Wie jeder zur AWO kam...?

Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst ja doch nicht lebend raus.
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Rudolfs Enkel
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Rudolfs Enkel »

Mir fiel mit ca. 14 Jahren das erste mal ein Motorrad auf was keine Kette hatte. Durch Nachfrage beim Fahrer erfuhr ich das es eine Sport-AWO sei und diese einen Kardan hat. Als er dann los fuhr war ich von den unüblichen Motorklängen sehr angetan. Meine 2. Begegnung mit einer AWO dauerte noch 2 Jahre. Mein Großcousin kam zu Besuch und er führ eine umgebaute Sport-AWO. Voller Begeisterung fragte ich ihn ob ich mal mit fahren dürfe. Er stimmte zu wenn ich sie angetreten bekomme. Der erste Versuch sah grade als S51-Fahrer sehr traurig aus. Mein Cousin belehrte mich, das man hier etwas beherzter und lang durchtreten müsse... und sie sprang an. Die anschließende Probefahrt überzeugte mich. Nun stand fest eine Sport-AWO muß das Moped ersetzen. Die einsetzende Suche 1985 ergab das mann an jeder Ecke eine originale Touren bekommen konnte, aber die begehrte Sport ließ noch ein Jahr auf sich warten. Im August 1986 war es dann so weit. In 20 km Entfernung stand eine Hammerschlagblaue 60iger Sport mit weißem Rahmen zum Verkauf. Für 2000 DDR-Mark wurde ich Besitzer dieser Sport. Der Vorbesitzer füllte den Tank erst bei Abholung mit einem Kanister (er war undicht), es funktionierte kein Licht, beim ersten Bremsen klappte der montierte Endurolenker nach vorn, beim nächsten Halt an der Schranke fiel der Sektkorken aus dem rechten Lenkerende und der Gasgriff plumste runte. Die AWO ist ausgegangen und sprang nicht mehr an. Beim anschieben und draufspringen dachte sich der Vordersitz das er die Flucht ergreifen müsse. AWO lief aber Sitz lag auf der Straße. Naja zu Hause angekommen Sport aufgebockt, natürlich auf einem Huckel damit sie sicher steht und das Vorderrad mitsammt der Gabelunterteile und Koti klappten weg. Mein Vater der mich bei meinem Kauf begleitet hatte sagte nur: "Ich habe dich gewarnt, es ist ein altes Motorrad". Mit ihr war ich übrigens 2017 zum AWO-Treffen in Dannewitz zum Thema Ost-Umbauten. Trotz der Anfangsschwierigkeiten sind in den über 32 Jahren weitere AWO´s dazu gekommen. Der AWO-Virus hat mich 1986 befallen und ich konnte bis jetzt nicht geheilt werden.
So das zu meiner Geschichte. Der nächste darf seiner Erinnerung freien Lauf geben.
Gruß Volker
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Schraubär
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Re: Wie jeder zur AWO kam.

Beitrag von Schraubär »

Also ich Baujahr 75 bin zum ersten mal mit 13 Jahren infiziert worden. Das war die Schwalbe von meinem Cousin. Damit bin ich bei Oma auf dem Hof immer hoch und runter gefahren. Geschraubt wurde auch. Danach folgte mein erster Spatz. Kurz nach der Wende konnte ich dann noch Fahrerlaubnis mit 15 machen und eine S51 N mein eigen nennen. Dann wurde alles mögliche zusammengeschraubt, um damit im Gelände rumzuheizen.
Nachdem ich dann eine Motorrad Fahrerlaubnis hatte, kam für kurze Zeit eine 600 er Ninja. Schnell fahren war aber nicht mein Ding, also habe ich sie wieder weggegeben und eine 250 ES / 2, die ich günstig von einem Kumpel bekommen habe, aufgebaut.
Dann habe ich meine Frau kennengelernt. Die ganze Familie ist Motorrad gefahren. Da habe ich mir eine 650 Yamaha Dragstar gekauft..Aus Platzgründen konnte ich immer nur ein Motorrad haben, deshalb wurde das vorherige verkauft. Die Yamaha blieb dann etliche Jahre mein Begleiter. Nebenbei wurden RT 125/2 und einige Simsons S51 aufgebaut, und bei Zeiten wieder weggegeben.
Dann kamm 2004 das Bedürfnis auf, mal was altes mit 4 Takten zu besitzen. Es wurde bei Ebay eine NSU 251 OSL ersteigert und mit dem Aufbau begonnen.
2005 wurde dann Haus gebaut und Motorrad Aufbau wurde erst mal auf Eis gelegt.
2007 fragte mich mein Schwager, ob ich jemand kenne, der eine AWO kaufen möchte. Sein Arbeitskollege wolle eine verkaufen. Nach kurzer Überlegung viel mir keiner außer mir selbst ein. Also Termin zur Besichtigung gemacht. Es stellte sich heraus, dass es nur ein Teilehaufen mit Beiwagen war. Der Verkäufer wollte 1000€ haben. Ich habe dann alles für 200€ mitgenommen. Ein echtes Schnäppchen, denn dazu gab es einen BK Motor mit allem drum und dran, den ich gleich für 400€ weiter verkauft habe.
Für den Aufbau der AWO habe ich dann die Yamaha verkauft. Nach ca. einem Jahr war sie dann fahrbereit und zugelassen. Etwa 3 Jahre später habe ich dann den Beiwagen restauriert und angebaut.
Danach wurde dann die NSU fertig gestellt. 2017 habe ich sie dann verkauft, da sie kaum gefahren wurde.
Die Kinder sind jetzt schon etwas größer, also kam die Idee ein passendes Motorrad für meine Frau zu beschaffen. Da viel mir mein Cousin ein, der seit einiger Zeit eine Sport AWO besaß, aber eigentlich mehr auf MZ steht. Ich habe ihn gefragt ob er sie nicht abgeben wolle, und so wanderte sie kurz danach in meinen Schuppen. Über den Winter habe ich sie dann neu aufgebaut und sein Sommer 2018 ist sie fertig und zugelassen.
Schade ist, dass meine Frau sich zum Jahresende von mir getrennt hat, aber die AWO,s werden mir dir Treue halten. ( wenigstens etwas :-( )
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OTto_04
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von OTto_04 »

Hallo Leute, ich hatte meine erste Begegnung mit der Marke Simson im Alter von 12. Star hieß er damals, und wurde beim erkunden eines verlassenen Grundstücks entdeckt. ,,Da dort niemand wohnte, kann es auch niemandem gehören’’ dachten wir damals, also mitgenommen das Teil. Gut das man ältere Freunde hatte, die einem das Gefährt wieder fahrbar machten und einem zeigten, wie man damit fährt. Da ich aber als 12 jähriger schlecht mit nem Moped nach Hause kommen konnte, wurde das Gefährt hinter einer Garage (für mich damals ausreichend) versteckt. Am nächsten Tag war sie natürlich nicht mehr da und wurde auch nicht wieder gesehen.
Als ich 15 wurde, besann sich dann meine Mutter auf ihre Jugend und sie holte ihre Schwalbe aus ihrer alten Heimat zu uns. Nach fast 20 Jahren Stillstand, waren es wieder meine älteren Freunde die ihr wieder Leben einhauchten. Mit 16 bekam ich sie dann zum Geburtstag geschenkt um zur Lehre zu kommen. Damals noch unerfahren, was man aus sonem Moped noch rausholen kann, kaufte ich mir eine Honda Rebel mit 125ccm, war der King on de Road und stellte die gute Schwalbe in die Garage, da mir diese zu langsam war.
Mit 18 kam das erste Auto und damit war auch erstmal die Honda wieder Nebensache.
Ich kam in ein Alter, in dem es interessant war auf Teile und Trödelmärkte zu fahren. Nicht weil ich was suchte, sondern weil man sich daran ergötzte was fürn Plunder da so alles verkauft wurde. Immer wieder traf ich auch einen, der eigentlich immer mit leerem Hänger hin und vollem Hänger wieder zurück fuhr. Matze hieß er und hatte eine Sammelleidenschaft nach alten Motorrädern. Er nahm alles mit was auch nur ansatzweise zur AWO, EMW oder BK passte. Auf die frage was er damit wolle, stellte er den Wortlaut in dem Raum, der mich bis heute prägt..,, Haben ist besser als brauchen ,,.
Nachdem ich mal bei Matze in seiner Sammelscheune war, war klar ich will auch so ein altes Motorrad. Also Internet an und suchen. Da ich aber mit meinem Führerschein nur bis 125ccm fahren durfte, kam nur eine MZ RT in frage (sah zu mindestens von weitem schon mal fast aus wie ne AWO). Händler nördlich von Bautzen gefunden und auf ein top Angebot reingefallen. Mitgenommen, aber nie ans laufen bekommen. Naja aus Fehlern lernt man.
Dann kam ein Hauskauf und Umzug ins Nachbardorf und siehe da es gibt noch mehr Sammler als nur Matze. Mit dem Unterschied, hier Fuhren sogar AWO’s.
Man kam mit dem einen oder anderen ins Gespräch und bei einem dieser meist recht flüssigen Gesprächsabende kam auch die Idee, mal ein AWO Treffen zu machen.
Also organisiert und durchgeführt. Kam klasse an und es schrie nach Wiederholung aber diesmal mit gemeinsamer Ausfahrt. Ab diesem Punkt war ich voll auf AWO …… nur woher bekommen mit kein Geld nach Hauskauf.
Es ergab sich ein anderer umstand wieder mobil zu werden. Ein Kumpel, hatte einen Kumpel der eine MZ RT/3 verkaufen will. Mit Papiere, Nummernschild dran und Tüv. Also hingefahren, angeschaut, proberunde gedreht und für 850€ mitgenommen das Teil.
Ich war mobil, zwar ohne AWO aber ich konnte die Ausfahrt mitmachen. Leider hat sie im darauffolgendem Jahr die Ausfahrt nicht überlebt und ist mit Kurbelwellenlagerschaden liegen geblieben. Damit war die Suche nach einer AWO wieder eröffnet und man wurde wieder im Internet fündig. Zu Haufen wurden sie angeboten, meistens Sport (die mir persönlich aber nicht zusagt) und Touren zu total überhöhten Preisen. Da kam mir Matze wieder in den Sinn. Ich also Kontakt aufgenommen und nachgehakt. Keine Chance, er verkauft nicht. Also doch im Netz weiter gesucht. Mittlerweile Vater geworden, kam nur noch eine Touren mit Beiwagen als Komplettangebot in frage. Aber woher das viele Geld dafür zusammenbekommen? Zum Glück bin ich mittlerweile nicht mehr der einzige AWO verrückte bei uns in der Familie und so wurde mir für den Kauf eines Gespanns etwas unter die Arme geholfen.
Dann kam der Tag an dem ich sie im Netz fand. Ich angerufen und sie war noch zu haben. Sie stand allerdings hinter Saarbrücken. Da der Verkäufer allerdings ursprünglich aus Erfurt kommt und auch wieder eine Tour dahin plant, konnte ich ihn davon überzeugen sie mir auf einem keinen Umweg zu bringen. (Grundvoraussetzung war, das nicht mehr verhandelt wird und bei Nichtname des guten Stücks die Anzahlung weg ist.)
Es wurde ein Wochenende vereinbart und es kam anders als gedacht.
Samstag war abgemacht und Donnerstag bin ich mit Blinddarm ins KH. Au backe was nun?
Ich meinen Schrauberkumpel angerufen, der sich bestens mit der Materie AWO auskennt, ob er die Maschine testen und entgegen nehmen kann. ,,klar mach ich, kurier du dich erstmal aus,, war seine Anwort. Und so kam es das mein Kumpel mir meine AWO kaufte.
Als ich dann nach 8 Tagen endlich das KH verlassen durfte, konnte ich sie das erste mal bewundern. Meine erste eigene AWO Touren BJ 59, Nummerngleich und mit Stoye 2 Beiwagen. Meinen Fuhrpark an 2 Rädern aus DDR Zeiten habe ich übrigens ständig mit Material erweitert, denn wie gesagt ,,Haben ist besser als brauchen,,

so der nächste bitte
Jeht nich, Jibts nich! :::::ccc

Haben ist besser als brauchen. :::::k
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Anke
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von Anke »

Ich hatte mich da 1999 beworben. Dann war ich da fast 10 Jahre.... tstsssss...
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feuereisen
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von feuereisen »

1986 das erste motorisierte Zweirad - ein SR 2 in Teilen
- später kam noch ein Star dazu.
In den Jahren muss es auch gewesen sein das ich die Bilder meines Vaters und seiner EMW bzw. meines Onkels mit seiner Sport zu Gesicht bekam. Dann sah und vor allem hörten ich auf der Rücksitzbank unseres Skodas sitzend während einer Urlaubsreise das erste Mal echte AWOs... Ein Konvoi mehrerer Maschinen die ganz und gar nicht so aussahen wie auf den alten Photos - irgendwie nicht so "konform" und standardisiert... Hart und laut wie mein damals sich gerade entwickelnder Musikgeschmack.. und dazu die Typen mit Nietenlederjacken - so etwas brauchte ich auch...

Photos wurden besorgt und einige Chopper als Ideen auf das Papier gebracht...
Anfang 89 wollte es der Zufall das einer meiner Lehrer so eine Zeichnung im Unterricht "beschlagnahmte".... und mir nach Schulschluss seine umgebaute Sport anbot die seit Jahren im Schuppen schlief....

Für 25 Mark wechselte eine blaue Sport mit M Lenker, BMW Tank, Hosketüten, Heckbürzel und vorderem GFK "Rennsportkotflügel" in die Garage meiner Eltern.... Nicht nach meinem damaligen Geschmack aber das lies sich ja ändern.... also erst mal zerlegt und wieder etwas zusammengesteckt - zumindest optisch ...

Dann kam die Wende, eine S 51, eine Honda MTX 80, diverse MZ und der Motorradführeschein. Jetzt wurde es ernst - die blaue fertigstellen hätte gedauert - es musste was fertiges her - so kaufte ich eine zugelassene Sport und 2 in Teilen für 1000 DM - die zugelassene wurde langsam in Richtung Original zurückgebaut und brachte mich im Sommer zum Betrieb...aus einigen der Teile entstand der nächste Chopper. Während den 90 ern in den AWO Überflussjahren kamen dann weitere dazu ... Teile, Rahmen, Räder... der Hänger war oft übervoll und der Virus bekam ungeahnte Ausmaße. Treffen wie in Plau am See, Malchow, Zinzow und Augustusburg wurden mit anderen AWO Freunden aus der Region regelmäßig angefahren und ein AWO Treffen organisiert und etabliert....
Einige Urvölker hatten die Gewohnheit, bei Pandemien ihre Anführer zu opfern, um die Götter zu besänftigen. In so schwierigen Zeiten sollte man wirklich nichts unversucht lassen.
:twisted:
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren

:idea:
Die Grossen hören auf zu herrschen wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
;,;,;,;
Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden. (H.Seehofer)
:idea:
methanol-garage.de
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feuereisen
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von feuereisen »

Doppelpost gelöscht
Zuletzt geändert von feuereisen am Fr 4. Jan 2019, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.
Einige Urvölker hatten die Gewohnheit, bei Pandemien ihre Anführer zu opfern, um die Götter zu besänftigen. In so schwierigen Zeiten sollte man wirklich nichts unversucht lassen.
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Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren

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Die Grossen hören auf zu herrschen wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von steckkruemmer »

Sehr schöne Geschichten, lese alles hier mit sehr viel Interesse. Danke.

Grüße Tobias
"The difference between men and boys is the size of their toys"
C.Shelby
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AWOKCUB
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von AWOKCUB »

Hallo in die Runde. Hier nun meine Geschichte.

Ich bin Bj 69 und hatte wie jedes ostdeutsche Dorfkind zeitig mit Simson zu tun. Meine Mutter war damals Gemeindeschwester und fuhr natürlich mit einer Schwalbe. In der Scheune schlummerte noch aus Ihrer Jugendzeit ein KR 50. Aus heutiger Zeit unverzeihlich habe ich mit meinem Bruder damals dieses Gefährt ausgeschlachtet und den Motor in einen SR eingebaut. Leider ist von diesen Fahrzeugen nichts mehr vorhanden. Zu der Zeit gab es bei uns im Ort keine AWO. Mein Bruder ist 2 Jahre älter als ich. Vor seinem 15. Geburtstag bestellten unsere Eltern zwei S51. Bis zu seinem 15. Geburtstag waren die natürlich nich da. So bekam er dann einen gebrauchten S50. Die Bestellungen wurden dann aber ausgeliefert als ich noch 13 war. Ein Moped wurde sofort wieder verkauft und das andere brachte mein Vater auf dem Dachboden vor mir in Sicherheit. Zu meinem 15. Geburtstag bekam ich es dann. Dieses Fahrzeug habe ich bis heute. 1990 kam noch eine Schwalbe dazu die ich als Dienstfahrzeug auf einer Kolchose zur Verfügung bekam. In den neunzigern kaufte ich mir dann noch eine CB 750 die ich aber auch nur fuhr bis ich Vater wurde und wieder verkaufte.
Den ersten bewussten Kontakt mit AWO bekam ich in meiner Jugend(Disco-)zeit. Kikebusch aus Merzdorf kam da immer mit einem blauen Tourengespann (was er bis heute besitzt) und ich war faziniert vom Klang. Irgendwann hatte mein Bruder dann auch kurzzeitig eine AWO die er aber wieder gegen irgendwas anderes eintauschte. Er war dann aber der erste hier im Ort (100 Einwohner) der sich nach der Jahrtausendwende eine Touren zulegte. Mit der Zeit wurden es aber hier im Ort aber immer mehr. Als dann die Idee kam in Buckow ein AWO-Treffen zu veranstalten stand für mich fest, sowas muß ich auch haben. Also wurde täglich die Bucht beobachtet. Im Frühjahr 2013 wurde ich dann fündig. Eine Touren (angemeldet) stand für 3200 € im Netz. Ich hatte Glück und war der 2. Anrufer. Ich wäre auch sofort losgefahren, aber die Maschine gehörte einem Berliner und stand auf dem Wochendgrundstück in der Nähe von Angermünde.Am Telefon sagte ich zu ungesehen 2800 € zu bezahlen und der Verkäufer war einverstanden. Also wurde ein Termin vereinbart. Einen Tag vor dem Termin war der Verkäufer nicht mehr zu erreichen. Ich schickte ihm eine SMS und er rief mich an. Er sagte mir sein Telefon würde nicht mehr still stehen und ging deshalb nich mehr ran. Für 2800 würde er das Fahrzeug auch nich mehr abgeben sagte er mir. Ich meinte aber lass mich doch erst mal hinkommen und denn sehen wir weiter. Gesagt getan 3200€ eingepackt und hingefahrn. Wirklich nette Leute. Meine Frau bekam Kaffe und Kuchen ich machte eine Probefahrt. Dann ich auch beim Kaffee wurde verhandelt. Letztendlich habe ich die Maschine dann für 2850€ eingeladen. Das war son richtiger Glücksgriff. Das Fahrzeug läuft bis heute pannenfrei. Gestern habe ich das erste mal Kopf und Zylinder demontiert wegen starker Schweißbildung (Dichtungswechsel). 2015 gesellte sich noch für 990€ eine Ostumgebaute Sport dazu, deren Rückbau teurer war als das ganze Fahrzeug. Die stand nur 40 km von mir entfernt, wurde für 1200€ in der Bucht angeboten. 2017 wurde ich wieder in der Bucht fündig. Ein Stoye 2 für 1800, in der Nähe vom Hermsdorfer Kreuz und ich war der erste Anrufer. Am Telefon einig geworden ohne das ich den Preis drücken wollte und Termin vereinbart. Ich bat den Verkäufer die Anzeige zu löschen was er auch tat. Am 17.02. (Mutters Geburtstag)losgefahren. Als ich dort ankam wurde ich von einem älteren Herrn empfangen der mir sagte der Verkäufer ist noch nicht da (ich war auch zu früh). Es stellte sich heraus das der Herr der Vater des Verkäufers war. Er bat mich herein und zeigte mir schon mal das Objekt meiner Begierde. Dann zeigte er mir noch zwei top restaurierte Motorräder (Sport und Touren). Er erzählte mir das er selbst früher mit der Touren mit dem Beiwagen gefahren ist. Auf dem Boden muß aber nun Platz geschaffen werden weil die jungen Leute ausbauen wollen. Sonst hätten die bestimmt auch gar nicht verkauft. Als der Sohn dann kam haben wir dann den Beiwagen eingeladen. Boot und Rahmen waren auseinander geschraubt aber komplett in recht brauchbaren Zustand. Ich habe nur alle Eisenteile neu gelackt und das Rad total überholt. Mit dem Gespann fahre ich auch am liebsten und meine Frau fühlt sich im Beiwagen auch wohler als hinten drauf.
Das war meine Geschichte. Nu is der Nächste dran.
Gruß U.D.O.
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von frankbarby »

Na, dann ich jetzt auch mal:

Seit meinem Baujahr 1964 bin mit dem Berliner Roller meines Vaters aufgewachsen, gleich ganz früh im Kindersitz und später auf dem Soziussitz. Ein Auto hatten meine Eltern nie, so das alle Wege mit dem Roller erledigt wurden. So mit 13 oder 14 dann zum ersten Mal selbst gefahren, ohne dass Vater es wusste... Bis eines Tages der ABV vor der Tür stand und sagte: "Gerhard, Dein Sohn ist schon wieder schwarz gefahren, da musst Du mal was tun!". Gab aber keinen großen Ärger, nur den Hinweis etwas vorsichtiger zu sein. Mit 15 bin ich dann erstmals mit der AWO von einem Kumpel gefahren und das war schon toll. Leider für das offizielle Fahren mit 18 Jahren noch zu weit weg... So hat dann mein Vater mit mir eine alte 150er ES aus der LPG aufgebaut und mit 16 Jahren ging es dann los. Mit 18 dann zur ETZ 250 gewechselt und die mit 24 Jahren dann (welche Schmach..) gegen eine Schwalbe getauscht, damit meine Frau (ohne Motorradführerschein) auch mobil war.

Dann Wende - Auto - Pause. Als meine Tochter dann 2006 den Motorradführerschein machen wollte, war das Feuer wieder entfacht. Ich erinnerte mich an die AWO meines Kumpels und schlug 2008 wieder zu. Eine gut laufenden Touren mit Baujahr 1960 und dann dazu ein Stoye SML. So nahm das Unheil seinen Lauf ... Heute steht noch eine Sport mit Superelastik im Stall, meine Tochter fährt natürlich auch AWO und meine Frau wieder S50. Da Schwiegersohn auch Motorrad fährt kann der Familienausflug somit mit zwei AWO-Gespannen stattfinden.
Jetzt fehlen mir nur noch Enkel ...

Gruß Frank ;;;;;;;
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Ich möchte friedlich im Schlaf sterben so wie mein Opa, nicht schreiend und heulend wie sein Beifahrer.
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ilo
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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Beitrag von ilo »

Hallo Freunde,
ich kam das erste Mal mit der Sportawo bei meinem Praktikum in der Versuchsabteilung von Simson Suhl in Verbindung.
Das muss so um 1959 - 60 gewesen sein. Nach Abschluss des Studiums 1962 konnte ich mir dann endlich mit Hilfe eines Verwandtenkredits eine Machine Baujahr 1960 gebraucht für 2380 Mark der DDR kaufen. Die fuhr ich erst solo, später mit Seitenwagen und Familie.Bild
Für mehr Leistung fiel mir dann ein 350 ccm Motor in die Hände. Inzwischen waren die Kinder größer geworden und wollten nicht mehr im Seitenwagen mit fahren. Dann wurde ein Skoda "Oktavia" Baujahr 1963 bis zur Wende die Familienkutsche. Die AWO wurde zerlegt in der Garage abgelegt mit dem festen Vorsatz, sie wieder aufzubauen. Der Skoda brauchte aber meine ganze Freizeitkapazität, um immer einsatzbereit zu sein. Nach der Wende bestimmte der Kampf ums berufliche Überleben das Leben. Erst nach Renteneintritt und Umzug in meine jetzige Heimat konnte ich sie dann wieder komplett aufbauen.
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