Was mir die vorhergehenden Beiträge wieder einmal deutlich machen , es wird oft die Funktion der einfachen Simplex Bremse vergessen oder Wichtiges übersehen. Nockenform und Bremsbelagdicke ist wohl wichtig , aber was ist für eine gute Bremswirkung wohl noch bedeutsam ?
A. gibt es unterschiedliche Bremsbeläge , die von weich bis hart gehen und dabei bei Bremswirkung und Haltbarkeit Unterschiede aufweisen. Weich = sehr gute Bremswirkung aber geringe Haltbarkeit , ergo hart andersrum.
B. Die Bremsfläche . Nur wo möglichst viel Fläche zum Bremsen benutzt wird ist auch die Bremswirkung gut.
Bei letzterem werden immer wieder Anfängerfehler gemacht und vermeintlich gute Beläge in gebrauchte bzw. überarbeitete Bremstrommeln eingebaut. Trotzdem ist die Bremswirkung mieß.
Guckt Euch mal folgendes Bild an ( bitte Nockenform und Qualität nicht werten )
BREM.JPG
Bild 1 zeigt eine Simplexbremse mit normalen Belägen aus der Wühlkiste oder frisch aufgeklebte vom Händler und eine Trommel mit Verschleiß bzw. überdreht.
Bild 2 wäre die Situation beim Bremsen , es liegt hier nur ein kleiner Bereich der Beläge an der Bremstrommel an
Bild 3 wäre die richtige Konstellation , wo maximale Bremsfläche genutzt werden kann.
So wie Bild 3 es zeigt müssten Eure Bremsbacken wirklich aussehen um optimal arbeiten zu können.
Dabei ist der Belag nicht gleichmäßig dick und kann auch von Backe zu Backe unterschiedlich sein.
Das liegt an der Herstellung und Unterschieden bei den Ankerplatten und den Bremsbacken.
Bremsteile einer Maschine X passen nicht wirklich in Maschine Y obwohl sie noch gut und brauchbar aussehen. Das bei einer originalen Maschine die Bremse noch super funktioniert ,liegt einfach daran , dass die Bremsbeläge mit der Zeit abgenutz und in der Form angepasst sind.
Wollt Ihr also eine gut funktionierende Bremse haben müssen die Beläge zum Trommelmaß hin optimal angepasst werden. Das muß auf der , zu verwendenden , Ankerplatte erfolgen. Diese muß zusammen mit den Bremsbelägen auf einer Drehbank oder speziellen Schleifmaschine montiert werden, die 100% Rundlauf garantiert. Das Endmaß der Trommel muß eingestellt werden und das Lüftungsspiel ( ca. 0,5 mm ) einberechnet werden. Mit dieser Einstellung müssen die Beläge leicht überdreht werden , bis überall Material abgetragen wurde , die Backen also überall tragen würden.
Das erreicht man durch feines Verdrehen / Zustellen des Bremsnockens , der jeweils in der Stellung fixiert werden muß. Wer gebrauchte Beläge benutzt wird nun feststellen ,dass am einen Ende der Bremsbacke kaum noch Bremsbelag vorhanden ist und am anderen der Drehstahl kaum angegriffen hat. Eventuell ist auch der Bremsnocken schon sehr weit verdreht.
Hier ist schon zu sehen ,dass diese Bremse , unbearbeitet , kaum Bremswirkung gehabt hätte , da zu wenig Bremsfläche gegriffen hätte.
Um an beiden Enden der Bremsbacke genügen Bremsbelagmaterial zu haben und den Bremsnocken wenig verdrehen zu müssen ist es angeraten ,sich die Bremsbacken mit etwas dickeren Belägen bekleben zu lassen und diese dann wie oben beschrieben zu bearbeiten.
Resultat ist eine wirklich griffige Bremse , vorausgesetzt ,die Trommel ist nicht konisch , oval oder riefig
Ralf