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Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 07:59
von krachbumm425
Bastelpeter hat geschrieben:Eine ziemlich selbstbewusste Einschätzung der Lage. Respekt. Schon mal ausprobiert?
Ja, deshalb das Selbsbewußtsein. Es kann natürlich jeder seine Erfahrungen sammeln
Wer allerdings sowas kauft, um ein Problem zu lösen, könnte Enttäuschung erfahren.
Die komplizierteste (und damit störanfälligste) Kurbelgeh.-entlüftung habe ich an einem aufgeladenen 3-Zylinder vorgefunden. Wenn da die Teillastentlüftung versagt, verbrennt sich der Motor selbst
Bei der AWO ist damit nicht zu rechnen, aber mit zu hohem Druck im KG und damit auftretenden Leckagen.
Gruß Uwe
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 08:31
von PdmAJ
Moin,
Nur mal angemerkt: Der Luftschieber macht nicht nur die Lüftung auf und zu, sondern dichtet auch den Motor zwischen Steuerrad und Räderkastendeckel bzw. der Lüfterbuchse ab. Ohne das Teil wird das Öl an der Stelle nicht mehr in den Motorraum geschleudert und es klafft eine halben Zentimeter Lücke.
Ich hab nichts gegen technische Veränderungen, aber an diesem Luftschieber seh ich da keinen Anlass. Is doch idiotensicher, wenn ordentlich angepasst und verbaut.
Grüßle, Alex.
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 12:07
von Bastelpeter
krachbumm425 hat geschrieben:Bastelpeter hat geschrieben:Eine ziemlich selbstbewusste Einschätzung der Lage. Respekt. Schon mal ausprobiert?
Ja, deshalb das Selbsbewußtsein. Es kann natürlich jeder seine Erfahrungen sammeln
Wer allerdings sowas kauft, um ein Problem zu lösen, könnte Enttäuschung erfahren.
Die komplizierteste (und damit störanfälligste) Kurbelgeh.-entlüftung habe ich an einem aufgeladenen 3-Zylinder vorgefunden. Wenn da die Teillastentlüftung versagt, verbrennt sich der Motor selbst
Bei der AWO ist damit nicht zu rechnen, aber mit zu hohem Druck im KG und damit auftretenden Leckagen.
Gruß Uwe
Moin Uwe,
sicherlich macht jeder seine Erfahrungen. Du siehst ja, dass der Slowrider z.B. auch schon seine eigenen, positiven Erfahrungen gemacht hat. Ich komme nicht aus dem Osten, aber ich wundere mich ehrlich gesagt manchmal warum der Erfindungsgeist der Vergangenheit (frei nach dem Motto "mir hatten ja nüscht") einem "Original-Fetischismus" gewichen ist.
Aber mal sachlich. Natürlich haben Einzylinder mehr Ventilation als Mehrzylinder. Aber der sogenannte Blow-by, also das was am Kolben vorbei geht, ist bei Mehrzylindern wesentlich höher. Hängt ja in erster Linie vom Hubraum ab. Also kommt am Ende aus den Mehrzylindern mehr raus....
Solange ein Motor nicht das Ölen anfängt, geht es immer komplett ohne Maßnahmen an der Entlüftung. Schau dir mal die großen Einzylinder an, Suzuki DRBIG-800 oder Honda XR600, die haben auch nur einen Schlauch ins Freie bzw. in den LUFI. Ist ja auch ne Kostenfrage. Wenn dann der Überdruck im Motor nicht mehr über die Entlüftung in den Griff zu bekommen ist, dann braucht man ein Ventil oder einen Drehschieber um bewußt einen Unterdruck zu erzeugen. Von der Funktion her geht beides. Und das Öl, das evtl. mitgerissen wird, schafft es auch durch den Drehschieber. Der ist ja schließlich die halbe Zeit offen.
so habe ich das bei mir gemacht. An der Stelle wo der Drehschieber saß, ist jetzt ein Ventil. Geht halt nur mit Rollerzündung bzw. VAPE.
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 12:50
von Slowrider
Servus Peter,
schaut gut aus Deine Lösung.

Das Gehäuse ist ein Eigenbau ?
Hast Du eine Möglichkeit das gegen Verdrehen zu sichern ? Die Vibrationen des Motors könnten bewirken daß sich das Teil verdreht und dann die Bohrung verschließt.
Ich bin mir sicher , daß das genausogut funktionieren wird.

Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 12:56
von Bastelpeter
Auf 13:00 habe ich ne Schraube gesetzt. Der Kopf verhindert das Verdrehen. Im Kragen vom Ventil is auch ne Aussparung
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 13:03
von Slowrider
Top ! Berichte mal ob es klappt, wäre für einige bestimmt eine Alternative bei denen der Schieber ausgelutscht ist oder die Buchse.
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 20:53
von PdmAJ
Bastelpeter hat geschrieben:
[....]Ich komme nicht aus dem Osten, aber ich wundere mich ehrlich gesagt manchmal warum der Erfindungsgeist der Vergangenheit (frei nach dem Motto "mir hatten ja nüscht") einem "Original-Fetischismus" gewichen ist.
Nanu? Von einem Thema so ein Urteil? Du kennst doch die ganze Geschichte noch garnicht

!
Bastelpeter hat geschrieben:
Aber mal sachlich.[....]
Ja besser is das
Grüße, Alex.
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: So 17. Apr 2016, 21:51
von krachbumm425
Bastelpeter hat geschrieben:
ich wundere mich ehrlich gesagt manchmal warum der Erfindungsgeist der Vergangenheit (frei nach dem Motto "mir hatten ja nüscht") einem "Original-Fetischismus" gewichen ist.
Aber mal sachlich. Natürlich haben Einzylinder mehr Ventilation als Mehrzylinder. Aber der sogenannte Blow-by, also das was am Kolben vorbei geht, ist bei Mehrzylindern wesentlich höher. Hängt ja in erster Linie vom Hubraum ab. Also kommt am Ende aus den Mehrzylindern mehr raus....
Hallo Peter,
Es geht nicht nur um die Gesamtmenge des Blow-by. Je gleichmäßiger um so unproblematischer. Die besten Druckverhältnisse hat ein V8. Das entscheidende dabei ist die Ventilation. Das hast Du aber schon selbst erkannt.
Der Drehschieber ist gut konstruiert. Ein Schlauch ins Freie oder in den Luffi ist keine gute Alternative.
Bastelpeter hat geschrieben:so habe ich das bei mir gemacht. An der Stelle wo der Drehschieber saß, ist jetzt ein Ventil. Geht halt nur mit Rollerzündung bzw. VAPE.
Die Rollerzündung hat was. Dein Entschluß die Entlüftung "geregelt" zu lassen auch.
Wir werden beide wissen warum
Das Ventil scheint eine gute Alternative zum Schieber zu sein.
Wie sieht das Gegenstück aus?
Langzeiterfahrungen werden zu gegebener Zeit sicher viele Interessenten haben, genau wie bei Deiner Zündung
Gruß Uwe
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: Mo 18. Apr 2016, 05:12
von Slowrider
Also bei mir war es folgendermaßen.
Ich hatte meine AWO zerlegt und alles überholt, bzw. da wo mir das Werkzeug und Spezialkenntnisse fehlen , half mir ein Freund, der für Oldtimerrennen Rennmotoren schraubt und fährt.
Beim Zusammenbau habe ich den Entlüfter schlichtweg übersehen und vergessen ihn einzubauen. Die Maschine lief auch ohne den Entlüfter einwandfrei und ohne Leckagen oder anderweitig auffallenden Austritt von Öl am Entlüfterrohr.
Ich habe hier im Forum nachgelesen und bin der einhelligen Meinung gefolgt , daß das Teil aber notwendig sei und beschloss alles nochmal raus und das Ding rein.
Da es bereits vorher verbaut war, habe ich keinen neuen Schieber bestellt. Der alte sah noch gut aus und auch die Buchse war noch ganz OK.
Gesagt getan .... Motor nochmal raus und den Einbau erledigt. Der Entlüfter funktionierte auch und wurde sauber mitgenommen. Nach diversen Testfahrten und Einstellarbeiten am Vergaser fing die Maschine an extrem zu ölen. Das Öl kam aus dem Ölmeßstab und wurde auch durch die Ventildeckeldichtung gedrückt.
Erster Verdacht der Drehschieber, was sich nach Abnahme des Limadeckels und der Vape Grundplatte auch bestätigte. Er wurde nicht mehr vom Steuerrad mitgenommen und stand auf zu. Folge war natürlich der Überdruck im Motor.
Da die Maschine auch ohne den Entlüfter einwandfrei lief und kein Öl austrat, beschloss ich eine Alternative zu suchen. Einige Recherchen im Netz ergaben , daß die Hauptaufgabe bei diesem offenen System darin besteht den Druck entweichen zu lassen und beim Hochgang des Kolbens zu verhindern , daß Schmutzpartikel angesaugt werden, die dann Schäden verursachen könnten. Der geringe Unterdruck der beim Verschliessen des Schiebers im Aufwärtsgang entsteht trägt zur Öldichtheit positiv bei.
Deshalb habe ich die Nasen ( Flügel ) des Schiebers entfernt und die von mir bereits im Thread gezeigte Variante der Entlüftung verbaut.Es funktioniert und der Motor ist dicht, selbst bei Volllast auf langer Strecke.
Die Luft kann raus und der Dreck nicht rein.
Zur Wartung muß ich den Motor nicht mehr ausbauen und das Teil ist im Verhältnis zu einem neuen Schieber mit neuer Buchse auch günstig.
Die Version von Peter finde ich auch nicht schlecht. Allerdings fehlen mir die Möglichkeiten ein solches Gehäuse selbst zu fertigen.
Ich bin so wie jetzt schon ca 300 km mit dem Ding gefahren ohne Problem.Davon war eine kleine Tour zum Hohen Peißenberg dabei ( ca 180 km hin und zurück ) mit teilweise Vollgasstrecken auf der B17.
Gruß Rolf
Re: Pertinaxbuchse Motorentlüftung
Verfasst: Mi 20. Sep 2017, 21:03
von BSAWO
Hallo,
ich greif das Thema noch mal auf. Die Moderatoren mögen es mir verzeihen, es geht hier um ein Problem der Motorenentlüftung an meiner BSA.
Hier muss ich wirklich umbauen, weil die, im Gegensatz zur AWO, nicht richtig funktioniert. Konstruiert ist das Ganze so, daß der Druck über die hohlgebohrte Nockenwelle welche zwei Austrittsöffnungen im Gleitlager hat. Im Gleitlager ist eine winzige 6mm Bohrung, wo die Luft entweichen soll.
IMG_8531 (Copy).jpg
Das Problem ist das fast soviel Öl wie Luft rausgepustet wird.
IMG_8488 (Copy).jpg
Das Gleitlager muss aber ordentlich geschmiert werden von daher finde ich diese Konstruktion fragwürdig. Meine Überlegung geht dahin dieses System stillzulegen und eine Entlüftung z.B. über den Zylinderkopf zu machen. Um den Unterdruck weiterhin zu gewährleisten, möchte ich ein Entlüfter mit Rückschlagventil verbauen und dann vielleicht über einen Ölabscheider die Luft ins Freie leiten. Im Netz gibt es die verschiedensten Angebote.
Nun meine Frage:
Viele von euch fahren ja noch andere Moppeds auch aus neueren Baujahren. Kann mir jemand ein System empfehlen was ich dann an meiner BSA verbauen könnte. Achso, die BSA hat auch einen Zylinder und 250ccm.
Danke im voraus.