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Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Mi 17. Sep 2014, 11:16
von gkm
Micha hat geschrieben:
Über diese Dioden fallt, wenn Strom hindurchfließt, immer eine Spannung von 0,7V ab. Beim laden fließt der Strom durch die eine, beim Entladen durch die andere Diode. Ist die Ladespannung zu hoch, falllen immer noch die 0,7V über die Diode ab, der Akku wird nicht überladen.
Hallo,
wozu sollte ich mir noch einen zusätzlichen Spannungsabfall in Entladerichtung einbauen?
Besser anstatt zwei antiparallele Dioden an die Batterie lieber eine in Reihe an den Reglerausgang (Kontakt 51 oder B+) setzen. Gleicher Effekt, Ladespannung wird um 0,7 V abgesenkt, aber der Spannungsabfall bei Batteriebetrieb/stehendem Motor entfällt.
Gruß GKM
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 08:24
von Micha
Hi GKM,
vom Prinzip ja, und trotzdem nein ...
ich habe den Stromlaufplan nicht ganz im Kopf, schon gar nicht von den elektronischen Reglern. ( daher korrigiert mich, wenn ich jetzt im Detail falsch liege.)
Die Funktion der Regler müsste man bei Deiner Variante beachten, bei meiner nicht.
Ein mechan. Regler holt sich seine "Führungsgröße" über den Reglerwiderstand ab, dass heißt es wird der Spannungsabfall darüber gemessen.
Dabei wird die Regelgröße, also die Spannung die tatsächlich ins Bordnetz kommt, mit der Sollspannung verglichen und der Regler regelt so lange nach (beim mech. Regler durch "Umschalten" der Beschaltung der Lichtmaschine) bis beides übereinstimmt.
Ein elektronischer Regler macht das vom Prinzip ebenso, nur dass er nicht schaltet sondern kontinuierlich über einen Transistor o.ä. arbeitet.
Wichtig ist jetzt, wo der Regler seine Bezugsgrößen hernimmt, also, ob der Reglerwiderstand im Regler oder außerhalb verbaut ist.
Deine Variante würde die Ausgangsspannung, also die Regelgröße verfälschen, wenn der Abgriff für den Regler erst dahinter liegt. Könnte schief gehen.
Die Innenbeschaltung der verwendeten elektronischen Reglern kenne ich konkret nicht - gibt es ja tausend Varianten. Aber auch da muss das Prinzip der Reglung funktionieren.
In meiner Variante hat man eine Diode mehr, aber die liegen "außerhalb" des Regelkreises und beeinflussen diesen für meine Begriffe nicht.
Die beste Variante hat aber Essifreak geschrieben: einstellbaren elektronischen Regler kaufen und der Kummer sollte ein Ende haben.
Grüße! Micha
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 09:29
von Roadrunner
@ Micha ,
Der Regelwiderstand hat nichts mit "Führungsgröße" zu tun auch beim elektronischen Regler ist Deine Annahme falsch.
Der für die Regelung , sowohl beim mech. als auch beim elektronischen Regler herangezogene Wert ist die vom Generator kommende Spannung. Beim mech. wird durch diese in der Spannungspule in ein , dem Spannungswert proportionales Magnetfeld erzeugt , welches dann zur Regelung benutzt wird. Beim elektronischen Regler wird die Spannung direkt als Bezugsgröße genutzt.
Die zusätzlichen Dioden im Stromkreis sind eigentlich Quatsch , wenngleich der Spannungsabfall natürlich da ist.
Wozu brauche ich den aber ? Die Regler lassen sich hinsichtlich Ihrer Spannung justieren und selbst billige elektronische Regler sollten nicht mehr als 7,4 Volt zulassen. Das verträgt auch ein Gelakku.
Ralf
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 10:19
von Micha
Hi Ralf,
jup, hast natürlich recht, bei den mechanischen wird über den Strom geregelt ...
(ich hänge mal eine Datei mit an, die die Arbeit des mechanischen Reglers wirklich gut beschreibt. Aufgrund der Größe sicher schlecht lesbar. Wer sie höher auflösende möchte mal ne PN schicken.)
Aber Ralf, in Sachen "... verträgt auch ein Gel-Akku" : macht er eben nicht - ist ja das Dumme.
Ich bin leider auch erst nach dem zweiten gerissenen Akku drauf gekommen, dass es kein mechanischer Fehler des Gehäuses ist und habe mal nachgelesen.
Vorher hatte ich (und jetzt auch wieder) einen Säure-Akku mit nicht einstellbaren elektronischem Regler, was tadellos funktionierte.
Den Akku habe ich dann irgendwann in meine zweite Maschine umgesetzt und brauchte dann halt noch einen - und da alle vom Gel-Akku schwärmten (wartungsfrei etc.) habe ich halt den gekauft. reingebaut, alles fein, bis nach einer längeren Tour ein Riss drin war.
Spannung nachgemessen, alles gut, wird es wohl ein Ausschußgehäuse gewesen sein.
Neuen gekauft, gleiches Dilemma, nachgelesen und Aha-Effekt gehabt. Riss geflickt, Dioden rein, alles bestens....
Wie geschrieben - ich würde mir in Zukunft auch nur noch einstellbare elektronische Regler kaufen, aber bei mir funzt es ja zur Zeit ....
Letztendlich meine ich auch nur:
Schimpft nicht per se auf die Akku-Hersteller, wenn die Dinger kaputt sind, meist liegt es an anderen Sachen.
Beste Grüße,
Micha
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 11:53
von gkm
Ihr habt beide irgendwo Recht. Die Diode beeinflusst natürlich nicht den eigentlichen Regelkreis. Diesen Führungsgröße ist die Lichtmaschinenspannung D+. Die Diode liegt außerhalb des Regelkreises und hat mit dem Erregerfeld-Vorwiderstand beim elektromechanischen Regler herzlich wenig zu tun.
Allerdings gibst da eine Eigenheit mit dem Rückstromschalter dieses Reglers. Der Schalter schaltet erst ein wenn D+ größergleich als B+/51 ist. Dort kommt wegen der Diode in sperrrichtung natürlich nix an. Macht aber nix, weil dessen Funktion wird auch von der Diode übernommen. Ist bei den elektronischen auch nicht anders gelöst. Ich könnte die Batterie statt an B+/51 auch über die Diode an D+ anschließen und die 51 unbelegt lassen.
Gruß
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 13:01
von Roadrunner
Hallo Micha ,
wenn Dir die Akkus "wegknallen" hast Du eindeutig eine zu hohe Ladespannung und damit verbunden auch einen zu hohen Ladestrom. Der macht das Akku kaputt. Mit richtig eingestelltem Regler kein Problem ob mech. oder elektronisch = egal.
Ein 6 V Blei-Gelakku verträgt ohne weiteres die normalen 7,4 V . Es gibt aber günstige Akkus , die keine lange Lebensdauer im Fzg . Betrieb haben. Solche habe ich z.B. von Conrad Elektronik bezogen , die Hausmarke . Die haben manchmal keine Tour überstanden. Meist aber "totgeschüttelt". Seit ich Panasonic Akkus benutze , seit Jahren kein Ausfall mehr und ich fahre mit auf 7.4 V eingestelltem mech. Regler.
Gruß Ralf
Ps. Danke für das Bild zur Arbeitsweise eines mech. Reglers , weis ich nun Bescheid

Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 14:01
von Micha
Richtig, ich hatte etwa 7,3 V und schon das war zu hoch!
Gut wenn es bei Dir sogar mit 7,4V klappt, aber es ist
definitiv nicht für geschlossene Gel-Akkus zu empfehlen !!! Mag sein, dass es in Einzelfällen scheinbar geht, liegt dann jedoch nicht am Akku, sondern an Übergangswiderständen etc..
Zitat Conrad Electronic (Ähnliches findet sich bei Varta als pdf )
Hier bezogen auf 12V, muss man also für einen 6V-Akku durch 2 teilen oder durch 6 wenn man es pro Zelle haben will....
http://www.conrad.de/ce/de/content/cms_ ... rts-Conrad
"Im Gegensatz zu NiCd- oder NiMH-Akkus, die mit einem konstanten Strom geladen werden, erfolgt die Ladung von Bleiakkus mit einer konstanten Spannung.
Die Ladespannung
Die Höhe der zulässigen Ladespannung ist vom verwendeten Akku-Typ (Blei-Gel oder Blei-Säure) abhängig. Bei 12 V Bleiakkus setzt im Bereich von 13,8 – 14,4 V (2,3 – 2,4 V/Zelle) eine starke Gasung ein.
Aus diesem Grund darf bei gekapselten Blei-Gel-Akkus die max. Ladespannung (Ladeschluss-Spannung) in der Regel nie oberhalb der Gasungsspannung liegen. Genaue Angaben zur Gasungsspannung sind den technischen Datenblättern des Akkus zu entnehmen.
Bei Blei-Säure-Akkus dagegen ist eine leichte Gasung erwünscht, da die aufsteigenden Blasen ein Absetzen der Säure (Säureschichtung) verhindert.
Der Ladestrom
Der Ladestrom ist vom Ladezustand des Akkus und natürlich von der max. möglichen Stromstärke des Ladegerätes abhängig. Um jedoch den Akku schonend und vollständig zu Laden ist es sinnvoll, neben der Ladespannung auch den Ladestrom zu begrenzen (IU-Ladung).
Die Höhe des Ladestromes sollte ca. 1/10 des Kapazitätswertes betragen. Bei einem 7 Ah Akku entspricht der Ladestrom demzufolge ca. 700 mA. Zu Beginn der Ladung wird die Ladespannung schrittweise hochgeregelt, damit immer ein gleichbleibender Ladestrom fließt (I-Ladung). Nach dem Erreichen der Ladeschluss-Spannung wird die Spannung auf diesem Wert konstant gehalten (U-Ladung). Der Ladestrom wird nun langsam zurück gehen, bis er bei voll geladenem Akku einen minimalen Wert erreicht hat."
Gut auch zu lesen in Wikipedia im Kapitel
http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumu ... everfahren
und weiter unten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumu ... umulatoren
aber hat vielleicht jemand sogar ein Datenblatt von den Blitz-Akkus?
Beste Grüße,
Micha
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 14:09
von Micha
PS: habe noch einen sehr guten Link (PDF) gefunden:
http://www.battcenter.de/downloads/infoblatt.pdf
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Do 18. Sep 2014, 20:07
von yvonnchen
Hab bei meinen beiden AWO's elektromechanische Regler mit ca. 7,2-7,6V je nach Drehzahl auf Gel-Akkus. Bis jetzt auch ohne Probleme, bis auf das sich einer nach 3 Jahren an der Touren totgeschüttelt hat.
Vielleicht liegt es ja an den Übergangwiderständen zur Batterie
Aber ich muß "Micha" recht geben, die Gel Dinger sind empfindlicher gegen Überladen und sollten eigentlich nicht über der Ladeschlußspannung betrieben werden.
Den Ladestrom kann man getrost außer acht lassen, da die Batterien ja nicht leer in den Fahrzeugen aufgeladen werden. Es wird sich für ein paar Sekunden nach Start ein hoher Ladestrom einstellen, der aber nicht schädlich ist.
Anders sieht es aus wenn ein leer gelutschter Akku in der AWO geladen wird und gleich nach dem Start mit entsprechender Dauerdrehzahl lange gefahren wird, dann macht man so ein Ding platt, wobei das dann auch schon bei 7V passieren kann.
Mein Tipp, trotz Gel-Akku mal trotzdem nach langer Standzeit ans geregelte Ladegerät hängen. So mach ich es...
Grüße,
Christian
Re: Licht, Masseproblem ???
Verfasst: Fr 19. Sep 2014, 09:07
von Roadrunner
Überladen , Ihr liegt da schon richtig , aber nicht die Spannung sondern der Strom macht dann das Akku kaputt.
Weil mit steigender Spanung auch der Ladestrom steigt ergibt sich warscheinlich das Problem bei Michas Akkus.
Mann kann zwar für das Akku den Ladestrom begrenzen aber ob das im Fahrzeug Sinn macht ? Hier freut man sich doch über jedes A was der Akkuladung zukommt.
Gesetzt dem Fall man würde die Ladespannung , wie oa. , um 0,7 V reduzieren , würde dennoch bei entladenem Akku ein hoher Ladestrom fließen . Deutlich höher als im Datenblatt angegeben , natürlich aber etwas weniger als ohne Spannungsminderung. Für mich macht das keinen Sinn und meine Erfahrungen damit in 5 Motorrädern sind auch Entsprechend .
Einigen wir uns einfach darauf , es hängt vom Akku ab ob ein Gelakku als Fahrzeugakku einsetzbar ist oder nicht.
Ralf