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Re: Benzin für Awo

Verfasst: Do 28. Mär 2019, 19:32
von Edelherb
Hallo!
Ich hab ebenso keinen Nachweis der für einen Gegenbeweis taugt.
Ich will auch die Diskussion hier nicht unnötig in die Länge ziehen, ich kenne die Öldiskussionen aus anderen Foren, die regelmässig im Chaos enden. Wie hier ja auch schon ansatzweise.

Was ich aber machen werde:
Mein Vater ist KFZ-Meister, trotz seines Alters völlig klar im Kopf, der hat sich seinerzeit eine werksneue AWO gekauft, und ist 3 Jahre und 20000km damit gefahren. Völlig zuverlässig und problemlos, wie er sagte.
Den werde ich morgen mal fragen, wie das damals mit dem Öl beim Einfahren gehandhabt wurde. Und was er so zu berichten hat.

Das werde ich euch noch wissen lassen, wenn es Sinn macht, ansonsten ist ja alles geschrieben.

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 02:24
von psilie
Nun will ich auch mal meinen Senf dazu abgeben.
Natürlich habt ihr alle Recht, das Obenöl im Brennraum keinen Nutzen hat. Aber schaden tuts eben auch nicht
Ich fahr auch mit Obenöl. Und wisst ihr was mir als erstes positiv aufgefallen war? Der Benzinhahn quietscht nicht mehr beim öffnen. :-) Und ein bisschen Schmierung für den Gasschieber ist sicher auch nicht verkehrt.

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 07:31
von Jens425S
Hallo Zusammen,
"Obenöl" war beim Einfahren neuer Motoren, bis in die 30er Jahre ganz normal.
- Obenöl heißt es, weil es Oben über den Brennraum, mit dem Kraftstoff zugeführt wird und insbesondere die Kolbenringe "von Oben" schmieren soll.
- Es gab früher "Obenöl" zu kaufen. Das lag daran, dass die normalen früheren Schmierstoffe, nicht so Hitzefest waren, wie heutige. Seit man aber weiß, wie Zweitaktöle besser werden, weil sie genau dan Spagat überstehen müssen, kann man diese nehmen und es gibt keine ausgewiesenen "Obenöle" mehr.
Viele habe Obenöl früher immer gefaren, also auch wenn der Motor eingefahren war.

Aber was war früher und was ist heute?
Früher - eben bis in die 30er Jahre und teilweise noch bis in die 50er war alles wesentliche Material im Motorenbau (außer "Bedestigungsmaterial" ist nich eindeutig - ich weiß) überwiegend aus Grauguss. Also Kolben, Zylinder, Kopf und Gehäuse. Aluminium Legierenungen kamen erst nach und nach, weil sie erstmal entwickelt, erprobt und massentauglich kostengünstig werden mussten.
Spätestens seit Mitte der 50er (also - aus AWO Sicht heute!) waren Leichtmetalle an den entscheidenden Stellen im Einsatz. Neben geringerem Gewicht, sind auch die Kühlleistungen damit höher.

Weil man nun besser kühlen konnte, zugleich auch die Leistungsfähigkeit der Öle immer besser wurde, die Verarbeitungsqualität (Passmaße) immer besser wurden und man die Verbrennungstemperaturen besser in den Griff bekam, konnte man auf Obenöle zunehmend verzichten.

Ganz vergessen sind sie aber nicht.
Sie machen auch heute noch Sinn, wenn man z.B. einen neuen Motor, unter erheblich erschwerten Bedingungen einfahren muss.
Ob man das dann tut, muss jeder für sich entscheiden. Ich tue es aktuell nicht, obwohl ich einen neuen Motor, unter sehr erschwerten Bedingungen (Gespann und sehr bergiges Gelände) einfahre.

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 10:36
von wernersen
Hallo Leute ,

im Minol Ratgeber vom April 1962 ist ein Artikel "Warum eigentlich Obenschmieröl " abgedruckt.Bei Interesse könnte ich
den hier vlt. einstellen.

Grüsse Helge

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 11:00
von Jens425S
Hallo Helge,
das wäre sicher eine gute Idee, den Artikel vom Minol Ratgeber lesen zu können.

Ich denke, den meisten hier, gehts wie mir, wir haben das alle mal in alten Büchern, z.B. von Carl Hertweck gelesen.
Den Minol Ratgeber kenne ich hingegen nicht.

Im Voraus vielen Dank!

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 12:06
von steppe
wernersen hat geschrieben: Fr 29. Mär 2019, 10:36 Bei Interesse könnte ich
den hier vlt. einstellen.

Grüsse Helge
Tust du nicht. Auch vor Artikel 13 gabs schon Urheberrecht zu beachten.

Gruß Steppe

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 12:38
von Roadrunner
zum Thema Obenöl einfach mal googlen ;-)

FRÜHER , sprich in den Anfangsjahren des Motorenbaus wurden entweder sehr hohe Einbauspiele verwendet mit Inkaufnahme
von etwaigem Leistungsverlust , etwas qualmende Motoren waren normal oder Kolben und Buchse wurden eng gepasst und eingefahren. Das bedeutete , dass die Motoren vorsichtig bis zur Klemmneigung im Fahrbetrieb gebracht wurden um dann den Kolben an den Klemmstellen nachzuarbeiten. Dies immer wieder bis der Motor ohne zu klemmen lief. Obenöl sollte da ein gutes Gefühl geben.
In den 30igern hatte man schon so viel Erfahrungen im Motorenbau und in der Fertigungsgenauigkeit, das bis heute gängige Einbauspiele benutzt wurden . Obenöl war unnötig aber man konnte es verkaufen !Was für Leute , die SICHER GEHEN wollten und gleichzeitig auch Gürtel und Hosenträger benutzten, damit die Hose nicht rutscht ! :)

Ralf

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 14:31
von Edeltuning
"Ja-nein-vielleicht-aber vermutlich" und daran hat sich nie was geändert, in der Kirche ;;;;;;;;; brauch man auch nicht mit Fakten zu kommen. 10-11-13! :::::n

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 15:09
von tano-srb
Oh man - ist das Thema immer noch nicht durch? :D
Hab keine Lust auch noch meinen Senf dazuzugeben, wenn nicht mal klar ist, worin - rein technisch gesehen - der Unterschied zwischen 2- und 4-Takter besteht. :::::tt

Mich erinnert die Sache aber an eine Begebenheit aus den 70iger Jahren, wo allen Ernstes von einem speziellen Mitbürger vorgeschlagen wurde, unter Nutzung eines amerikanischen Patentes, beim Lo 3000 (Robur mit Bezinmotor) gezielt Wasser mit einzuspritzen, um auf diese Weise Kraftstoff zu sparen und mehr Leistung zu generieren. Molekülaustausch nannte sich das glaube ich. Angeblich hätte der Mann das damals auch ausprobiert und "nachgewiese".
Der tatsächliche Nachweis wurde dann durch entsprechend angesetzte Testreihen erbracht. Das Ergebnis war ernüchternd.
Der Motor brauchte mehr Kraftstoff, weil er Energie für die Verdampfung des Wassers brauchte. Damit ging natürlich auch die Leistung runter.
Schon damals dachte ich: Wie :::::n :::::n müssen einige sein?

Re: Benzin für Awo

Verfasst: Fr 29. Mär 2019, 16:04
von mopedprinz
Wer sich mal näher mit den Materialen der Kolbenringe
von damals und heute beschäftigt dem wird auch klar werden, warum Motoren früher kalt im Werk eingeschleppt worden und die Zugabe von oben Schmieröl beim Einfahren empfohlen wurde… Mehr möchte ich dazu nicht sagen....🙄

Gruß Renè