Wellendichtring vom Kardan wechseln

Getriebe, Hardyscheiben, Kardan, Kreuzgelenk, Kardanwelle
burkhardt
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Betrachtung Kardanantrieb / Winkelgetriebe

Beitrag von burkhardt »

Hallo Leute,

unsere alten Fahrzeuge sind lange nicht mehr werksneu. Viele haben lange uneingemottet gestanden, wurden schlecht gewartet oder gar mißhandelt. So habe ich mir den Kardanantrieb meiner Awo angeschaut und dazu im Forum und Werner gelesen:
suppengrün hat geschrieben: So 24. Mai 2020, 20:20 Pack das Ding in ein Paket und schicke es zu Rene (Mopedprinz) und Du bekommst den ordentlich zurück.
plessloui hat geschrieben: So 2. Jan 2011, 21:55 Den WDR kannste so problemlos wechseln, am besten den neuen mittels des alten einschlagen. Ich würde aber den Kardan komplett überholen. Wer weiß wie er innen aussieht, die Lager, der WDR vom Hals??? Einlaufspuren, Ausbrüche am Ritzel und Tellerrad?
braendel hat geschrieben: Sa 3. Apr 2021, 18:55 Meine Meinung dazu ---> alle Aggregate zerlegen(komplett),Bestandaufnahme, neu
machen was nicht nur nötig ist(Lager,Wellendichtringe,Dichtungen,KW,Kopf überholen,
Vergaser,Magnet,Kupplung,Getriebe,Kardan.Getriebe und Kardan seh ich nicht so
wirklich dramatisch.Aber zumindest reinschauen,um Sicherheit zu haben.
Also nach 50 Jahren Standzeit wäre es mehr als Glück,wenn alles dauerhaft und fehlerfrei
funktioniert.
krachbumm425 hat geschrieben: Di 1. Dez 2009, 21:41 kannst dich auch bei mir melden.
hab einigen hier im forum schon in sachen motor, getriebe und auch neuem kardan weiter geholfen.

gruß uwe
Ich wollte mal zeigen, daß das Reinschauen lohnt. Wenn man sieht, wie in dem soweit funktionierenden Teil Verkrustungen sich abgesetzt haben. Diese sind wie Kohle und haben sich den unteren Teil des Winkelgetriebes (im Bild oben) ausgefüllt:
kohle2.jpg
kohle1.jpg
kohle3.jpg
Der Wechsel des WDR im Hals des Getriebes wird im Forum nicht beschrieben. Gern würde ich diese Dinge mit einem Sachverständigen angehen. Ist da jemand in Ruf- / Hörweite (Halle/ Saale)?
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Beste Grüße
Carsten
burkhardt
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von burkhardt »

Durch Zähneputzen offenbart sich unter der Plaque die Karies:
karies.jpg
Wie kommt die da rein?
Ab welchem Stadium ist Zahnersatz unausweichlich?
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Beste Grüße
Carsten
thomas
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von thomas »

Eine Niete könnte sich mal selbstständig gemacht haben. Ich würde damit nicht mehr fahren. Da hilft nur komplett OP von einem Fachmann, damit es keine Wiederholung gibt.
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feuereisen
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von feuereisen »

Da ist nicht nur ein Niet abhanden gekommen sondern es sind auch alle anderen "zermehrt" Da hat laut den Spuren im Tellerradträger irgendein fachidiotischer Hobbybastler schon mal ein neues Tellerrad "aufgenietet" ohne einen Nietkopfformer bzw. den entsprechenden Gegenhalter verwendet zu haben. Da wurde wohl einfach der Hammer ohne Sinn und Verstand genutzt. Ergo Murx hoch 10 das ganze und bitte alles einmal neu mit den extra dafür geschaffenen Werkzeugen... Die Mitnehmerverzahnung zum Hinterrad sieht übrigens auch schon recht dürftig aus soweit ich das erkennen kann...
Einige Urvölker hatten die Gewohnheit, bei Pandemien ihre Anführer zu opfern, um die Götter zu besänftigen. In so schwierigen Zeiten sollte man wirklich nichts unversucht lassen.
:twisted:
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren

:idea:
Die Grossen hören auf zu herrschen wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
;,;,;,;
Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden. (H.Seehofer)
:idea:
methanol-garage.de
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von Jens425S »

Ach Du Schande!!

100% Zustimmung, zu Feuereisens Feststellung!
Auch ohne selbst AWO Kardan Spezialist zu sein (ich bin nur Flugzeugbauer und Mechaniker). Das geh gar nicht!
Da war der berühmte russische Feldschmied dran, der gar nicht wusste, wie Niete behandelt werden.

Gib das Ding jemanden, der weiß was er tut!
Mehr kann ich dazu nicht sagen. So wie im Bild, ist das Schrott! Einfach Schrott!
Viele Grüße
Jens

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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von mwunko »

Ein wenig mehr Empathie für das Dan Namensgeber unserer AVTOWELO ..
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von Jens425S »

Nein!
Ich habe auch an Flugzeugen, aus diesem Land gearbeitet. Darum Nein, ohne da Thema jetzt weiter vertiefen zu wollen.
Nur noch eins, die auf der anderen Seite, des Großen Teiches, bekommen solche exzellente Qualität auch hin!

Feldschmiede bleibt eben Feldschmiede.
Und wenn man sich lange genug mit dem Müll/Schrott hat herum quälen müssen, bleibt der Eindruck.
Viele Grüße
Jens

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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von Nörminger »

Moin Carsten,

Ja das sieht echt Übel aus!
So ähnlich hat mein Kardan auch ausgesehen..
Hab mich anfangs auch gesträubt das Teil zu zerlegen,
nützt aber nichts..
Vor einer ganzen Weile gab es bei diversen Händlern Tellerrad und Triebling als Nachbau, hab ich bei mir auch verbaut..
Die Teile mussten zwar noch etwas entgratet werden, waren ansonsten aber von der Qualität absolut in Ordnung..
Nur für den Fall das du selbst bei gehen willst..

Gruß, Norman..
Schei*e am Stock is och ne Blume ;;;;;;
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burkhardt
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von burkhardt »

Hallo Leute,

ich freue mich über Euch, daß Ihr mit mir über den Sachverhalt tüftelt.
(euphemistische Umschreibung der invalidierenden Umgebung durch schonungslosen Sachbezug ohne Rücksicht auf meine steigende Depression resultierend aus dem Haufen Schrott) :::::cb

Etwas Vorgeschichte hatte ich vor Wochen bereits geschrieben (ich bin mit meiner Awo nicht der Schnellste):

Bild
Bild

Man sieht, daß Öl ausgetreten war und dem unklug begegnet wurde.

Die Betriebsanleitung schreibt vor:
"Um den Eintritt von Schmieröl in die Hinterradbremse sicher zu vermeiden, ist außerdem noch zusätzlich ein Ölschleuderring auf der Hinterradnabe angebracht, der das Lecköl in einen Fangraum leitet, von wo aus es durch eine kleine Bohrung ins Freie geführt wird, so daß auf keinen Fall eine Beeinträchtigung der Bremswirkung erfolgen kann."

Leider waren die dafür vorgesehenen Kanäle zu, der Simmerring nicht dicht, der Fangraum zerstört.

Weiter schreiben sie: "Ritzel und Tellerrad sind sehr hoch beanspruchte Bauteile des Motorrades. Sie verlangen bei der Fertigung größte Genauigkeit und setzen in der Montage ebenfalls Sorgfalt und genaue Kenntnis der Wirkungsweise voraus.

Von größter Wichtigkeit ist dabei die richtige Einstellung des Tragbildes. Diese erfolgt unter Verwendung von entsprechenden Prüf- und Einstellvorrichtungen. Die AWO-Vertragswerkstätten erhalten vom Herstellerwerk zur einwandfreien Ausführung von Reparaturen, Auswechseln von Ritzeln und Tellerrädern usw. die erforderlichen Anweisungen.

Es wird deshalb unbedingt empfohlen, Arbeiten am Hinterradantrieb nur vom Werk oder von einer anerkannten Vertragswerkstatt ausführen zu lassen."

Das Material hätte länger gehalten, wenn die Ratschläge eingehalten worden wären. Aber selbst ist man nicht frei von Fehlern.

Eine plausible Erklärung (vom bewanderten Bekannten) bezüglich der Karies möchte ich kundtun:
Man hat sicher versucht, mit Fett dem Ölnebel ein Schnippchen zu schlagen. Das würde die Ölkohle, welche minderwertige Schmierstoffe mit sich bringen, erklären. Fett hält die Drücke und Temperaturen nicht stand. Bei Hypoidantrieben Bild entsteht als Folge der Achsversetzung auch eine für Zahnräder unerwünschte Gleitbewegung zusätzlich zur Abwälzbewegung der Zähne. Dies stellt erhöhte Anforderungen an die Materialqualität und erfordert in der Regel Getriebeöl mit speziellen Additiven (Hypoidöle) zur Schmierung. So wählt man Getriebeöl der Leistungsklasse GL-5 der API-Klassifikation.

Wenn jedoch der gewünschte Schmierstoff fehlt, dann steigt die Reibung und in Folge die Temperaturen, weshalb es zum Verkohlen des minderwertigen Stoffs und zu Ausbrüchen im Stahl kommen kann.

Mal sehen, was sich noch ergibt. Gelegentlich meint es das Schicksal mal gut.
Beste Grüße
Carsten
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flar
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Re: Wellendichtring vom Kardan wechseln

Beitrag von flar »

Selbst wenn der Kardan mehr als Handwarm wird, Ölkohle entsteht da sicher nicht. Und so manch einer fährt mit Fliessfett im Kardan. GL5 gab es 1950 auch nicht, und somit keine Materialien die auf GL5 abgestimmt waren.

ralf
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