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Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: So 6. Dez 2009, 17:23
von wroebe
dann macht eure ölpumpen wieder gängig.
selbst die originalen reichen für die tuninggeschichten aus. einfach die flächen planen lassen von der pumpe und wieder zusammen. notfalls nochmal vorher schleifen dann bringen die öl ohne ende.

ist nur ne fleiß geschichte, aber meistens wird ja verbaut was aus der kiste kommt ohne vorher mal zu gucken

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: So 6. Dez 2009, 22:37
von PdmAJ
Nabend

Nu is ja doch noch so einiges zusammengekommen.
Bei der Gemischbildung hab ich da aber noch was. Für die Verwirbelung ist nicht die Rauhigkeit im Einlasskanal entscheidend (eher hinderlich). Die stärkste Verwirbelung des Gemischs geschieht im Zylinder und zwar bei der Komprimierung. Neben der Verdichtung sind u.a. Quetschkannten (bis zu einem bestimmten Maße) dabei enorm wichtig. Davor würde nur eine aussermittige Einlasskanalführung für weitere Verwirbelung sorgen.
Mit der Rauhigkeit im Kanal soll es auf sich haben, dass die kleinen Mikroverwirbelungen an den Kanalwandungen wie ein Bett für den Hauptstrom fungieren und dadurch eine höchst mögliche Geschwindigkeit garantieren, höher als bei polierten Fächen.
Bei Ventilböden wäre die kleinste Fläche ein ebener Boden! Ventile werden nur hohlgedreht um Gewicht zu verringern, vor allem bei ungünstiger Formgebung. Tulpenventile gehören zu ungünstigen Formen, egal welchen Winkel der Einlasskanal hat.
Zur Überschneidung muss ich einwenden, dass bei der AWO die Ventile im OT im statischen Zustand nur ca. 1,2 mm offen stehen. Da strömt nich mehr viel und schon gar nicht mit hohen Geschwindigkeiten. Bei 5000-7000 U/min sorgt eine gewisse Elastizität des Ventiltriebs dafür, dass die "statischen" Steuerzeiten bis zu 20° hinterherhinken. Soll heißen, es kann mitnichten von einer "Spülung" des Brennraums gesprochen werden! Die Spreizung von 110° KW-Winkel ist für einen Pkw-Motor vielleicht "sportlich" für einen Motorradmotor absolut inferior. Also mal lieber von einem Gebrauchsmotor sprechen! :lol: !
Insgesamt isses wohl doch besser erstmal nach den Hertweckschen Grundregeln loszulegen. Ich hab das mal gemacht und lediglich einen dicken Kolben und ein 36er EV in Normalform verbaut und da geht schon einiges.
Zum Thema zurück.
Bei meinem momentanen Motor ergeben sich bei 7000 U/min:
mittlere V im 28er Ansaugkanal: 113m/s
------------am Ventilring(36-2=34mm): 109m/s
------------im 27er Vergaser: 122m/s
Es geht also auch bei V über 100m/s. Nehme aber an, dass hier schon Extremwerte erreicht (und errechnet) sind.
Die Umdrehungszahlen sind von der Endgeschwindigkeit im 4.G. bei 18"x3,5" Bereifung zurückgerechnet.

mittlere V= mittlere Kolbengeschwindigkeit in m/s x Kolbenfläche in mm² / freien Querschnitt in mm²
feier ventilquerschnitt = pi x di x max.ventilhub x 0,707
di= Innendm des Ventilsitzes in mm

Alle Formeln aus: L.Apfelbeck, Wege zum Hochleistungsviertakmotor. 1991.

Gruß Alex

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: Mo 7. Dez 2009, 00:19
von Edeltuning
Endlich sind mal die Mythen und Legenden der polierten Kanäle aufgeräumt. :idea:
Dabei könnte auch gleich noch die in Öl patschende Kurbelwelle gestrichen werden. :o

;;;;;;;;;

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: Mo 7. Dez 2009, 10:30
von Ruppert-Tuning
Hallo

Nun will ich auch mal wieder meinen Senf dazu geben. Zum Glück haben meine "Vorschreiber" viele richtige Dinge erläutert- nur hat niemand die wichtigste Frage an tingeltangelbob gestellt- welche Drehzahl strebst du mit deinem Motor an??? Denn nur mit dieser Angabe kann man überhaupt eine Aussage über die Sinnhaftigkeit einer Erweiterung des Ansaugwegs machen. Wenn du, tingeltangelbob, mir diese nennst kann ich die ganze Geschichte mal durchrechnen- kein Thema.
In der Regel nehme ich auch eine Strömungsgeschwindigkeit von 100-110m/s an. Die Ventilform sollte an der Kanalseite der Brennraumform angepasst werden- also auf keinen Fall flach auslaufend- eine Tulpenform wie bei der Sport ist aber auch nicht ideal- halt irgendwas dazwischen. Diese kannst du dir nur aus einem Serienventil rausarbeiten. Ich habe bei mir ein Einlassventil vom BMW und ein Auslass von Rover verbaut- aber halt extrem abgeändert. Die Ventiführung sollte, wenn überhaupt, nur ganz wenig im Kanal stehen.
Bei den Ventilen solltest du noch beachten das du entsprechende Dückstromdrosseln mit einbringst welche verhindern das das Gemisch oder Abgas durch Wirbel in eine ungewünschte Richtung strömt.


Grüsse

Matthias

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: Mo 7. Dez 2009, 17:59
von tingeltangelbob
Hallo Matthias
ja welche Drehzahl sterbe ich an das ist für mich als leihe schwer zu sagen da aber Nocke und KW hub original bleiben werde ich wohl durch meinen 73,88 Flachkolben nur mehr an Drehmoment gewinnen und durch den erleiterten Ventieltrieb , Schwungscheibe usw nur ein schnelleres hochdrehen des Motors beim Ampelstart bewirken oder liege ich da falsch ? Noch ist nichts angefangen außer der 28 er Einlasskanal erstell mir doch mal ein tunig konzept
Ja die Ventilführung im Einlass wird ein wenig gekürzt . Tulpenventil ist auch zu schwer hab ein flaches 39er da das kommt auch rein wegen der Kosten mein Kumpel hat das auch drinn und fährt schon ewig damit ziehmlich zügig
Ich möchte es ja beim ersten mal nicht gleich zu perfecktion treiben nur ein bißchen mehr Druck als der normale Motor .

Was sind den Drückstromdrosseln ? ( Abgasstrom Luftstrom Lenkungsbleche )??? bei googele nicht viel gefunden

Verdichtung werde ich bei 9: 1 liegen da ich einen umgefrickelten Zylinder mit RF Kolben aus DDR Zeiten verbaue genau weis ich das erst nach dem Auslietern notfalls muß ich was unter den Zylinder legen solte die Verdichtung zu hoch sein .

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: Di 8. Dez 2009, 10:47
von Ruppert-Tuning
Hallo

Ich habe mal ein bisschen hin und her gerechnet- hier das Ergebnis:

Folgende Ausgangsdaten habe ich zu Grunde gelegt: Hub 68mm; Bohrung 73,88 (ergibt 291,4cm³) Ventilschaft 8mm (Die Ventilführung muss soweit wie möglich gekürzt werden damit sich der Kanal an dieser Stelle nicht unnötig verjüngt) Ventilerhebung 9mm; Gasgeschwindigkeit am Auslassventil 125m/s; Drehzahl 7000U/min.

28mm Vergaser:
Einlassseite:
Strömungsgeschwindigkeit im Vergaser: 110,5m/s
Querschnittserhöhung bis zum Bereich Ventilführung 2%
Durchmesser im Bereich Ventilführung 29,4mm
Strömungsgeschwindigkeit im Bereich Ventilführung: 108,3m/s
Querschnittserhöhung bis zum Ventilsitz (freiwerdender Ringspalt) 2%
Innendurchmesser Ventilsitz: 34,6mm
Strömungsgeschwindigkeit im Ventilsitz: 106,2m/s
Ventilsitzbreite: 1,4mm
Durchmesser Einlassventil: 36,6mm

Auslasseite:
Innendurchmesser Ventilsitz 29,7mm
Ventilsitzbreite: 2,0mm
Durchmesser Auslassventil: 32,6mm
Optimaler Krümmer Innendurchmesser: 28,3

30mm Vergaser:
Einlassseite:
Strömungsgeschwindigkeit im Vergaser: 96,3m/s
Querschnittserhöhung bis zum Bereich Ventilführung 2%
Durchmesser im Bereich Ventilführung 31,4mm
Strömungsgeschwindigkeit im Bereich Ventilführung: 94,4m/s
Querschnittserhöhung bis zum Ventilsitz (freiwerdender Ringspalt) 2%
Innendurchmesser Ventilsitz: 39,3mm
Strömungsgeschwindigkeit im Ventilsitz: 92,5m/s
Ventilsitzbreite: 1,4mm
Durchmesser Einlassventil: 41,3mm

Auslasseite:
Innendurchmesser Ventilsitz 29,7mm
Ventilsitzbreite: 2,0mm
Durchmesser Auslassventil: 32,6mm
Optimaler Krümmer Innendurchmesser: 28,3

Mein Vorschlag- wahrscheinlich der beste Kompromiss sein und rein Rechnerisch ideal!!!

29mm Vergaser:
Einlassseite:
Strömungsgeschwindigkeit im Vergaser: 103,0m/s
Querschnittserhöhung bis zum Bereich Ventilführung 2%
Durchmesser im Bereich Ventilführung 30,4mm
Strömungsgeschwindigkeit im Bereich Ventilführung: 101,0m/s
Querschnittserhöhung bis zum Ventilsitz (freiwerdender Ringspalt) 2%
Innendurchmesser Ventilsitz 36,9mm
Strömungsgeschwindigkeit im Ventilsitz: 99,0m/s
Ventilsitzbreite: 1,4mm
Durchmesser Einlassventil: 38,9mm
Auslasseite:
Innendurchmesser Ventilsitz 29,7mm
Ventilsitzbreite: 2,0mm
Durchmesser Auslassventil: 32,6mm
Optimaler Krümmer Innendurchmesser: 28,3


Es macht keinen Sinn einen Motor zusammen zu bauen bei dem unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten im Einlass auftreten- kleiner Vergaser grosses Ventil- oder umgekehrt!!!
Ich empfehle dir die Schwungmasse erheblich zu reduzieren da das richtig Punkte an der Ampel bringt. Weiterhin ist es wichtig den Kolben auf das Originalgewicht von 320g zu bringen oder andernfalls den Kurbeltrieb neu zu wuchten. Und lass die Ventiltelleroberseite abrunden (Anformen an die Rundung des Brennraum´s- wenn´s keiner macht schick sie mir ;-))
Wenn du dies alles tust wird dein Motor mit dieser Kurzhubigen Auslegung sehr drehfreudig sein!!!

Hier noch eine Prinzipskizze von Rückstromdrosseln- ich habe mehrere eingezeichnet die einzeln betrachtet die gleiche Wirkung haben- man muss immer sehen was machbar ist. Diese verhindern das ungewollte Rückströmen von gegenläufigen Verwirbelungen während des Spülvorganges.


Grüsse

Matthias

Re: Touning Ansaugkanal wie groß ?

Verfasst: Do 10. Dez 2009, 21:03
von Eli
Hallo,

Ich hab hier noch zwei "VergaserFormeln", die ich mal wo im Netz aufgestöbert habe

Vergaserdurchlass d = 0,7 x Wurzel aus (Hubraum (in Liter)x Nenndrehzahl)
Hauptdüsendurchmesser = 4 x Vergaserdurchlass
Was sagen die Wissenden dazu?

Das scheinen "In-etwa-Formeln" zu sein, mit denen man erstmal ne grobe Richtung bekommt
Bei den Angaben vom Tingeltangelbob bin ich auf ca. 29mm Durchlaß bei 6000Umin gekommen. Wenn ich davon ausgehe, daß die 29mm nur für den Vollgaszustand gelten, dann sind die eigentlich 28mm ok.
HD wäre dann 112,5 oder so.

Grüße