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Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 12:51
von benno
wgg1960 hat geschrieben: Mo 31. Dez 2018, 12:11 Wohl eher ein reingeprügelter Ersatz für die NICHTÖFFNEN Schraube.

Richtig ! Wobei ich mir das Wort reingeprügelt doch stark verbieten möchte. Ich habe damals in der Not auf dem Randstreifen ein 5 Mark Stück, der einzigste Gegenstand der zur Hand schien, solange mit dem Bordwerzeug gedängelt bis sich der Durchmesser durch die Wölbung auf das erforderliche Maß verringert hat, damit es mit dem letzten finalem Schlag sich im Bund des Motorgehäuses verklemmt hat. Raus hätte ich es dann auch nicht mehr bekommen.
Es hat gehalten bis wir wieder nach gut 1000km in Dresden ankamen. Zum Glück hatte sich vorher der Ölpumpenantrieb nicht nach oben rausgeschraubt. Die gute Jeans war allerdings etwas ölfeucht, dafür aber schön warm am Bein.

Gruße benno

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 13:13
von Deleted User 141
Sorry Leute, was hat DAS mit dem - durchaus interessanten -
o.g. Thema zu tun ???


Nu auch noch zum Jahresende eine Aufreger ;;;; :::::n

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 14:11
von opeldiplomat15
:::::cb Hi Awo Gemeinde, 1953 Stand für meinen Opa fest sich eine Touren Awo zu kaufen. Um das nötige Kleingeld zu beschaffen wurden Kurzerhand etliche Schweine verkauft. Nachdem sie 10Jahre treue Dienste geleistet hatte wurde sie in der Garage eingemottet.Da sich die Gelegenheit ergab einen Pkw zu erweben. Mit den Jahren verschwanden bzw gingen einige Teile kaputt oder vielen der natürlichen Erosion zum Opfer. Zum blieb meine Opa standhaft und hatte allen vermeintlichen Kaufinteressenten eine Absage erteilt. Vor 8Jahren hatte mein Bruder die glorreiche Idee sie mal "schnell" zum laufen zu bringen und auf die Kacke zu hauen bei seinen Kumpels.Bis dato hatte ich aber immer noch kein Interesse an der Maschine. Nachdem sie nun lieblos auseinander gepflückt in der Garage vor sich vegetierte und mein Opa nun doch endlich mal ein fertiges Ergebniss von meinem Bruder erwartete schaltete ich mich dann 3 Jahre später ein :mrgreen: ! Nach vielen Auseinandersetzungen mit meinem Bruder hatte ich mir das Häufchen Elend is Auto geladen und mit Hilfe eines Bekannten der Aufgabe gestellt sie wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.Interessanterweise und natürlich mit viel Glück konnten alle Originalen Teile die in den 50Jahren stillstand verschwunden waren wieder aufgetrieben werden.Sie waren bei Nachbarn und Bekannten gewesen die irgendwelche Eigenbau Traktoren und so weiter hatten. Dieses mal gab ich meinem Opa das Versprechen das er noch einmal vor seinem Ableben die Maschine noch einmal sehen und hören kann.Traurigerweise starb er 4 Tage bevor sie ihren ersten Ton von sich gab.Dann Stand die Frage im Raum was mit der fertigen Maschine passieren sollte.Durch alle Erben ein Motorad teilen ist leider nicht möglich und ein Verkauf stand für die meisten nicht zur Debatte.Also ab damit als Dauerleihgabe an ein Technik Museum.Kurz bevor alles in Sack und Tüten war , hab ich mir die Maschine noch mal geschnappt und habe eine kleine Spritztour gemacht und an diesem Tag hatte mich das Awo Fieber gepackt und hab dann alle aus der Familie so lange weich gekaut bis ich sie dann endlich mein Eigen nennen könnte ;;;;;;; unter der Bedingung sie nie zu verkaufen. Was mir nicht schwer fällt diese Bedingung zu erfüllen :D . In einigen Jahren Ist dann auch die nächste Generation von Awo Piloten bereit um sie in Bewegung zu halten.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 20:43
von boerdy61
Ich, Baujahr 1961, hatte als Kind wahrhaft engen Körperkontakt zur Touren-AWO mit Seitenwagen. Mein Vater fuhr eine, Baujahr 1956, gekauft, als ich ca. 3 Jahre alt war. Vater war Heimatvertriebener aus Pommern, seine Familie floh nach Meck-Pomm. Ihn selbst verschlug es später wegen Muttern nach Aschersleben. Aber es war selbstverständlich, dass regelmäßig die Familie besucht wurde. So fuhren wir zu dritte, als mein Bruder später da war, zu viert, mit dem Gespann gen Norden, immer so um die 350 km. Später tauschte mein Vater das Gespann gegen ein MZ ES-Gespann mit Superelastik-Seitenwagen, dann kam ein 600er Trabi, später ein 1200er Shiguli.
Ich selbst begann meine „Zweiradkarriere“ 1976 mit nem Star, stieg dann auf S50 um und ging dann zur Armee. 4-Takter faszinierten mich schon immer, da ich aber immer zur Fraktion der Putzer und Polierer, nicht aber der Schrauber gehörte, blieb es beim Zweitakter. Ich stieg 1984 von S50 auf Trabi um.
Viele Jahre später, mein Sohn war inzwischen 12, kam er mit einer Schubkarre voll Star an und weckte in mir das fast schon erloschen erschienene Zweiradfieber. Ich schraubte an SR2, Schwalbe, S50 & Co. Und irgendwann, ich glaube 2007 wars, las ich ein Inserat über eine 61er Sport. Es fehlten die Filetstücke, aber das Teil war nummerngleich mit DDR-Brief und für 700 € konnte man eigentlich nix falsch machen. So richtig glücklich wurde ich mit ihr bisher leider nicht, sieht ganz hübsch aus, aber wie gesagt, Putzer statt Schrauber.
Ende 2011 bot sich mir dann die Gelegenheit, für 1200 € einen 52er Teilehaufen zu erwerben. Auch hier fehlten die typischen Filetstücken, aber inzwischen ist sie ganz hübsch restauriert. Und gefahren bin ich mit ihr auch schon 2000 km. Bis dann die hier im Forum auch beschriebenen Probleme mit dem Zylinderkopf auftraten. Aber ich bin dran und auch die Sport soll in diesem Jahr alltagstauglich laufen…
Übrigens, mein Profilbild zeigt meinen Vater auf seiner Touren.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 00:02
von marocco
Bei mir war eigentlich mein Bruder der Auslöser.
Er hatte sich eine 1984 gekauft ,da durfte ich noch keine
250er fahren,außer auf abgesperrten Strecken.
Dann kam das Jahr 86 und dann konnte ich eine Awo von
einen Bekannten meines Bruders für 700 Ostmark abkaufen.Dann kam die WENDE,die Awo wurde in Teilen verscherbelt.Später baute ich eine S51 auf, die meinem Bruder sehr zusagte und mir seine noch vorhandene AWO ebenfalls in Teilen zum Tausch anbot. KEINE FRAGE die Zusage kam sofort.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 10:41
von Eisbär
Bei all diesen Geschichten komme ich zu dem Schluss, dass die AWO, einmal in einer Familie erschienen, tiefe Spuren und Geschehnisse hinterlässt die Jahrzehnte später Menschen dazu bewegt sich das Gefühl vergangener Generationen wieder zu holen.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 10:52
von steckkruemmer
Sehr schönes Avatar - Bild, Boerdy. Mit viel Geschichte dran!
Und ja, Peter, so wird dies wohl in den meisten Fällen gelaufen sein - läßt sich zumindest so an.
Gesundes neues Jahr allen noch mal.
Grüße Tobias

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 13:23
von nortom
Eisbär hat geschrieben: Di 1. Jan 2019, 10:41 Bei all diesen Geschichten komme ich zu dem Schluss, dass die AWO, einmal in einer Familie erschienen, tiefe Spuren und Geschehnisse hinterlässt die Jahrzehnte später Menschen dazu bewegt sich das Gefühl vergangener Generationen wieder zu holen.
Einige von den älteren Kumpels, die in ihrer Jugend mal eine fuhren, haben plötzlich wieder eine angeschafft oder wieder vorgeholt. Bisweilen erinnert man sich wieder an seine eigene Jugend, wenn die Kinder jetzt in dem Alter sind, wie wir damals waren.

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 13:26
von nortom
...allerdings kann ich meine Tochter, die inzwischen auch selbst Motorrad fährt, leider davon nicht begeistern...

Re: Wie jeder zur AWO kam...?

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 15:03
von Kai Hawaii
Ich sah als Kind mal einaltmodisches Motorrad was mich faszinierte. Ich hab mal vorsichtig den Kickstarter getreten und mir mit meinen Physik-Kenntnissen zusammengereimt, dass das wohl so ein Viertaktmotor sein muß. Mein Vater erzählte mir dann, dass er mal so eine Tourem-AWO hatte: in den fünfziger Jahren damit 'zu Tanze' gefahren...von der Autobahn direkt runter auf einen Feldweg und an einem Grenzstein den Krümmer abgerissen...dann halt ohne Krümmer, dafür mit leuchtendem Fuchsschwanz zur Tanzveranstalltung und wieder heim.
Ich bin seit dem bei jedem Viertakt-Motor-Geräusch zur Straße gerannt und hab gestaunt über AWO und EMW. Selber leisten konnte ich mir sowas nie. Es mangelte mir an Geld und den Beziehungen, an eine AWO und an Ersatzteile zu kommen. Mir blieb nur, mich an der Sport meines Schulfreundes zu ergötzen und rumzubasteln. Zweitakter trugen mich treu und zuverlässig durchs Leben.
Nun aber begab es sich, dass ich 2019 einen runden Geburtstag vor Augen habe und mir doch eigendlich selbst mal ein Geschenk machen könnte. Es sollte eine AWO-Sport der letzten Serie mit gummigelagertem Motor mit 15,5PS werden. Zum Glück fiel ich nicht auf eine rumänische Mumie herrein. Es gab eine 'MZ AWO' in Baden-Würrtemberg. Nichts umgebaut oder abgesägt für 1400€. Die war sofort weg und ich nur der zweite Anrufer. Der erste Käufer hat sich aber nicht blicken lassen, so dass ich den Zuschlag bekam und die Gute aus ihrem Verließ zwischen Goldwing, Guzzi und Wasserbüffel befreien und zurück nach Thüringen holen konnte.
Mittlerweile ist mir noch ein DUNA-Beiwagen (1ooo€) zugelaufen, der dann mitfahren will. Mal sehn, ob alles bis zum 3.März fertig wird.
Übrigens: mein damaliger Schulfreund hat seinen Halbhundertsden Geburtstag bereits Anfang Dezember gefeiert. Ratet mal, was ihm seine Frau und Kinder geschenkt haben !

So, der Nächste bitte. (Schönes Thema, ich find auch immer die Preisangaben interessant.)