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Re: Kolbenfresser
Verfasst: Di 1. Jun 2010, 17:34
von Der Auer
von rockabilly17 » Di 1. Jun 2010, 12:02
Hi,
schau mal nach, ob das Spiel zwischen oberer Pleuelbuchse und Kolbenbolzen schön saugend ist. Wenn das ein mü zu fest ist, neigt der Kolben bei Temperatur auch zum Kippeln, da der Bolzen im Pleuel festgeht. Die Verkettung, was dann zuerst klemmt, ist am Ende immer schwierig rauszufinden.
Ich erzähls nur, weils bei mir der Fall war.
@rockabilly17, darf man fragen, wer die Welle regeneriert hat?
@Borderich, diesen Tip solltest du unbedingt beachten! War auch bei mir die Ursache.
Wie sah denn die Kerze aus? Ein überholter Vergaser ist noch keine Garantie für ein sauberes Kerzenbild. Und die Teillastnadel ist auch nur für den Teillast-Bereich (2/3) zuständig. Welche Hauptdüse war denn verbaut? Event. ein oder zwei Nummern höher gehen. Am Anfang lieber zu fett, als zu mager.
Ich seh das auch wie meine Vorredner, ein größeres Einbauspiel kann nicht die Lösung sein.
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Di 1. Jun 2010, 18:10
von Edeltuning
Das Einbauspiel richtet sich nach der Ausdehnung der Kolbenlegierung und dem Temperaturhaushalt des Motors,da nichts von beiden bekannt ist

,wird im Dunkeln rumgedappt.
Mit 0,12 geht der Kolben dann zwar nicht mehr fest,dafür klapperts schön in der alten Karre.
Wems gefällt.

Re: Kolbenfresser
Verfasst: Di 1. Jun 2010, 22:27
von Bordich
Die Kerze war genau wie das Auslaßventiel, nach dem Klemmer hellgrau, vorher war sie eher Dunkelgrau. Ich versuche mal die Tipps die für mich in Frage kommen zusammenzufassen. Also 0,12mm Einbauspiel zu groß, werde also auf 0,08mm gehen. Mit der Kerze von jetzigen WW 200 auf WW 175 gehen. Die Hauptdüse von 85 auf 95 vergrößern. Und noch sachter einfahren, ich meine sie hing von Anfang an gut am gas.
Das Spiel zwischen Kolbenbolzen und Pleuel ist schön saugend, also schließe ich das mal als Uhrsache aus. Falls ihr noch andere Hilfreiche Ideen habt immer her damit, und schon mal vielen Dank für die vielen guten Tipps.
Gruß Sven
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Di 1. Jun 2010, 23:42
von PdmAJ
Hallo
Durch größeres Laufspiel wird kein Problem gelöst. Wäre das Spiel zu gering, würde der Kolben nicht nur auf einer Seite fressen, sonder auch auf der gegenüberliegende Seite! Bei dir ist es die Druckseite! Ich sehe auf deinem kleinen Bild, dass die Spuren nur unterhalb der Kolbenringe auftreten. Das kann Schmiermangel sein. Hierfür gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. 1. Zu fett

Ölfilm wird abgewaschen. 2. Schlechte, unvollständige Sprittverbrennung

Ölfilm abgewaschen. 3. zu geringe Schmierung evtl. zu schwache Ölpumpe, am Schleuderblech kann ich mir ausser völligem Fehleinbau nichts vorstellen!? 4. untertouriges rumgetuckere.
Am Vergaser solltest du erstmal prüfen ob du die richtige Leerlaufdüse im Vergaser hast bzw. checken ob deine nicht zu ist. Dann folgt der Schieberausschnitt, an dem sollte nicht rumgefeilt worden sein. Danach ist die Nadelstellung zu prüfen. Erstmal auf Mitte, wenn das läuft, dann ruhig eine fetter, bis es zu fett ist, dann wieder eine Kerbe zurück. So vorsichtig wie du einfährst dürfte die Hauptdüse garnicht zum Zug kommen.
Ausserdem überprüfe bitte, dass im Vergaser auch der richtige Düsenstock mit der richtigen Düsennadel verbaut ist. In den Tourenvergaser gehört ein 67er Düsenstock und eine Nadel mit der Nr. 2.
Durch den Einbau einer Kerze mit anderem Wärmewert ändert sich die Verbrennungstemperatur NICHT!
Zum Thema Einfahren kann ich nur sagen, dass 200km ausreichen um mit max. 70km/h unterwegs zu sein. Dann kann man auch mal den Hahn aufmachen, auf 100 beschleunigen, abtouren, wiederholen. Nach 300km ist der Motor voll belastbar, wenn nicht hast du ein anderes Problem.
Gruß, Alex
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 03:11
von Edeltuning
Vermutungen haben natürlich auch einen gewissen Unterhaltungswert.
Solange nur weniger als die Hälfte,verbunden mit mikrigen Bildern,erzählt wird...täglich grüßt das Murmeltier.

Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 06:39
von Bordich
Edeltuning ich mag ja deine direkte Art, ich habe aus meiner Sicht versucht die wichtigsten Sachen zu schildern. Wenn dir noch wichtige Angaben fehlen dann formulier sie doch mal bitte in Fragen.
Gruß Sven
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 09:41
von Ruppert-Tuning
Hallo
Also wie schon geschrieben ist ein grosses Kolbenspiel eher nachteilig. Der Wärmeübertrag zwischen Kolben und Zylinderwand verschlechtert sich durch den grösseren Abstand und der Kolben heizt sich immer weiter auf und dehnt sich irgendwann unkontrolliert aus. An der Kontaktstelle zerreißt der Ölfilm und es kommt zum Klemmer!! Ein Fresser sieht anders aus

Ich bin Momentan mit einem 74er Schmiedekolben mit 4/100 unterwegs- gute 2000 km ohne Klemmer!!!
Auch solltest du darauf achten das sich der Kolbenbolzen im kalten Zustand leicht (ohne Druck!!) durch das Pleulauge(ca 5/100 Luft!!!) und auch durch den Kolben schieben lässt. So kann dich der Kolben und der Kolbenbolzen frei ausdehnen.
Zum Gemisch kann ich nur sagen- Kraft kommt von Kraftstoff!! Lieber bisschen zu Fett- so mag´s die AWO
Die Länge Einfahrzeit richtet sich meiner Ansicht nach wie frei der Motor läuft. Klar- ein paar km schön piano schaden nie- aber auch nicht zu langsam damit eine ausreichende Ölversorgung gewährleistet ist. Wenn man merkt das er locker am Gas hängt- Hahn auf und immer wieder kurz hochdrehen. Wichtig ist bei diesem Prozedere schlagartig Vollgas zu geben und nicht langsam- so wird nämlich mehr Kraftstoff angesaugt als verbrannt werden kann was im Moment der höheren Belastung zu einem zusätzlichen Kühleffekt führt!!!
Abschließend möchte ich auch noch zu bedenken geben das sich die Materialien und Fertigungsmethoden in den letzten 60 Jahren nicht grad unerheblich weiterentwickelt haben und diese natürlich auch bei Nachfertigungen von Kolben und honen von Zylindern zum Einsatz kommen. Ich habe mich schon das eine und andere mal gefragt was da überhaupt noch großartig einlaufen soll... Denkt mal drüber nach- oder hat jemand schon mal einen Kolbenklemmer durch falsches Einfahren seines neuen Auto´s gehabt??
In diesem Sinne,
Schöne Woche noch und ich hoffe wir sehen uns in Lunzenau!!!
Matthias
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 10:09
von Deleted User 141
Hallo Namensvetter,
das war doch mal für einen Neuling wie mich ein
Wort zum Sonntag. Wenn man neu hier ist und wenig ,sprich kein Insiderwissen zu Materialbeschaffenheit aus alter und/oder neuer Bauzeit hat (oder haben will -weil man lieber fährt als schraubt) da benötigt man solche klaren tollen informationen.
DANKE

, bist halt auch der Ruppert-Tuning

!
Matthes
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 11:54
von Ruppert-Tuning
Hallo- ich noch mal.
Ich wollte mal was Fehlerbild: „Kolben mit Klemmspuren“ sagen.
Hab ich im Vespa Forum gefunden und auch schon mehrfach erfolgreich praktiziert:
Der im Allgemeinen reaktionsschnelle AWO-Fahrer hat natürlich schnell bemerkt, dass sein Motor klemmt (spätestens wenn das Hinterrad blockiert ) und geschwind die Kupplung gezogen, ein paar Minuten gewartet und sich dann noch im Schritttempo irgendwie nach Hause geschleppt.
Normalerweise gibt es jetzt die Alternativen entweder einen neuen Zylinder und Kolben zu besorgen (teuer), oder den Zylinder auf ein Übermaß ausschleifen zu lassen und sich einen entsprechenden Übermaßkolben zu besorgen (auch teuer). Manche fahren auch einfach so nach dem Klemmer weiter, das ist natürlich die billigste Variante, aber schützt nicht vor erneuten Thermikproblemen…
Ich empfehle hier die folgende Vorgehensweise zur Bearbeitung von Kolben/Zylinder:
Kolben:
An den Stellen, wo der Kolben am Zylinder gerieben hat mit einer scharfen Feile die Spuren glätten. Wer will kann hinterher mit feinem Schleifpapier etwas nachpolieren. Wichtig ist aber zunächst mit der Feile zu arbeiten, da das Aluminium vom Kolben weicher ist als die Graugusssplitter, die vom Zylinder im Kolben stecken und nur mit Schleifpapier bekommt man die nicht raus. Ruhig an den Stellen ein paar Zehntel Material abtragen, da der Kolben an diesen Stellen offensichtlich am wenigsten Spiel zum Zylinder hat und dort sonst immer wieder zum Klemmen neigen wird.
Wenn die Kolbenringe nicht gebrochen sind, kann man die ruhig weiter verwenden, es müssen nicht zwangsläufig neue rein.
Zylinder:
In die Apotheke gehen und Ätznatron (Natriumhydroxid) besorgen. Mit Wasser zu einer Lösung vermischen (z.B. 20g Natron und 40g Wasser).
Vorsichtig: Ätznatron ist eine stark alkalische Lauge, auf jeden Fall vorsichtig damit hantieren - unbedingt Schutzbrille und Handschuhe tragen!!! Kleidung und ähnliches was mit der Lauge in Berührung kommt wird verfärbt!
Mit einem Pinsel die Lösung auf die Klemmspuren im Zylinder tupfen. Das Natron löst die Aluminiumsplitter in der Zylinderwand auf, greift aber den Grauguss nicht an. Die Lauge schäumt ein bisschen weiß dort wo sie das Aluminium zersetzt. Ein paar mal wiederholen bis alle Alureste entfernt sind. Danach den Zylinder gründlich abwaschen und einfetten (Sprühöl), da er sofort anfängt zu rosten.
Das war’s. Alles wieder einbauen und ihr habt einen extrem haltbaren Zylinder, kein erneutes Einfahren wie bei Neuteilen und ne Menge Kohle gespart. Es gibt sogar Leute, die ihre neuen Zylinder absichtlich heiß laufen lassen bis ganz kurz vorm Klemmen, dann den Kolben ausbauen und ihn wie oben beschrieben bearbeiten. Das verkürzt extrem die Einfahrzeit und man hat danach einen sehr haltbaren Motor.
Viel Erfolg!
Re: Kolbenfresser
Verfasst: Mi 2. Jun 2010, 12:28
von ossimoped
Hallo,
genauso wie Mathias das beschrieben hat, habe ich bei meiner Touren das auch gemacht. Da mein Zyli auf der letzten Rille gehohnt ist und nicht mehr viel "Fleisch" in der Laufbuchse hat, wurde mir vom Hersteller erklärt, kann es beim Anziehen der Zuganker zu Verspannungen im Zylinder kommen. Dadurch ist die Laufbuchse nicht mehr 100%ig Maßhaltig und es kommt so zur Klemmerneigung.
Wie dem auch sei, ich hatte auf der Kerzenseite neben dem hinteren Bolzenauge eine 1 Cent große Klemmstelle. Gemerkt habe ich das bei einer langen Bergauffahrt im 3. Es gab einen kurzen Ruck und das Motorengeräusch wurde lauter... Klar, nach Mathias, vorsichtiges Nachhause fahren mit anschließender Inspektion war angesagt. Den Kolben habe ich an der Klemmstelle vorsichtig mit einer Feile beschliffen, bis die glänzende Stelle weg war. Den Zylinder habe ich, anders wie beschrieben, mit sehr feinem Schleifpapier an der Klemmstelle ausgeschliffen. Ach soweit bis die glatte Fläche wieder rauh war. Wie geschrieben, es war nur eine kleine Stelle. Dieses Prozedere steht wohl auch beim Hertweck so im Buch. Beim abgebildeten Kolben würde ich mir wohl über das gesamte Gefüge Gedanken machen....

Gruß Uwe