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Re: Öl für Kardan

Verfasst: Sa 21. Aug 2010, 19:04
von Langer
Hallo!
Vielleicht kann ich auch was beitragen oder Verwirrung stiften.
Wenn man ein Öl für alles nehmen kann müsste ja niemand unterschiedliche Ölsorten entwickeln. Die Ölfrage habe ich mir auch schon mal gestellt. Hatte Gelegenheit mich mit einem KFZ-Meister zu unterhalten der sich mit Ölgeschichten beschäftigt hat. Ich versuch mal das wiederzugeben. Getriebeöle haben eine höhere Druckfestigkeit bei der Belastung durch die Zahnflanken. Motoröle werden durch diese Belastung gecrackt und verlieren ihre typischen Eigenschaften. Umgekehrt hat ein Getriebeöl nichts im Motor zu suchen. Auf diese Idee würde sicher keiner kommen. Warum ein Motoröl ins Getriebe gekippt werden soll wo es unterschiedlichste passende Getriebeöle gibt weiss ich auch nicht. Gehen tut sicher alles, aber ob es optimal ist? Der Kardan ist in meinen Augen auch eher ein Getriebe als ein Motor.
Ich benutze im Kardan auch ein Öl für Hypoid-Achsgetriebe. Bisher ging´s gut.

Gruß Uwe

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Sa 21. Aug 2010, 20:06
von CERVEZAwo
Langer hat geschrieben:Hallo!
Vielleicht kann ich auch was beitragen oder Verwirrung stiften.
Wenn man ein Öl für alles nehmen kann müsste ja niemand unterschiedliche Ölsorten entwickeln. Die Ölfrage habe ich mir auch schon mal gestellt. Hatte Gelegenheit mich mit einem KFZ-Meister zu unterhalten der sich mit Ölgeschichten beschäftigt hat. Ich versuch mal das wiederzugeben. Getriebeöle haben eine höhere Druckfestigkeit bei der Belastung durch die Zahnflanken. Motoröle werden durch diese Belastung gecrackt und verlieren ihre typischen Eigenschaften. Umgekehrt hat ein Getriebeöl nichts im Motor zu suchen. Auf diese Idee würde sicher keiner kommen. Warum ein Motoröl ins Getriebe gekippt werden soll wo es unterschiedlichste passende Getriebeöle gibt weiss ich auch nicht. Gehen tut sicher alles, aber ob es optimal ist? Der Kardan ist in meinen Augen auch eher ein Getriebe als ein Motor.
Ich benutze im Kardan auch ein Öl für Hypoid-Achsgetriebe. Bisher ging´s gut.

Gruß Uwe
Na da hast du ja bestimmt jeden weitergeholfen, der sich nicht schlüssig war.
Was machst du denn mit den " Zahnflanken" ( hab ich zum ersten Mal gehört)) bei den Steuerrädern, werden die vom Motoröl umgangen???.
Ich denke auch mal, das die Scherkräfte im Motor nicht geringer sind, als im Getriebe.
Vieleicht sollte man bei der Viskositätswahl der Bestimmer mal von den Betriebsbedingungen ausgehen.
Im Motor wird wahrscheinlich das Öl sehr schnell benötigt, was beim Getriebeöl, durch die Viscosität nicht erreicht wird .- Das ÖL muss ja erst in die Pumpe kriechen, dann durch die Kanäle zur Welle und in Kopp. Hätte man da Getriebeöl drinne, wäre man bei kalten Bedingungen bestimmt schon ein paar Km gefahren, bevor Öl oben ankommt.
Beim Getriebe hat man durch das Kicken allein schon das ganze Öl verteilt.
Frank

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Sa 21. Aug 2010, 21:25
von Langer
Hallo Frank!
Ja, auf den Einwand mit den Steuerrädern im Motor habe ich schon gewartet. Ich denke aber nicht dass Nockenwelle und Zündmagnet 15 PS für sich abzweigen und zu den selben Beanspruchungen führen wie im Getriebe. Ein Motoröl ist sicher auch nicht gänzlich ungeeignet für Zahnräder. Möglicherweise ist es bei unseren Leistungen auch egal. Ich benutze für ein Getriebe ein Getriebeöl weil es dafür entwickelt wurde.
Die Viskosität eines Öles hat nichts mit der Druckbelastbarkeit zu tuen denke ich.
Gruß Uwe

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Sa 21. Aug 2010, 22:26
von krachbumm425
der lange hat recht.
kugellager und zahnräder machen einem motorenöl, insbesondere dem alten m50, den garaus.
es kommt natürlich auch darauf an, wie oft gewechselt wird.

ein gutes getriebeöl in kardan und getriebe schont das material und braucht nicht gewechselt zu werden.

gruß uwe

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Sa 21. Aug 2010, 22:56
von stöffchen
Hallo,

und was ist mit den Konstruktionen, wo sich Motor und Getriebe in einem gemeinsamen Gehäuse befinden und vom gleichen Öl versorgt werden müssen?

Viele Grüße!
Stefan

Re: Öl für Kardan

Verfasst: So 22. Aug 2010, 11:29
von yvonnchen
Man sollte doch mal die Wartungsintervalle von damals und heute vergleichen.

Bei der Sport wird ein wechsel des Motoröl's alle 2000km, vom Getriebe und Kardan alle 5000km empfohlen.

Heute kann man Motoröl um die 15000km fahren und Getriebeölwechsel ist nicht nötig. Das ist der Fortschritt.

Ich denke man kann auch Motoröl SAE40-50 im Getriebe fahren, man muß es nur häufiger wechseln.

Re: Öl für Kardan

Verfasst: So 22. Aug 2010, 21:37
von krachbumm425
yvonnchen hat geschrieben:Man sollte doch mal die Wartungsintervalle von damals und heute vergleichen.
Bei der Sport wird ein wechsel des Motoröl's alle 2000km, vom Getriebe und Kardan alle 5000km empfohlen.
Heute kann man Motoröl um die 15000km fahren und Getriebeölwechsel ist nicht nötig. Das ist der Fortschritt.
Ich denke man kann auch Motoröl SAE40-50 im Getriebe fahren, man muß es nur häufiger wechseln.
alles korrekt.
die menge macht das gift, in unsrem fall die km.

gruß uwe

Re: Öl für Kardan

Verfasst: So 22. Aug 2010, 23:27
von Mr. Zylinder
Moin, moin ...

Also, in meinen Unterlagen, die Anno 1955 vom Hersteller rausgegeben wurden,
steht, daß ins Getriebe und in den Kardan Motorenöl mit 6°- 8° E bei 50°C reingehört.
Das entspricht heute einem SAE 30 und
in den Motor himself 10°-12° E bei 50°C (im Sommer), das entspricht heute einem SAE 40.


mfG ... Daniel

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 09:04
von yvonnchen
Mr. Zylinder hat geschrieben:Moin, moin ...

Also, in meinen Unterlagen, die Anno 1955 vom Hersteller rausgegeben wurden,
steht, daß ins Getriebe und in den Kardan Motorenöl mit 6°- 8° E bei 50°C reingehört.
Das entspricht heute einem SAE 30 und
in den Motor himself 10°-12° E bei 50°C (im Sommer), das entspricht heute einem SAE 40.


mfG ... Daniel
Das steht auch in der Betriebsanleitung für die Sport Ausgabe 1960. Allderdings benutze ich SAE40 für Motor und Getriebe. Bin ein schön Wetter Fahrer :D

Re: Öl für Kardan

Verfasst: Mo 23. Aug 2010, 09:58
von Roadrunner
Da wären wir also wieder am Anfang !
Diese Diskussion über Öle wurde schon so oft geführt und stiftet deshalb immer wieder Verwirrung.Jeder fährt , aus welchen Gründen auch immer ,etwas Anderes.

Fakt ist , die Entwicklung ist nicht stehen geblieben ,auch die heutigen Motorenöle sind nicht mehr auf dem selben Stand wie in den 50ern.
Es gibt für jeden Zweck spezielle Öle , die für die Anforderungen in Ihrem Bereich optimiert sind. Die Öle wurden ja nicht für die Awo entwickelt sondern müssen Ihren Dienst auch unter anderen, sehr viel höheren Belastungsbedingungen tun. Sicher wird bei Einsatz von Motorenöl in allen Aggregaten der Awo nicht gleich der Supergau passieren aber warum soll ich nicht das Optimum benutzen. Es gibt doch Motorenöle , Getriebeöle und Öle für Achsantriebe.
Ich frage mich warum noch niemand auf die Idee gekommen ist , warum man nicht mit Sonnenblumenöl von Aldi fährt ........ könnte ja auch gehen :?

yvonnchen hat geschrieben:Übrigens benutze ich für mein Getriebe kein extra Getriebeöl SAE80W-90. Ich hab mich mal von meinem Ölhersteller beraten lassen und er sagte das auf dauer ein Getriebeöl das Bronzelager in unserem AWO-Getriebe zerfrisst.
Stimmt so nicht , denn nur Getriebeöle der Klassifikation GL5 ( Öle für Achsantriebe ) sind ungeeignet für Getriebe mit Bronzelagern. "Normale" Getriebeöle GL4 sind davon nicht betroffen.

Gruß Ralf