. Während sich die meisten Gäste nach Hause schleppten zog mich es für die nächsten Tage nach Dänemark. Ganz hoch sollte es gehen, und sogar Schweden war noch geplant. Einzig der Blick zum Himmel ließen Erinnerungen an meine Frühjahrstour wieder hochkommen. Und so kam, was kommen mußte: Sprühregen mit Windböen vom feinsten. Zum zweiten mal war mir das Wetter bei meinen Urlaubsreisen nicht hold dieses Jahr. Ich kämpfte mich zunächst bis Esbjerg, machte einen kurzen Abstecher durchs Hafengelände, bevor es mich dann in die westlichste Ecke des Landes zog. In Vejers den erstbesten Campingplatz gebucht und Zelt aufgebaut. Das kann schon mal spannend werden, wenn man ein neues Zelt erstmals zusammen steckt und einem der Regen den Nacken runter läuft. Weil Wetterbesserung nicht in Sicht war, buchte ich gleich für zwei Nächte und erkundete am Montag die nähere Umgebung. Etwas wunderlich nahm ich die Situation war, daß sich militärisches Übungsgelände und Feriensiedlungen auf dem selben Gelände befinden. Scheinen ja interessante Manöver zu sein in Dänemark und man ist dann wahrlich Zaungast, wenn Panzer praktisch durch den Vorgarten huschen. Ein Besuch in der Bunkeranlage Tirpitz bestätigte meine Erkenntnisse: die Nazis haben einen an der Mütze, aber gewaltig. Wer so viele Bunker in den Sand setzt – und das meine ich doppeldeutig – der hat sie nicht mehr alle. Angesichts das Dänemark im zweiten Weltkrieg strategisch nicht so relevant war, was den Atlantikwall betrifft, wurde hier doch mächtig viel Beton angerührt. Genützt hat es nichts! In Deutschland würde ich vermuten, würden große Anstrengungen unternommen werden, die Bunker vor Besuchern zu sperren. Hier hingegen, wenn nicht gerade militärisches Übungsgelände sind die meisten frei zugänglich. Es handelt sich dabei allerdings meist um Geschützbunker, die (scheinbar einfach) gerade dort hingestellt wurden, wo sich Platz bot. Als am Strand. Tag drei, wieder auf Piste, zeigte fast die gesamten Facetten der dänischen Natur. Dünenlandschaften mit kilometerlangen schnurgeraden Straßen entlang der Westküste bis hoch nach Hanstholm wechselten sich mit waldigen und hügligen Gegenden ab, ähnlich wie ich sie aus meinem heimischen Muldentalkreis kenne. Stichwort Hanstholm: Hier wurde unter anderem der dritte Olsenbande-Film gedreht: „ Die Olsenbande fährt nach Jütland“ Der Bunker, in dem Egon abtaucht steht ganz in der Nähe am Strand von Vigsø. Leider im Wasser und unzugänglich, wenn man trockenen Fußes bleiben will. Und natürlich wieder mit vielen anderen Bunkern, die im Sande liegen, als hätte sie jemand einfach dahin gestreut. Bemerkenswert: auch in Dänemark scheint ab und zu mal die Sonne. Sie wollte mich den Rest des Tages begleiten und mir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Skagerrak schenken. Zuvor machte ich noch einen Abstecher nach Aalborg. Für meinen Geschmack kein schönes Städtchen, aber ein paar illustre Dänen lernte ich im Hafen kennen auf der Suche nach einem Pott Kaffee. Der vermutete Imbiss dort entpuppte sich leider als Schuppen gefüllt mit Feierabendbier für Fischer. Mir wurde dann in einem Mischmasch aus dänisch, englisch und deutsch erklärt, daß ein Stück die Avenue hinunter der Kulturpalast stehe, wo ich zu meinem Kaffee kommen könnte. Leicht irritiert schlenderte ich wieder zur AWO mit der festen Überzeugung, keinen Palast wegen einem Pott Kaffee besuchen zu wollen. Noch ehe ich den Helm aufsetzte wurde ich hinterrücks von einen betagten Dänen bei der Hand genommen und zum Kulturpalast geführt. 30 Meter den Fahrweg lang und am nächsten Abzweig links. Tatsächlich, da stand der Palast, der in Wahrheit eine Gartenkneipe war, wie sie im Buche steht. Ich ließ mir den Kaffee schmecken und schnackte mit einem weiteren alten Dänen über alte Zeiten, der in den Fünfzigern eine Ural sein Eigen nannte. Am Ende unserer Unterhaltung lud er mich für eine Nacht auf seinen Kutter ein. Ich kämpfte mit mir, wollte aber doch noch so viele Kilometer zurücklegen und lehnte dankend ab. Im Nachhinein bereue ich es ein bißchen, da die weiteren Tage wieder im Regen unter gingen und ich mein Hauptziel Kopenhagen eh nicht erreichte. Gegen Abend schlug ich in Skagen auf.
Der nördlichste Punkt Dänemarks war erreicht, nicht vergleichbar mit Berndes Nordkap, aber auch fein. Historisch mal wieder belastet durch Kriegswirren bereits im ersten Weltkrieg. Schon blöd, wenn einem an solchen Ecken immer zuerst solche Dinge einfallen. Weniger bekannt ist wohl (für mich gewesen), daß es hier noch den Kattegat gibt, und dieser die Verbindung zur Ostsee darstellt. Nördlich von Skagen schlage ich wieder mein noch nasses Zelt auf. An der Rezeption noch zwei schweineteure dänische Bier geholt und des nächtens an den Strand geschaut, der gleich hinterm Zeltplatz liegt. Erwähnte ich es schon? Es gab da ein paar Bunker, und weil ich lange keinen mehr gesehen hatte, schaute ich mir diese näher an und machte ein paar schöne Nachtaufnahmen. Wer weiß, wann ich wieder mal einen zu Gesicht bekomme. Leichter Regen zum Frühstück hat auch was, es könnte schließlich stärker regnen. Aarhus war angesagt, und endlich mal ein Städtchen, welches mir auf Anhieb gefiel. Dabei landete ich eher aus Verlegenheit hier, da ich in Ebeltoft die Fähre Richtung Sjælland, und damit nach Kopenhagen verpasste. Ich hätte bis Mittag des nächsten Tages warten müssen und wollte besseres mit meiner Zeit anstellen als im Regen auf ein Boot zu warten. Der Abend in Aarhus war wunderbar, auch weil der Regen eine Pause einlegte. Leider war der Hafen eine Großbaustelle, doch wenn diese eines Tages verschwindet, ist der allemal sehenswert. Eine interessante Mischung aus alter traditioneller Architektur und modernen, teils gewagten Bauten. Und dabei so gestaltet, daß sich beides nicht den Platz wegnimmt. Anschließend gings langsam tuckernd durch die Altstadt, und ich gebe zu, ich hab es genossen, wenn ab und zu mal rechts oder links ein Daumen hoch ging. Am Markt traf ich auf einen Dänen mit seinen zwei Kindern, der mit seinem Dnepr-Gespann gerade die Heimreise antreten wollte. Aus einem kurzem Hallo wurde eine einstündige Unterhaltung über Benzin und haste nicht gesehen. Beide Maschinen waren gut umlagert, und öfter kam die Frage, was das für Maschinen seien bei diesem kleinen spontanen Oldtimertreffen. Wir verabschiedeten uns und gut gelaunt ahnte ich zu dieser Stunde noch nicht, daß dies mein vorerst letzter Abend in Dänemark werden sollte. Ich packte morgens abermals mein Zelt im Regen zusammen, und Stiefel und Handschuhe waren kaum noch trocken zu bekommen. Meine Route führte mich südlich, und es sollte aufgrund des Wetters am Abzweig Richtung Kopenhagen kurz vor Kolding zum spontanen Entschluß kommen, wohin meine Reise gehen sollte. Bei Regen gen Heimat, bei Sonne gen Osten. Ich war nicht wirklich glücklich, als ich am Abend meinen für tot geglaubten Hintern in mein eigenes Bett hiefte. Das eigentlich gemeine an der Sache, hinter Flensburg riss die Wolkendecke auf und es tat sich der schönste blaue Himmel auf, den man sich vorstellen kann. Bei meinem letzten Tankstop bei Niemegk hatte ich einen fetten Sonnenbrand im Gesicht und garantiert auch schon einen kleinen Stich. Nach fast 800km an einem Tag auch kein Wunder. Erst pieselt dir der Regen die Lippen wund, und anschließend brutzelt die Sonne dir die Wangen rot. Das mit dem Wetter war Scheibenkleister wie schon im Frühjahr, und trotzdem behalte ich das positive: die Dänen sind ein nettes Völkchen und wesentlich streßfreier als wir Deutsche. Und die Landschaft ist mit den Alpen nicht zu vergleichen, hat aber auf ihre Art auch seine Reize. Ich war nicht das letzte mal da oben. So long, Steppe!




















