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Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 11:38
von mopedprinz
Sieht eigentlich gut aus.... Hatte schon mal 2 Wellen, wo die Schwungmasse nicht korrekt auf dem Konus saß und dies letztendlich zum Bruch des Hubzapfens führte.
Materialermüdung würde ich aber ausschließen, da bei einer ordentlich regenerierten Welle der Hubzapfen eh neu angefertigt wird. Denke es wurde das falsche Matrial verwendet oder zu tief gehärtet.
Eine gewisse Elastizität sollte das Matrial schon haben, da so eine KW ja auch federt.
Original wurde früher 16 MN verwendet. Besseres gibt es heute aber jeden Fall auch....
Kannst auch gern mal anrufen, falls Du noch Fragen hast....

Gruß Renè

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 12:25
von inge
Also diese Brüche des Hubzapfens hat es schon zu DDR Zeiten gegeben und das ohne MZB. Worüber ich mir auch Gedanken mache sind die verschiedenen Kolbengewichte die heute, und zu DDR Zeiten auch schon, gefahren werden.
z.B. unterscheidet sich ein original Nullmaßkolben (68,00 mm) zu einem 70,00mm Übermaßkolben schon beträchlich was sich sicher auch im Wuchverhältnis deutlich auswirken wird.
Da ich aber nicht der Motorenberechner bin kann ich da nur mutmaßen aber vielleicht kann ja mal jemand etwas dazu sagen.
Meine konkrete Frage wäre: Was für Auswirkungen hat ein verkorkstes Wuchtverhältnis auf den Kurbeltrieb insbesondere den Hubzapfen.
:?: :?: :?: :idea:

Gruß Inge

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 12:54
von mopedprinz
Hier noch mal was Grundsätzliches.
Das Problem ist doch folgendes : Die Kurbelwelle rotiert,der Kolben oszilliert, das Pleuel führt eine noch komplexere Bewegung durch.Eine Auswuchtung der hin und hergehenden Massen durch eine Rotation ist nicht möglich. Eine Wuchtung der Kurbelwelle bei einem Einzylinder ist deswegen immer ein (sehr schlechter) Kompromiß.Ganz grob kann man davon ausgehen,daß etwa 55-65 % der Kolben und Pleuelmasse auf der Kurbelwelle gegengewuchtet sind. Also würde ich alten Kolben+Pleuel wiegen und mit den neuen Teilen vergleichen und 60 % der Massendifferenz an der Kurbelwelle gegenwuchten. Das genaue Maß der Wuchtung läßt sich anhand der alten Teile auch berechnen, aber hilft wohl nicht viel, da bei gleichem Pleuel nur der Kolben schwerer geworden ist, welcher zu einem anderen Faktor in die Wuchtung eingeht als das Pleuel.
Ganz Vibrationsfrei wird man einen 1 Zylinder ohne entsprechende Ausgleichswellen eh nie bekommen.
Vibrationen drehten meist in Intervallen auf. Es gibt Vertikale und Horizontale.
Bei stehenden Einzylindern wuchtet man meist zwischen 55-65% aus, da man sie damit etwas mehr in den Horizontalen Bereich verschiebt, was im Fahrbetrieb weniger spürbar ist.
Bei liegenden Einzylindern bleibt man meist unter 50%.
Durch ein anderes Kolbengewicht, ändert sich dann logischerweise auch das Wuchtverhältnis und die Vibration können in andern Drehzahlbereichen auftreten oder sich gar in den Vertikalen Bereich verschieben.
Soviel erstmal zur Theorie.
Die Belastung für den Hubzapfen, sollte nicht wesentlich steigen, wenn eine Welle mal nicht perfekt gewuchtet ist.
Jedoch sind die Hauptlager einer größeren Belastung ausgesetzt. Rahmen und Anbauteile sowieso.
Eine zu große Verdichtung hat jedoch schon so manchen Hubzapfen zum bersten gebracht. Meist aber nur im Rennbetrieb...
Wenn jemand mal Hilfe beim Auswuchten seiner Welle benötigt, kann er sich bei mir melden.

Gruß Renè
.

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 13:02
von braendel
Na das ist doch mal ne Ansage ! Perfekt dargelegt ! ;;::;;::

Gruß - Willi

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 16:55
von stöffchen
Hallo,

Brüche an dieser Stelle des Hubzapfens treten immer wieder auf, so hatte es vor einigen Jahren auch eine Originalwelle in unserer Gruppe erwischt. Der betreffende Motor befand sich dabei noch im Originalzustand und war technisch prima in Schuß. Das Auftreten von Brüchen hängt auch mit der Konstruktion des Hubzapfens zusammen. Absätze in dynamisch beanspruchten Bauteilen sind im Hinblick auf Bruchgefahr immer kritisch und sollten deshalb gut ausgerundet werden und kerbfrei sein.

Wenn ich mir die Fotos so ansehe liegt auch der Verdacht nahe, daß eine gut gebrauchte Pleuellagerung eingebaut wurde. Zumindest deutet der verwendete Bronzekäfig darauf hin...........

Viele Grüße!
Stefan

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 17:25
von Edeltuning
Wie Roy so schön sagte :"Die KW habe ich in einer Kurbelwellenschleiferei machen lassen, weil ich das selber nicht kann, und da gehe ich davon aus, das alles dort so gemacht wird, daß ich die Welle nur noch einbauen muß."
Das ist leider eine falsche Hoffnung und da denken viele so. :o
Denn zum Auswuchten der KW ist das Kolbengewicht maßgebend,dieses ist aber dem KW-Reparateur nicht bekannt und vom Ausrichten des Pleuels haben die wenigsten was gehört. :shock:
Ebenso ist ohne Anpassung der Pleuelbuchse an den Kolbenbolzen,kein richtiges Laufspiel vorhanden.

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 21:40
von Adchen
Hallo die Hubzapfen wurden früher und heute aus 16mncr5 oder aus 20mncr5 gefertigt.Es ist heute auch noch so das der alte Hubzapfen überschliffen wird, das Pleul wird ausgeschliffen und nur neue Übermaßnadeln verwendet,und dann mit alten messingkäfig wieder zusammengepeßt und fertig ist eine überholte Welle mit wenig aufwand für einen stolzen Preis und da kann es vorkommen das mal was zerbricht.Der größen fehler ist wenn man aus zwei Wellen eine macht weil zum Beispiel bei einer der vordere konus und bei der anderen der hintere konus breit ist.Denn die Wellen werden immer paarweise gebohrt .Es entstehen fertigungstolleranzen im 100tel bis in 10tel bereich von mitte welle bis mitte Hubzapfenloch,und wenn man aus zwei wellen eine macht bricht zu 90% der Hubzapfen. Also immer die Wangen kennzeichnen dann seit ihr immer auf der sicheren seite. Gruß Adchen

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: Di 24. Aug 2010, 10:25
von ponti
Moin Roy,
was Adchen und einige andere hier beschrieben haben kenne ich auch das ist natürlich Spekulativ. Die Hochwertigen Kurbelwellenhubzapfen wurden Sauber wieder Plan bearbeitet und das Größere Käfige mit neuen Walzen eingesetzt werden.
Man verstehe darunter dass ein Materialmangel besteht oder bei Hochwertigen mehr Zylinder Kurbelwellen alles wieder aufgearbeitet wird.
Ich selber bin der Meinung Neu Hergestellte Kurbelwellenhubzapfen sind nicht den Materialschwingungen im Mikro Bereich ausgesetzt gewesen, durch ständiges erwärmen des laufenden Motors Druck und die Umdrehungen als wie ein aufgearbeiteter Kurbelwellenhubzapfen.
Wie schon Richtig beschrieben von Adchen und hier in der Runde nennt man so etwas verständlicherweise Materialermüdung die zum Bruch geführt haben.
Ob es möglich ist vom Kurbelwellen Regenerierer zu erfahren was wirklich ausgetauscht wurde und bearbeitet worden ist, wahrscheinlich eine Korrekte ehrliche Aussage zu bekommen schwierig wird.
Die Ausrichtung des Pleuels bei falscher Lage kann eine Rolle mitspielen, man müsste die Bruch stelle des Kurbelwellenhubzapfen mit einen Mikroskop untersuchen ob es eine alte Anbruchstelle gibt dann weis man ob es sich um ein aufgearbeitetes Teil handelt.
Alles andere wie vom Minol Pirol beschrieben könnten auch andere Faktoren eine Rolle mitspielen die zum Bruch beigetragen haben.
Es stimmt ein immer traurig wenn man so etwas hört oder sieht das ein Motor der nicht lange gelaufen ist mit der teuren Power Lichtmaschine zerstört wurde. ;;;;
Viel Erfolg bei der Reparatur und nicht aufgeben wir leiden mit Dir
Grüße aus Hamburg

Re: Freitag der 13. - Kurbelwellensterben

Verfasst: So 19. Sep 2010, 18:15
von larry
...härtefehler sind oft die ursache für derartige schäden, leider kann man nur direkt in der härterei sowas überprüfen, im nachgang ist das schwierig.
ich hatte ähnliches mal am kolbenbolzen....das ganze sah auch nicht wirklich gut aus...

larry