Apropos "Wille war da".
Ganz zum Abschluß geb ich noch einen zum Besten...
Ich bin mal wieder spontan los. Sportgespann!
Ziel Nowy Tomysl. Tomasz hat mir wieder neue Armeetaschen besorgt. Einen Beiwagen voll, um genau zu sein. Also los. Hinter mir zieht es sich zu und wird den restlichen Tag regnen. Ich dagegen fahr in schönes Wetter. 250 km eine Strecke. Mindestens 50 davon offroad. Geil. Solche Flecken Erde findet man in D nicht, vor allem nicht legal. Sand, tiefe Pfützen, Schlamm, 1/2m tiefe Trekkerspuren, feuchter Waldboden, kein Mensch weit und breit. Wir buddeln uns durch und sehen zünftig aus, als wir verspätet bei Tomasz ankommen. Kirschradler, türkischer Kaffee, Kopernikuspfefferkuchen mit weißem Überzug und Toffees werden am improvisierten Palettentisch lachend und erzählend vertilgt. Zu lange hat man sich nicht gesehen und gehört. Ich soll dort schlafen, habe aber im Sinn, dass ich vielleicht noch eine lauwarme Fischsemmel, einen Schnaps oder irgendeinen anderen Rest des legendären Buckowtreffens ( ein [zu] flüchtiger Blick auf den Navigator zeigt 110 km bis Buckow an, schaffbar auch im Dunklen) ergattere. Zumindest ein Pokal für die bekloppteste Anreise ever müsste drin sein! Hätte ich mal lieber...
Aber wir wollen ja Konjunktive streichen...
Ein herzlicher Abschied und ich knattere ( das Gespann läuft wie ein Bienchen

) in die Dunkelheit die, wie sich herausstellt, nicht vom Abend kommt, sondern von der riesigen Gewitterwand. Jacke zu, Musik lauter und Metal - lastiger, wasserdichte Unterhose festgeschnallt. Die ersten km sind ok, die Gewitterkulisse gen Westen Oskarreif

. Herrlich. Ich zieh mit dem groben Profil eine Fontäne hinter mir her. Fetzt. Nach einer halben Stunde Fahrt das Hinweisschild Küstrin 94 km. Häää? Halt unter einem

- Dach. Das Telefon will mich foppen. Doch es bleibt dabei. Ich hab einfach falsch eingetippt. 90% der Fehler sitzen hinter dem Bildschirm

.
Ok. Dann doch knapp 200 insgesamt. Los. Der Regen auch. Manchmal so dolle, dass man die Tropfen durch die Jacke merkt. Bäm! Aber, Rukka rulez, ich stecke nicht nur sicher und trocken sondern auch warm.
In Kostrzyn (Küstrin, Grenzstadt an der Oder) nochmal günstig getankt. In Kreisverkehren johlen und winken mir Jugendliche hinterher. Ham die nix besseres zu tun, als sich nachts im Regen von übermüdeten Gespannfahrern umnieten zu lassen?
Kaum in D sind auch in größeren Siedlungen nicht nur die Bürgersteige, sondern auch die Häuser gleich mit hochgeklappt. Irgendwann finde ich Buckow und tucker gen Ortskern um zu horchen, wo Musik und 4 Takt in der Luft liegt.
Wieder Häää! Helene Fischer? Das wird doch wohl nicht das Treffen sein, zu dem ich unter Entbehrungen "geschwommen" bin. Es ist das Feuerwehrvergnügen. Ein Pärchen spricht mich an. Ich frage nach. Awotreffen? Der Herr schüttelt den Kopf. Das wüsste ich!
Die Dame bringt die Sache auf den Punkt. "Weißt du, dass es allein in Brandenburg 8 Buckow's gibt?
....
Ein Mädel, das die angeschickerten Branntmeister heim fährt, hält an. 0 Empfang hier. Ich kann nicht mal im Awoforum gucken, welches das richtige Buckow ist. Sie hat Empfang!... Und richtet mir einen Hotspot ein. Nachts halb 1. Ein fremder nasser Pudel. Buckower Frauen sind tough.

.
Naja, also das richtige Buckow ist knapp 100km entfernt...
An der Stelle muß ich immer lachen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Sie meint, dass es da einen Wanderparkplatz gäbe. Da stehen auch Pavillons. Tusen Takk!

430km auf der Uhr seit Mittag. Ich bin k.o. und nehme das Angebot an. Ziehharmonika-isomatte und Schlafsack sind schnell in Stellung gebracht. 1 Uhr. Der Schlaf KOMMT!
Am nächsten Morgen dann halt die Heimfahrt. Halb trocken, der Rest durch Bindfäden

.
Das richtige Buckow hätte mich nochmal 50 km Umweg gekostet. Außerdem hätte ich wahrscheinlich den Pokal für die späteste Anreise ( Sonntag nachmittag) eingeheimst.
Vielleicht nächstes Jahr...
So....
