Re: Öltest
Verfasst: Mi 20. Jul 2016, 13:19
Hallo,
weil wir hier alle gerade so friedlich über Öl reden wäre es vielleicht sinnvoll, einige wenige, hoffentlich unstrittige und möglichst konkrete Infos und Empfehlungen zusammenzustellen (so ein Extrakt gewissermaßen). Das erspart den neuen Suchenden sich durch Berge von oft nur polemischen Einträgen durchzuackern (obwohl ich es recht amüsant fand
)
Ich fang mal an (wenn reicht, dann reicht, wenn falsch dann ändern, wenn zu wenig, dann ergänzen - und alles gaaaanz friedlich bitte):
Legierte Öle enhalten Additive (bis 20%), welche u.a. reinigend und partikelbindend wirken. D.h. jedweder Schmutz, der sich im Kurbelraum (und im Schleuderblech) befand wird durch legierte Öl abgelöst und kann (wird) sich in größeren Stücken in die Wälzlager setzen und wird in kleinen Stücken dauerhaft durch den Ölkreislauf gepumpt. Das kann trotz der besseren Grundschmiereigenschaften zu sofortigem Motortod oder zu verstärktem Verschleiß führen.
Fazit: In einen Motor mit Ablagerungen gehört kein legiertes (addtiviertes) Öl (es sei denn jemand weiß, dass die die enthaltenen Additive nicht reinigend oder bindend sind)
Ein ablagerungsfreier (neuer oder restaurierter) Motor kann bedenkenlos mit legiertem Öl gefahren werden. Allerdings ist das Ganze für den Betrieb mit (Fein-)Ölfilter gedacht, den die AWO nicht serienmäßig hat. Daher sollte entweder der Wechselintervall (besonders beim Einfahren) verkürzt werden oder ein Ölfilter nachgrüstet werden.
In Grenzbereichen (zB asymmetrisches Pleuellger durch schlechtes Pleuelrichten, heißer Kolben durch schlechten Zündzeitpunkt, leistungsgesteigerter Motor usw.) können legierte Öle ihre besseren Reibungs- und Ölfilmstabilitätseigenschaften ausspielen und mögliche Motorschäden verhindern)
Die AWO ist für den Betrieb mit unlegiertem Öl gebaut und kann damit uneingeschränkt gefahren werden. Es werden sich ein Ölschlamm und dunkelbraune Ablagerungen im Kurbelgehäuse bilden. Bestehen irgendwelche Probleme für den Motor (s.o.) beschert dieses Öl dem Motor nur geringe Notlaufeigenschaften.
Fazit: Wenn der Motor völlig intakt, warum nicht.
Bei ausgeschlagenem Lüftungsdrehschieber, der verstärkt Staub reinzieht, hält ein legiertes Öl den Schmirgel im Ölstrom vermindert jedoch die schädlichen Auswirkungen. Unlegiertes Öl lagert das Zeug im Schlamm ab.
Gruß
Heiner
PS: Den Profis ist das natürlich klar, aber denkt an die geschädigten Leser der Ölfreds
weil wir hier alle gerade so friedlich über Öl reden wäre es vielleicht sinnvoll, einige wenige, hoffentlich unstrittige und möglichst konkrete Infos und Empfehlungen zusammenzustellen (so ein Extrakt gewissermaßen). Das erspart den neuen Suchenden sich durch Berge von oft nur polemischen Einträgen durchzuackern (obwohl ich es recht amüsant fand
Ich fang mal an (wenn reicht, dann reicht, wenn falsch dann ändern, wenn zu wenig, dann ergänzen - und alles gaaaanz friedlich bitte):
Legierte Öle enhalten Additive (bis 20%), welche u.a. reinigend und partikelbindend wirken. D.h. jedweder Schmutz, der sich im Kurbelraum (und im Schleuderblech) befand wird durch legierte Öl abgelöst und kann (wird) sich in größeren Stücken in die Wälzlager setzen und wird in kleinen Stücken dauerhaft durch den Ölkreislauf gepumpt. Das kann trotz der besseren Grundschmiereigenschaften zu sofortigem Motortod oder zu verstärktem Verschleiß führen.
Fazit: In einen Motor mit Ablagerungen gehört kein legiertes (addtiviertes) Öl (es sei denn jemand weiß, dass die die enthaltenen Additive nicht reinigend oder bindend sind)
Ein ablagerungsfreier (neuer oder restaurierter) Motor kann bedenkenlos mit legiertem Öl gefahren werden. Allerdings ist das Ganze für den Betrieb mit (Fein-)Ölfilter gedacht, den die AWO nicht serienmäßig hat. Daher sollte entweder der Wechselintervall (besonders beim Einfahren) verkürzt werden oder ein Ölfilter nachgrüstet werden.
In Grenzbereichen (zB asymmetrisches Pleuellger durch schlechtes Pleuelrichten, heißer Kolben durch schlechten Zündzeitpunkt, leistungsgesteigerter Motor usw.) können legierte Öle ihre besseren Reibungs- und Ölfilmstabilitätseigenschaften ausspielen und mögliche Motorschäden verhindern)
Die AWO ist für den Betrieb mit unlegiertem Öl gebaut und kann damit uneingeschränkt gefahren werden. Es werden sich ein Ölschlamm und dunkelbraune Ablagerungen im Kurbelgehäuse bilden. Bestehen irgendwelche Probleme für den Motor (s.o.) beschert dieses Öl dem Motor nur geringe Notlaufeigenschaften.
Fazit: Wenn der Motor völlig intakt, warum nicht.
Bei ausgeschlagenem Lüftungsdrehschieber, der verstärkt Staub reinzieht, hält ein legiertes Öl den Schmirgel im Ölstrom vermindert jedoch die schädlichen Auswirkungen. Unlegiertes Öl lagert das Zeug im Schlamm ab.
Gruß
Heiner
PS: Den Profis ist das natürlich klar, aber denkt an die geschädigten Leser der Ölfreds